Hallo zusammen,
durch die Reaktion auf meinen gestarteten Thread, gehe ich davon aus, dass es viele Forumsmitglieder gibt, bei denen das Zugmaul sich ebenfalls nicht mehr drehen lässt.
Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen eine kurze Anleitung darüber zu schreiben, wie wir unsere Zugmaul wieder gängig bekommen haben.
Bei der Anleitung handelt es sich um eine Anleitung über folgendes Zugmaul.

Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt sich diese Anleitung noch auf andere Zugmaul – Typen anwenden
Als aller erstes, sollte man die Schraube (siehe nachfolgendes Bild) herausschrauben und danach mit einer langen Eisenstange versuche das Zugmaul zu drehen.
(Bei dem Bild handelt es sich bereits um das zusammen gebaute Zugmaul, ein vorher Bild wurde nicht gemacht)

Funktion der Schraube:
Über die Schraube kann eingestellt werden, wie leicht / schwer das Zugmaul sich drehen lässt.
Bei mir brachte dieser Vorgang keinen Erfolg. Für den weiteren Vorgang muss die Schraube draußen bleiben.
Nachdem wochenlanges Einweichen in Diesel, sowie eine WD 40 Behandlung keinen gewünschten Erfolgt brachte, musste eine andere Idee her.
Der Methode „Erhitzen und danach in kaltem Wasser abschrecken“, (wie sie auch vorgeschlagen wurde) wollte ich nicht weiter nachgehen.
Begründung:
Aus meiner Sicht liefert diese Methode den zusätzlichen Effekt der Härtung, wodurch der Werkstoff gehärtet sowie „spröde / porös“ wird.
Dieser Prozess kann bereits bei einer Temperatur von 100°C starten.
Danach wäre eine sichere Verwendung des Zugmauls nicht mehr gewährleistet.
Alternativ hätte man das „Abschrecken im kalten Wasser“ weglassen müssen.
Aus diesem Grund habe ich zunächst nach einer chemischen Lösung gesucht.
Hier bot sich von der Firma Caramba aus der Profi – Line das Produkt „Rostlöser Rasant“ an.
Mit diesem Rostlöser wurde, wie das folgende Bild zeigt, die fest gerosteten Teile eingesprüht (Nut).

ACHTUNG: Der Rostlöser löst auch den Lack wunderbar ab!
Die Nut wurde nun drei Tage lang morgens und abends mit dem Rostlöser behandelt.
Anschließend wurde das Zugmaul wieder an den Traktor gebaut und mit einer langen Stange (ca. 2 m – 3 m) versucht zu drehen (Stange durch die Bolzenlöcher schieben).
Hier zeigte sich bereits ein erster Erfolg, dass Zugmaul drehte sich minimal.
Damit das Zugmaul sich nun leichter drehen lässt und ein erneutes Festrosten verhindert werden kann muss irgendwie Fett in das Lager des Zugmauls gelangen.
Ohne ein neues Loch zu bohren bleibt nur, dass bereits vorhandene Loch der Einstellschraube zu verwenden.
Hierfür habe ich ein kleines Adapter gebaut.
Adapterbau:
Teile:
Das Gewinde an der Schraube habe ich auf ca. 3 cm abgelängt.
Danach wurde die Schraube eingespannt und ein 3,5 mm Loch längs durch gebohrt.
Anschließend den Kopf der Schraube mit einem 5er Bohrer aufgebohrt und ein 6er Gewinde für den Schmiernippel herein gedreht.
Damit sich das Fett später besser verteilen kann, wurde an der Unterseite der Schraube ein Kreuz herein geschliffen (Feile).


Nun wird das Adapter ein bis zwei Umdrehungen in das Gewinde am Zugmaul gedreht.
Mittels Fettpresse wird nun Fett zwischen Adapter und Zugmaul gepresst.
Die Handpresse erzeugt nicht genug Druck um das Fett direkt in das Zugmaul zu drücken.
Aus diesem Grund muss der Platz zwischen Adapter (ein bis zwei Umdrehung drin) und Gewindeende im Zugmaul als Fettspeicher genutzt werden.
Ist nun genug Fett drin (Fettpresse lässt sich nicht weiter drücken) so wird diese abgezogen.
Mit einem passenden Schraubenschlüssel wird das Adapter nun weiter herein geschraubt.
Nach jeder viertel bis halben Umdrehung muss das Zugmal gedreht werden.
Dieser Vorgang ist so lange zu wiederholen, bis das Zugmaul sich schön und ohne große Schleifgeräusche drehen lässt.
Vielleicht 7 – 10-mal.
Achtung, bei zu hohem Druck kann sich die Kugel in dem Schmiernippel selbstständig machen => Verletzungsgefahr, insbesondere für die Augen. (Erfahrung von GTfan)
Nachdem nun das Zugmaul wieder gängig ist muss der Adapter herausgeschraubt werden und durch die originale Schraube ersetzt werden. Diese habe ich mit flüssiger Schraubensicherung eingesetzt und lediglich so „fest“ gedreht, dass sich das Zugmaul nur mithilfe von beiden Händen drehen lässt (jedem selbst überlassen).

