Baubericht: Hydr. Lenkung und Frontlader am 433

Hallo Freunde des roten Stahls,

ich bin keineswegs in den Winterschlaf gegangen, sondern hatte letzte Woche recht viel um die Ohren.

Drum geht es erst heute weiter.

Zuerst mal zu den Fragen:

Das Öffnen der Instrumente haben meine Vorredner ja schon beantwortet, aber da ich das Traktormeter nun auch noch mal ausgebaut hatte, habe ich gleich ein paar Bilder gemacht.

Man siehrt, daß das Ding auch etwas von innen beschlagen ist:

eup-1122758161-aebead01f43dac0410a1ed6d0f71471c-1414942008_big.webp

Mit dem Schraubenzieher vorsichtig den Rand hochhebeln, aber nicht alles auf einmal, sondern in mehreren Durchgängen

eup-1122758161-435352405ec1938ef9c06bd9655a69b4-1414942103_big.webp

Wenn man eine feste Anlage hat (hier ein festgeklemmtes Stück Holz), dann geht es besser:

eup-1122758161-87757f5957ce7ee8d0b4bead32c4c606-1414942150_big.webp

Und dann dauert es nicht lange, bis man dieses Bild vor Augen hat:

eup-1122758161-0f2dabefd78e4df90a4309a901245470-1414942188_big.webp

Der Zusammenbau erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge.

Tja, und wer kennt nicht dieses Bild:

eup-1122758161-8be74a0073a867b1837e71ce1ba43a3c-1414942259_big.webp

Aber irgendwann ist es geschafft.

Hier nochmal beim Hydrauliköl abpumpen mit der alten Melkmaschine (ich will das Öl die ersten Betriebsstunden mit der neuen Hydraulik noch verwenden, und dann wird es zusammen mit dem Filter gewechselt).

Den Saugfilter hatte ich zwischenzeitlich auch raus, aber der sah noch sehr sauber aus.

eup-1122758161-964799d359ad25c0aa3b8ae22dc44773-1414942394_big.webp
 
Weiter wurde gefragt nach dem Steuerblock.

Der hat insgesamt 4 doppeltwirkende Kreise, von denen 2 mit dem Joystick bedient werden (Frontlader Heben/Senken und Frontlader Gerätebetätigung)

Die beiden anderen Kreise sind ebenfalls bis in den Frontlader verlegt worden und dienen als Reserve. Vielleicht bekomme ich ja mal einen Stammgreifer, dann brauche ich die beiden (Greifer Auf/zu und Greifer Drehen).

Und dann noch zum TÜV: Ja ich habe so ein Blatt mitbekommen, ich muß mal sehen, ob das der lokale Prüfmensch akzeptiert.

eup-1122758187-5278fa5ce7f8cb5c4c102f3fd756cb0e-1414943216_big.webp
 
Servus,

dein Eigenbau-Rohrbieger gefällt mir. Kannst du da kurz ein bisschen was drüber schreiben? Ich will mir nämlich auch sowas in der Art bauen.

Gruß

Markus
 
Hallo Markus,

der Rohrbieger ist aus dem gemacht, was gerade in der Eisen-Grabbelkiste greifbar war.

Hier siehst du die Einzelteile:

eup-1122780516-58f597718032f297e660500b19d6ba99-1415300403_big.webp

Wie man erkennt, habe ich die Durchmesser der beiden Biegerollen (eine für 12er Rohr, die andere für 15er) unterschiedlich gemacht, da ich bei 12er Rohr auch einen kleineren Biegeradius haben wollte.

eup-1122780516-c4d18518ec8c8b917f083b65b4b13776-1415300622_big.webp

Wenn man das Rohr nicht mit der Gripzange festsetzt, zieht es sich beim Biegen mit um die Rolle, die dann auch wirklich abrollt.

Ich verwende das mal mit, mal ohne Zange, je nach Bedarf. Zum Biegen wird der Bieger natürlich im Schraubstock eingespannt.

eup-1122780516-38779072bcdfb0481552fdd5d83d16d6-1415300665_big.webp

Hier ist 15er Rohr eingespannt

Die Funktion der beiden roten Teile: Sie überbrücken den Luftspalt der sich bei 12er Rohr ergibt

eup-1122780516-4373c1e3983954a70a4f2c4d90461ed1-1415300706_big.webp

Die Biegerollen sind aus Alu, daß ich selbst aus Resten geschmolzen und in eine Konservendose gegossen habe.

