Beamtenwillkür der Österreichischen Polizei

824S

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83339 Chieming/Stöttham
Liebe Traktorfreunde, liebe Oldtimerfreunde,

in den nachfolgenden Zeilen möchte ich euch über einen Vorfall informieren, den ich selbst im September auf der Anreise zur Traktor-WM an den Großglockner erlebt habe.

Ich hatte einen Startplatz für die diesjährige WM und habe mich natürlich schon Wochen und Monate zuvor auf dieses Ereignis gefreut. Mangels Anhänger und passendem Zugfahrzeug musste ich meinen Eicher EKL 15/II auf Achse an den rund 100 km entfernten Großglockner fahren. Ich habe den Eicher erst im Juni gekauft und im August neu zugelassen. Der TÜV wurde „ohne Mängel“ am 04.08.2011 erteilt. Sogar an Warnweste, Verbandskasten und Warndreieck wurde im Vorfeld gedacht, um bei der Fahrt wirklich ständig auf der sicheren Seite zu sein.

Die ersten Kilometer verliefen Problemlos, bis die österreichische Polizei kurz vor Saalfelden in Österreich in das Geschehen eingegriffen hat. Im Rahmen einer Verkehrskontrolle wurde ich mit meinem Eicher herausgewunken. Dann passierte das für unmöglich gehaltene. Es standen einem ausschließlich total unfreundliche Beamte gegenüber. Noch bevor sie mich informierten, dass eine Verkehrskontrolle mit technischer Überprüfung ansteht, hat einer der Polizisten lauthals über den Parkplatz verkündet, dass Oldtimer allesamt auf den Schrott und nicht auf die Straße gehören. Alleine diese Aussage ist eine bodenlose Frechheit und lässt den weiteren Verlauf der „Kontrolle“ schon erahnen.

Ein Gutachter fuhr mit dem Eicher, um die Bremsen auf Funktion überprüfen zu können. Schon als er losgefahren ist, hat ein anderer Polizist mit einem leicht aggressiven Unterton eine weitere Aussage von sich gegeben, die ein Beamter im Dienst sich vielleicht denken kann, aber auf keinen Fall sagen darf. Er schnautzte mich regelrecht an, mit was ich denn da fahre, ob ich da Altöl in den Tank gekippt habe, weil der Traktor unter Last geraucht hat. Ich denke, das können mir absolut alle Oldtimerfahrer oder Fahrer von Dieselfahrzeugen sagen, dass es normal ist, wenn ein Dieselmotor unter Last raucht. Außerdem ist das Fahrzeug inzwischen 56 Jahre alt. Kann man von einem 56 Jahre alten Einzylinder etwa den gleichen Abgaswert erwarten wie von einem neuen Traktor mit modernsten Technologien? Ich glaube nicht!

Doch damit war die Sache noch nicht beendet. Es wurde auch bemängelt, dass der Traktor laut ist. Wie kann es wohl sein, dass ein Traktor mit dem Baujahr 1955 lauter ist, als ein neuer Diesel PKW? Aber noch immer nicht genug... Als der Gutachter den Traktor dann wieder stehen ließ, tropften ein paar Tropfen Öl vom Ölmessstab auf den Boden, woraufhin der Spaß endgültig ein Ende hatte. Die Polizisten ließen die beiden Kennzeichen abmontieren und zogen diese samt dem Fahrzeugschein ein. Dafür wurde mir ein Zettel in die Hand gedrückt, dass mein Eicher nicht verkehrssicher ist, da er „stark raucht“, „übermäßigen Lärm erzeugt“, „übelen Geruch verbreitet“, „die Umwelt schädigt“ und ein „paar Tropfen Öl verliert“. Da wegen diesen Punkten „Gefahr in Verzug“ ist, durfte ich die Maschine keinen Meter mehr bewegen.

Glücklicherweise hatte ich einen Freund in der Nähe, der mir den Traktor nach Hause transportieren konnte.

Aber wo sind wir denn bitteschön? Kann es sein, dass ein paar österreichische Polizisten einem Oldtimer die Kennzeichen abnehmen, weil er zu laut ist und stinkt? Ich finde das ist reine Willkür der Beamten. Wie kann man außerdem den Lärm, den Rauch und den Ölverlust messen? Ab welchen Werten darf nicht mehr weiter gefahren werden? Es waren keine Messgeräte im Einsatz, nur die Ohren und Nasen der Polizisten. Ich habe meine Kennzeichen bis heute noch nicht wieder und es erwartet mich noch eine Anzeige sowie ein Bußgeld.

