Warum ist IHC eigentlich so spät erst in den Bau von echten Großschleppern eingestiegen?

956 Kutscher

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Wie oben bereits beschrieben...

Wieso hat IHC bzw. Case IH erst Ende der 80er echte Großschlepper angeboten (+ 150 PS).

Fendt, Deutz, Schlüter hatten schon früher größere Schlepper im Programm.

Ich mein John Deere hatte auch schon größere Schlepper im Angebot gehabt .... Weiß es jedoch nicht genau...

Galt IHC zu der Zeit als rückständig? Man konnte ja gar nicht mitreden...
 
Hallo 956 Kutscher,

ich denke es war durchaus vernünftig von IHC in dem genannten Zeitraum keine größeren Schlepper anzubieten. Die Nachfrage nach Schleppern über 150 PS war damals einfach noch zu gering.

Der Deutz DX 230, oder wie der größte hieß, ist auch nie in richtigen Stückzahlen vom Band gelaufen, ähnlich bei Fendt. Schlüter hatte damals auch die richtige Richtung zu Großschleppern eingeschlagen, nur viele Jahre zu früh. Es wurden Großschlepper entwickelt und gefertigt, die Nachfrage war aber nicht da. Daran ist Schlüter zugrunde gegangen. Ich bin mir sicher, daß Schlüter heute wieder eine Stellung am Markt hätte, damals leider nicht.

Holger
 
Der 1455 war ja schon mal ein größerer, mehr war damals auch nicht marktüblich und auch fast keine Nachfrage da.

Klar nun kann man sagen das man den Bedarf ja auch wecken muß damit Märkte entstehen(Jonny hat das früh erkannt), Nur der richtige MArkt kam erste mit der Maueröffnung!
 
Hallo,

ich denke auch, dass die Wiedervereinigung einen riesigen Beitrag dazu geleistet hat den Absatzmarkt von Schleppern mit höheren PS-Leistungen von 150 und aufwärts in Fahrt zu bringen.

@terrakies

Der Jugoslawien-krieg mag sicherlich ein Mitgrund dafür gewesen sein, dass Schlüter sich schlussendlich aus dem Markt zurückziehen musste. Jedoch war das Unternehmen von Anton Schlüter auch immer als eine Art Vorreiter bekannt unter den Landwirten. Viel Arbeit und noch mehr Geld wurde in aufwendige und teure Entwicklungsarbeit gesteckt (hight speed Schlepper, Eurotrac, Stufenlos Getriebe usw.......) Die Nachfrage der Käuferschicht bestand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wirklich. Selbst nicht mit dem Eurotrac der als Ersatz für den Mb-trac einstehen sollte. Zudem war die Fa. auch noch mit vielen Kulanzfällen und Nachbesserungen an den Schleppern beschäftigt. Als dann wichtige Schritte, wie die Markteinführung des Powershift Getriebes durch Case IH, John Deere, Ford in Gang kamen war Schlüter nicht mit von der Partie. Die Jungs dort steckten da immer noch über beide Ohren in Entwicklungsarbeit. Kaufpreise der Schlepper sowie der Kundendienst und das Händlernetz werden den Rest für das Scheitern von der Fa. Schlüter dazu beigetragen haben.

Gruß
 
Hallo,

da es schonmal kurz angesprochen wurde: Ich glaube nicht das sich Schlüter als solches irgendwie bis heute hätte halten können. Wenn man sich mal den aktuellen Schleppermarkt anschaut, so ist er eigentlich fest in der Hand weniger großer Konzerne (in Deutschland vor allem Agco, John Deere und CNH sowie SDF). Als einzelner Hersteller unter solchem Konkurenzdruck unabhängig zu bleiben halte ich für schwer. Bei Fendt und Deutz Fahr wird der Ton auch von oben angegeben. Einen unabhängigen deutschen Hersteller kenne ich persönlich nicht.
 
Schlüter wäre sicherlich auch von irgendeinem Konzern aufgekauft worden. Fendt, IHC bzw CaseIH, Deutz usw waren früher schließlich auch "selbständige" Firmen
 
Bei IHC gab es Pläne, die großen US-Traktoren auch in Europa und Deutschland anzubieten. Beim Snoopy scheiterte das an seiner Bauform. Das muss Ende der 70er Jahre gewesen sein. Und Anfang der 80er Jahre wollte man die amerikanische 5088-Serie in Deutschland anbieten. Auch daraus wurde nichts, aber ein paar Exemplare haben es immerhin nach England geschafft.
Somit hätte man auch in der Klasse bis 200 PS anzubieten gehabt und mit dem 5088 sogar noch eine moderne Alternative zum 1455 XL.

