45 Jahre altes Heizöl - kann man das noch nehmen für 644?

Jochen4

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Durch eine Erbschaft bin ich zu 2000 Litern altem Diesel gekommen. Dachte ich, denn es ist farblos. Nun sagte der Nachbar aber, dass es sich angeblich um Heizöl handelt. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, dass der Inhalt farblos sei, sagte er, dass der Tank seines Wissens nach bereits um 1970 befüllt wurde. Zu jener Zeit war das Heizöl angeblich noch farblos.

Nun frage ich mich, ob ich den Treibstoff denn nach 45 Jahren noch uneingeschränkt nutzen kann. Am liebsten ja für den alten 644 (Bj. 79), aber meinetwegen auch für die Heizung. Gab es 1970 Unterschiede zwischen Diesel und Heizöl? Ich meine, es gab keinen Unterschied. Deswegen wurde Heizöl ja auch eingefärbt, damit man das nicht als Treibstoff für Autos nimmt.
 
Hallo,

soweit ich weis war damals Heizöl und Diesel das gleiche. Mein Großvater hat erzählt das er damals in seinem alten 170D Mercedes nur Heizöl gefahren hat, weils das gleiche und nicht gefärbt war.

Ob das Heizöl nach der Zeit noch was taugt weis ich jedoch nicht.

Gruß

Matthias
 
Hey

Bin auch Grossvater .

Diesel und Heizöl waren nicht gleich, deshalb wurde zu jeder Tankfüllung ca. 1/2 liter Motoröl dem "Kraftstoff" zugesetzt.

190 Dc und auch 200 D  Heckflosse auch Schlepper und Stapler liefen wie geschmiert.

Ich würde mal einen Versuch wagen.

MfG

Hermann MB36
 
Moin Jochen 4, du schreibst Tank,welcher Tank? Stahl??

Möglich das sich Kondenswasser gebildet hat.

Wie riecht das Zeug?

Unterschied zu frischem Diesel erkennba?

Das Zeug filtern und schauen ob sich Schlieren gebildet haben.

Dann würde ich es mischen mit frischer Ware ca. 1:1

Nicht gerade auf nen Motor mit neuester Technik ( Turbo usw.) kippen.

Viel Erfolg damit.

Gruß vom Emslandschrauber Franz
 
Hallo,

also ich würde diese 45 Jahre alte Brühe nicht für einen auch noch so alten Traktor verwenden, zudem begehst du Steuerbetrug sollte es tatsächlich Heizöl sein.

Deshalb würde ich,egal ob Heizöl oder Diesel dies mit einer Ölheizung verheizen, wenn es noch brauchbar wäre, wenn nicht, von deinem Mineralöl Händler entsorgen lassen.

Das ist meine Meinung...

Mfg..Anton
 
Hallo, 

ich würde auch sagen, dass Du das lieber Deiner Heizung gibst. Und falls Du es nicht tust, würde ich das keinesfalls in einem öffentlichen Forum besprechen. Gefärbt oder nicht, es bleibt Steuerhinterziehung und kann, wenn auch aufwändiger (und damit für Dich teurer), nachgewiesen werden.

Kondenswasser dürfte ja wohl kein Problem sein, wenn Du vorm Abpumpen nicht alles verquirlst. Das setzt sich unten ab. Nicht umsonst wird aus Tanks nicht von ganz unten angesaugt, sondern erst etliche cm drüber.

Die unterste Schicht ist Sondermüll.

Gruß

Michael
 
...wenn´s gesiebt/gefiltert wird, dürfte eigentlich nichts passieren! Wenn noch du einen alten Lanz Bulldog hättest, wäre es noch besser, als auf dem 644 mit Verteilerpumpe...

gruß

__________________________
Gaggenau / Neuss / Freising
 
Die steuerliche Seite interessiert mich, ehrlich gesagt, gar nicht. Ich habe auch keine Skrupel, das in einem öffentlichen Forum zu erörtern. Der Tank steht neben der Dieseltankstelle. Die Heizöltanks stehen ganz woanders. Ich habe lediglich die Aussage eines Nachbarn, der vermutet (!), dass es sich um Heizöl handelt. Opa ist nun leider tot, der kann es nicht mehr sagen. Und auch die anderen Verwandten waren überrascht, als sie davon hörten, dass es angeblich Heizöl sein sollte. Ob es nun Diesel oder Heizöl ist, ist für mich schlichtweg nicht feststellbar, da farblos. Ich habe kein schlechtes Gewissen wegen Steuerhinterziehung. Ich habe keine Steuern hinterzogen.

