Zapfwelle: Ist Nenndrehzahl = Solldrehzahl?

Der Eulhofer

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Hallo zusammen,

ich hab wirklich gesucht.... aber nix passendes gefunden.... erhlich...

Ich habe mir im vergangenen Jahr gebrauchte Maschinen zusammengekauft um für meine Wiederkäuer Winterfutter (Heu) machen zu können.

Im einzelnen:

Schlepper IHC D439

Mähwerk Deutz-Fahr KM22

Kreiselheuer Fella TH4DN

Schwader Fella TS280D

Ballenpresse Massey-Ferguson MF15-8

OK - alles alte Schätzchen, aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Ich brauche im Jahr etwa 1000 kleine Ballen Heu... ich hoffe das damit hin zu bekommen.

So sie nicht dabei waren habe ich mir die Bedienungsanleitungen der Maschinen besorgt.
Alle Maschinen sind für Zapfwellendrehzahl 540U/min ausgelegt.

Nun meine Frage: Sollte man die Maschinen auch mit dieser Drehzahl betreiben, oder eher nach Gefühl langsamer?
In den letzten Jahren habe ich mit den Maschinen meines Nachbarn (ähnliche Konfiguration) gearbeitet und er nötigte mich immer zu deutlich geringeren Drehzahlen. Vor allem bei seiner Presse (Welger AP45) fand ich seine Arbeitsweise zu "unrund" - der ganze Zug aus Schlepper und Presse schaukelte im Takt der Presse und der Schleppermotor gab bei jedem Pressvorgang "Gas"...

Aus meiner Jugend, die ich viel bei einem Bauern verbracht habe, meine ich mich an deutlich "rundere" Geschwindigkeiten erinnern zu können.

Leider habe ich meinen Schlepper noch nicht so weit instandgesetzt, dass der Traktormeter wieder funktioniert (das olle Winkelgetriebe für die Welle ist zum einen teuer und auch verdammt schlecht zu demontieren)...

Wie macht / seht Ihr das - ich freue mich über kontruktive Antworten.

Ach ja... ich will mit einem Wiesenstriegel / Wiesenegge o.ä. mal über meine Wiesen um im Sommer nicht mit dem Mähwerk zu planieren. Wann ist die beste Zeit für solch eine Aktion? Noch im Winter? Zu Beginn der Vegetation, oder gar später? Ich habe gegoogled wie Weltmeister, aber dazu finde ich keine Information.

Vielen Dank schon einmal - viele Grüße

Wolfgang

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Hab erst seit 08/2016 mein erstes "Schlepperle" IHC D439, EZ1964... hab schon einiges gelernt... aber sonst... es gibt viele Fragen....
 
Hallo,

die 540 ist die Maximaldrehzahl die die Geräte vertragen. Darüber sollte man nicht gehen um sie vor Beschädigungen zu schützen. Aber fahre diese Geräte immer nach Gefühl. Ein Mähwerk zum Beispiel sollte ruhig mit den vollen 540 betrieben werden um saubere Arbeit zu leisten. Beim Kreiselheuer kann das zu viel sein, da dann angewelktes Gras eher kleingehauen wird. Auch ein Schwader wird bei vollen 540 eher unruhig werden. Pressen dürfen nicht zu langsam laufen, aber volle Drehzahl ist ebenfalls nicht immer nötig. Man muss eben seine Erfahrungen sammeln und dann kann man sehen bei welchen Drehzahlen sie sauber arbeiten.

Gruss

Georg
 
Hallo,

dein Problem hat mich in den letzten Tagen auch beschäftigt. In einer Quelle habe ich dann auch gelesen, dass die Nenndrehzahl der Zapfwelle schon bei ca.80% der Motor Nenndrehzahl erreicht werden. Weil ich so viel verschiedenes gelesen habe, finde ich die Quelle nicht mehr. Wenn doch, reiche ich sie noch nach.

Als Lösung bietet sich ein elektronischer Drehzahlmesser an. Die gibts schon relativ günstig im Internet. Zum Beispiel den hier:

www.ebay.de/itm/Betriebsstundenzahler-Drehzahlmesser-Zapfwelle-Drehbank-Frase-Bohrmaschine-/321726987244?hash=item4ae86c3bec:g:3nAAAOSwj0NUiCGu

Die sind teilweise auch mit integriertem Betriebsstundenzähler.

