Bin ich zu doof ein 8/2 Agriomatikgetriebe zu schalten?

Hallo,

erst mal noch "FROHE OSTERN" an alle.

Hab selber auch schon 2 verschiedene 326 gehabt. Der Arme lief eigentlich immer an der oberen Grenze oder drüber. z.B. Güllefaß mit 3000ltr. Fahr Ladewagen 327 oder Mähwerk KM22 und immer am Hang. Den ersten hab ich ca. 1500h gefahren- der wurde dann mit einem Schlachtschlepper komplett durcheinander gemischt. Das Schaltgetriebe war dann aber vom 2. Schlepper. Dannach hat er noch weiter 1000h bei mir gelaufen. Hab ihn dann ruhigen Gewissens an einen Kumpel verkauft. Seit dem tut ein 433 diese Arbeiten etwas entspannter.

Das erste Getriebe war etwas haklig beim Schalten. Aber nach viel Übung hat es dann gut geklappt. Das zweite Getriebe war etwas "weicher" zu schalten.

Ein paar Tips aus meiner Erfahrung:

Beim Hochschalten (vor allem unter Last) geht es mit höherer Drehzahl besser als im unteren Drehzahlbereich. Somit kann man sich auch eine längere Schaltpause erlauben, ohne dass der Schwung futsch ist. Zwischengas oder Zwischenkuppeln bringt beim Hochschalten nix.

Beim Runteschalten unter Last ist der Sprung vom 8. auf 7. Gang zu klein. Am Berg hat man keine Chance in der gegebenen Zeit mit Zwischenkuppeln runterzuschalten. Am besten ging es da direkt vom 8. in den 6. Gang mit Zwischengas und  Zwischenkuppeln. Wenn der Berg zu stark war- oder der Anhänger mal wieder zu voll :-) ,und es ist absehbar, dass der 6. Gang auch nicht reicht, dann am besten gleich langsam vom 8. in den 4. Gang mittels Agriomatic. Kupplung nur zum Auskuppeln von Straßengruppe in Neutral. Einkuppeln dann mit Agriomatichebel.

Gruß,

Martin
 
Jungejunge, da hab ich aber Emotionen ausgelöst...uiuiui...

Also folgendes nehme ich als Extrakt aus Euren Beiträgen mit

- Das 8/2 Agriomatikgetriebe macht nicht jedem Freude

- wenn irgendwo ein alter , roter aus Neuss auftaucht und geschaltet wird, kracht es meistens und es stört eh keinen mehr, man gewöhnt sich dran

- manche haben geübt und Fortschritte gemacht (werde ich jetzt auch mal tun), manche haben aufgegeben und schalten so wenig wie möglich (meine letzte Option)

- Bei manchen klappts so wie man es laut Handbuch machen soll, bei andern nicht.

- Meinen D212 hab ich rauf wie auch runter problémlos und geräuschlos immer mit Zwischengas und Zwischenkuppeln geschaltet ==> Das hat super funktioniert

- Ich versuch mal die Varianten

* Hochschalten ohne Zwischengas

* Hochschalten nur mit Zwischenkuppeln und Zeit lassen

* Hochschalten nur mit Zwischenkuppeln und schnell schalten

evtl. bin ich am Wochenende Holz machen, dann kann ich mal testen.

Frasch (Sorry für den dämlichen Nutzernamen)
 
Bald schon peinlich was hier manche Leute so von sich geben.  Der eine macht erstmal alle gut gemeinten Ratschläge schlecht, kann selber aber mal garnichts zum Thema beitragen. Der andere lässt sich über einen Nutzernamen aus, womit auch keinem geholfen wird ... So kann man auch die Neuzugänge verkraulen, die Stammmitglieder ebenfalls

Aber du hast deine Antwort ja quasi schon gefunden.

Probier einfach mal alle genannten Varianten aus an einem ruhigen Plätzchen, eine wird dir schon liegen!

