Hallo Jürgen,
folgende Info:
Bio-Hydrauliköltypen: Es gibt verschiedene Arten, auf Basis pflanzlicher Öle (z.B. Rapsöle) oder synthetische Öle (sogenannte synthetische Ester). Beide sinbd prinzipiell geeignet, ich empfehle Dir aber zu einem hochwertigem Markenfabrkat, z.B. von John Deere (Sorry, ich weiss, dass es ein IHC Forum ist) gibt es z.B. das sogenannte BioHygard was dort auch für die Hydraulik freigegeben ist und so additiviert ist, dass es auch mit älteren JD Traktoren zurecht kommt.Das sollte dann einigermassen gut auch zum IHC passen.
Zum Thema Dichtungen: Bio-Öle haben abhängig vom Additivpaket und dem Grundöl die unangenehme Eigenschaft, dass sie bestimmte Dichtungsmaterialien angreifen, entweder quellen die Dichtungen auf oder sie verspröden, das Ergebnis ist immer das gleiche: Deine Maschine wird undicht. Wenn es undicht wird und Du Dichtungen wechselst, achte darauf sogenannte HNBR oder Viton Dichtungen zu verwenden. Insgesamt ist das Hydrauliksystem beim 654 zum Glück nicht mit allzuvielen Dichtungen ausgestattet, am kritischten ist die Pumpe.
Da aber das Hydrauliksystem vom Öltemperaturbereich relativ niedrig liegt, verglichen mit modernen Traktore,n verlaufen diese Reaktionen aber deutlich langsammer.
Ganz wichtig bei der Anwendung der o.g. Öle ist, dass kein Wasser in das Öl kommt, da diese sich dann in Ihre Bestandteile (Alkohole und Fettsäuren) aufspalten, die dann z.B. wieder Dichtungen aber auch Kupferlegierungen angreifen und ggf. zum Verhärzen bei Kontakt mit Luft also wenn Öl irgendwo ausgetreten ist, neigen. Das sieht dann so aus wie Motorsägen die mit Biokettenöl der ersten Generation betrieben wurden.
Wenn Du deinen Traktor mit Bio-Öl befüllen willst, kommt dem Umölen eine besondere Bedeutung zu (Den Umweltaspekt einfach mal aussen vor gelassen), da Bio-Öle nicht immer kompatibel mit Mineralölen sind: Also Hydraulik entleeren, z.b. auch den Saufilter rausnehmen und reinigen und auch die Zylinder und nach Möglichkeit auch Leitungen entleeren. Mit dem Bioöl befüllen, alles schön durchspülen, entlüften dabei die Maschine aufwärmen und anschließend alles wieder ablassen (gleiche Prozedur). Dann sollte die Restmenge so gering sein, dass sie keinen Schaden mehr macht. Normen schreiben vor den Restanteil unter 3% zu halten, praktisch kannst Du dies aber nur durch eine Ölanalyse untersuchen lassen, ich rate Dir daher eher zu o.g. Verfahren.
Da die o.g. Biohydrauliköle über eine geringere Abhängigkeit der Viskosität von der Temperatur verfügen,d.h. bei hohen Temperaturen ist die Viskosität größer als bei einem normalen Hydrauliköl gleicher Viskositätsklasse, kann theoretisch auch mit einer Vikositätsklasse niedrigeres Öl gefahren werden, also zum Beispiel Klasse 22 statt 32. Dies hat im Winter Vorteile, da das Öl dann etwas besser fließt. Auf die Dichtungsverträglichkeit hat das noch keinen Einfluss.
Gruß
Andreas