Für deine Anbaugeräte würde ich dir empfehlen, mit der Drehzahl zu fahren, bei der das Ergebnis auch passt. Bei der Presse und dem Wender ist eine verminderte Drehzahl bestimmt gut für das Futter und die Maschine. Bei meiner ihc Presse fahre ich immer mit der Drehzahl, bei der der Traktor sich nicht mehr quälen muss. Beim wenden versuche ich immer, die Maschine so langsam wie möglich drehen zu lassen.  So versuche ich die bröckelverluste gering zu halten. 

Beim Mähwerk solltest du die 540U/min nach Möglichkeit erreichen, weil die Klingen durch die Fliehkraft nach außen getrieben werden. Ist die Drehzahl zu gering, passt das Ergebnis zum Schluss nicht mehr und es können Kämme stehen bleiben.  Der Widerstand des Mähguts ist dann zu groß und die Klingen schwenken ein.

Freundliche Grüße
 
Hallo

Mähwerke, Mulcher, Ladewagen und Pressen immer mit 540 U/min laufen lassen, Wender und Schwader können mit geringer Drehzahl gefahren werden.

Langsame Drehzahl heißt nicht immer schonende Behandlung der Maschine teilweise im Gegenteil weil bei abnehmender Drehzahl sich das Drehmoment auf die Antriebskomponenten erhöht.

MfG

Alwin
 
Hi,

Dein Link zum Drehzahlmesser ist defekt. :-(

Aber Billiger, als diese Variante wird es nicht gehen:

Drehzahlmesser aus Fahrradtacho

Sonst kann ich den Kollegen nur recht geben. Aber gerade mit dem Schleper und einen kleinen Ballenpresse

wirst Du die "verschlucker" immer haben. Selbst meinem Nachbar mit dem  DX 4.71 an einer Deere Presse kann man die

Schübe der Presse am Nicken des Fahrers erkennen.

Ich würde vermuten, das dein Schlepper auch mit der Mähwerk, habe das gleiche am 624, gut zu tun hat. Aber wie schon geschrieben

ist hier die Drehzahl pflicht.

Gruß Matthias

PS: 624, KM22, KH4SD, Dücker Heuknecht; Krone KR125

PSPS: Ich währe für die Regelung, das solche Fragen nicht mehr ohne "Beweisfotos" zugelassen werden ;-)
 
Hi zum Striegeln.

Ich hoffe ich rede hier keinen Blödsinn, so habe ich es mir so gemerkt.

Also im Frühjahr fährt man über die Wiese um drei Sachen zu erledigen.

Rückverfestigung

Dies dient dazu die Hochlräume wieder zusammen zu drücken, die durch den Frost entstanden sind (Boden ist wie Gummi).

Somit können die Wurzel besser mit Wasser usw. versorgt werden. Macht man auch bei Wintergetreide manchmal.

Striegel

Damit wird die Wiese "durchkämmt" um falsches Gras, was sicht oberhalb des Bodens verbreitet, rauszukämmen.

Maulwurfhügel

Platt machen. Dort wo einHügel ist, wächst kein Grass und das Mähwerk wird dir danken. Zudem weniger dreck im Heu.

Achja, nach dem Frost ist der beste Zeitpunkt. Aber noch bevor das Grass richtig kommt, sonst machst Du zu viel kaputt.

Das Ausmähen der Wiesen mit dem Mähwerk ist halt so. Kannst ja einen Mulcher dafür nehmen, der macht aber auch Platt.

Striegeln zwichendurch nur um die Pferdehaufen zu verteilen.

Gruß Matthias

PS: Bitte um Korrektur (wenn erforderlich) oder Hinweise.
 