Und ich füge noch eine dazu:

* Hochschalten ohne Zwischengas

* Hochschalten nur mit Zwischenkuppeln und Zeit lassen

* Hochschalten nur mit Zwischenkuppeln und schnell schalten

* Hochschalten nur mit schnell schalten ( im oberen Drehzahlbereich klappt es super)

Gruß Pascal
 
Was auch noch sein kann das der Schalthebel eingelaufen ist an den so sag ich mal Ausspannungen .Unter den Hebel  sitzen Halbkugelstifte im Schaltturm die den Hebel gegen verdrehen festhalten! Wenn die Kugeln abgenutzt sind kann man den Hebel axial verdrehen!

Kurti 
 
Hallo Kurti,

kann schon sein, aber ich glaube dass das große Problem bei vielen hier besteht, das sie nicht wissen welche Vorgänge in einem unsynchronisieren Getriebe sich abspielen. Ausserdem werden hier die unsynchronisierten Getriebe der D-Linie (Schubradgetriebe) mit den Leichtschaltgetrieben ( Klauen oder Muffenschaltung) der CM-Linie in einen Topf geschmissen nur weil beide Getriebe ein 8+2 Getriebe sind.

Ich versuchs mal für das Getriebe der D-Linie ( unsynchronisiert ) zu erklären.

Wir stellen uns mal einen Kraftstrang vor. Also Motor > Kupplung > Getriebeeingangswelle mit Zahnrädern > Getriebeausgangswelle ebenfalls mit Zahnräder > Kegel und Tellerrad > Differentialgetriebe > Bullgears > Achswellen und Räder.

Wichtig für das Schalten ist das rot unterlegte.

Wir müssen also die drehzahl des Motores mit der tatsächlichen Umdrehungsgeschwindigkeit der Räder in Einklang bringen.

Stellen wir uns nun mal vor, wir fahren im sechsten Gang an, und beschleunigen den Traktor. Dreht nun also unser Motor mit 1500U/min so drehen alle Zahnräder der Getriebeeingangswelle mit exakt 1500U/min. Die Getrieberäder der Getriebeausgangswelle dreht sich in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit. Möcht ich nun hochschalten, so muß ich die Getriebeeingangswelle mit hilfe der Drehzahl des Motores abbremsen, damit die Zahnräder wieder zusammenpassen ( synchronisieren ), denn die Getriebeausgangswelle mit ihren Getrieberädern dreht sich ja nach wie vor in abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit. Das Abbremsen der Eingangswelle geht aber erst, nachdem ich die Zahnradpaarung des sechsten Ganges getrennt habe. Also, Kupplung treten, sechster Gang raus, Gas weg Kupplung kommen lassen. Nun ist die Verbindung vom Motor zur Getriebeeingangswelle wieder hergestellt und diese dreht nun mit Leerlaufdrehzahl. Damit wir nun den siebten Gang einlegen können trennen wir mit der Kupplung noch mal den Kraftstrang, und legen im besten Fall den siebten Gang geräuschlos ein.

Beim herunterschalten müssen wir vor dem einlegen des nächst niedrigern Gangs die Getriebeeingangswelle beschleunigen, deshalb und nur deshalb geben wir Zwischengas. Hier ist es wichtig ein Gefühl zu entwickel wieviel Zwischengas notwendig ist. Wir wollen ja das Zahnrad der Eingangswelle, mit Hilfe der Drehzahl des Motors, auf die passend Geschwindigkeit des entsprechenden Zahnrades der Getriebeausgangswelle, die ja in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit dreht, bringen.

Also Kupplung treten, Gang raus, Kupplung kommen lassen um die Verbindung des Motors mit der Getriebeeingangswelle herzustellen. Nun wird diese mit Hilfe des Motores beschleunigt, dazu geben wir Zwischengas. Jetzt wird die Kupplung getreten und der nächst niedrigere Gang eingelegt.

Ich hoffe das war jetzt verständlich und der eine oder andere weis jetzt warum Zwischengas beim Hochschalten keinen Sinn macht und beim runterschalten unabdingbar ist.

