Zugmaul wieder gängig bekommen

D430Fabi

Bekanntes Mitglied
Registr.
15 Juli 2011
Beiträge
214
Ort
Wetter
Hallo zusammen,

durch die Reaktion auf meinen gestarteten Thread, gehe ich davon aus, dass es viele Forumsmitglieder gibt, bei denen das Zugmaul sich ebenfalls nicht mehr drehen lässt.
Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen eine kurze Anleitung darüber zu schreiben, wie wir unsere Zugmaul wieder gängig bekommen haben.
Bei der Anleitung handelt es sich um eine Anleitung über folgendes Zugmaul.

eup-1118220386-7854f0033441a23ceac146d8901adb71-1545321051_big.webp

Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt sich diese Anleitung noch auf andere Zugmaul – Typen anwenden
Als aller erstes, sollte man die Schraube (siehe nachfolgendes Bild) herausschrauben und danach mit einer langen Eisenstange versuche das Zugmaul zu drehen.
(Bei dem Bild handelt es sich bereits um das zusammen gebaute Zugmaul, ein vorher Bild wurde nicht gemacht)

eup-1118220386-69069735027caf0dbee0ae2b6ff64afb-1545321072_big.webp

Funktion der Schraube:
Über die Schraube kann eingestellt werden, wie leicht / schwer das Zugmaul sich drehen lässt.

Bei mir brachte dieser Vorgang keinen Erfolg. Für den weiteren Vorgang muss die Schraube draußen bleiben.
Nachdem wochenlanges Einweichen in Diesel, sowie eine WD 40 Behandlung keinen gewünschten Erfolgt brachte, musste eine andere Idee her.
Der Methode „Erhitzen und danach in kaltem Wasser abschrecken“, (wie sie auch vorgeschlagen wurde) wollte ich nicht weiter nachgehen.
Begründung:
Aus meiner Sicht liefert diese Methode den zusätzlichen Effekt der Härtung, wodurch der Werkstoff gehärtet sowie „spröde / porös“ wird.
Dieser Prozess kann bereits bei einer Temperatur von 100°C starten.
Danach wäre eine sichere Verwendung des Zugmauls nicht mehr gewährleistet.
Alternativ hätte man das „Abschrecken im kalten Wasser“ weglassen müssen.
Aus diesem Grund habe ich zunächst nach einer chemischen Lösung gesucht.
Hier bot sich von der Firma Caramba aus der Profi – Line das Produkt „Rostlöser Rasant“ an.
Mit diesem Rostlöser wurde, wie das folgende Bild zeigt, die fest gerosteten Teile eingesprüht (Nut).

eup-1118220386-7cf4e35f57519a55b6880fd97382fb7f-1545321138_big.webp

ACHTUNG: Der Rostlöser löst auch den Lack wunderbar ab!
Die Nut wurde nun drei Tage lang morgens und abends mit dem Rostlöser behandelt.
Anschließend wurde das Zugmaul wieder an den Traktor gebaut und mit einer langen Stange (ca. 2 m – 3 m) versucht zu drehen (Stange durch die Bolzenlöcher schieben).
Hier zeigte sich bereits ein erster Erfolg, dass Zugmaul drehte sich minimal.
Damit das Zugmaul sich nun leichter drehen lässt und ein erneutes Festrosten verhindert werden kann muss irgendwie Fett in das Lager des Zugmauls gelangen.
Ohne ein neues Loch zu bohren bleibt nur, dass bereits vorhandene Loch der Einstellschraube zu verwenden.
Hierfür habe ich ein kleines Adapter gebaut.

Adapterbau:
Teile:

  • M14 Schraube
  • M6 Schmiernippel
+ Werkzeug

Das Gewinde an der Schraube habe ich auf ca. 3 cm abgelängt.
Danach wurde die Schraube eingespannt und ein 3,5 mm Loch längs durch gebohrt.
Anschließend den Kopf der Schraube mit einem 5er Bohrer aufgebohrt und ein 6er Gewinde für den Schmiernippel herein gedreht.
Damit sich das Fett später besser verteilen kann, wurde an der Unterseite der Schraube ein Kreuz herein geschliffen (Feile).
eup-1118220386-67485e7f453bbb20d37d23108cc54b3e-1545321183_big.webp