Ich möchte den anderen Schlepperfahrern dies gerne ersparen, fahrt bitte deshalb nur mit absolut super restaurierten Traktoren nach Österreich! Es geht den Beamten wohl nur um die Optik und nicht um die Technik. Denn ob ein Blinker oder ein Licht funktioniert, war ihnen völlig egal. Das haben sie nicht einmal überprüft bei ihrer „Kontrolle“.

Ich werde noch Kopien von meinem TÜV Bericht und dem "Gutachten" der Österreicher ein Bild nachfolgen lassen.

Außerdem nochmal ein herzliches Dankeschön an meinen Transporter Ernst Wirth (D-440 im Forum), der mir sofort hilfsbereit zur Seite stand.

Viele Grüße

Sebastian

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Meine ehrliche Meinung dazu: 

Das schlägt dem Fass den Boden aus und ich stehe da voll und ganz hinter dir, eine sauerei... 

Wer weis was denen schon alles über den weg gelaufen ist, die sind bemitleidenswert die Beamten...(bezogen auf den Text von Sebastian ist keine verallgemeinerung!)  
 
Hallo Alex,

vielen Dank für deine Meinung und deine Unterstützung! Ich bin froh, dass ich mit meiner Meinung hier nicht alleine im Raum stehe.

Ich werde den obrigen Text in allen Foren, wo ich angemeldet bin veröffentlichen und auch an die großen deutschen Traktor Zeitschriften (Schlepper Post, Traktor Classic, usw.) schicken.

Was ich aber noch vergessen habe zu schreiben ist, dass die Aussagen bzgl. dem Altöl und dem Schrott allesamt von einem etwas höheren Polizisten kommen.

Er war mit einem Motorrad bei der Kontrolle anwesend und hatte nicht die "normale" Polizeiuniform, sondern auf den Schultern jeweils zwei goldene Sterne und ich meine mich daran erinnern zu können, dass er auch einige Abzeichen auf der Brust hatte.

Es mag zwar etwas heftig klingen, aber wenn ein Arbeiter seine Arbeit gemacht hat und in Rente geht, wird er doch auch nicht erschossen, oder? So ist es meiner Meinung nach bei den Traktoren auch, und das finde ich richtig so!

Viele Grüße

Sebastian

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Das das extrem frech ist sollte klar sein. Es gibt jedoch auch eine rechtliche Seite. Der Schlepper hat doch eine allgemein gültige Betriebserlaubnis (wenn auch aus den 50ern, die gilt auf unbestimmte Zeit) und alle dazu erforderlichen Gutachten(TÜV).  Was die Ösis meinen was auf den Schrott gehört und was nicht ist ja deren Sache. Ich würde mich beschweren und die Kosten für den Abtransport usw. in Rechnung stellen... Das Palaver in der Sache würde ich mir zum Hobby machen...
 
Es ist ja auch kein grosses Geheimnis, das man in Österreich etwas genauer kontrolliert wird, sobald man ein deutsches Kennzeichen am Fahrzeug hat. Mich würde mal von unseren österreichischen Forumsmitgliedern interessieren, welche Erfahrungen sie mit der Executive, (so wird in Österreich die Polizei bezeichnet), gemacht haben,gruss Schorsch
 
Servus Sebastian,

hast du eine Rechtsschutzversicherung?

wenn ja wäre mein nächster Gang zum Anwalt...

Warst du alleine oder hast du Zeugen für das Verhalten der Beamten?

Denn die waren sicher zu mehrt und werden sich der Aussagen bezüglich rausreden und gegenseitig decken.

Insgesamt ein gaaaaanz dicker Hund!

Da hast wahrscheinlich gedacht im falschen Film zu sein....

