Allrad- und Getriebeöldruckproblem 956

Wittgensteiner

Bekanntes Mitglied
Registr.
1 Januar 1970
Beiträge
193
Guten Abend zusammen.

Ich habe ein Probelm mit dem Allrad und dem Getriebeöldruck. Ich habe hier schon mehrere Beiträge dazu gelesen, aber keiner passt so richtig auf mein Problem.

Es handelt sich um einen 956 XLA, Baujahr 1987, 40 Km/h mit Mittelantrieb. Angefangen hat alles letzte Woche als ich merkte, dass der Allrad nicht mehr anzuschalten ging. Auch die Allradbremse ging nicht mehr beim Betätigen der Bremse. Eine ganze Weile später ging dann noch die Getriebeöldrucklampe an. Habe dann den Öldruckschalter vorn am Allradvebtil getauscht, keine Veränderung. Dann habe ich den Filter erneuert. Dabei habe ich bei abgebautem Filter den Schlepper ganz kurz angelassen und einen Eimer drunter gehalten. Das Öl kam volles Rohr raus. Also Filter rein und oben anstelle des Druckschalters ein Manometer angeschlossen. Dort kommt kein Druck an. Da aber der Allrad beim Fahren aus ist und nicht an, sollte eine defekte Pumpe wohl ausgeschlossen werden. Dann habe ich beobachtet, dass wenn der Schlepper gestartet wird, bei in der Kabine eingeschaltetem Allrad die grüne Lampe leuchtet, aber bei der geringsten Drehzahlerhöhung geht sie aus, und der Allrad geht auch raus. Bei getretener Kupplung bleibt die Lampe aber an. Zudem habe ich an dem Kabel, welches zum Öldruckschalter am Allradventil führt, nie Spannung, so dass die rote Lampe im Kombiinstrument schon mal nicht von diesem Öldruckschalter angesteuert wird. Meine Werkstatt hat dazu auch keinen Rat, dort steht aber noch ein anderer Schlepper mit einem ähnlichen Problem, welches nächste Woche gelöst werden soll. Vielleicht bringt mich das dann weiter?

Oder weiss hier jemand was dazu?
 
Hallo 

der Druckschalter misst den Schmierdruck, da hast du nicht viel. 

Der Schalter funktioniert über Masse und hat ein Zeitrelais. 

Die Kontrollampe für Allrad kommt erst wenn der Druck kurz unter 5 bar gefallen ist und bekommt dann Maße vom Ventil am Druckspeicher. 

Es ist möglich das dein Ventil geklemmt im Filtergehäuse. 

Es ist auch möglich das deine Muffe vorne auf der Allradwelle keine Verzahnung mehr hat. 

Du bockst am besten vorne ein Reifen auf und bei stehendem Motor muss allrad zugeschaltet sein, 

wenn nicht die Welle unten kontrollieren Wp. der Fehler liegt. 

Gruss aus dem Norden 
 
Ich habe nun mittlerweile das Ventil im Filtergehäuse ausgebaut und gängig gemacht. Der Magnet dort schaltet. Die Allradwelle ist ok, wenn der Schlepper aus ist, ist der Allrad drin. Allerdings hat sich nichts getan, der Allrad geht nicht rein.

Kann das irgendwie mit dem Druckspeicher zusammen hängen?

Vorn am Filtergehäuse habe ich nach wie vor null Öldruck. habe ein Manometer da angeschlossen.

Sollte die Getriebeölpumpe defekt sein, dürfte der Allrad ja gar nicht ausschalten?
 
Habe in einem anderen Forum vom selben Problem gelesen. Derjenige hat den Druckspeicher ausgetauscht, und alles ging wieder. Er kann aber nicht erklären, was da war. Ich habe den Elektroschaltplan, demnach könnte der Druckspeicher, bzw. das Magnetventil daran was damit zu tun haben. Aber warum habe ich oben am Filter keinen Öldruck??? Sind der Öldrucksachalter und der darüber liegende Prüfanschluss (?) in einem Kreislauf? Und was muss da für ein Druck anliegen? Die 20 Bar von der Pumpe direkt? Oder ist das "nur" der Schmierdruck, der zurück in die Schmierleitung geht? Oder gibt es eine Schaltstellung vom Ventil, bei der dort kein Druck anliegt? Irgendjemand muss das doch hier wissen???
 
