844XL: Blinker blinken bei vollgas unregelmäßig

Jochen4

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Ich hab seit geraumer Zeit ein Problem mit meinen Blinkern.

Im Stand, bei abgeschaltetem oder bei  im Standgas laufenden Motor, ist alles prima! Sowohl am Schlepper als auch an den Anhängern blinkt alles schön und regelmäßig (darum ist der TÜV ja auch immer begeistert). Bei Fahrt jedoch ist das Blinken total unregelmäßig. Mal ist das Aufblinken laaaanggezogen und langsam, mal ganz kurz und schnell (während desselben Blinkvorgangs!!!). Völlig unregelmäßig eben. Ich habe festgestellt, dass es irgendwie mit der Drehzahl zusammenhängt:

Hohe Drehzahl heißt unregelmäßiges Blinken,
niedrige Drehzahl regelmäßiges Blinken

Ist schon blöd, weil man bei der Fahrt natürlich quasi nie Standgas hat. Gemacht wurden:

nagelneue Lichtmaschine eingebaut
neue Blinkrelais (erst eine billiges aus Fernost und nun ein teures von Bosch - aber mit dem gleichen Resultat)
und zwar alles beim Landmaschinenhändler.

Hat jemand eine Idee, was da los sein kann?
 
Hallo Jochen4,

ist das Problem hier nicht schon mal diskutiert worden?

Nach dem alles erneuert wurde, war da immer noch ein Problem von Spannungsabfall in der Plusverbindung Lima/Batterie.

Gruß Demian
 
Hallo Jochen,

Ist die stromspannung zwischen Klemme 30 und Klemme 49 am Relais in Ordnung unter last, also mit z.b. eine 55w Birne dran?

Grusse Emiel
 
Nö, alles gut. Nicht versehentlich erneut gepostet.

Das macht das System bekanntermaßen eigenständig, je nach "Traffic" ? :-)

Beste Grüße
 
Ups, Demian, Du hast Recht: ich hatte das Gleiche Thema schon 2,5 Jahre zuvor. Was für ein Gedächtnis...

Wie auch immer... zu einer Lösung ist es bisher jedoch noch nicht gekommen. Oder ich habe sie nicht begriffen. Zum immerwieder gern verdächtigten Massefehler: mir wurde gesagt, dass wenn es ein Massefehler sei, der Blinker nur noch schwach (also nicht mehr so hell) blinkt und außerdem in der Regel gern auch mal etwas anderes, wie z.B. ein Rücklicht, ‘mitblinkt‘. Ist da was dran?
 
Hallo Jochen4,

so ein Fehler ist nicht oft zu finden und bei Dir wurden alle denkbaren Teile getauscht. Ich meine aber das ein Spannungsabfall zwischen Lima B+ und Batterie + zu hoch war, der nicht verfolgt wurde und ob der Fehler durch die Lima oder durch Motorvibrationen entsteht.

Ein elektronisches Blinkrelais reagiert empfindlich auf unkontrolliete Spannungsspitzen, die nicht zwingend mit einem Voltmeter oder Beleuchtung erkannt werden. 

Eine schlechte Verbindung an 49, wie Emiel schon schreibt oder an 31 am Blinkrelais wäre denkbar. Wie reagieren die Kontrolllampen zum Fehler?

Bei Masseproblem an den Blinklampen, sollte der Blinkintervall schneller, aber nicht langsammer werden.

Da der Fehler nicht auf die Drehzahl der Lima oder die Vibrationen vom Motor zugeordnet wurde, kann ich mir beides vorstellen. Lima ist neu, damit sollte sie ausfallen, wobei noch der Spannungsabfall besteht.

Das Blinkrelais, separat mit Plus und Minus versorgen, wäre eine Möglichkeit.

Die Spannung an Lima und Batterie prüfen, bei Drehzahl und kurzem vorglühen.(darf nur 0,2V an der Batterie weniger sein)

Gruß Demian
 
Genau, aber wenn die neue Lichtmaschine einen Regler von schlechter Qualität eingebaut hat (original Bosch oder Billigteil?), kannst du stundenlang ohne Ergebnisse den Fehler suchen.