Ich möchte gern wissen, wie ich den Treibstoff (was auch immer es ist) verwerten kann, ohne dass Heizung oder Schlepper kaputt gehen. Welches Gerät ist unempfindlicher bei altem Treibstoff? Heizung oder Schlepper? Wenn ein Heizungsmonteur sagen würde: "Kein Problem - egal wie alt das Heizöl ist!", dann weiß ich, dass ich den Tankinhalt jedenfalls zur Befeuerung nutzen kann. Aber kann ja sein, dass jemand von den Lesern hier etwas gegenteiliges weiß, wie z.B. dass die Düsen verkleben würden oder ähnliches.
Gleiches gilt für den Schlepper. Hätte ja sein können, dass jemand den Durchblick hat und weiß, ob und wie sich alternder Treibstoff verändert und ob das ein Problem für Pumpen, Düsen oder Motor sein kann.

Ich hatte bisher noch keine Zeit zum Googeln, da wir derzeit wieder im Heu stecken, aber ich kann mir vorstellen, dass Alter dem Diesel (oder Heizöl) nichts anhaben kann. Schließlich ist der Grundstoff bereits mehrere Millionen Jahre alt. Da fallen 45 Jahre eigentlich nicht so ins Gewicht, könnte ich mir denken.
 
Hallo Jochen,

ich bin seit 23Jahren in einer Mineralölfirma als Tankwagenfahrer tätig, vieleicht kann ich Dir ja ein wenig weiter helfen.

In der Zeit hat sich einiges getan. Von hören, sagen, meiner ältern Kolegen weiß ich, das in den Siebzigern das Heizöl noch direkt vom Fahrer eingefärbt wurde.

Zu der Zeit war das Grundprodukt von Heizöl und Diesel das gleiche.

Im Laufe der Zeit veränderten sich aber die Produkte. Zum ersten hat man den Schwefelanteil im Diesel stark verringert, das geschah beim Heizöl erst viel später.

in den 80ern hat man dann dem Diesel Additive beigefügt, wichtig für die Verbrennung in Kraftfahrzeugen. Man nannte es ab da dann Superdiesel. Im Heizöl sind diese Additive bis heute nicht enthalten.

Irgendwann in den letzten zwei Jahrzehnten hat man dem Diesel 5%, später 7% Biodiesel verpflichtend mit beigemischt.

Vor ca. 5-10 Jahren sank dann auch im Heizöl der Schwefelanteil drastisch, sodas man mitlerweile von schwefelarmen oder schwefelfreiem Heizöl spricht.

Da Schwefel eine schmierende Funktion hatte wurden dann auch dem Heizöl Additive zugesetzt, diese unterscheiden sich aber von denen des Diesels.

Grundsätzlich sollte kein Diesel mit Biodieselanteilen in einer Ölheizung verbrannt werden, es könnte, laut unseren Monteuren, zu Problemen mit der Heizung kommen.

Heizöl kann rein theoretisch in Dieselmotoren verbrannt werden, es kommt aber im allgemeinem zu höherer Rußbildung, da die Additive fehlen. Auch eine Verkokung der Ventile ist zu erwarten. Die rote Farbe des Heizöles lässt sich auch nach Jahren im Tank noch feststellen, sie bildet übrigens auch typische Ablagerungen bei der Verbrennung im Fahrzeug.

Im übrigen ist Diesel und Heizöl einem Alterungsprozess unterworfen, bei dem es einiges an Energieleistung verliert. Bedenke bitte das Diesel und Heizöl, auch wenn es oft anders erzählt wird, ein Natürprodukt aus organischen Kohlenwasserstoffen ist.

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten das Zeug zu entsorgen. Da es ohne Farbe ist, gehe ich auch davon aus das es Diesel ist. Du könntest es also in Deinem 644 fahren, allerdings würde ich aus Sicherheitsgründen es immer mit frischem Diesel mischen. Beim Mischungsverhältnis von 1 zu 2, alt zu frisch, sollte, bei geringen Leistungseinbußen, das  ohne Probleme möglich sein ( ohne Gewähr ).