Bei Nenndrehzahl ist die Umdrehungsgeschwindigkeit der Zapfwelle sicher zu hoch! Ohne Traktormeter ist es leider nicht möglich, die korrekte (Zapfwellen-)Drehzahl einzustellen. Es befinden sich entsprechende Markierungen auf der Skala, die Dir genau sagen, bei welcher Motordrehzahl, die Zapfwelle 540 Umdrehungen macht. Anbei ein Beispielfoto aus diesem Forum. Links, kurz vor der 2000 siehst Du ein kleines, rot schraffiertes Feld. Darunter die Zahl "540". Wenn die Nadel also auf dem schraffierten Feld steht, hast Du 540 Umdrehungen an der Zapfwelle. Leicht rechts über der 2000 (über der zweiten Null von rechts) siehst Du wieder ein schraffiertes Feld und da drunter die Zahl "1000". Sollte Dein Schlepper auch noch eine 1000er Zapfwelle besitzen, dreht sie an dieser Stelle mit exakt 1000 Umdrehungen. Außerdem siehst Du unterhalb der Zahlen 540 & 1000 die Kürzel "ZW/PTO". ZW steht für Zapfwelle und PTO für Power take-off, was das englische Wort für Zapfwelle ist. Falls Dein Traktormeter also anders aussieht als das hier abgebildete, so kannst Du die entsprechenden Markierungen sicher auch bei Dir finden.
ihctraktormeter0028pxrd.jpg


Generell schadet aber ein gewisses "Hosenbodengefühl" nicht! Der Schwader kann in der Tat gern etwas weniger Drehzahl haben. Ich glaube, auf meinem Schwader steht sogar "max 500 rpm" oder so ähnlich. Sollte Deine Presse übrigens mal kaputt gehen, kannst Du Dich durchaus auch nach einer Rundballenpresse umsehen. Ich hatte mich über die überhöhten Preise der HD-Pressen geärgert und festgestellt, dass gebrauchte Rundballenpressen das gleiche kosten. Sind aber weniger anfällig...
 
Hallo Leute, Nenndrehzahl bezieht sich auf die max.leistungsgröße eines Motors. Höchstdrehzahl liegt etwas höher. Deshalb auch PS Angaben in Prospekten oder Infos PS bei Nenndrehzahl Grüße vom Paylodoc.
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hinweise, Tipps und Gedanken.

Auch wenn es für Puristen und Oldtimerfans sicher ein unendschuldbarer Stilbruch ist, so werde ich meinen D439 wohl mit dem von "MC324D" erwähnten Drehzahlmesser mit Betriebsstundenzähler ausrüsten. Der Einbau scheint ja - zumindest theoretisch - nicht soooo schwierig zu sein...
Dann habe ich zum Einen einen Überblick über die Einsatzzeiten und kann auch einschätzen, wann der Motor die 1900U/min dreht, bei denen die Zapfwelle ihre 540U/min erreicht.

Was die Drehzahlen bei den verschiedenen Maschinen angeht, so decken sich Eure Aussagen mit meinem Empfindungen - leider ist beim Deutz meines Nachbarn auch der Traktormeter defekt und so werde ich die Unterschiede (wenn ich z.B. mit vollen 540U/min mähe) nur aus der Erinnerung heraus vergleichen können.

@Bluestar90: Ich hoffe doch, dass mein Schlepperle mit den Maschinen klar kommt - mein Nachbar fährt ähnliche Konfigurationen mit einem Deutz D40.2...
Vielen Dank für Deine zusätzlichen "Striegel"-Ausführungen - hier fühle ich mich in meinen Vermutungen bestätigt.

@Jochen4: Auf meinem (nicht funktionierenden) Traktormeter ist eine entsprechende Markierung bei 1900U/min für die 540 Touren der Zapfwelle. Das deckt sich mit den Daten im Betriebshandbuch. Einen 1000er Antrieb hat mein altes Schätzchen nicht....
Rundballen kommen für mich leider nicht infrage - ich bekomme die Riesenteile gar nicht gehändelt... mein Heuboden hat gar keine Öffnung, die groß genug für Rundballen ist.
Zudem meine ich, dass die Verluste bei Rundballen recht hoch sind... meine Schafe haben einen Rundballen innerhalb von 3 Tagen komplett zerlegt und größtenteils verteilt. Die kleinen Ballen stecke ich in Netze und hänge sie auf... das klappt bei den Schafen und Ziegen sehr gut und die Verluste sind übersichtlich...

@Paylodoc: Beim D439 sind - laut Handbuch - die maximale und die Nenndrehzahl gar nicht so weit auseinander.
Der Motor soll bei 1900U/min seine 39 PS(SAE) leisten und nur unbelastet schneller (bis 2050U/min) drehen können...