Grusse Emiel
 
Schrottigel:1) Eine schlechte Verbindung an 49, wie Emiel schon schreibt oder an 31 am Blinkrelais wäre denkbar. Wie reagieren die Kontrolllampen zum Fehler?

2) Das Blinkrelais, separat mit Plus und Minus versorgen, wäre eine Möglichkeit.
1) Die Kontrolllampen blinken auch unregelmäßig. Ob jetzt analog zum Blinker, könnte ich nochmal checken.

2) Wenn die Zünding an ist und Motor aus, ist das nicht quasi wie "Blinkrelais separat" verbinden?

Die Lichtmaschine hat der Landmaschinenhändler eingebaut. Laut Rechnung 220€. Ist hoffentlich kein Billigteil...
 
Hallo Jochen4,

sollten die Kontrolllampen auch bei schnelleren Intervall mitblinken, müsste die Verbindung zum Blinkrelais in Ordnung sein, da sonst die Belastung für die Kontrollleuchten nicht ausreichen würde.

Die Verbindung von der Batterie zum Blinkrelais, ist bei stehenden oder laufenden Motor identisch. Hier ist nur die Frage, ob bei Drehzahl, durch Motorvibrationen eine Verbindung aufgibt.

Ein stolzer Preis, ist kein Garant für ein hochwertiges Produkt, wenn ich da aber nicht das Problem sehe, da dieser Fehler einzigartig ist und die Preisgünstigen Limas/Regler sehr weit verbreitet sind.

Ich gehe davon aus, das der Fehler nie gefunden wurde und nur die Auswirkung durch erneuern der Teile eingeschränkt wurde.

Um den Fehler zu erkennen, muss geprüft werden!

Das ist beim ersten mal schon nicht geschehen, was Dich eine Lima und Blinkrelais gekostet hat. Da ein Probelauf, mit abgeklemten B+ an der Lima nicht passiert ist, kann der Fehler auch nicht zugeordnet werden. Ein erhöhter Spannungsabfall ist mir noch im Gedächnis geblieben und sollte beseitigt werden, da ich mir da auch den Fehler vorstellen kann.

Gruß Demian
 
So, ich hab in die Hände gespukt und mich mal mit dem Problem befasst. Der Schlepper wird erstmal nicht gebraucht und ich habe auch etwas Zeit, also ging ich dabei. Auspuff ab, Motorhaube auf und rein ins Vergnügen...

Da es ja immer heißt, dass fehlerhafte Masseverbindungen Schuld an allem sind, begann ich damit, alle Masseverbindungen zu überprüfen. Ich fing vorne an und wollte mich nach hinten durcharbeiten. Die erste Masseverbindung befindet sich oberhalb der Lichtmaschine und ist am Ansaugkanal befestigt. Siehe Bildmitte.
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Erst war ich etwas besorgt, denn ich fragte mich, ob ein Ansaugkanal überhaupt eine gute Wahl war, um sich Masse zu holen. Schließlich ist der Kanal durch eine Dichtung vom Motorblock getrennt. Aber eine Messung beseitigte meine Besorgnis. Ich drehte die Schraube heraus, schmirgelte alles wieder blank, tauschte die Unterlegscheiben aus, schraubte alles wieder fest zusammen und kontrollierte die Masseannahme zur Sicherheit erneut per Messgerät.
Genau so verfuhr ich mit allen weiteren Massepunkten. Auf ging es zum nächsten Punkt, der lag etwas weiter hinten. Ebenfalls am Ansaugkanal ca. 30cm oberhalb des Anlassers.
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Dann geht‘s noch ein kleines Stückchen weiter nach hinten. Bis an die Wand. Wie nennt man doch gleich die Wand, die Kabine von Motorraum trennt? Ist das nicht das Brandschott? Jedenfalls an dieser Wand befindet sich der nächste Massepunkt:
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Auch hier wurde alles zerlegt, geschmirgelt, ersetzt und wieder zusammengeschraubt. Hier war es aber etwas aufwändiger, denn die Bremsleitung war etwas im Weg. Aber der Aufwand lohnte sich, denn hier ist gleichzeitig auch noch ein PLUS-Verteiler dran! Also Vorsicht beim Zerlegen! Zur Sicherheit Batterie trennen! Die ganzen Kabel rechts der neuen Schraube in der Bildmitte sind Plus-Kabel! Abschließend gab‘s für jede Verbindung immernoch einen Schwall WD40. Ich bilde mir ein, das hält den Rost für ein paar Tage extra auf.