Die Rillen habe ich mit diesen (ebenfalls) selbstgeschnitzten Drehstählen reingedreht:

eup-1122780516-c052135fdb5cbf9fc10d9edce894b2da-1415300838_big.webp

Ich hoffe, daß halbwegs klargeworden ist, wie ich die Rohre krumm bekomme.

Zur Zeit bin ich dabei, die Rohre an der Schwinge des Frontladers zu verlegen.

3 sind fertig, 3 muß ich noch, wird ein ganzes Paket.

Und wenn das fertig ist.....ist alles fertig - dauert nicht mehr lange (ich hoffe, nächste Woche).

Dann gibts natürlich auch noch mal neue Bilder.

Gruß an alle Rohrleger

Heinz
 
Hallo, 

super Umbaubericht, gefällt mir sehr. Hab da mal ne Frage bzgl. deiner Verlegung der Hydraulikleitungen, so wie ich das verstehe willst du einen zusätzlichen Kreis nach vorne legen. Hast du dir mal überlegt eine Hydr. Weiche in den Kreis für Ein/Auskippen anzubringen und dann damit deine dritte Funktion zu realisieren? Die Weiche kann mit einem Knopf auf dem Kreuzhebel bedient werden. Dann steuerst du den dritten Kreis statt ein bzw auskippen. Vorteil: du brauchst nicht umgreifen, die Hand bleibt immer nur am Kreuzhebel. Desweiteren genügen vier Leitungen am Holm. Du wirst heute wohl fast keinen FL-Hersteller finden der mehr als vier Leitungen an seine Holmen schraubt. Das ganze ist wesentlich komfortabler. Mit der Umgreiferei kommt auf Dauer keine Freude auf. 

Nur so als Tip. Mach weiter so und versorge uns weiterhin mit vielen Infos zu deinem Projekt.

MfG Georg
 
Hallo Georg,

ich lege 2 zusätzliche Kreise nach vorne.

Das 4 fach Steuergerät, übrigens nagelneu, hatte ich noch aus einem anderen Projekt, das (erstmal) nichts geworden ist.

Ja, eine elektrische Umschaltung ist zwar komfortabler, aber auch nicht unbedingt preisgünstig. Der Schlepper läuft bei mir auch längst nicht mehr jeden Tag.

Da kann es dann auch ruhig etwas langsamer gehen.

Mal sehen, wie sich das Ding so handhaben läßt, ich werde euch auf dem laufenden halten.

du hast natürlich recht, 6 Rohre an der Schwinge entlang ist schon eine Hausnummer.

Und dann kein gerades Stück, auf der ganzen Länge muß ich biegen, da bekommt man zuviel.....

Grüße

Heinz
 
Hallo Jungs,

isch habbe feddisch!

guckt ihr hier:

eup-1122812499-5393cc139665654fb9017a5a2e0a2e2f-1415739085_big.webp

eup-1122812499-198fe367a41f87438d291e08658576e3-1415739117_big.webp

eup-1122812499-0cee0bc2947563e637ed0dffaf5806c6-1415739140_big.webp

Bei HansaFlex können sie dieses Jahr ne richtig gute Weihnachtsfeier machen...

eup-1122812499-74be9c9f5b52f0ebbacb8d5081d843cb-1415739182_big.webp

So, und damit wollte ich meinen Bericht abschließen....
 
....tja, eigentlich.

Nach der Flutung der ganzen Anlage zeigte sich hier und da noch ne kleine Undichtigkeit, waren aber alles Verschraubungen, die ich nicht richtig festgezogen hatte.

Und an einem Kippzylinder trat noch ganz wenig Öl aus einer Verschraubung. Nachziehen half nicht, also - aufmachen.

Ich guck da rein und traue meinen Augen nicht, da war ein Draht drin.

Ich muß dazusagen, daß ich die Zylinder von einem Bekannten bekommen habe, die Winkelverschraubungen waren drauf und mit einer Kappe gegen Dreck geschützt.

Die habe ich nicht abgenommen, und deshalb auch während der ganzen Zeit nicht reingesehen.