Diese Beschreibung gilt allgemein und sollte auf jedes unsynchronisierte Getriebe ( Schubradgetriebe ) Anwendung finden..

Gruß

Uli
 
Genau so ist es, Uli. Danke. 

Vielleicht können sich manche hier jetzt endlich von dem Blödsinn verabschieden, beim Hochschalten Zwischengas zu geben. Es wird nötigenfalls doppelt gekuppelt, aber keinesfalls der Motor auf höhere Drehzahl gebracht.

Ich frage mich, wie man nur derart beratungsresistent sein kann.

Gruß

Michael
 
Hallo Michael,

das Problem ist, dass die meisten vergessen das so eine D-Linie dem Stand der Technik von 1956-1966 entsprich. Damals war es üblich in Nutzfahrzeugen, aber auch in stink normalen PKW´s ein unsynchronisiertes Getriebe zu verbauen und jeder konnte und wußte damit umzugehen.

Heutzutage gibt es solche Getriebe nur noch in Oldtimern, darum wird das auch in keiner Ausbildung mehr richtig gelehrt.

Ich hatte das Glück das mein Vater, für unsere Zimmerei, ein Magirus Eckhauber von 1962 mit Kranaufbau, in 1988 kaufte. Der war auf 7,49t abgelastet und so konnte ich ausgiebig unsynchronisiert fahren lernen, und Papa war ein guter Lehrmeister.

Mein D 320 hat ein sechsgang Getriebe und das schaltet sich ja bekanntlich auch dann noch einigermaßen, wenn man keine Ahnung vom unsynchronisierten fahren hat. Der Magirus war da allerdings ein anderes Kaliber.

In unserer Feuerwehr hatten wir übrigens von 1987 bis 2008 den gleichen Magirus als LF16TS ( Baujahr 1963 ). Den habe ich, nachdem ich meinen Führerschein Klasse 2 (heute CE) hatte, auch regelmäßig gefahren. Ich war die letzten 8 Jahre sogar Gerätewart von diesem Fahrzeug.

Und wie so oft hier schon besprochen " Übung macht den Meister ".

Also Kopf hoch, Zahnräder geputzt, und immer fleißig üben, dann klappts auch mit dem geräuschlosen Schalten.

Gruß

Uli
 
Hallo Uli, 

das Problem hier ist nicht vorrangig, dass es keiner gelernt hat, sondern dass jeder meint, mitreden zu können, der schonmal einen alten Traktor im Fernsehen gesehen hat. Im übertragenen Sinne. ;)

Es wurde von mehreren hier erkannt, dass der Fehler des TE im Zwischengas beim Hochschalten liegt. Aber keiner wollte es hören und man bestand auf seinen falschen Ratschlägen. Übrigens reichlich typisch in diesem Forum hier. Weshalb ich auch eher wenig hier schreibe. Es bringt einfach nix.

Ich hatte damals beim Bund die letzte Emma der Kaserne. Atomkoffer. Ein wunderbares unsynchronisiertes Getriebe, das man mit etwas Gefühl ganz ohne Kupplung schalten konnte. Wozu mir übrigens der alte Schirrmeister bei der Einweisungsfahrt geraten hat.

Gruß

Michael
 
Also es ist ja alles super beschrieben worden die letzte Beschreibung von Uli insbesondere, wenn man jetzt noch tiefer einsteigen will erstellt man sich ein Diagramm Geschwindigkeit über Motordrehzahl dann erkennt man genau auf welche Drehzahl man die Eingangswelle bringen muss. Also aus den Getriebe Daten das Diagramm erstellen.. Dann merkt man z.B. dass der Sprung von 6nach7 rel gross ist und beim Hochschalten die Drehzahl fallen lassen muss bzw warten.

VG Markus
 
Ruhig Blut Michael,

ich gebe Dir ja recht mit dem Schreiben hier im Forum , und den unverbesserlichen die ihr Halbwissen hier präsentieren.