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser Anleitung weiterhelfen.
Auf diese Anleitung gebe ich keinerlei Garantie auf Richtigkeit. Jeder der nach dieser Anleitung arbeitet ist für eventuelle Folgeschäden selbst verantwortlich.
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Bitte beachtet den Eintrag und die Erfahrung von GTfan vom 05 Feb. 2015 14:14
"moin,
eine gute Anleitung!
Bitte beim Eindrehen der Schraube und dem damit verbundenen Einpressen des Fettes auf den Schmiernippel aufpassen!Mir ist vor kurzem die Kugel eines Schmiernippels nach dem etwas schwergängigen Befüllen mittels Handpumpe durch den nun im Lager herrschenden Druck weggeflogen. Mit ziemlichem Schwung, das ging nur knapp am Auge vorbei! Der Schmiernippel war nagelneu, gerade neu eingesetzt und nun das erste Mal benutzt. Die anderen Schmiernippel der Packung haben bisher keine derartigen Auffälligkeiten gezeigt.
Also, wenn derart viel Druck über die große Schraube auf die Fettfüllung ausgeübt wird, kurz an die Sicherheit denken. Nicht mit der Nase direkt über dem Schmiernippel, oder ein Stück Powertape darum wickeln, um die Kugel am Fliegen zu hindern. Natürlich ist mir klar, dass der Schmiernippel von Anfang an nicht in Ordnung war, vermutlich ein Produktionsfehler. Aber ein mal reicht für ein Auge. Davon hat man nur zwei...
mfG
GTfan"
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Gruß
D430-Fabi
Anmerkung 20.12.2018
Es freut mich zu lesen, dass ich mit dieser Anleitung vielen von euch weiterhelfen konnte.
Aus diesem Grund habe ich auch die Bilder neu verlinkt.
durch die Reaktion auf meinen gestarteten Thread, gehe ich davon aus, dass es viele Forumsmitglieder gibt, bei denen das Zugmaul sich ebenfalls nicht mehr drehen lässt.
Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen eine kurze Anleitung darüber zu schreiben, wie wir unsere Zugmaul wieder gängig bekommen haben.
Bei der Anleitung handelt es sich um eine Anleitung über folgendes Zugmaul.
Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt sich diese Anleitung noch auf andere Zugmaul – Typen anwenden
Als aller erstes, sollte man die Schraube (siehe nachfolgendes Bild) herausschrauben und danach mit einer langen Eisenstange versuche das Zugmaul zu drehen.
(Bei dem Bild handelt es sich bereits um das zusammen gebaute Zugmaul, ein vorher Bild wurde nicht gemacht)
Funktion der Schraube:
Über die Schraube kann eingestellt werden, wie leicht / schwer das Zugmaul sich drehen lässt.
Bei mir brachte dieser Vorgang keinen Erfolg. Für den weiteren Vorgang muss die Schraube draußen bleiben.
Nachdem wochenlanges Einweichen in Diesel, sowie eine WD 40 Behandlung keinen gewünschten Erfolgt brachte, musste eine andere Idee her.
Der Methode „Erhitzen und danach in kaltem Wasser abschrecken“, (wie sie auch vorgeschlagen wurde) wollte ich nicht weiter nachgehen.
Begründung:
Aus meiner Sicht liefert diese Methode den zusätzlichen Effekt der Härtung, wodurch der Werkstoff gehärtet sowie „spröde / porös“ wird.
Dieser Prozess kann bereits bei einer Temperatur von 100°C starten.
Danach wäre eine sichere Verwendung des Zugmauls nicht mehr gewährleistet.
Alternativ hätte man das „Abschrecken im kalten Wasser“ weglassen müssen.
Aus diesem Grund habe ich zunächst nach einer chemischen Lösung gesucht.
Hier bot sich von der Firma Caramba aus der Profi – Line das Produkt „Rostlöser Rasant“ an.
Mit diesem Rostlöser wurde, wie das folgende Bild zeigt, die fest gerosteten Teile eingesprüht (Nut).
ACHTUNG: Der Rostlöser löst auch den Lack wunderbar ab!
Die Nut wurde nun drei Tage lang morgens und abends mit dem Rostlöser behandelt.
Anschließend wurde das Zugmaul wieder an den Traktor gebaut und mit einer langen Stange (ca. 2 m – 3 m) versucht zu drehen (Stange durch die Bolzenlöcher schieben).