Gruss und viel Erfolg

Dammal
 
Hallo Sebastian,eine schlimme Geschichte !!! Da haben wohl zwei Staatsbedienstete einen auf ganz dicke Hose gemacht :-( Ich würde an deiner Stelle SOFORT eine fette Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die zwei Beamten schreiben und diese Dienstaufsichtsbeschwerde an höchste Stelle schicken !!!!!! In die Beschwerde würde ich mit einbauen, das wenn sich die beiden Beamten nicht bei dir entschuldigen würden oder du nichts von Sache hörst (wie da weiter verfahren wird) du mit der Geschichte an die Presse gehst und zusätzlich einen renomierten Oltimer-Club (auch den Betreibern der Traktor-WM) der Geschichte informieren würdest....Zudem würde ich auch überlegen mir einen Rechtsanwalt zu nehmen um gerichtl. gegen diese beiden Beamten vorzugehen. Beim lesen der Geschichte bekommt man ja einen richtig dicken Hals !!!!! Gruß Alfred
Interesse an Deutz-Forum-Aufkleber ?? Dann einfach eine Mail an: alfred.dreyer@live.de


Fehlende PS werden durch Wahnsinn ersetzt...
 
Das ist doch harmlos,

mir haben die Ösis vor Jahren  mein Motorrad beschlagnahmt und eingezogen. Angeblich zu laut, und überladen und Plakette für die Mautgebühr falsch geklebt.

Das Motorrad, eine VTR1000F ist im Serienzustand gewesen

Es war eine Gepäckrolle auf der Sitzbank befestigt (Schlafsack, Minizelt und Kleinkram -Gewicht irgendwo bei 20 KG)

Die Plakette konnte ich nicht HINTER die Scheibe kleben, da diese schwarz ist, also wurde Sie mit dem Verkäufer der Plakette mittels durchsichtigem Klebeband von aussen an die Scheibe geklebt - so ein breites Tesa Packband

Folge;:

Ich stand plötzlich allein auf der Autobahn - Moped wurde vom Abschlepper abgeholt, ich durfte mir ein Taxi mieten und nach  Deutschland reisen. Das Moped bekam ich nach 14 Tagen per Spedition zurück.

Kosten inkl. Anwalt, der nix brachte - rd. 4000 EUR

noch Fragen ?
 
früher als es den osten noch gab waren wir in der DDR so unbeliebt wie wir es heute in österreich sind, es sei den wir fahren in urlaub und lassen unser geld dort.mfg
 
also sowas ist doch das letzte ! wenn der übern tüv geht ist doch in ordnung was ham die da zu meckern ey ...? einfach weiterfahren :D dürfen die das überhaupt einfach so ? dann kann ich ja auch zur polizei gehen und meinen nachbarn verklagen weil der einen same hat und der mir nicht so gefällt wie ein ihc oder was ? ( jetzt nur mal so als beispiel ) sowas kann ich nicht verstehen ...

gruß michi
 
hallo zusammen!

würde mich auch gerne zu dem thema äusern
bin zwar aus Österreich, hoffe daher das ich jetz nicht eines auf den deckel beromm! ;)
also ich stimme 533 vollkommen zu das du mal richtig ärger machen solltest, am idealsten wäre es wenn du noch dienstnummer oder namen hättest, dann kannst du eine richtig schöne und saftige beschwerde machen!
aber dieser willkür seit nicht nur ihr "deutschen" ausgesezt sondern auch wir genauso! (ich meine man sollte dies nicht so veralgemeinern nur wegen ein paar dämlichen beamten)

aber fakt ist ich würde da mal sorichtig wirbel machen, denn die aussage alleine ist wohl mehr als ne frechheit!

mfg martin
 
Hallo zusammen,

ich werde das mit der Beschwerde auf jeden Fall machen. Anwesend war noch mein Vater als Zeuge, aber ich denke, dass die Österreicher dieser Beschwerde nicht nachgehen werden, da sich die Polizisten untereinander so wie so alle decken.

Bei uns hier würde man so etwas als "abgekarteltes" Spiel bezeichnen. Ich rechne mir da sehr wenig Chancen aus. Ich habe inzwischen schon den Text an die Schlepper Post und die Traktor Classic geschrieben, aber noch keine Reaktion darauf bekommen. Habt ihr vielleicht noch Adressen von Oldtimerzeitungen, in denen man das veröffentlichen könnte? Gerne auch ein paar österreichische Zeitungen!