Ich nehme mir dann aber immer ein Beispiel an den ( noch älteren ) alten Hasen wie z.B. Alwin oder Dieter ( Linksdreher ) die immer wieder unermüdlich ihr Fachwissen rüberbringen und somit das Forum doch auf einem sehr hohen Niveau halten.

Gruß

Uli
 
Hallo Frasch

Ich fahre IHC D436,323 und 423 mit Agriomatik Getriebe. Ich fahre nach gehör (Motordrehzahl). Ich bin quasi auf dem 323 aufgewachsen. So nun zu deinem Problem : Den 6ten gang (womit man auch mit last anfahren kann) Darfst du ohne Last max. 1300U/min fahren dann Kuppeln und zügig in den 7 Gang schalten. Vom 7 Gang in den 8 Gang mußt du anders verfahren . Da musst du frühgestens bei 1700U/min Kuppeln und dann in den 8 Gang schalten. Unter Last sieht dasanders aus, da mußt du eh die Gänge hoch jubeln, weil dem DD111 die Leistung fehlt. Und wenns denn knarrt, denn ist es eben so, das verzeiht dir das Getriebe auch. Man kann es aber auch ohne Knarren hin bekommen, das mußt du aber wirklich üben. Runter schalten geht mit zwei mal kuppeln und zwischengas. Oder ohne zu kuppeln, geht meines erachtens besser. Bei Last von 8ten auf 7ten Gang ohne Kuppeln bei 1800 U/min, beim 7ten in den 6ten ohne kuppeln bei 1600U/min da quält sich der Schlepper auch schon ganz schön. Ohne last musst du wieder ausprobieren und üben. Ich schalte ohne last bei niedrigen Drezahlen max. 1400U/min ohne kuppeln. (aber wie gesagt üben)

Aber wenn man sich dran gewöhnt hat ist es ein gutes Getriebe , welches man auch gut fahren kann. Man muß sich halt dran gewöhnen.

Aber bei einem gebe ich dir recht, als ungeübter kommst du mit dem Zf Getriebe leichter klar. da kann man auch bei einmaligen kuppeln vom 6ten in den 5ten Gang schalten. Zumindest ist es beim 219 meines Bruders so.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen. Viel Spaß noch mit deinem kleinen roten ist ein guter und solider Schlepper.

Gruß Andre
 
Hallo Frasch,

Muß auch noch meinen Senf dazu geben.

Beim zurückschalten mußt Du die Geschwindigkeit auch verlangsamen. Vom 8. in den 7.

8.Gang raus u.Kupplung loslassen. Jetzt mußt Du die Geschwindigkeit verringern,(ausrollen lassen) dann Zwischengas geben,kuppeln und den 7. rein

Beim verlangsamen solltest Du etwa die Geschwindigkeit des 7. Ganges haben.Er darf auf keinen fall zu schnell sein.

Beim zurückschalten mit Last am Berg muß es natürlich schnell gehen, sonst rollt er ja zurück.

                                         Gruß     Harry
 
Also Leute ich war heute unterwegs und hab das mit den Schalten nochmal bisi genauer ausgetestet.

Hochschalten mit schnellem Zwischenkuppeln, ohne Zwischengas und beim 2. schnellen Kuppeln den Gang reinschieben. Hab immer einen reinbekommen , das war schon mal gut heute, musste nicht anhalten weil ich gar nichts mehr reinbekommen hab.

Also ich hatte nur hochzuschalten vom 6. in den 7. , da kratzt es meist ein bisschen, ich denke da komm ich evtl beim Schalthebel durchziehen zu weit an den 1. oder so ran, da üb ich noch ein bisschen.

vom 7. in den 8. habe ich nun überhaupt keine Probleme mehr gehabt, mit Konzentration und schnellem Schaltvorgang konnte ich IMMER geräuschlos schalten. Juhuuu!!!

Danke für die vielfältigen Tipps und Meinungen, irgendwie hat es auf jeden Fall geholfen.

Schönes Wochenende und immer eine ruhige Hand beim Schalten

Mfg Frasch
 
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