Bio Hydraulik-Öl beim IHC654

holzfaeller

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5 Oktober 2008
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Hallo IHC-Gemeinde, liebe Technikfreaks,

die neue Holzsaison steht vor der Tür bzw. hat für den Einen oder Anderen bereits angefangen. Beim diesjährigen Gespräch mit unserem Förster sagte uns dieser, dass ab nächstem Jahr nur noch Schlepper, die auf Bio-Öl umgerüstet seien, in unseren Wälder zum Holzmachen fahren dürften.Das alles währe eine gesetzliche Bestimmung in NRW.

Unabhängig davon, ob das alles so richtig und vor allem sinnvoll ist, kommt mir natürlich sofort die Frage auf, ob dass mit unseren betagten IHC’s überhaupt möglich ist. Dieses Zeug soll ziemlich aggressiv gegen Dichtungen sein. Hat sich schon jemand von Euch mit dem Thema beschäftigt?

Viele Grüße

Jürgen
 
Vielen Dank für Deine Antwort. Sie ist aber leider wenig hilfreich, da der Sinn oder Unsinn nicht bei mir zu erfragen ist. Mir geht es nur um den technischen Aspekt.

Viele Grüße
 
Hallo Jürgen,

für Stapler giebt es Hydrauliköle speziell für die Lebensmittelindustrie, werden glaub ich mit H1 gekennzeichnet.

Ich würde mal Esso / Schell usw. oder Staplerhersteller zB. Jungheinrich anrufen.

Da giebts dann Datenblätter für die Ölsorten, weche du dann auch bei Bedarf zeigen kannst.

Die Viskosität kann umgeschlüsselt werden, ob Dichtungen da dann drunter leiden ???

Es spielt sicher eine Rolle wie das Hydr. Öl zusammengesätzt ist. Beim Biokraftstoff sind es ja die Zusätze welche argessiv gegen Dichtungen sind.

Es wird sicher nicht nur Salatöl sein, da wird die Suppe ja ranzig auf die Dauer :-) .

Bin gespannt ob du was erreichen kannst.

 

 

 

 

Bei ner schwarzen Wolke gibt’s kein Regenwetter sondern es zeigt sich bald ein Neusser Schlepper

Viele Grüße Henry
 
- und wie wollen die "Herren" prüfen ob Du das gewünschet Öl im Schlepper hast ?? - Ich würde vermutlich aus Rücksicht auf meinen Schlepper ein wenig Fantasie bei der Ölfüllung (zumindestens wenn man mich danach fragt) walten lassen. - Stell Dir doch zum "nachfüllen" noch zusätzlich einen halbvollen 5l-Kanister von dem gewünschten Öl auf den Schlepper.....

??

;-)

Carsten
 
sollen lieber schauen, dass die Leitungen dicht sind ...

 

beim Kettenöl für die Motorsäge lasse ich mir da ja gefallen, das spritzt je betriebsbedingt durch die Gegend, aber

für ein geschlossenes System ?????
 
Hast du schonmal gesehen wenn bei einem Kran ein Hydraulik Schlauch abreißt? Da gehen schon ein paar Liter in die Umwelt. Bei uns im Forst müssen alle gewerbsmässigen forstarbeiter Bio Öl fahren.
 
Ich hatte es befürchtet. Wenn man so eine Frage stellt, bekommt man jede Menge Antworten, die man gar nicht hören will. Es gibt tausend Gründe, warum so eine "Vorschrift" unsinnig ist. Das wissen wir doch alle. Deshalb  hatte ich doch gebeten, dies nicht mit Kommentaren zu versehen.

Danke Henry, das war bisher der einzige Beitrag, mit dem ich was anfangen kann.
 
Hallo Jürgen,

folgende Info:

Bio-Hydrauliköltypen: Es gibt verschiedene Arten, auf Basis pflanzlicher Öle (z.B. Rapsöle) oder synthetische Öle (sogenannte synthetische Ester). Beide sinbd prinzipiell geeignet, ich empfehle Dir aber zu einem hochwertigem Markenfabrkat, z.B. von John Deere (Sorry, ich weiss, dass es ein IHC Forum ist) gibt es z.B. das sogenannte BioHygard was dort auch für die Hydraulik freigegeben ist und so additiviert ist, dass es auch mit älteren JD Traktoren zurecht kommt.Das sollte dann einigermassen gut auch zum IHC passen.

Zum Thema Dichtungen: Bio-Öle haben abhängig vom Additivpaket und dem Grundöl die unangenehme Eigenschaft, dass sie bestimmte Dichtungsmaterialien angreifen, entweder quellen die Dichtungen auf oder sie verspröden, das Ergebnis ist immer das gleiche: Deine Maschine wird undicht. Wenn es undicht wird und Du Dichtungen wechselst, achte darauf sogenannte HNBR oder Viton Dichtungen zu verwenden. Insgesamt ist das Hydrauliksystem beim 654 zum Glück nicht mit allzuvielen Dichtungen ausgestattet, am kritischten ist die Pumpe.