Mit dem Veranstalter der Traktor WM habe ich gerade gesprochen. Für sie ist es okay, wenn ich in den Zeitungen über diesen Vorfall berichte und sie stehen in dieser Sache auch hinter mir.

Ich werde euch auf jeden Fall weiterhin auf dem Laufenden halten!

Viele Grüße

Sebastian

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Ja das ist ja das aller letzte, was meinen die was sie sind? Waren wohl voll die Oldtimer Hasser!Auf alle Fälle beschwerden evtl. zum Anwalt (ich hoffe du weißt noch wie die Penner geheißen haben), schon der Spruch von den Polizisten "Oldtimer allesamt auf den Schrott und nicht auf die Straße gehören" ist ja eine Frechheit, sowas darf kein Polizist sagen.Darf ein Polizist einfach so mal mit deinen Eicher eine Runde drehen und dann alles schlecht machen? Kann ich mir nicht vorstellen! Halt uns bitte aufn laufenden 
 
Hi,versuch‘s mal bei der Kronen Zeitung www.krone.atIst sowas wie Bild in Deutschland oder Blick in der Schweiz.Beamtenwillkür gibt‘s übrigens fast überall. Als Ausländer biste da halt immer am kürzeren Hebel.Mir hamse in Italien mal 74 Euros abgeknöpft, weil ich kein Länderkennzeichen am Womo hatte. Während der eine Beamte dann den Strafzettel ausfüllte, kamen des anderen Beamten Kumpels mit dem Motorrad zu Besuch und haben ein wenig rumgealbert. Komischerweise galt für diese Motorradfahrer nicht mal eine Helmtragpflicht...Gruss, Marcel 
 
Hammadi:

Nachtrag:

es wäre müßig zu erwähnen, dass ich seitdem keinen Urlaub, noch nicht einmal eine Durchfahrt in/durch Ösiland machte
Hallo,

ich denke, das ist das einzige was man machen kann: Einen großen Bogen um Ö. machen.

Das mit dem Anwalt bringt nichts. Als Ausländer bekommst du in Ö. nie Recht. 

Gruß MP4
 
Kann man nichts machen wenn die sich so aufführen. Würde mich nicht besonders wundern, oder mich großartig darüber ärgern, die sind halt so. Wahrscheinlich in diesem Fall auch sehr kleinlich. Wie das alles gemessen werden soll weiß ich auch nicht, nur ab 85db ist es wirklich schädlich für die Ohren, vor allem über einen längeren Zeitraum.
 
Servus Max,

die Geschichte hat inzwischen ein relativ glimpfliches Ende genommen.

Es kam ein Brief von unserem Landratsamt ins Haus geflattert, dass ihnen die Kennzeichen von der österreichischen Polizei zugeschickt wurden, weil der Oldtimer angeblich nicht verkehrssicher sei.

Man soll innerhalb von 10 Tagen einen Bescheid von einer Werkstatt, der Polizei, einem TÜV‘ler o.ä. bringen, auf dem steht, dass der Traktor dennoch verkehrssicher ist. Daraufhin bekommt man die Kennzeichen wieder ausgehändigt.

Diese Maßnahme müssten sie leider machen, da sie dem Bericht der Polizei nachgehen müssten.

Da aber mein Eicher zu der Zeit schon komplett zerlegt in der Ecke stand, habe ich dort angerufen und gefragt, was ich nun machen solle. Die Frau am Telefon war sehr freundlich und sagte, dass das überhaupt kein Problem wäre, wenn der Traktor zur Zeit restauriert wird. Man soll ihn einfach bis er fertig ist abmelden, dann bekommt man auch die Kennzeichen wieder ausgehändigt. Wenn er dann hoffentlich im Frühjahr fertig ist, soll ich mit dem vorhin bereits erwähnten Bescheid von einer Werkstatt zur Zulassungsstelle kommen und ich bekomme auf meine Kennzeichen wieder den Stempel und die Sache ist abgeschlossen.

So viel Aufwand wegen so einem kleinen Eicher...

Naja, wie auch immer, meine Traktoren werden das österreichische Land nicht mehr sehen. Wenn, dann werden sie auf Anhänger verladen und mit dem Auto gezogen. Aber auf Achse werde ich sicher nie mehr wieder das österreichische Land betreten / befahren.

Viele Grüße

Sebastian

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