Bin echt mal gespannt, was der Drehzahlmesser erzählt...

Viele Grüße

Wolfgang

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Hab erst seit 08/2016 mein erstes "Schlepperle" IHC D439, EZ1964... hab schon einiges gelernt... aber sonst... es gibt viele Fragen....
 
Bluestar90:

Hi zum Striegeln.

Ich hoffe ich rede hier keinen Blödsinn, so habe ich es mir so gemerkt.

Also im Frühjahr fährt man über die Wiese um drei Sachen zu erledigen.

Rückverfestigung

Dies dient dazu die Hochlräume wieder zusammen zu drücken, die durch den Frost entstanden sind (Boden ist wie Gummi).

Somit können die Wurzel besser mit Wasser usw. versorgt werden. Macht man auch bei Wintergetreide manchmal.

Striegel

Damit wird die Wiese "durchkämmt" um falsches Gras, was sicht oberhalb des Bodens verbreitet, rauszukämmen.

Maulwurfhügel

Platt machen. Dort wo einHügel ist, wächst kein Grass und das Mähwerk wird dir danken. Zudem weniger dreck im Heu.

Achja, nach dem Frost ist der beste Zeitpunkt. Aber noch bevor das Grass richtig kommt, sonst machst Du zu viel kaputt.

Das Ausmähen der Wiesen mit dem Mähwerk ist halt so. Kannst ja einen Mulcher dafür nehmen, der macht aber auch Platt.

Striegeln zwichendurch nur um die Pferdehaufen zu verteilen.

Gruß Matthias

PS: Bitte um Korrektur (wenn erforderlich) oder Hinweise. (Bin nur ein Ingenieur)
Hallo,

auch ein Dipl-Ing. muss sich mal was von einem "niedrigen" Tier sagen lassen ;-)

Im Idealfall wird das Striegeln und das, so wie du es nennst "Maulwürfhügeln" zusammen erledigt. Gibt angefangen von den allseits beliebten und sehr weit verbreiteten "Wiesenhexen" (deren Nutzen sowohl beim einen als auch beim anderen sehr durchwachsen, meist sogar miserabel, ist) bis hin zu einem professionellen Wiesenstriegel (mit vorgelagerter Planierschiene zum einebnen). Auf so einem Wiesenstriegel kann man auch eine Sämaschine installieren für die Nachsaat (die allerdings NICHT im Frühjahr erfolgen sollte!). Ich kann hier aus eigener Erfahrung die APV-Striegel sehr empfehlen! http://www.apv.at/produkte/gruenland

Das Striegeln im Frühjahr hat weniger den Grund das, wie du es so schön nennst "falsches Gras" (andere sagen auch "gemeine Rispe") herauszukämmen (was bei den o.g. Wiesenhexen eh nicht funktioniert sonder nur mit einem richtigen Wiesenstriegel (dessen Zinken sich in der Neigung/Aggresivität verstellen lassen; im Frühjahr "sanft", und im Sommer, wenn das Gras trocken/die Rispe ausgetrocknet ist, damit sie sich überhaupt entfernen lässt, "aggresiver"), sonder lediglich "Luft" an die Pflanze zu bekommen (zusammengedrückt durch den Schnee im Winter).

Die Rückverfestigung ist Pauschal nicht überall nötig/sinnvoll. Wir walzen z.B. lediglich jedes Jahr unsere Moorwiesen um die Steine, die übers Jahr "nach oben kommen" wieder ein wenig einzudrücken. Beim walzen sollte peinlichst auf die Bodenfeuchte geachtet werden! Zu Trocken ist nix, und zu nass erst recht nicht (Stichwort Bodenverdichtung!).

Beim ausmähen der Wiesen mit dem Mähwerk bleibt dir halt langes Material im Schwad liegen (verrottet schlechter). Der Mulcher verteilt es meist wieder über die komplette Arbeitsbreite und zerkleinert es (größere Oberfläche/bessere Verrottung).

Ich hoffe ich konnte hier ein wenig "Aufklärungsarbeit" leisten, auch wenn ich nur ein "kleiner" Techniker bin :-)

Gruß Tobi
 
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