Allerdings war dieser Zylinder 10 cm länger als der alte. Den mußte ich kürzen. Eigentlich kein Problem: den Kopf abschrauben und die Stange heraus, dann vom Boden was absägen und neu ‘anschweißen, saubermachen, zusammenbauen.

So war der Plan.

Daraus wurde dann nichts, weil ich den Zylinder nicht auseinanderbekam, hab mir extra dafür noch nen Hakenschlüssel gemacht.

Der Kopf ließ sich dann auch drehen, aber er kam nicht heraus. Da hab ich mir gedacht: die haben den zugebördelt und da ist gar kein Gewinde drin.

Also Stange soweit wie möglich raus und dann wie oben beschrieben gekürzt.

Und so sieht das nun aus:

eup-1122812744-ea5cb36949fef98669b06cb577f31785-1415739844_big.webp

eup-1122812744-a58196c1d62008638217a966c5ed795b-1415739855_big.webp

(Sorry, meine alte Kamera fokussiert nicht mehr so richtig)

Was ich jetzt weiß: Der Zylinderkopf wird genauso wie die Überwurfmuttern der Hydraulik Verschraubungen mit einem Draht gesichert.

Zylinderkopf und Rohr haben jeweils eine Nut, und in die wird der Draht reingeschoben. Damit ist das ganze unlösbar verbunden - Wegwerfzylinder!

Nicht reparierbar. Die waren an einem Gabelstapler. Der Kunde muß dann im Fehlerfall (Abstreifer oder Stangendichtung) den Zyl. neu kaufen.

Durch meine Aufdrehversuche hatte ich diesen Draht schon weit herausgedreht, da ich aber nicht reingesehen habe, das auch nicht bemerkt.

Damit brauche ich wohl einen neuen Zylinder, mal sehen, ob meine Quelle da noch etwas machen kann.

So lassen kann ich es auf keinen Fall, denn der Draht muß die gesamten  Zugkräfte des Zylinders beim Einfahren übertragen, und das ist mir so zu unsicher.

Außerdem füllt er fast das ganze Loch aus, so daß er wie eine Drossel wirkt.

So‘n Schiet, aber Murphy schlägt jedes Mal wieder zu...

Ihr dürft mich bemitleiden....

Gruß

Heinz

(Mal sehen ob Alkohol bei innerlicher Anwendung hilft...)
 
Falls es noch einen interessiert:

Hab heute den Draht rausbekommen.

Kräftig ziehen, und dann ging es.

Danach sah es so aus:

eup-1122818315-3356f770ca0fd68197c4dc44c5c57c02-1415810022_big.webp

Hier sieht man die eine Hälfte der Nut, in der der Draht liegt.

eup-1122818315-969242cdf6f88346f8e8fdb327eaae07-1415810074_big.webp

Da steckt noch der Rest des Drahtes drin.

Aber den bekam ich auch noch raus:

eup-1122818315-7096c569fee2d0a10db870c3d4949c88-1415810116_big.webp

Jetzt kann ich mir auch erklären, wie das ganze zusammengebaut wird:

1. Es wird alles zusammengesteckt

2. Man muß dieses Loch (ich nenne es mal das "Startloch") in der Öffnung für den Druckanschluß sehen.

3. In dieses Startloch wird von außen ein exakt langes Stück Draht (2.5mm Durchmesser) gesteckt

4. Der Zylinderkopf wird von außen gedreht. Dafür sind dann auch die beiden Löcher für den Hakenschlüssel gedacht.

    Dabei zieht sich der Sicherungsdraht von selbst in die Nut

5. Wenn man den Kopf genau einmal rumgedreht hat, ist der Draht vollständig in der Nut verschwunden und man sieht diese flache Seite wie auf dem Bild oben.

Durch die Abflachung hat das Öl dann auch den Weg in den Zylinderraum.

Fazit: Wenn ihr mal einen Hydraulikzylinder öffnen wollt, schaut zuerst in den Ölanschluß hinein. Wenn da so ein Draht zu sehen ist, wißt ihr ja nun Bescheid.

Dann wird es schwer, den aufzubekommen. Bei mir hat es (unwissentlich und leider) beim Linksdrehen des Kopfes den Draht rausgeschoben, das muß aber nicht immer so sein.

Wer diese Montagemethode erfunden hat, hat vermutlich eine Prämie vom Chef dafür eingesackt.

