Wie funktioniert die Kombination Traktor/Einachsanhänger mit Antriebsachse technisch?

Calenberger-IHC

Bekanntes Mitglied
Registr.
21 Mai 2020
Beiträge
671
Ort
30982 Pattensen
Guten morgen an alle Foristen,

mich würde interessieren, wie funkoniert die Kombination zwischen Traktor und Einachsanhänger mit Antriebsachse technisch?

Wenn ich bei meinem IHC 423 die Zapfwelle einschalte, dann dreht sie durchgängig und auch das Anbaugerät, z.b. ein Mulcher, fängt an zu laufen.

Nun gibt es ja Einachsanhänger, die eine angetriebene Achse haben und per Zapfwelle mit dem Traktor gekoppelt werden.

Wie ist da die Funktionsweise? Vorwärtsfahren, anhalten, stehenbleiben und evtl. absteigen, rückwärtsfahren?

Ich habe leider keine Ahnung und keinen entsprechenden Anhänger um es selbst ausprobieren zu können.

Danke für eure Antworten.

Gruss Joerg
 
Hallo Joerg,

dazu braucht dein Schlepper eine Wegezapfwelle die mit dem Fahrantrieb des Schlepper läuft. Die Übersetzung und Reifengröße am Anhänger muss angepasst werden, so dass die Geschwindigkeit passt. Willst du das nur aus interesse wissen oder brauchst du so was. Wird hauptsächlich im Gebirge verwendet.

Grüße Aus dem Allgäu, Eugen
 
Hallo Eugen,

danke für deine Antwort. Grundsätzlich interessiere ich mich dafür. Ich hatte Interesse an einem Einachser und mir wurde ein Einachser mit so einem Antrieb angeboten. Dann hatte ich bei Youtube geschaut und da gab es ein Video, wie jemand auch bei recht schlammigem Boden Meterholzstämme mit angetriebenem Anhänger aus dem Wald holt.

Ich war mir unsicher, ob sowas bei mir funktionieren würde und nachdem ich letzte Woche unsere Weide gemulcht habe, ging mir dieser Gedanke nicht mehr aus dem Kopf und da dachte ich frage mal hier bei netten Leuten nach, die sich mit sowas auskennen.

Jetzt stellt sich eine neue Frage. Was ist jetzt der Unterschied zwischen der verbauten und einer Wegezapfwelle?

Gruss Joerg
 
Der Unterschied ist, dass die Drehzahl der normalen Zapfwelle Motorabhängig ist und die Wegetapfwelle Getriebeabhängig. Steht das Getriebe steht auch die Wegezapfwelle und hängt beim Fahren vom eingelegtem Gang ab. Bei der normalen gibt der Motor egal welcher Gang eingelegt ist oder das Fahrzeug steht die Zapfwellendrehzal vor
 
Hallo Jürgen,

danke für deine Antwort.

Wie kann ich mir das denn am Traktor vorstellen?

Gibt es da entweder die ein oder die andere? Oder kann man das getriebeseitig umstellen, was gerade gebraucht wird?

Oder verfügt der Schlepper sogar über zwei unterschiedliche Zapfwellenstummel?

Gruss Joerg
 
Das ist ganz unterschiedlich.

bei meinem 1056 wird das über einen Zapfwellenstummel gemacht. Ich kann dann über die Hebel wählen 1000er 540er oder Wegezapfwelle.

Wegezapfwelle habe ich noch nie genutzt. Genau genommen kann ich in die Position schalten und weiß gar nicht ob die wirklich verbaut ist.
 
Vor vielen Jahren gabs mal hier im Dorf ‘n Miststreuer mit Triebachse. Bei dem konnte man die Zapfwelle vom Streuwerk-Kratzboden auf die Hinterachse umschalten. Das ganze hatte nur ‘ne ungefähre Geschwindigkeitsanpassung und war auch nur dafür gedacht ein schon fast fest gefahrenes Gespann aus ‘ner heiklen Situation zu retten. Ich kann mich noch an ‘n entsprechendes deutliches Hinweisschild, das man diese Funktion niemals auf festem Untergrund benutzen durfte, erinnern.

Wie und ob sich das in der Praxis bewährt hat dazu kann ich nichts sagen. Genau so wenig wie über den Hersteller, der wohl aufbereitete LKW Achsen, verwendet haben soll.