Da aber das Hydrauliksystem vom Öltemperaturbereich relativ niedrig liegt, verglichen mit modernen Traktore,n verlaufen diese Reaktionen aber deutlich langsammer.

Ganz wichtig bei der Anwendung der o.g. Öle ist, dass kein Wasser in das Öl kommt, da diese sich dann in Ihre Bestandteile (Alkohole und Fettsäuren) aufspalten, die dann z.B. wieder Dichtungen aber auch Kupferlegierungen angreifen und ggf. zum Verhärzen bei Kontakt mit Luft also wenn Öl irgendwo ausgetreten ist, neigen. Das sieht dann so aus wie Motorsägen die mit Biokettenöl der ersten Generation betrieben wurden.

Wenn Du deinen Traktor mit Bio-Öl befüllen willst, kommt dem Umölen eine besondere Bedeutung zu (Den Umweltaspekt einfach mal aussen vor gelassen), da Bio-Öle nicht immer kompatibel mit Mineralölen sind: Also Hydraulik entleeren, z.b. auch den Saufilter rausnehmen und reinigen und auch die Zylinder und nach Möglichkeit auch Leitungen entleeren. Mit dem Bioöl befüllen, alles schön durchspülen, entlüften dabei die Maschine aufwärmen und anschließend alles wieder ablassen (gleiche Prozedur). Dann sollte die Restmenge so gering sein, dass sie keinen Schaden mehr macht. Normen schreiben vor den Restanteil unter 3% zu halten, praktisch kannst Du dies aber nur durch eine Ölanalyse untersuchen lassen, ich rate Dir daher eher zu o.g. Verfahren.

Da die o.g. Biohydrauliköle über eine geringere Abhängigkeit der Viskosität von der Temperatur verfügen,d.h. bei hohen Temperaturen ist die Viskosität größer als bei einem normalen Hydrauliköl gleicher Viskositätsklasse, kann theoretisch auch mit einer Vikositätsklasse niedrigeres Öl gefahren werden, also zum Beispiel Klasse 22 statt 32. Dies hat im Winter Vorteile, da das Öl dann etwas besser fließt. Auf die Dichtungsverträglichkeit hat das noch keinen Einfluss.

Gruß

Andreas
 
Hallo,

erst mal ein Kompliment an Andreas! das nenne ich Qualität.

Ich setze seit ca. 10 Jahren an einem Spalter ein Ester, (wie von Andreas beschrieben) ohne Probleme ein. Hinzufügen kann ich eigentlich nur, dass hohe Temperaturen bei diesen Ölen kritischer zu sehen sind -> können zum Verharzen neigen.

Weiter stelle ich fest, dass das Öl, wenn es mit Sauerstoff und Wärme in Berührung kommt, seine biologische Pracht entfaltet und sich Schimmelpilze bilden. Ich hatte etwas Gesabber am Einfüllstutzen, da habe ich das festgestellt. Dies ist allerdings nicht verwunderlich, sondern eigentlich Zweck der Übung.

Einen Punkt, den Andreas schon formuliert hat, möchte ich nochmal aufgreifen und betonen!

Die Hydraulikpumpe ist die "Schnittstelle" zwischen Hydraulik- und Motorölkreislauf. Sollte die Pumpe sabbern, ist das von Aussen nicht unbedingt feststellbar. Normalerweise merkt man das wenn das Hydrauliköl schäumt, dann ist es allerdings schon recht weit mit der Undichtheit. Hier sehe ich die Gefahr, dass das Hydrauliköl in den Motorölkreislauf eingetragen wird. Das ist sicher nicht gesund.

Ich würde daher mindestens den Wellendichtgring (HNBR oder Viton, siehe Beitrag Andreas) der Hydraulikpumpe tauschen (lassen), wenn die Pumpe noch nicht sehr viel gelaufen ist.

Die restlichen Dichtungen, die mir einfallen befinden sich an den Verschraubungen der Pumpe (O-Ringe), sowie an den Flanschen der Ventile, ebenfalls O-Ringe.

Was auch noch zu beachten ist: du mußt sehr genau wissen was für Geräte z.B. Kipper du betätigst. Das halte ich für ein richtiges Problem, da die Öle sicher vermischt werden.

Gruß

Gerhard
 
Da sind sie doch noch gekommen, die Beiträge auf die ich gewartet habe. Großes Kompliment und vielen Dank.

Viele Grüße

Jürgen
 
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