Agriomatic schatet verzögert

JR_on

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21 November 2024
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31608 Marklohe
Hallo Zusammen,

das folgende Thema konnte ich hier über die Forumssuche nicht finden. Deshalb würde ich mich über Ratschläge der hiesigen Getriebespezialisten sehr freuen.

Es geht um meinem 624 mit Agriomatic. Nach dem Einlegen eines Ganges und betätigung des Agriomatic Hebels dauerte es bis vor 3 Tagen lange (ca. 30 sek min) bis ich losfahren konnte. Nach einer ca. 30 min Fahrt konnte ich dann auch nach sehr langem Warten nicht losfahren - im 4. Gang der Straßengruppe ging es sehr sehr langasm.

Ich habe dann das Getriebeöl und den Filter gewechselt. Im alten Öl war ziemlich viel Wasser, welches als Regenwasser über die Jahre wohl wegen einer fehlenden Dichtung an der Schraube der  Ölnachfüllöffnung eingedrungen ist. Das sah schon ziemlich sch. aus.  Weiterhin habe ich den langen dünnen Filter im Getriebe und den Filter der Drosseldüse gereinigt. 

Resultat: Jetzt dauert es wieder  "nur" noch ca. 30 Sekunden bis man losfahren kann. Dann funktionieren alle Gänge in allen Gruppen (Ackergruppe habe ich nicht getestet!) und ich habe auch volle Leistung. Wenn ich dann kurz stehe und weiterfahren will, dauert es wieder 30 Sekunden.

Gibt es noch andere Fehlerquellen wie Verstopfungen oder Undichtigkeiten oder falsche Einstellungen die dazu führen?

Vielle Grüße

JR
 
Moin.

Die Schaltverzögerung stellt man über die Drosseldüse ein. Da gibt es ein WHB für das Getriebe, da steht alles genau drin. Wenn das nichts bringt können natürlich auch Bauteile defekt sein. Leider gibt es einige Teile nicht mehr neu.

Gruß Jürgen 
 
Moin,

es gibt noch eine weiter Fehlerquelle. Dafür muss aber der Schaltdeckel mit Armaturenblock komplett runter. In der Saugleitung für die Pumpe der Agriomatic gibt es ein Stück Gummischlauch.

Wenn der nicht mehr in Ordnung ist dauert auch lange. Bei meinem habe ich den gewechselt und es läuft seitdem wieder gut.

Grüße

Martin

D-432 mit Frontlader , 624S HR, 624AS mit Frontlader ,Kioti CK3530 mit Frontlader, reichlich Anbaugeräte
 
Moin,

es gibt noch eine weiter Fehlerquelle. Dafür muss aber der Schaltdeckel mit Armaturenblock komplett runter. In der Saugleitung für die Pumpe der Agriomatic gibt es ein Stück Gummischlauch.

Wenn der nicht mehr in Ordnung ist dauert auch lange. Bei meinem habe ich den gewechselt und es läuft seitdem wieder gut.

Grüße

Martin

D-432 mit Frontlader , 624S HR, 624AS mit Frontlader ,Kioti CK3530 mit Frontlader, reichlich Anbaugeräte
 
Moin,

mögliche Fehlerquellen sind nun ein nicht vorhandener Dichtring und eine gebrochene Feder. Die Feder sitzt in der Steuerung der hydraulischen Schaltung. Sie ist 7 mm dick und ca. 9 cm lang. Die Ersatzteilnummer (siehe Siete 96 Ersatzteilkatalog, Nummer 80) ist 3057884R1.

Wo kann man die beziehen, außer über ggf. offizielle Case-Händler? 

Über Ideen würde ich mich freuen!

VG

JR
 
Moin,

also ich könnte Dir jetzt unendlich viele Fehlerquellen aufzählen, hilft aber nicht! 

Wenn es die Feder und die Dichtung war ist ja super! Du solltest dann aber trotzdem umbedingt die Drücke und Einstellung der Drosseldües prüfen!!

