wieder mal: Apfelpreise

Harry 3

Bekanntes Mitglied
Registr.
30 März 2013
Beiträge
1.106
Ort
72669 Unterensingen
Hallo zusammen,

möchte mal wieder das Thema Mostobstpreise zur Sprache bringen.

Bei uns(Landkreis Esslingen)  hat die Baywa zu Beginn 5€ für den dz bezahlt. Ein ortsansässiger Safthersteller 6€(für mich allerdings ein weiterer Anfahrtsweg)

Nun hat Baywa auch auf 6€ erhöht. Man liest 3 Stunden Äpfel auf,fährt diese weg und hat dann für 2dz 10 €

Das ist einfach eine Schande. Da wird über Mindeslohn diskutiert. Wir arbeiten, liefern ein Produkt zur Saftherstellung  verfahren Diesel und am Ende

bleibt nichts. 

Es gibt ja diese Rollfix zum aufsammeln. Kostet ca. 100€ also nahezu 20dz Äpfel.

Mein Grundstücksnachbar sagte neulich zu mir. Ich hol mir nur noch diese Äpfel die ich brauche, alles andere wird beim mulchen entsorgt.

Ich lasse das Obst einfach nicht verkommen ,sehe es als Hobby an und ärgere mich weiter.

                                                            Gruss Harry
 
So lange Milch billiger ist als Wasser wird sich an diesem Dilemma nichts ändern.

EDEKA wirbt ja auch damit " Wir verrammschen ( lieben) Lebensmittel"

MfG Jürgen
 
Tja, über die Preiswirtschaft läßt sich wahrlich streiten und egal welche Meinung man vertritt, irgendeinem tut man immer unrecht.

Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Wenn ich mich aufrege das ich für Äpfel wenig Geld bekomme und sie aber trotzdem

für das Geld abgebe, kann sich auch nichts ändern.

Meiner Meinung nach ist es bei der Milch nichts anderes.

Auch wenn ich nun dafür Schläge bekomme:

Als bekannt wurde das die Milchquote wegfällt haben viele nach und nach Ihren Tierebestand aufgestockt.

Damit sie bei Wegfall der Quote liefern können was das Zeug hält.

Ergebnis: Überangebot und Preisverfall

Der Markt muß sich jetzt selber regulieren, indem die Milchmenge auf dem Markt sinkt.

Das wird in vielen Fällen mit Pleiten der Milchbetriebe einhergehen, überleben wird nur wer einen langen Atem hat.

Das ist schlimm, aber leider geht Marktwirtschaft so.

Und das haben alle vorher gewußt.

.

Allerdings kann es auch nicht sein das große Milchbetriebe, zu Zeiten der Quote, in der Woche 10 000 l Milch aus Überprodiktion

für 6ct den Liter an Molkereien verscherbeln. Weiterhin kann res nicht sein das Grundnahrungsmittel (Weizen, Reis usw.) an der

Börse gehandelt werden.

.

So, und nun dürft Ihr mich beschimpfen ;-)

Gruß

Bernd

(alles geschriebene ist meine persönliche Meinung)
 
Hallo,

mir geht es nicht besser. Komme gerade von den Streuobstwiesen zurück.

Haben seit heute Morgen zu dritt dort gearbeitet: Gras gemäht und weggebracht, bereits gefallene und verfaulte Äpfel abgelesen so dass die Wiesen jetzt sauber sind. Dafür bekommt man: NICHTS

Man bricht sich höchstens noch die Beine denn andere Leute lassen ihre Hunde auf die Wiesen und diese graben dann auf Mäusejagt größere Löcher die dann zurückbleiben. Leider habe ich noch niemanden erwischt aber ich finde es ne Sauerei! Bei denen würde ich gerne mal mit dem Spaten mitten in ihrem Garten Löcher graben.....

Die Erzeugerpreise sind beim Fallobst schon immer so bescheiden. Wer jedoch Kohle macht ist der "Zwischenhandel" sprich Keltereien..... tja, handeln oder einfach "Produktveredelung" war schon immer besser als "erzeugen"!!!!-leider-

Gruß,

Manni
 
wer richtige streuobstwiesen (nicht der Garten hinterm Haus) pflegt und erhält sollte dafür auch einen gewissen "Lohn" bekommen.