Die Teile sind einfach zu fertigen (keine Gewinde erforderlich) und die Montage geht rasend schnell.

Außerdem muß der Kunde im Fehlerfall einen kompletten Zylinder neu kaufen - besser gehts nicht.

Gruß an alle Ölfinger

Heinz
 
Hallo,

die Lenkzylinder bei IHC haben auch oft diese Drahtmethode. Habe auch schonmal einen aufgemacht, war aber kein Problem. Man muss nur wissen wie. Die Zylinder sind aber alle wiederverwendbar. wegwerfen musste ich den nicht.

Gruss
 
Wunderbar, danke dir für den ausführlichen Bericht über den Rohrbieger. Genau so einen für 12l und 15l brauch ich auch. Ein bisschen Eisen wird sich schon finden. Ich denke mal du hast als Faustformel für den Biegeradius 3xRohraußendurchmesser genommen, oder?

Das mit dem Draht im Zylinder hätte ich dir auch sagen können wie das funktionniert, hat wie schon geschrieben der Lenkzylinder vom 744 auch. Leider hab ichs zu spät gelesen. Ich bin damit auch erst mal zu meinen ehemaligen Landmaschinenmechaniker, der hat mirs dann gezeigt, wies geht.

Laut seiner Aussage hat dieses Patent den Vorteil, dass man ihn eigentlich fast immer aufbringt, was bei einem alten geschraubten, bei dem das Gewinde verrostet ist oft schwierig bis unmöglich wird, ohne ihn zu beschädigen.

Gruß

Markus
 
Hallo Freunde,

nun aber wirklich der Abschluß der ganzen Aktion:

Dank eure aufmunternden Ratschläge habe ich mal nach Hydraulikzylindern mit diesem Drahtverschluß intensiv gegoogelt (Suchbegriff "Hydraulic ram wire lock"), und siehe da, das ist eine vielfach angewandte Lösung.

Allerdings ist bei allen Fundstellenstellen im Internet nur von einem Draht die Rede, der von außen durch eine kleine Nut zugänglich ist.

Man findet auch auf youtube jede Menge Filmchen, die das Öffnen dieser Zylinder zeigen.

Ich habe jedoch nichts zu der bei mir angewandten Lösung gefunden wo der Sicherungsdraht durch den Ölanschluß gefädelt wird.

Trotzdem habe ich dann versucht, meinen Zylinder wieder zusammenzubauen.

Und da es niemanden nützt, wenn nur einer weiß, wie es geht, alle anderen aber nicht, möchte ich euch zeigen, wie es bei mir gelaufen ist.

Denn dafür ist ein Forum ja schließlich da, oder?

also:

Als Draht habe ich eine 2,5mm Schweißelektrode genommen, das ist ja wohl halbwegs hochwertiger Stahl, die Umhüllung entfernt, eine exakte Länge zugeschnitten und dann rein damit.

Den Draht habe ich eingeölt, (damit es besser flutscht),

und den Zylinderkopf mit dem Hakenschlüssel gedreht.

Die ersten 2 cm gingen auch ganz wie von selbst rein, ab dann mußte ich das noch rausstehende Drahtstück immer von Hand ein wenig rundbiegen, damit es besser durch das enge Loch lief. Das ging sehr gut. Als er drin war, konnte ich auch die Abflachung des Kopfes durch das Ölloch sehen, damit war sichergestellt, daß der Ölfluß wieder einwandfrei möglich ist.

eup-1123030786-d5db676d0f54750f152f4a423df77827-1419588027_big.webp

Auf jeden Fall hatte ich den Zylinder ruckzuck wieder montiert, eingebaut und unter Öl gesetzt.

Es ist alles dicht und funktioniert hervorragend.

Damit ist das Projekt aus meiner Sicht abgeschlossen. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig unterhalten, vielleicht hat der eine oder andere ja auch eine Anregung daraus mitnehmen können.

Als nächstes steht bei mir der Bau einer Schaufel (ich träum immer noch von einer Klappschaufel ....aber das Gewicht...mmm mal sehen) auf dem Programm.

Und dann könnte man noch Palettengabel, Kehrmaschine usw usw....

Auf das ewig geschweißt und geschraubt werde...laßt uns zusammenhalten

Heinz
 
Zurück
Oben Unten