844 S spuckt Öl

WolfgangBIR

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Hallo,

ich hatte ja bereits in einem anderen Thema vom Allradantrieb berichtet. Mehr Sorge hinsichtlich des Aufwandes bereitet mir allerdings der Motor. Wie bereits gesagt, der Schlepper gehört meinem Schwiegervater, der berechtigterweise seine eigenen Vorstellungen besitzt. Am Traktor geschraubt hat ein IHC- Schlosser, sicherlich ein erfahrener und ordentlicher Mann, der seinerzeit bei einem Lama auf diesem Fabrikat gelernt hat. Der Schlepper wurde vor ca. 30 Jahren mit einer Fronthydraulik nachgerüstet und der Kühler entsprechend geändert, wohl auch danach noch einmal von einem Kühlerdienst repariert.

Vor ca. 6 Jahren ergab es sich, dass bei warmem heißem Motor das Kühlwasser aus dem Überlaufschlauch zu laufen begann. Stellte ich bei Hilfstätigkeiten (Ballenfahren) fest. Bei einem Instandsetzer wurde der Zylinderkopf überholt. Angesichts der Stundenzahl von geschätzten 9-10000 kann das kein Fehler gewesen sein. Ein neuer Kühlerdeckel wurde auch verbaut. Vor ca. 2 Jahren machte der Motor Geräusche, hierzu kann ich nichts weiter sagen, das ging komplett an mir vorbei. Daraufhin bekam der Motor laut Schwiegervater neue Buchsen und Kolben. Letztes Jahr wurde der Traktor vorm Scheibenmäher im hohen Aufwuchs eingesetzt und überhitzt. Es habe eine Dampfwolke gegeben, dann war er fest. Anlassen-Durchdrehen unmöglich. Der Schlosser konnte eine gute Woche später vorbeikommem und diagonstizierte Wasser im Brennraum. (Ich war nicht dabei). Jedenfalls fuhr der Schlepper aus eigener Kraft auf den Tieflader. Nach Demontage des Kopfes zeigte sich eine defekte Kopfdichtung, breit durchgebrannt zu einem Kühlwasserkanal. Das konnte ich mir ansehen, der Mann ist in Ordnung und hatte keine Probleme damit. Dank dieses Forums hatte ich ihm eine Zeichnung vom Buchsenüberstand zukommen lassen. Natürlich war es mir nicht möglich, den Buchsenüberstand genau zu messen, er war aber fühlbar. Es kam dann eine neue Kd drauf. Der Motor läuft und zieht einwandfrei, beim Kaltstart ist er gefühlt etwas müde und läuft mit zunächst ein wenig Handgas rund. Das gibt sich schnell. Das Kühlwasser ist piccobello sauber, er verbraucht auch nichts. Das Öl am glatten Meßsstab ist so sauber, dass man den Stand kaum ablesen kann. Nun bläst er Öl in den Auspuff, dieses sammelt sich dort und läuft über den Krümmer und auf die darunterliegenden Filter. Er lief an der Seilwinde sauber im erhöhten Standgas, die Temperatur war knapp unter waagerecht. Auf der Heimfahrt berghoch stieg die Temperatur leicht über waagerecht und das Öl verbrannte auf dem Krümmer. Aus dem Auspuff bläut er nicht. Ich bin ganz schön erschrocken. Der Motorlauf und auch die gefühlte Leistung waren und sind immer noch einwandfrei. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie das Öl in den Auspufftrakt gelangt, bei einer defekten Ventilschaftdichtung müsste er es doch eher verbrennen? Gerissene Ventilführung? Riss im Kopf oder Block?

Ich habe schon eine PN (aufgrund der kurzen Andeutung im Allradbeitrag) hierzu erhalten, dazu meinen Dank an dieser Stelle.

Es wäre prima, wenn Ihr mir mir mit Euren Erfahrungen weiterhelfen könntet. EDIT: Die Betriebsstunden in der gesamten Zeit waren gering, sicherlich knapp 3-stellig.

Viele Grüße

Wolfgang
 
Hallo, 

du schreibst was von erhöhtem Standgas, das bedeutet er wird nicht richtig warm. In diesem Zustand wird er das Öl auch kaum verbrannt bekommen. Wechsel doch mal die Ventilschaftdichtungen, ansonsten kannst auch weiterfahren wen dich das Spucken nicht wirklich stört. Laufen tut er ja soweit einwandfrei so wie du schreibst. Musst halt nur immer den Ölstand im Auge behalten.

Gruss

Georg
 
Hallo,

man darf halt nicht vergessen, dass mir der Traktor nicht gehört. Etwas kaputtzufahren, auch wenn es schon einen Knacks hatte, ist dann doppelt peinlich und ärgerlich, auch innerhalb der Verwandtschaft.Teures Holz, Nerven und Geld und vor allem unnötiges Gespräch!  Vorschriften darf ich keinem machen, was er wie zu reparieren hat. Da ich in der Landwirtschaft aufgewachsen bin, kann ich beurteilen, wann es hart hergeht und wann es reicht.

Ich bin mir als IHC- Unerfahrener nicht sicher, ob der Motor und der Kopf durch die vorab beschriebenen Aktionen keinen Schaden bekommen haben, insbesondere hinsichtlich Verzug und Ebenheit, die Aktion letztes Jahr war schon heftig. Daher auch meine Frage nach Riss etc. Da hilft wohl nur die Glaskugel.

Die Ölspuckerei ist schon deutlich, aus meiner Sicht kein Zustand, sondern auf Dauer eine Sauerei.

Könnt Ihr mir kurz erklären, wie der Schaftdichtungswechsel hier sinnvoll vorgenommen wird? Muß der Kopf runter? Oder kann man sich mit der Preßluftmethode helfen?Dann wäre es überlegenswert, dass anzugehen. Vorher braucht der Traktor auch keine neue Kardanwelle, weil, dann wäre da noch der Sitz (und vieles mehr), der wohl vom billigsten neuen Sitz getoppt würde, oder wackeln die an der vorderen Sitzkante auch 8cm in der Höhe? Ich habe von dem 844 einen sehr soliden und stabilen Eindruck, mit den Nachteilen der 70er hinsichtlich Ergonomie (Krach!) und anderen Kriterien, wie der aufwendige wassergekühlte Motor. Für einen Hobbyanwender auf jeden Fall fürstlich. Er geht mit Allrad überall durch. Mit solch einem Schlepper hätte jedenfalls mein Vater in unseren Hängen in den 70ern mit Güllewagen und Ladewagen nicht sein Leben riskiert.

Dank an  IHC 533 für die Antwort und für hoffentlich kurze Tipps bzgl. Wechsel der Ventilschaftdichtungen.

Gruß

Wolfgang
 
...Ventildeckel runter, Kipphebelwelle ausbauen, Ventiltellerfedern mit spez. Vorrichtung/Drücker herunterdrücken um die Keile freizulegen. Keile, Federn u. Teller in Reihenfolge zur Seite legen und dann die alten Schaftdichtungen mit einer Kombizange herunterziehen u. die Neuen vorsichtig mit dem Plastikhütchen (vorher mit Oel benetzen!) üben den Ventilschaft schieben! Den jeweiligen Zylinder an dem du den Wechsel vornimmst, immer erst vorher Kolben auf OT dehen, damit die Ventile nicht herunterfallen! Alles vorher säubern u. in umgekehrten Reihenfolge wieder zusammenbauen, auf sauberen Sitz der Keile achten, Kipphebelwelle mit Drehmoment anziehen, Ventile einstellen u. VD-Dichtung erneuern!

gruß

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Gaggenau / Neuss / Forstern
 
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