Die Feder wird schwierig sein überhaupt noch zu bekommen, frag mal bei Ziegler, der hat viele original Teile im Oltimerkeller.

Aber bitte nicht im 4. Straßengang anfahren!!!! Das ist kein Automatikgetriebe!! Damit rauchst du deine Lammellen auf! Ich würde im 4. Gang grundsätzlich nicht anfahren und auch immer die Fahrkupplung benutzen und die Agriomatik vorab schon einschalten. Gedacht ist die nur zum Fahrrichtungswechsel ohne zu kuppeln oder um bei schweren Zug mal fix zu untersetzen oder wieder übersetzen, bzw. bei Feldarbeiten mit langsamer Fahrt mal anzuhalten um dann gleich wieder weiter zu fahren.

30 Sekunden ist viel viel zu lange! Das bedeutet, das 30 sekunden die Lammellen schon schleifen, bevor richtiger Kraftschluss kommt, das beschädigt diese auf Dauer. Hoffentlich sind sie noch nicht kaputt!!!

Ölwechsel und Nebenstromfilter hast du gemacht. Wichtiger ist das Ansaugsieb unten im Getriebe, hast du ja auch schon gemacht, (häufigster Fehler). Somit sind die Vorraussetzungen gut um auf Fehlersuche zu gehen. Du solltest als erstes die Druckmessung durchführen wie im WHB beschrieben. Das ist einfach und geht alles von außen ohne was abzubauen. Wenn der Druck nicht stimmt oder sich zu langsam aufbaut, dann zuerst das Sicherheitsventil der Ölpumpe kontrollieren, ist links außen zugänglich und für so ein Getriebe eher schlecht und billig gebaut! Plastikkegel mit relativ schwacher Druckfeder (Pfennigartikel)....Feder neu oder erstmnal ein paar Scheiben hinterlegen, damit der Druck sich erhöht, muss zwischen 11-13 bar (warm) liegen. Falls der Enddruck aber stimmt, dann da nichts machen und wie Jürgen schon geschrieben hat, am Drosselventil, ebenfalls links außen zugänglich, so einstellen, das der Druckaufbau schneller als 30 sekunden geht.

So fängst Du an:

Manometer rechts an der Prüfanschluss

Warm laufen lassen

Gruppenhebel auf Acker (Schildkröte) , Agriomatik auf neutral

Motor auf 2100 Umdrehungen

Agriomatik nach vorne, jetzt steigt Öldruck auf 11-13 bei noch kaltem Öl auch höher, bis 16 bar möglich.

Agriomatik in Mittelstellung (neutral), Druck muss unverändert bleiben! (Ackergruppe hat immer Antrieb, dafür einen mechanischen Freigang im Getriebe)

Agriomatik in hintere Raststellung, Druck muss schlagartig auf ca.3 Bar abfallen, dann wieder auf 11-13 ansteigen. Das sollte dann so aussehen: von 3 auf 8 sanfter gleichmäßiger anstieg innerhalb von 4-5 sekunden, dann von 8 auf 11-13 Bar schlagartig. 

Agriomatikhebel einmal ganz nach hinten ziehen in die Stoppstellung, der Druck muss auf 0 abfallen.

Ist der Anstieg von 3 auf 8 bar länger als 5-6 sekunden musst du dieses Verhalten an der s.g. Drosseldüse einstellen. Diese Phase ist wichtig, da sonnst deine Lammelen zu lange schleifen und kaputt gehen. Diese Phase ist quasi wie eine Fußkupplung kommen lassen, von getrennt bis zum schleifpunkt, also anfahren. Dann von 8 auf Höchstdruck ist wie das Kupplungspadal los lassen und fahren, also voller Anpressdruck. Stell Dir vor du würdest beim PKW immer erst 30 Sekunden, und das ist Ultralange, die Kupplung schleifen lassen bis du dann angefahren bist.....nicht gut.

Also wenn du das mit der Drosseldüse alles hinbekommen hast, sollte es funktionieren und der Schlepper nach 6 Sekunden los fahren. Falls das alles nicht funktioniert, wird es komplizierter. 