Das verbrennen in der Ölheizung sollte auch funktionieren ( es sei den, in dem Zeug wären schon Biodieselanteile enthalten, was ich aber, wenn das Alter stimmig ist , ausschließe), wenn Du nicht gerade einen Brennwertkessel hast. Die sind in der Regel auf schwefelarmes oder schwefelfreies Öl angewiesen.

Aber auch hier sollte es nicht alleine, sondern mit frischem Öl gemischt verbrannt werden. Der Vorteil hierbei besteht darin, das man kurz vor der nächsten Öllieferung das Zeug in den Heizöltank pumpen kann und es sich dann, durch den hohen Einfülldruck des frischen Öles, ordentlich vermischt.

Es besteht hier auch meistens die Möglichkeit, bestimmte verbrennungsverbessernde Additive vom Ölfahrer händisch einfüllen zu lassen, die sich dann auch mit dem alten Öl gut vermischen.

So, ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen.

Solltest Du doch noch Fragen haben, dann melde Dich doch einfach bei mir.

Gruß

Uli
 
Prima Uli! Danke für Deine Ausführungen! Das nenn‘ ich mal kompetent!

Wenn ich das alles richtig verstanden habe, dann kann ich den Diesel ruhig nehmen, denn schließlich wurden die Additive erst in den 80ern hinzugefügt. Da mein 644 aber Bj.79 ist, ‘erwartet‘ er ja keinen "Super-Diesel".

Und zur Alterung schreibst Du, dass lediglich Leistungseinbußen zu erwarten sind. Da der Schlepper eh nur für leichte Arbeiten eingesetzt wird, wird nicht jedes PS benötigt. Du empfiehlst zwar, den Diesel mit frischem Diesel zu mischen, aber ich sehe in Deinen Ausführungen nichts (außer Leistungseinbußen), was dagegen spräche. Und: keine Angst, ich mache hier im Fall der Fälle keinen Verantwortlich für etwaige Fehlfunktionen bei meinem alten 644.
 
Hallo Jochen,

Du kannst in Deinem 644 das Diesel fahren.

Bitte beachte trotzdem meine Empfehlungen.

Hättest Du einen neueren Schlepper hätte ich Dir warscheinlich ganz davon abgeraten, weil moderne Motoren mit Comonrailtechnik die Additive benötigen und ausserdem viel empfindlicher auf minderwertige Kraftstoffqualität reagieren.

Die Additive waren, und sind nicht nur dazu da den Schwefel zu ersetzen, sondern auch die Verbrennungsrückstände und Ablagerungen z.B. an den Ventilen zu reduzieren.Sie helfen, Deinen Motor länger gesund zu halten.

Deshalb solltest Du auf keinen Fall darauf verzichten. Die Mischung zwei Teile frisches Diesel ( Superdiesel ) auf ein Teil von der alten Plörre ( ganz überspitz gesagt )

sorgt für ein Mindestmaß und sollte auch so gesehen werden.

Übrigens, soweit ich es weiß haben gerade die Verteilereinspritzpumpen der neuen Direkteinspritzermotoren ( nicht nur die von IHC, sondern aller Marken ) die Mineralölkonzerne dazu bewogen Additive zum Schutz der ESP einzuführen.

Reiheneinspritzpumpen waren da doch ein wenig unempfindlicher.

Gruß

Uli
 
Ja Uli, wie ich schon sagte: Ein Lanz Bulldog, (oder ein alter Hanomag R40 z. B.) wären noch besser geeignet als der 644 mit Verteilerpumpe...

gruß

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Gaggenau / Neuss / Freising
 
Huhu.

Nurmal so am rande aus intresse - Was passiert denn wenn man den schleppern normales modernes heizoel reinkippt? Also so eine mischumg 1:1 oder so?

Gruesse daniel
 
Hallo Daniel,

lese mal oben. Wenn Du modernes Heizöl fahren würdest, würdest Du, wie übrigens bei altem Heizöl auch, Steuerhinterziehung begehen.

Von der technischen Seite her fehlen Dir die Dieseladditive, die für die " Gesundheit" des Motors sorgen.

Ich weiß nicht wie sicht die Additive des Heizöles mit Deinem Motor vertragen. Der Farbstoff ist in jedem Fall nicht das beste für Deinen Motor.

Wenn wir Heizöl für Generatoren geliefert haben ( steuerlich erlaubt ) so waren diese Dieselmotoren entsprechend eingestellt.