eup-1118220386-284433541de2cb05e3ac003da234bc94-1545321194_big.webp

Nun wird das Adapter ein bis zwei Umdrehungen in das Gewinde am Zugmaul gedreht.
Mittels Fettpresse wird nun Fett zwischen Adapter und Zugmaul gepresst.
Die Handpresse erzeugt nicht genug Druck um das Fett direkt in das Zugmaul zu drücken.
Aus diesem Grund muss der Platz zwischen Adapter (ein bis zwei Umdrehung drin) und Gewindeende im Zugmaul als Fettspeicher genutzt werden.
Ist nun genug Fett drin (Fettpresse lässt sich nicht weiter drücken) so wird diese abgezogen.
Mit einem passenden Schraubenschlüssel wird das Adapter nun weiter herein geschraubt.
Nach jeder viertel bis halben Umdrehung muss das Zugmal gedreht werden.
Dieser Vorgang ist so lange zu wiederholen, bis das Zugmaul sich schön und ohne große Schleifgeräusche drehen lässt.
Vielleicht 7 – 10-mal.
Achtung, bei zu hohem Druck kann sich die Kugel in dem Schmiernippel selbstständig machen => Verletzungsgefahr, insbesondere für die Augen. (Erfahrung von GTfan)
Nachdem nun das Zugmaul wieder gängig ist muss der Adapter herausgeschraubt werden und durch die originale Schraube ersetzt werden. Diese habe ich mit flüssiger Schraubensicherung eingesetzt und lediglich so „fest“ gedreht, dass sich das Zugmaul nur mithilfe von beiden Händen drehen lässt (jedem selbst überlassen).
eup-1118220386-2b9cd6f5d3dd7bb37a50b01de8b08199-1545321344_big.webp

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser Anleitung weiterhelfen.

Auf diese Anleitung gebe ich keinerlei Garantie auf Richtigkeit. Jeder der nach dieser Anleitung arbeitet ist für eventuelle Folgeschäden selbst verantwortlich.

___________________________________________________________________________________________________
Bitte beachtet den Eintrag und die Erfahrung von GTfan vom 05 Feb. 2015 14:14
"moin,
eine gute Anleitung!
Bitte beim Eindrehen der Schraube und dem damit verbundenen Einpressen des Fettes auf den Schmiernippel aufpassen!Mir ist vor kurzem die Kugel eines Schmiernippels nach dem etwas schwergängigen Befüllen mittels Handpumpe durch den nun im Lager herrschenden Druck weggeflogen. Mit ziemlichem Schwung, das ging nur knapp am Auge vorbei! Der Schmiernippel war nagelneu, gerade neu eingesetzt und nun das erste Mal benutzt. Die anderen Schmiernippel der Packung haben bisher keine derartigen Auffälligkeiten gezeigt.
Also, wenn derart viel Druck über die große Schraube auf die Fettfüllung ausgeübt wird, kurz an die Sicherheit denken. Nicht mit der Nase direkt über dem Schmiernippel, oder ein Stück Powertape darum wickeln, um die Kugel am Fliegen zu hindern. Natürlich ist mir klar, dass der Schmiernippel von Anfang an nicht in Ordnung war, vermutlich ein Produktionsfehler. Aber ein mal reicht für ein Auge. Davon hat man nur zwei...
mfG
GTfan"
___________________________________________________________________________________________________

Gruß
D430-Fabi

Anmerkung 20.12.2018
Es freut mich zu lesen, dass ich mit dieser Anleitung vielen von euch weiterhelfen konnte.
Aus diesem Grund habe ich auch die Bilder neu verlinkt.
 
Hallo Fabi,

ich habe das gleiche Problem mit meinem Zugmaul, es ist bombenfest! Ich werde das mal so nach Deiner Anleitung probieren! Großes Lob für die gut beschriebene und mit Bildern begleitete Anleitung! Melde mich, wie es bei meinem funktioniert hat!

Gruß,

Sascha
 
Hallo ihr Zwei,

danke für das Lob.
Würde mich sehr interessieren, ob es bei euch genauso gut funktioniert hat wie bei mir.

Gruß
D430-Fabi
 
Guten Abend,

bei mir hat es 10 Tage gedauert.....Rostlöser....Reinigendes Schmieröl.....ruckeln......Luftvibrator für 10 Stunden im Rostlöserbad....Reinigendes Schmieröl....ruckeln....

jetzt dreht´s wieder.

alles im Leben hat seine Zeit....
 
Hab mal gelernt, daß, wenn etwas festgerostet ist, man es mit einem schweren Hammer 2-3 Mal klopft, damit der Rost minimal aufplatzt und das Schmieröl in diese Risse gelangen kann...
 
Hallo zusammen,

habe den Bericht aufmerksam verfolgt und versuche nun auch seit mehreren Monaten (immer wieder sporadisch) das Zugmaul meines Traktors (453 Bauhjahr 1974) wieder gängig zu bekommen.

Leider habe ich mit Hammerschlägen, Rostlöser, WD40 und einer langen Eisenstange bisher keinen Erfolg.