Hier zeigte sich bereits ein erster Erfolg, dass Zugmaul drehte sich minimal.
Damit das Zugmaul sich nun leichter drehen lässt und ein erneutes Festrosten verhindert werden kann muss irgendwie Fett in das Lager des Zugmauls gelangen.
Ohne ein neues Loch zu bohren bleibt nur, dass bereits vorhandene Loch der Einstellschraube zu verwenden.
Hierfür habe ich ein kleines Adapter gebaut.
Adapterbau:
Teile:
- M14 Schraube
- M6 Schmiernippel
Das Gewinde an der Schraube habe ich auf ca. 3 cm abgelängt.
Danach wurde die Schraube eingespannt und ein 3,5 mm Loch längs durch gebohrt.
Anschließend den Kopf der Schraube mit einem 5er Bohrer aufgebohrt und ein 6er Gewinde für den Schmiernippel herein gedreht.
Damit sich das Fett später besser verteilen kann, wurde an der Unterseite der Schraube ein Kreuz herein geschliffen (Feile).
Nun wird das Adapter ein bis zwei Umdrehungen in das Gewinde am Zugmaul gedreht.
Mittels Fettpresse wird nun Fett zwischen Adapter und Zugmaul gepresst.
Die Handpresse erzeugt nicht genug Druck um das Fett direkt in das Zugmaul zu drücken.
Aus diesem Grund muss der Platz zwischen Adapter (ein bis zwei Umdrehung drin) und Gewindeende im Zugmaul als Fettspeicher genutzt werden.
Ist nun genug Fett drin (Fettpresse lässt sich nicht weiter drücken) so wird diese abgezogen.
Mit einem passenden Schraubenschlüssel wird das Adapter nun weiter herein geschraubt.
Nach jeder viertel bis halben Umdrehung muss das Zugmal gedreht werden.
Dieser Vorgang ist so lange zu wiederholen, bis das Zugmaul sich schön und ohne große Schleifgeräusche drehen lässt.
Vielleicht 7 – 10-mal.
Achtung, bei zu hohem Druck kann sich die Kugel in dem Schmiernippel selbstständig machen => Verletzungsgefahr, insbesondere für die Augen. (Erfahrung von GTfan)
Nachdem nun das Zugmaul wieder gängig ist muss der Adapter herausgeschraubt werden und durch die originale Schraube ersetzt werden. Diese habe ich mit flüssiger Schraubensicherung eingesetzt und lediglich so „fest“ gedreht, dass sich das Zugmaul nur mithilfe von beiden Händen drehen lässt (jedem selbst überlassen).
Ich hoffe ich konnte euch mit dieser Anleitung weiterhelfen.
Auf diese Anleitung gebe ich keinerlei Garantie auf Richtigkeit. Jeder der nach dieser Anleitung arbeitet ist für eventuelle Folgeschäden selbst verantwortlich.
___________________________________________________________________________________________________
Bitte beachtet den Eintrag und die Erfahrung von GTfan vom 05 Feb. 2015 14:14
"moin,
eine gute Anleitung!
Bitte beim Eindrehen der Schraube und dem damit verbundenen Einpressen des Fettes auf den Schmiernippel aufpassen!Mir ist vor kurzem die Kugel eines Schmiernippels nach dem etwas schwergängigen Befüllen mittels Handpumpe durch den nun im Lager herrschenden Druck weggeflogen. Mit ziemlichem Schwung, das ging nur knapp am Auge vorbei! Der Schmiernippel war nagelneu, gerade neu eingesetzt und nun das erste Mal benutzt. Die anderen Schmiernippel der Packung haben bisher keine derartigen Auffälligkeiten gezeigt.
Also, wenn derart viel Druck über die große Schraube auf die Fettfüllung ausgeübt wird, kurz an die Sicherheit denken. Nicht mit der Nase direkt über dem Schmiernippel, oder ein Stück Powertape darum wickeln, um die Kugel am Fliegen zu hindern. Natürlich ist mir klar, dass der Schmiernippel von Anfang an nicht in Ordnung war, vermutlich ein Produktionsfehler. Aber ein mal reicht für ein Auge. Davon hat man nur zwei...
mfG
GTfan"
___________________________________________________________________________________________________
Gruß
D430-Fabi
Anmerkung 20.12.2018
Es freut mich zu lesen, dass ich mit dieser Anleitung vielen von euch weiterhelfen konnte.
Aus diesem Grund habe ich auch die Bilder neu verlinkt.