Gruß

Klaus
 
Hallo Joerg

Allgeier/Porsche hatte in den fünfziger Jahren hinten zwei Zapfwellen, eine für Erntemaschinen und eine für einachsige Anhänger mit Getriebe. die zapfwelle drehte sich immer mit wenn der Traktor bewegt wurde.

Mein Vater hatte damals so einen Traktor (AP 22) deswegen weiß ich es.

MfG Rudi ratlos

D 326
 
Servus,

ich hab noch einen Eicher Bj. 54 da kann man mit einem Hebel beide Zapfwellenarten schalten.

Einmal Hebel nach vorne ist normale Zapfwelle und den gleichen Hebel nach hinten ist dann Wegezapfwelle.

Großer Gang große Drehzahl.

Gruß Sepp
 
Moin.

Ich hab so einen Anhänger auf dem Hof, ohne Kasten und ohne Streuwerk. Aber ich hab den Antrieb wieder in Gang gebracht. Der hat mich dann, angetrieben von der normalen 540er Zapfwelle über den Hof geschoben. Der hat nur einen Antrieb für beide Funktionen, wenn man also beim Streuen den Antrieb nutzen muss/möchte geht das nur mit der 540 Zapfwelle. Man muss den Gang am Trecker anpassen. Man kann über 2 Hebel den Fahrantrieb und den Streuantrieb separat an und abschalten.

In meinen Augen das Beste was es gibt, beladen hält der nicht an, mit einem Allradschlepper davor unaufhaltsam. Deshalb möchte ich mir daraus einen Rückwärtskipper basteln wenn ich mal dazu komme.

Da man den Fahrantrieb eh nur braucht wenn man nicht mehr weiter kommt, mache ich mir um unterschiedliche Geschwindigkeiten vom Schlepper und Anhänger keine Sorgen. 

Und bei mir ist keine Achse von einem LKW verbaut, das ist irgendwas eigenständiges, tolle Technik, sogar gebremst. Die mus natürlich im Schiebebetrieb festgestellt werden, logisch.

Gruß Jürgen
 
Danke für eure ausführlichen und verständlichen Erklärungen und die Bilder von Jürgen. Wie Manuel schon geschrieben hat, verfügt der IHC 423 nicht über eine passende Zapfwelle, so dass ich mir darüber keine Gedanken mehr machen muss.

Interessant finde ich es trotzdem, wie man versucht hat die Zapfwelle auch für den Vortrieb zu nutzen. In Gebieten mit ordentlichen Steigungen scheint diese Technik ja häufiger in Gebrauch zu sein. Die technische Umsetzung finde ich allerdings sehr genial. Wenn man dann noch die passenden Kenntnisse über Getriebe und Übersetzungen hat, ist es, wenn man viel mit Anhänger unterwegs ist, auch ein schöner Ersatz für einen 4x4-Antrieb, der nur vom Traktor geleistet wird.

Gruss Joerg
 
Hallo Joerg,

mein Onkel hat früher auch so ein Teil gehabt.Du musst nicht unbedingt eine Wegezapfwelle haben.Man sollte versuchen,in welchem Gang die normale Zapfwelle geschwindigkeitsmäßig passt.Blöd ist nur,dass beim Auskppeln der Zapfwelle auch ads Streuwerk stehenbleibt.Ich glaube mich aber zu erinnern,dass man die Hebel am Miststreuer mit einem Seil ferbedienen konnte.

Gruß

Christian
 
Richtig, man brauch nicht unbedingt Wegezapfwelle, aber die Geschwindigkeiten der Triebachse und des Schleppers solten passen. Kann mich an einen Stoll Rübenroder erinnern bei dem man den Antrieb zuschalten konnte, das ging mit der normalen Zapfwelle. Da war ein Freilauf drinn und so lande der Schlepper schneller war hat er nicht angetrieben, wurde man langsamer, hat er geschoben, ging gut, aber man musste sozusagen beim einfahren in die Reihe einen fliegenden Start hinlegen und beim Ausfahren abschalten, sonst hat es einen spätestens beim Abbunkern weg geschoben.................... Die Roder erkannte man an dem Ackerschlepper Stollenprofil, standardmässig waren diese Dreirillenreifen drann, auf der Straße hat das dan geschnarrt wegen dem Freilauf.
 
Zurück
Oben Unten