Versuchsweise hatte ich auch schon ein Stück Holz im Zugmaul fixiert und versucht es einseitig mit einem Wagenheber hoch zu drücken damit das Zugmaul sich dreht. Hierbei hat sich nur der ganze Traktor angehoben, keine Bewegung am Zugmaul.

Ich habe eine Frage zu der Madenschraube. Drückt diese direkt auf die Kupplung oder wie ist das aufgebaut?

Befindet sich hinter der Schraube ein Stift mit Feder, oder Klemmring?

Habe genau die gleiche Kupplung wie in dem Thread abgebildet.

Habe die Schraube schon rausgeschraubt, darunter ist aber nur ein glatte Metallfläche zu sehen. Diese lässt sich weder durch Hammerschläge bewegen noch versickert hier Rostlöser (bleibt tagelang im Loch stehen).

Es sieht so aus, als ob das Zugmaul leicht verkantet festgerostet ist.

Hat vielleicht einer eine Explosionszeichnung zu der Kupplung oder evtl. eine Skizze?

Danke im Voraus.

Gruss

Markus
 
Toller Bericht! Ich habe ein anderes Problem: Das Zugmaul war schon immer leichtgängig und ist jetzt etwas ausgeschlagen. Da wieder Halt reinzubekommen ist auch nicht einfach.
 
moin,

eine gute Anleitung!

Bitte beim Eindrehen der Schraube und dem damit verbundenen Einpressen des Fettes auf den Schmiernippel aufpassen!Mir ist vor kurzem die Kugel eines Schmiernippels nach dem etwas schwergängigen Befüllen mittels Handpumpe durch den nun im Lager herrschenden Druck weggeflogen. Mit ziemlichem Schwung, das ging nur knapp am Auge vorbei! Der Schmiernippel war nagelneu, gerade neu eingesetzt und nun das erste Mal benutzt. Die anderen Schmiernippel der Packung haben bisher keine derartigen Auffälligkeiten gezeigt.

Also, wenn derart viel Druck über die große Schraube auf die Fettfüllung ausgeübt wird, kurz an die Sicherheit denken. Nicht mit der Nase direkt über dem Schmiernippel, oder ein Stück Powertape darum wickeln, um die Kugel am Fliegen zu hindern. Natürlich ist mir klar, dass der Schmiernippel von Anfang an nicht in Ordnung war, vermutlich ein Produktionsfehler. Aber ein mal reicht für ein Auge. Davon hat man nur zwei...

mfG

GTfan
 
Wenn sich das Zugmaul beginnt zu drehen, nehmt jetzt fliessend Wasser  (Gartenschlauch, oder Giesskanne) um den Rost, der sich im Lager befindet, rauszuspülen, und dabei immer weiterdrehen, bis keine Rostbrühe mehr rausläuft.

Damit entfernt Ihr auch die Säuren, die im Rostlöser enthalte sind !

Mache ich bei allen Metallverbindungen schon lange so, und funzt wunderbar.  Anschliessend wenns schnell gehen muss, mit Heissluftfön trocknen und dann fetten oder ölen

Grüße  Rainer
 
Hallo,

ich bin auch grade dabei, für den Tüv mein Zugmaul zu richten. Dabei bin ich auf diesen Beitrag im Forum gestossen. Hätte eine Frage. Hab bei dem Zugmaul auch die Inbusschrauben nach Rostlöserbehandlung heraus gedreht. Hab gedacht das die Inbusschaube bis auf die Welle geht und somit das Spiel ausgeschaltet wird. Bei meinem Zugmaul sieht es aber so aus, als ob ein Bolzen zwischen der Welle und der Inbusschraube verbaut ist. Ist das richtig so, wurde da was geändert oder ist das ein Stück von einer alten Schraube? Dieser Bolzen bewegt sich leider nicht, somit kann ich das Spiel nicht verändern. Lass jetzt mal den Röstlöser längere Zeit wirken und mal sehen was geht....

eup-1131117139-f5838373c3b5cd05c61b4750aa4d52f0-1479582280_big.webp

Gruß Christian
 
Kleiner tip an alle die das noch vor sich haben. Meins war auch fest. Und zwar so das 3 Wochen in Rostlöser tränken und alles was der themenstarter auch gemacht hat, nichts gebracht hat. Hab das Zugmaul dann ganz leicht erwärmt mit einem propangasbrenner. Es ist nur sehr wenig Temperatur nötig damit sich was rührt. Da gibt‘s dfinitiv keine Haltbarkeitsprobleme. Abschrecken mit kaltem Wasser würde ich persönlich nicht wagen. Schön langsam wider abkühlen lassen
 
Hallo Frank,

die "alten" Links haben nicht mehr funktioniert.
Ich habe die Bilder heute (neu) hochgeladen.

Gruß Fabian
 
Zurück
Oben Unten