John Deere hat übrigens auch immer die US-Maschinen hier angeboten und nicht extra etwas entwickelt.
 
Hallo,

Naja in den USA gab es schon früher Großtraktoren, genauer gesagt ab 1961 den 4300 mit vierrad Lenkung und ca. 300 Ps. Und wie meine Vorredner erwähnten, in Deutschland war der Absatz noch nicht da.Die Mauer gab es in den 80ern noch und in den restlichen Bundesländern gab es nicht soviele Gebiete mit großen Flächen, wo mann die Großtraktoren hätte einsätzen können.Die IHC hätte, wenn es sie in den 90ern noch gegeben hätte, und genauso wie es Case/Ih ja auch gemacht hat,auch Großtraktoren hergestellt.Ich sag nur Case/IH Magnum, der soll ja schon zu IH Zeiten entwickelt worden sein.

Gruß Andre
 
Also bei uns hier oben hat Case/IHC jahrelang Markanteile zugesetzt, weil zu klein und extrem rückständig....

 

..... man muß bedenken der 1455XL wurde Zeitgleich mit 515C von Fendt sowie dem 7700er Hirsch angeboten. Hohn und Spott.... Beide Schlepper sind dem 14er himmelhoch in nahezu allen Belangen überlegen

 

selbst verglichen mit dem 614lsa und dem 4440 schlägt er sich nicht unbedingt vorteilhaft....alleine schon aus ergonomischen gesichtspunkten...

 

es ist halt eine Entwicklung aus den 70ern...
 
Vor der Wende in Osteuropa war der Markt für Großtraktoren hierzulande doch so klein das man den vernachlässigen konnte. Zudem hatte man ja die Schlepper aus der 88er Serie im Sortiment. Allerdings wird Neuss wohl mehr verdient haben wenn die ‘nen 1455 verkauft haben als ‘n größeren Schlepper aus US Produktion, darum hat man auch nicht besonders viel Wert darauf gelegt die wirklich anzubieten. Gerüchte gab es damals viele was auf besonderen Wunsch alles lieferbar wäre aber ich schätze das kaum ein Händler wirklich lust hatte für einen oder zwei Prestigeverkäufe gleich sein Ersatzteillager für ‘ne neue Baureihe aufzustocken. Ausserdem war das Dilemma um fehlende Schlepperleistung im Programm wohl auch deutlich kleiner als das, das ca. 25Jahre früher zur Einführung des D-514 geführt hat. Wer hätte in D‘land vor der Wende auch wirklich ‘n Schlepper über 150PS gebraucht ausser um seine Nachbarn zu beeindrucken.

Wettbewerber wie Schlüter oder Fendt hatten zu der Zeit zwar schön größere Typen im Programm aber die waren ja auch Baukastenware. Motoren von MAN, Getriebe und Hydraulik von ZF und Bosch. Mit solchen Schleppern wurde wohl nicht besonders viel Geld verdient weil man ja nur eigene Kabinen und Verkleidungen verkauft hat. Darum waren die Stückzahlen da wohl auch nicht besonders hoch und das hätte ja auch der IHC Philosophie wiedersprochen möglichst viele Produktkomponenten selbst herzustellen.

‘n nettes Gerücht gabs dann später zu Schlüter. Weil CaseIH soviele Maxxums statt 1255/1455 verkauft hat gingen bei ZF die Produktionszahlen in der Getriebefertigung in die Knie, so das die ihre Getriebe nicht mehr so günstig herstellen konnten und darum wurden die Schlüter so teuer das die keiner mehr haben wollte. Das wird aber wohl ‘ne reine Stammtischweisheit gewesen sein so wie man heute auch nur noch über die Entwicklungen damals spekulieren kann.

Gruß

Klaus

p.s. Die oben angesprochenen IHC Knicklenker mit der langen Nase waren in D‘land nicht Straßenzulassungsfähig.
 
Ne das Gerücht hat was wahres, denn der 1255 wurde ja im laufe der Einführung der Maxxums aus den Programm genommen, und die 1455 wurden auch nicht mehr so dolle verkauft, Fendt setzte dann auch nicht mehr die Getriebebaureiehe ein, da die auch eine sehr gute LS hatten, eines beim anderen, und viele Faktoren ergeben ein Produkt, somit war bei ZF die Herstellung der Getriebebaureihe auc teurer, Schlüter, musste mehr löhnen.

Ansonsten hatte Schlüter aber auch den lauf der Zeit verpasst! Es lag nicht an der Entwicklung alleine, da wurde regelrecht geschlafen, der Eurotrac als MB Trc ersatz? Wo Fendt mit den Zylon in den Startlöchern stand?

Wäre nie was geworden den als Komunalschlepper zu etablieren!
 
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