Der Wert für die Natur ist ja durchaus sehr groß. Man sollte auch als Nichtlandwirt einen Antrag stellen können und eine gewisse Zahlung dafür erhalten. Würde ich befürworten!... es kann nicht allzu teuer werden....im Vergleich was sonst so an Geld verschleudert wird. Genauso bin ich der Meinung, dass kleinere Betriebe stärker subventioniert werden als die großen...das ist zwar schon der Fall-geht mir aber noch nicht weit genug. Ich glaube das wäre Sinnvoll. Auch Naturschutz sollte vereinfacht werden und noch besser "bezahlt" werden.

Ist meine Meinung...
 
Hallo da gibt es einen schönen Spruch zur Marktwirtschaft,

"Finger lang gehandelt ist besser als Arms dick Geschafft"

In diesem Sinne eine schöne Obsternte,und vielleicht noch einige Cent Gewinn je 100 Kg.

Mfg  Anton
 
...es ist wie bei der Milch, dem Stahl, den unzähligen Elektronikartikeln, dem Getreide, Kartoffeln, Bekleidung, etc.  Es ist einfach alles mehr als ausreichend vorhanden, bzw. es wird davon viel zu viel produziert! Und was in Hülle u. Fülle verfügbar ist, kostet einfach nichts mehr! Ich werde demzufolge im Winter erstmal 5, 6 Apfelbäume platt machen...

gruß ;-))

__________________________
Gaggenau / Neuss / Freising
 
Hallo zusammen,

ich werde wohl auch dieses Jahr gemeinsam mit der Familie die Äpfel selbst keltern und den Saft in Beutel füllen und haltbar machen.

Erstens trinken wir den Saft von unseren eigenen Äpfeln und zweitens wissen wir was wir haben.

Es gibt meiner Meinung nach im Moment ein gewisses Umdenken, viele Leute greifen auf regionale Produkte zurück, auch wenn es ein paar Cent teurer ist! Lasst euch nicht entmutigen, wenn es so weitergeht rentieren sich die regionalen Marken bald wieder und wir bekommen für unsere Produkte wieder angemessene Preise.

Soll doch denen die Milch sauer aufstoßen, die sie für 39 Cent im angebot kaufen.

Auf Qualität wird zum Glück immer mehr Wert gelegt. Nicht zuletzt weil man bei handwerklichen Dienstleistungen in letzter Zeit auch fast nur noch Murks bekommt, merkt mancher dass das bei den Lebensmitteln nicht viel anders ist. Nur bei den Lebensmitteln sieht es keiner!!!

Ganz wichtig finde ich auch dass man Qualität auch mal loben kann. Immer nur meckern wenn was nicht stimmt reicht nicht.

Höchstleistungen und Qualität sind zwar für manchen selbstverständlich, aber ohne eine gewisse wertschätzung ist das nichts wert.

Also, wenn jemand etwas gut macht, sagt ihm das auch!!! Das ist in unserer heutigen Zeit zu sehr in Vergessenheit geraten!

Viele Grüße aus dem nordpfälzer Bergland,

Julian
 
Hallo,

ich habe letztens ein Gespräch mit Polnischen Tankbauern geführt. Die bauen gerade Tanks für den ansässigen Safthersteller.

Ihre Aussgage war, in Polen wird Saftkonzentrat hergestellt mit dem können wir nicht konkurieren. Vorallem durch das Handelsembargo mit Russland fallen die Preise. Die Obstabnahme ist nur noch um auf das Etikett "von heimischen Streuobstwiesen" drucken zu können. Ausserdem bemängeln die Abnehmer das viele den reinsten Schrott (faulige Äpfel) abliefern.

Ich mache selber Saft und koche einen Teil ein und der Rest wird eingemeischt und gebrannt.

www.kaninchen.cc
 
Hallo liebe Leser,

bei uns in der Gegend war genau das zu hören was hier geschrieben wird .

So hat sich daraus ein Safthaisla entwickelt das sich sehen lassen kann

und immer weitere Kreise zieht .

Einfach bei Google eingeben :  Safthaisla Schnelldorf

Mittlerweile sind Leute eingestellt die sich was zuverdienen .

Gruss Karl  
 
Juergen D439:

So lange Milch billiger ist als Wasser wird sich an diesem Dilemma nichts ändern.

EDEKA wirbt ja auch damit " Wir verrammschen ( lieben) Lebensmittel"

MfG Jürgen
Hallo,

dass eine Überproduktion vorhanden ist, brauch man nicht bestreiten. Allerdings sollte man sich mal Gedanken dazu machen, ob (vor allem im Norden) die aus den Händen geglittenen Genossenschaftsmolkereien der richtige Ansatz sind. Eine Genossenschaft sollte eigentlich den Produzenten unterstützen und möglichst viel für ihn herausholen....

nachdenkliche Grüße
 
Zurück
Oben Unten