wahrscheinlicher Motorschaden D214

Frank L.

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Moin!

Nach 63Jahren scheint es nun so weit zu sein, die ZKD meines D214 wird wohl hinüber sein. Passiert ist es beim Vollgas mit einem Schredder an der Zapfwelle.

Symptome: Schmodder im Kühlwasser (schon länger?), plötzlicher heller Qualm aus dem Auspuff, unruhiger Lauf, Leistungsverlust, Motor bleibt beim Gas wegnehmen schnell stehen (vorher lief der Motor ewig nach)

Frage eines Menschen, der sich an allem versucht und meist Erfolg hat: Kann ich die ZKD selber wechseln ohne verzweifeln zu müssen? Was für Werkzeug brauche ich, woher bekomme ich Dichtungen und Schrauben (Sind doch sicherlich auch Dehnschrauben, oder?), gibt es ein Motor-Werkstattbuch, in dem beschrieben ist, welche Schritte ich in welcher Reihenfolge machen muss und worauf ich achten muss?

Ich wäre für (schnelle) Hilfe echt dankbar

Liebe Grüße

Frank
 
Moin,

ich habe ein rotes Werkstatthandbuch für die Modelle DLD-2, D212, D214, D217 und darin steht etwas über jedes System (mit ausnahme Einstellung Gaszüge). 

Habe grad einen Blick darein geworfen und zum Zylinderkopf sowie Ventile auch etwas gefunden.

Schreib mir PM, dann kann ich dir davon Bilder schicken

Schöne Grüße

Jolly
 
Hallo Frank,

ZKD ist nicht schlimm, besonders weil ja die Nockenwelle unten liegt und man nicht Zahnriemen und Steuerkette entfernen muß.

Hab das am 320 auch gemacht, dort war allerdings eine Vorkammer in den Brennraum gefallen und hat viel zerstört. Mit viel Glück ist es bei Dir nur die ZKD.

Tschüß,

Bernd
 
Jau, man sollte threads denn auch abschließen, wenn man durch ist…

Der Motor braucht neue Kolben, Ringe, Buchsen und Dichtungen. Das war für mich ein Riesenangang, aber es hat geklappt und der Motor läuft wieder ausgezeichnet.

LG Frank
 
Hallo Frank,

hast du von deinem Tun ein Paar Bilder gemacht? Wenn ja, dann wäre es schön wenn du vielleicht eine kleine "Berichterstattung " machen könntest. 
Ich glaube den Mut solch ein Projekt anzugehen haben nicht alle und einige würden über ihren Schatten springen und es auch mal selbst probieren. 

Gruss Joerg
___
„Wenn Informationen von Menschen im Dialog oder in einer Diskussion verarbeitet wird,
dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
hm, tatsächlich habe ich da nicht allzuviel…
Aber ich guck mal, vllt kann ich was zusammenbasteln. :-)

EDIT: Also als erstes mal das Werkzeug, was ich mir zusammengedengelt habe, um die WIRKLICH fest sitzenden Zylinderlaufbuchsen aus dem Block heraus zu bekommen. Da ich Tischler bin, war die erste Version aus Holz. Wie ihr euch vllt vorstellen könnt, war die Haltbarkeit so làlà, als proof of concept hat sie aber getaugt ;-)

Nach dem Austausch gegen ein zurechtgeschnittenes Altteil aus einer AHK hielt das, aber ich habe, bevor sich die Buchsen lösten, mehr als 300Nm aufwenden müssen. Wieviel mehr, weiß ich nicht, der Schlüssel geht nur bis 300, und ich brauchte eine Verlängerung.
Nach dem ersten Knacken des Rostes ging es relativ(!) leicht. Das war eine elende Schufterei, aber das Erfolgsgefühl anschließend war umso größer :-)

Wichtig bei der Sache: Die Auflagen auf dem Block sollten weich genug sein, damit sie nix in der schönen Dichtfläche des Blocks kaputt machen und die Gewindestange sollte wirklich amtlich sein.

eup-1137510096-9f1f585c95449c836bbe1384e4e761c9-1679317774_big.webp  Das Teil (1), dass von unten gegen die Buchse drückt, sollte ebenfalls kräftig genug sein, hier sind es 8mm Stahl.
Die Maße sind anfangs nicht ganz so kritisch, aber da ist nicht viel Platz im Block, also schneidet es so zu, dass es an der Buchse nicht abrutscht und trotzdem möglichst klein ist.

eup-1137510096-3555199a23e389e0d02abb09ec00a56d-1679318114_big.webp  Teil (2) ist ein Vierkantrohr ca. 80mm x 30mm aus 3mm Stahl. Teil (3) ist nur nötig, wenn siche die Buchse nach den ersten paar Millimetern immer noch weigert, aus dem Sitz zu kommen. War bei mir so…

Die Gewindestange mit Teil (1) wird von unten durch den Block in die entsprechende Buchse geführt. War bei mir kein Problem, war eh fällig. Wenn das aber nur von oben gemacht werden soll, dann sollte Teil (1) in einer Richtung schmaler sein als der Innendurchmesser der Buchse und ein Langloch in der Mitte haben, damit es zum Einführen von oben gekippt werden kann. Habe ich nicht ausprobiert, sollte aber gehen.

eup-1137510096-3a83453d6647860a1c21a893e635c67c-1679318736_big.webp  Nach dem Einfädeln des Teil (1) am besten eine 2. Person die Gewindestange halten lassen und Teil (2) aufstecken und auf die aus weichem Bandeisen bestehenden Teile (4) auflegen, aber bitte so, dass die Stange durch die Mitte der Buchse läuft, sonst rutscht Teil (1) unten ab. Die Teile (4) dürfen nicht auf dem Rand der Buchse liegen! Jetzt Ärmel hochkrempeln und mit Glück geht‘s leicht - oder es wird ein wirklich anstrengender Nachmittag…

eup-1137510096-fefe904f5adf924c1080923f3f130832-1679319064_big.webp  Teil (6) könnte ihr ignorieren, keine Ahnung, warum das auf den Fotos drauf ist. Die Teile (5) kommen zum Einsatz, wenn die Buchse sich nach den ersten mm immer noch weigert zu kooperieren. Natürlich kann man auch gleich dickeres Bandeisen für Teil (4) nehmen, hatte ich aber nicht da.

eup-1137510096-2dfa2e22312927bc0815493605666f10-1679319549_big.webp  Der Beweis: Es geht. Hier wird aber die Buchse schon gegen Teil (2) gedrückt, daher die Eichenstücke Teil (5).

Vielleicht ist das ja eine Hilfe.
 
Super, so hatte ich mir das gedacht. Das hast du sehr gut beschrieben und vor allem bebildert. 

Das könnte glaube ich nicht besser in einem Reparaturleitfaden stehen. 

Klasse und danke für deine Mühe. 

Gruss Joerg
___
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dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Schön, dass es gefällt, habe ich gern gemacht.

Für den Rest überleg ich mir auch was… Da gibt es aber kaum Bilder…

LG Frank
 
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