So, und nun kommen wir zum Knotenpunkt aller Anschlüsse: die Verbindungsstecker am Brandschott:
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Hier wurden alle Stecker von oben nach unten abgezogen
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Hier wurde ich dann auch das erste Mal nachdenklich... Ich sah am zweiten Stecker (schwarz) ein braunes Kabel halb draußen. Ahaaaa!!!!! Das ist nicht original! Das gehört so nicht! Als ich so davor sitze und sinniere, bemerke ich beim schon abgezogenen Stecker (weiß) ebenfalls ein Kabel (ganz links), das nicht ganz im Stecker drinnen steckt. So! Jetzt bin ich neugierig und hole meine Bücher raus. Das Kabel im weißen Stecker wurde als einer der beiden "Thermostart"-Kabel identifiziert (Vorglühen) und das braune Kabel aus dem schwarzen Stecker als "Minus"! Beim Hineinstecken der Stecker in das Brandschott wurden die beiden losen Kabel natürlich nicht auf deren vorgesehene Kontakte aufgeschoben, sondern sie blieben halb draußen. Also versah ich die beiden speziellen Kandidaten mit neuen Kabelschuhen und half manuell nach, indem ich sie per Spitzzange auf die Kontakte schob.
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Das braune Kabel aus dem schwarzen Stecker war etwas auf Spannung, so dass es immer auf Zug war. Um sicherzugehen, dass das Kabel durch Vibrationen später nicht doch wieder heraus rutscht, habe ich es mit einem blauen Kabel etwas verlängert. So sieht das fertig aus:
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Ich hab natürlich auch alle anderen Stecker abgezogen und kontrolliert. Die waren soweit in Ordnung. Nun wollte ich mal sehen, ob innen alles noch funktioniert. Allerdings ohne den Motor laufen zu lassen, denn der Auspuff war ja noch ab und einen Luftfilter hatte ich auch nicht drinnen, denn der sollte gewechselt werden und war deshalb abmontiert. Also Zündung einschalten und alles durchprobieren... Und dann... Ich hatte plötzlich kein Licht mehr...
Panik! Wieso hatte ich kein Licht mehr? Sicherungen? Nein - alle heil. Erneut ging ich alle meine Schritte durch. Zog die ganzen Stecker erneut ab und kontrollierte jeden einzelnen Stecker nochmals. Nichts festzustellen.... Als ich so verzweifelt vor dem Schlepper sitze und sinniere, fällt mein Blick auf die Hupe... Wieso hängen da so viele Kabel dran? Dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren! Die Hupe!!! Natürlich! Ich hatte sie abmontieren müssen um an den Luftfilter zu kommen. Und die Schraube, die die Hupe am Chassis befestigt, war ebenfalls ein Masseverteiler. Also flugs die Hupe ans Chassis halten und ZACK - Licht ging wieder an! Also: den Massepunkt der Hupe hatte ich Euch vorenthalten. Wenn Ihr also mal kontrollieren solltet: nicht vergessen! Ein Foto muss ich Euch vorenthalten.

Eine Testlauf ist bislang also nicht erfolgt. Das wird in den nächsten Tagen passieren wenn ich die Luftfilter bekommen habe. Sollte ich dann immernoch keine ordnungsgemäß funktionierenden Blinker haben, werde ich in der Kabine weitermachen. Ich melde mich mit dem Resultat!
 
Feedback:

Also, liebe Leute, das Problem scheint gelöst! Heute bin ich seit der Reparatur das erste Mal wieder mit dem Schlepper gefahren. Es waren 17km und an allen Kreuzungen hat der 844 wieder vorbildlich geblinkt! Es ist also wieder alles in Ordnung!

Ich danke allen Tipp-Gebern für ihre Unterstützung!
 
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