Hallo Herr Wittgensteiner

Ich habe ein ähnliches Problem nur Andersherum  Der 1056xl hat längere Zeit gestanden ,aktuell wird er gebraucht zum Mistfahren 14 tonner Stautmann mit Druckluft

Bei geriger Feldentfernung ließ sich der Allrad nicht auschalten Ich bin dann landsam gefahren bei der 5 6 Fuhre schaltet er ein und aus Bei den weiteren Fuhren ist der Allrad aus und läßt sich nicht mehr einschalten..Strom ist da .Ich denke daß es irgendwie mit dem Federspeicher zusammenhängt.Meine Hoffnung war daß sich noch mehr im Forum  melden die was über die Funktionsweise des Federspeichers berichten können.Problem gelößt ? Über eine Antwort einer erfolgreichen Reparatur würde ich mich Freuen

Mit freundlichen Grüßen

Hartmut Schwalm
 
Hallo zusammen,

 

Grundsätzlich muss man sagen, dass bei diesen Traktoren der Allrad immer eingeschaltet ist wenn er nicht läuft, oder die Pumpe der Getriebeschmierung keinen Öldruck zur Allradkupplung bringt, da das Lamellenpaket mit Tellerfedern vorgespannt ist.

Üblicherweise ist das Problem, dass der Allrad sich nicht mehr ausschalten lässt.

 

Ich vermute, dass der Schieber des Magnetventils in Stellung "Allrad aus" stecken geblieben ist und daher das Öl zur Allradkupplung kommt.

Wenn das Filtergehäuse, in dem das Ventil ja sitzt, zu fest am Getriebeblock angeschraubt ist, kann sich das Ventil leicht verspannen, was zum Klemmen des Ventilschiebers führen kann, war bei mir so der Fall.

 

Die Getriebeöldrucklampe geht an, wenn der Allrad aus ist, der Motor mit geringer Drehzahl läuft und das Öl sehr heiß ist (ist bei meinem 956er öfter so). Da im Schieber des Magnetventils ein Druckbegrenzungsventil eingebaut ist, das den Druck zur Lamellenkupplung bei ca. 15bar konstant hält, wird nur das überschüssige Öl zur Getriebeschmierung abgesteuert.

Wenn jetzt also die interne Lekage an der Lamellenkupplung schon etwas höher ist, das Öl heiß, die Pumpe nicht mehr ganz gut ist und/oder die Motordrehzahl sehr niedrig, wird zwar Druck zum Lösen der Allradkupplung aufgebaut (ab ca. 11bar beginnt die Lamellenkupplung zu lösen), aber die Ölmenge reicht nicht mehr aus, um den für die Getriebeschmierung den erforderlichen Druck aufbauen zu können. Daher geht die Kontrollleuchte nach einiger Zeit (Verzögerungsrelais) an.

Wenn man die Morordrehzahl etwas erhöht, geht die Kontrollampe normalerweise sofort wieder aus.

Das mit dem Lämpchen am Allradschalter führe ich auf Kontaktprobleme im Schalter, am Magnetventil und Druckschalter am Druckspeicher und/oder am Halterelais K12 zurück, hat aber keine Auswirkung auf das beschriebene Problem.

 

Im Werkstatthandbuch Kapitel 10 000 "Funktionsbeschreibung der Allradachse" sind viele Betriebssituationen mit deren Auswirkungen beschrieben.

 

Schöne Grüße aus dem Innviertel!

Gerhard
 
Also bei mir geht wieder alles. In der Hauptsache war es tatsächlich das Ventil. Das hing fest, so dass der Magnet es nicht mehr schaffte, den Stössel runter zu drücken. Deswegen war der Allrad aus, und dabei reagiert ja, wie schon beschrieben, die Öldruckkontrolle sehr empfindlich, weil nur noch der Überschuss von den 15 bar ins Schmiersystem gehen. Die fehlende Spannung am Druckschalterkabel ist mit einem defekten Messgerät zu erklären. Und mit der Prüflampe konnte ich das eh nicht messen, da dort über Masse geschaltet wird.
 
Was den Druckspeicher betrifft, so ist der nur dazu da, bei einer Bremsung den Allrad nicht zu 100% auf die Voerderachse zu schalten. Dazu wird der Druck aus der Lamellenkupplung nur zum Teil oder langsam abgelassen. Also in den allermeisten Fällen liegt das Problem wohl immer am Allradventil. Wenn der Sitz für den Stössel richtig sauber ist, sollte es wieder gehen, sofern der Magnet schaltet.
 
Zurück
Oben Unten