Hier angekommen können wir über weitere Ursachen, wie Druckeitungen, Schläuche, defekte O-Ringe, Getriebepumpe, Defekte Federn, Verteilerblock, Steuergerät, Verteilerringe, Steuerschieber, usw. im Getriebeinneren reden.... ;-)

Gruß Mark 

 
 
JR_on:

Moin,

mögliche Fehlerquellen sind nun ein nicht vorhandener Dichtring und eine gebrochene Feder. Die Feder sitzt in der Steuerung der hydraulischen Schaltung. Sie ist 7 mm dick und ca. 9 cm lang. Die Ersatzteilnummer (siehe Siete 96 Ersatzteilkatalog, Nummer 80) ist 3057884R1.

Wo kann man die beziehen, außer über ggf. offizielle Case-Händler? 

Über Ideen würde ich mich freuen!

VG

JR

Moin, mit der Seitenzahl und Pos. Nr kann ich leider nichts anfangen, bei mir fangen Getriebeteile erst bei Seite 200 an....
die Nummer 305788R1 ist eine Druckfeder aus dem Steuergerät, Hast Du dein Getriebe schon geöffnet?
305788R1 war im 523 und 624 verbaut bis Seriennummer 41208 und 88mm lang
Ab Seriennummer 41209 hat die Feder die Nummer 3134778R1 ist 96mm lang und war im 523/624 u. 724 verbaut. 
Das Steuerventil hat durchgängig sie selbe Artikelnummer, daraus lässt sich eventuell ableiten, das man irgendwann diese Feder modifiziert hat, bzw. eine längere verbaut hat. 
 
Moin, mir ist da gerade noch was eingefallen. Die Drosseldüse selbst hat auch eine kleine feines Sieb, laut Betriebanleitung soll das sogar alle 400 Betriebstunden gereinigt werden! Vielleicht ist das auch noch verstopft. Einfach die Drosseldüse im ganzen raus schrauben, möglichst die Kontermutter nicht verstellen. Das Sieb ist nur vorne rüber gestülpt, etwas einweichen und mit Druckluft sauber pusten. Sieb wieder drauf und Drosseldüse wieder rein.

Gruß Mark
 
Hallo Schmied Keitel,

vielen herzlichen Dank für all Ihre Hinweise!

Das Sieb der Drosseldüse ist gesäubert. Und ich glaube, dass die Einstellung der Düse keinen EInfluss auf eine Verzögerung von über 30 Sekunden hat...oder ich hoffe es, da wir ja alles aueinander haben und die gebrochene Feder und fehlende Dichtung gefunden haben. Leider ist noch mehr defekt, sodass sich die Instandsetzung noch hinzieht.  Ich melde mich, wenn alles wieder zusammen ist!

Die Codeangaben zum Getriebe, die Sie unten gepostet haben bedeuten, dass ich ein 20 kmH Getriebe habe - nur fährt der IHC eher 30 kmh. Es wurde also schon am Getriebe geschraubt...

Einen schönen Nicolaustag noch und hoffentlich waren die Stiefel ordentlich geputzT! :)  
 
Schau mal hier, das ist etwas ausführlicher und auch die 30 km/h Version mit bei. Meine Liste ist wohl doch schon etwas älter:

https://334647.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_334647.1204487925.1115388321.1115388321.1.getriebeschluessel_cm_serie-international_harvester_neuss.html

Die Agriomatik selbst hat da aber keinen Aunfluss drauf, ich weiß es nicht mehr ganz genau aber bei den Schnellläufern ist lediglich das Zahnrad für die Straßengruppe anders, also das die Vier Gänge schneller sind.
 
Hallo, bei mir lag das an zu wenig bzw. dem falschen Öl, den Nebenstromfilter hast du ja gewechselt und das gute leider teuere Hydran Getriebeöl aufgefüllt. Bei mir sind die Lammelen nämlich durch (zu wenig Öl) aber der 624er zieht wie eine Beißzange in den Straßen.und Rückwärtsgängen. Gruß Hawired 
 
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