Ich rate Dir hier in jedemfall davon ab Heizöl zu fahren ( egal in welchem Mischungsverhältnis ), denn sollte man dich erwischen, so rechnet die Zollbehörde hoch und das wird dann sehr, sehr teuer ( Steuernachzahlung, Strafe). Die Gefahr das Dein Motor früher verschleißt kommt noch dazu.

Alles in allem rechnet es sich nicht, also lass es.

Gruß

Uli
 
Für mich kommt es eh nicht in frage bei 100stunden im jahr und dieselpreisen um 1.09 im schwaben land kannste das heizöl direkt abschreiben ;)

Kennt sich jemand im salatöl aus - immer wieder hört man doch dass der ein oder andere  öl reinkippt ;)

Gruesse daniel
 
Hallo,

nur mal so am Rande,

leert jemand Zweitakt-Öl beim Tanken zum normalen Diesel-Kraftstoff hinzu?

Mein Kumpel macht das an seinem Ford Galaxy Diesel und er sagt, dass

er sich einbildet dass der Motor ruhiger und "satter" läuft.

Meinungen?

Grüße Fred
 
Ein bekannter von mir, Ingenieur in der Motorenentwicklung bei VW hier in Wolfsburg, hat mir das auch erzählt, er meinte bei meinem 1055 sollte ich das mal machen, Mischungsverhältnis so 1:70... Er sagte, das wäre gut für die ESP und die Düsen....

Gruß Mike
 
Hallo,

also bevor das ganze hier abdriftet. Salatöl kann man machen. Es gibt himmelviele Diskusionen ob das was bringt oder nicht. Auf keinen Fall sollte man in unseren Schleppern, ohne vorhergehende und notwendige technische Veränderung, das Zeug pur fahren.

Ich frage mich aber was wollt Ihr den mit dem Zeugs? Der Stundenverbrauch unserer Schlepper liegt doch gar nicht so hoch, bei einer A-Familie vielleicht so bei 4-max 10 Littern (hochgegrffen). Bei einem Mischungsverhältnis von max 1:5 kann man max 2Liter des normalen Diesels durch PÖL ( Pflanzenöl ) ersetzen.

Bei einem Dieselpreis von ca. 1,10 Euro zu 0,99 Euro beim günstigsten Speiseöl, spart Ihr pro Stunde 20 cent. Hochgerechnet auf 100 Stunden im Jahr ( realistisch für intensiven Hobbybetrieb) spart Ihr im Jahr 20 Euro. Fangt Ihr euch durch sowas eine Reparatur wirds bestimmt teurer.

Wir sind damals vor Jahren auch auf den Zug auf gesprungen, weil viele Speditionen Ihre Fahrzeuge auf Pflanzenöl umgerüstet haben. Bei Fuhrunternehmen, und bei einem damaligen Dieselpreis von 1,40Euro sowie einem Subventionspreis beim Pflanzenöl von ca.60 cent machte das auch Sinn.

In dem moment als die Subvention weg fiel, haben wir kein PÖL mehr verkauft. Keiner wollte mehr das Zeugs haben, weil es eben nicht so ganz unkritisch war, das Zeug zu fahren.

Auch das hinzufügen von 2TaktÖl würde ich lassen.

2Taktöl wird für die Verbrennung im 2Takter Ottomotoren, hergestellt nicht aber für die Verwendung in handelsüblichem Diesel. Den Umweltschutz mal ganz aussen vorgelassen, aber keiner der Mineralölfirmen übernimmt eine Garantie für euren Schlepper wenn Ihr so etwas macht.

Ich habe selbst einige Garantiefälle miterlebt, bei denen dem Landwirt geholfen wurde, wenn nachgewiesen werden konnte das der Kraftstoff nicht in Ordnung war.

Kam aber eher selten vor. Meistens jedoch hat man in der Analüse des Kraftstoffes festgestellt das Zusatzstoffe von Landwirt selbst eingebracht worden sind, unter anderem 2Taktöl. Hier wurde eine Garantieleistung direkt abgelehnt.

Ich bin mir auch nicht sicher, welche Wechselwirkung das 2Taktöl mit den anderen Komponenten im Diesel ( Biodieselanteil Additive) entwickelt.

Bitte lasst das mit dem Zweitaktöl. Handelsübliches Diesel verfügt über einen ausreichenden Anteil an Additiven die eure ESP und euren Motor pflegen.

Gruß

Uli
 
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