Allradantrieb bei 733

Magolves1

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23 Dezember 2011
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Hallo Gemeinde, 

ich hätte nochmal eine Frage zum Allrad, oder besser zum Funktionsprinzip. Und zwar: ich fahre OHNE Allrad im gelände rückwärts Berg auf, merke dann, dass ohne diff-Sperre das rechte Hinterrad durchdreht. Dann schalte ich den Allrad zu, die Vorderachse bleibt aber antriebslos und das rechte Hinterrad dreht weiter durch! Nach betätigen der diff-Sperre merkt man dann, dass alle 4 Räder kraftvoll schieben!!

Kann es also sein, dass die Allradkupplung mit dem linken Hinterrad in direkter Verbindung steht?? Der Allrad- Abtrieb ist ja schließlich auch links! Ist das jemandem schonmal aufgefallen? Ist das normal oder ist die Kupplung runter? Wenn das so wäre, müsste sie ja bei eingeschalteter diff-Sperre auch rutschen, oder?

Danke schonmal und rot-weiße Grüsse,

Marco 
 
Hallo,

es ist auf jeden Fall so, dass das linke Hinterrad nicht direkt mit dem Allrad verbunden ist. Der Allrad wird nämlich vor dem Differential abgegriffen. Manchmal dauert es beim Einschalten des Allrads etwas, bis die Kupplung voll kraftschlüssig wird, dies kommt daher, weil die Allradkupplung im Ölbad läuft und deshalb erst das Öl verdrängt werden muss bis die Lamellen richtig anliegen. Warum der Allrad erst mit der Differentialsperre richtig uugeschaltet hat, kann vielleicht daher ein Zufall sein. 

Mfg Georg
 
So, ich greife das Thema nochmal auf!

Nachmehrmaligem beobachten ist mir aufgefallen, dass beim vorwärts fahren der Allrad ordentlich zieht! Jedoch bleibt das alte Problem, dass wenn ich rückwärts mit eingeschaltetem Allrad einen Berg im Gelände hochfahre, irgendwann eins der Hinterräder durchdreht und ein weiterkommen ohne diff. Sperre nicht mehr möglich ist!

Bei durchdrehendem Hinterrad beobachte ich dann die Vorderräder in der Hoffnung, dass wenigstens eins auch in Rückwärtsfahrt mit durchdreht, kann aber keine Bewegung feststellen...

woran könnte das liegen? Der antriebsstrang sollte doch relativ stabil sein, oder nicht?

danke, 

es grüßt der Marco
 
Vielleicht muss die Allradkupplung nachgestelld werden?

Grüße aus die Niederlande von René
Mein Schlepper: IHC 644
 
Hab ich mir auch schon überlegt... Weiß jemand, wie das geht? Ist das problemlos möglich?
 
Hallo,

wenn vorne ein Selbstsperrdifferential vorhanden ist, drehen ohne gesperrtem Hinterachsdifferential immer entweder eines der beiden hinteren oder aber beide vorderen plus eines der hinteren durch. Letzeres ist zwar der seltene Fall aber eben eine der beiden Möglichkeiten die es gibt.

Selbstsperrdifferential vorne bedeutet es ist ausgeschlossen dass vorne nur ein Rad durchdreht.

Deshalb drehen bei eingeschaltetem Allrad ohne gesperrtem Hinterachsdifferential immer entweder drei Räder (beide vorderen plus eines der hinteren) oder nur ein Rad hinten durch. Egal ob Vor- oder Rückwärtsfahrt. Würde der Schlepper auf einer Eisfläche stehen, Allrad ein, vorne mit Selbstsperrdifferential, hinten nicht gesperrt und Einzelrad-/Lenkbremse li oder re betätigt, dann drehen drei Räder durch und eines hinten steht. Das Gegenteil ist bei dir der Fall, also drei stehen still und eines hinten dreht durch.

Gruß Thomas
__________________
Hubraum statt Spoiler
 
Hallo Zusammen,

@Thomas: Der 733 hat nach meiner Kenntnis kein Selbstsperrdifferential.

@Renè: Wiso soll die Lamellenkupplung in eine Richtung greifen und in die andere Richtung nicht.

@Marco: Bock den Trecker doch mal vorne auf dass beide Räder frei sind. Dann drehst du beide Vorderräder mal vorwärts und rückwärts mit ein- und ausgeschaltetem Allrad und schaust ob du was feststellen kannst. Bei eingelegtem Gang und eingeschaltetem Allrad darfst du die Räder nicht mehr gleichzeitig drehen können.

Holger
 
Ich merke ja, wie der allrad bei vorwärtsfahrt zieht, der ganze antriebsstrang spannt beim einschalten und entspannt sich beim ausschalten merklich, was wohl an neuen Vorderrädern und abgefahrenen Hinterrädern liegt... Auch Bremsen mit eingeschaltetem Allrad erhöht deutlich die bremsleistung.

mich wundert halt nur, dass beim rückwärtsfahren im Schlamm egal ob mit oder ohne Allrad nur ein einziges Rad durchdreht...
 
Es müsste ja mindestens ein Hinterrad und ein Vorderrad durchdrehen. Bock doch mal hoch und probier.

Die Lamellenkupplung kann doch nicht nur in eine Richtung greifen. Entweder Sie greift, oder nicht.

Beim Bremsen bremst die Vorderachse ja nur indirekt über das langsamer werdende Getriebe. 

Ich schau morgen mal ins WHB Getriebe.

Holger
 
Hmm... auch müsste mich jetzt sehr täuschen, aber wenn ich den Allrad einschalte und bei Bremse betätige, dann kann ich die Vorderräder nicht mehr drehen... Die Bremsautomaten wirken doch quasi wie ein vorgelege auf die Hinterachse?! Wenn das so ist, müsste doch die blockierte Hinterachse über den antriebsstrang im Allrad auch die Vorderachse mit Bremsen?!
 
Magolves1:

Wenn das so ist, müsste doch die blockierte Hinterachse über den antriebsstrang im Allrad auch die Vorderachse mit Bremsen?!
Ja, so ist es. Aber nur bei eingeschaltetem Allrad. Und wenn die beiden Vorderräder stark unterschiedlich griffigen Untergrund haben, macht dir das Differential wieder einen Strich durch die Rechnung.
Wenn Du das linke Hinterrad und die Kardanwelle abbaust, kannst du dir einen Hebel bauen, welchen du an die Ausgangswelle des Allradgetriebes anflanscht. Hiermit kannst Du jetzt bei eingeschaltetem Allrad das sogenannte Abreißmoment der Allradkupplung prüfen. Dieses sollte je nach Übersetzung bei 60 - 70 daNm ( 600 - 700 Nm ) liegen. Damit kannst Du diene Allradkupplung in beide Drehrichtungen prüfen und den
 
ah ok, soweit hab ich‘s verstanden :-)  vielen dank schonmal dafür!

also wenn ich eure ganzen Antworten zusammenfasse, könnte auch alles in Ordnung sein und es muss nicht unbedingt ein Fehler vorliegen?!

wenn die Kupplung nicht richtig greift oder durchrutscht, müsste doch auch etwas anfangen zu riechen oder am Gehäuse warm werden oder zu hören sein?
 
Das ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung. Es muss ohne Differentialsperre und mit Allrad immer min. ein Vorder- und ein Hinterrad antreiben.

Hast du mal versucht, vorwärts ein Hinterrad  durchdrehen zu lassen, so dass der Trecker steht und dann den Allrad zuzuschalten ?

Hört sich fast nach einem Schaden im Getriebe an.
 
Ne, hab ich noch nicht probiert! 

Es ist übrigens immer das rechte Hinterrad, was dann ohne diff. Sperre durchdreht! 
 
@844XLA

Weil bei Rückwärts fahren, speziell einen Berg hoch, die Vorderräder viel mehr Kraft übertragen mussen/können.

Grüße aus die Niederlande von René
Mein Schlepper: IHC 644
 
Ich danke euch! Werde auf jedenfall bei nächster Gelegenheit aufbocken und prüfen!
 
so, habe den Feiertag mal dazu missbraucht, um den Trecker vorne aufzubocken.

Ergebnis: ohne Allrad schafft man es, mit einem erwachsenen Mann, beide Räder gleichzeitig vorwärts oder rückwärts zu drehen, bei eingeschaltetem Allrad ist mit aller Kraft keine Bewegung möglich... Obwohl das natürlich noch weit weg von 600Nm sein dürfte...
 
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