Also bei uns im Ort gibt es auch eine Anlage, wobei die außerhalb liegt (ca.1km vom ortsschild weg).
Die Anlage betreibt ein Freund von mir, der vor ein paar Jahren die Milchviehhaltung aufgegeben hat und die Anlage auswärts gebaut hat.
Am Anfang noch mit Vicon Mähwerk und Agrotron 120 und Stoll Schwader und Fendt 309 LSA, dann irgendwann hat er sich einen Krone Big M 2 zugelegt, weil er ständig erweitert, mittlerweile sinds glaub ich 5 Gärbehälter und 3 riesen Fahrsilos (zum MAN Motor und der Leistung kann ich nix sagen).
Zum täglichen "füttern" wird ein Manitou Teleskoplader verwendet.
Beim Mais und Gras silieren kommen verschiedene Lohnunternehmen, die vom 930er Fendt über John Deere 6920, Case CVX 1190, Fliegl abschiebewagen bis hin zur Gülleausbringung mit Horsch Gülletrac alles haben^^
Ich fahr da ab und zu mit, deswegen weiß ich des...
Der Strom den er produziert wird direkt ins netz geleitet, seit neuestem wird an einer fernwärmeleitung gebaut die dann ein Betonunternehmen bei uns im Industriegebiet versorgen wird.
So, dann zum eigentlichen Thema:
Ob eine Biogasanlage stinkt oder nicht ist wohl von Anlage zu Anlage verschieden.
Da spielen, wie erwähnt, solche sachen wie die Windrichtung zum beispiel eine rolle, bzw hab ich schon gehört dass es auf die richtige silo mischung ankommt.
Keine Ahnung.
Bei uns is es auf jeden Fall so, dass sie am Anfang gestunken hat wie die Pest.
Der Gestank des Silos war echt bis ins Dorf zu riechen, und da kam selbst das übel riechende silo vom örtlichen Großbauer nicht dagegen an.
Wie sich eben später rausstellte, kommt es auf die richtige mischung drauf an, und als er des alles angepasst hat, hats erstaunlicherweise nicht mehr so gestunken, manchmal hat man dann nur noch das silowasser gerochen, das unten rausfließt.
Dann des eigentliche Problem, wenn man vorbeigefahren ist, hat man das Biogas gerochen.
Und so gut riecht des auch net.
Wie sich dann eben wieder rausgestellt hat, war irgendwas undicht, und so nebenbei hat er auch noch zu viel Gas produziert, das dann irgendwo abgehaun is.
Aber auch des Problem hat er mittlerweile im Griff.
Nächstes Problem: Die Gülle.
Da bei uns viele Bauern aufgegeben ham, hat der Biogasbetreiber alle felder rund ums dorf aufgekauft.
Wenn dann Gülle gefahrn wird, stinkt es logischerweise rund ums ganze Dorf und auch innen drin.
Des wird immer mit dem Horsch Trac und 3 Zubringerfässern gemacht.
Die Gülle hat mal so dermaßen gestunken, das war echt unerträglich. Meist wurde sie in der nacht ausgebracht, und am nächsten morgen hat man die tür aufgemacht und wurde echt umgehaun.
Teilweise konnte man die fenster nicht aufmachen.
Ich bin mit der landwirtschaft groß geworden und bin an gestank gewohnt, aber das übersteigt echt alle vorstellungen.
Irgendwann wurde dann nur noch mit schleppschläuchen gearbeitet und an der Gülle durch irgendeinen Gärprozess was verändert, sodass auch dieses Problem jetzt fast gelöst ist.
Die ganzen Probleme hier hatten natürlich viele Beschwerden bei der Gemeinde zur folge.
Dazu kommt dass unser Dorf ja schließlich 1000 Jahre alt ist und die Straßen deswegen nicht allzubreit sind.
Beim silieren spielt zeit eine rolle...weshalb die fahrer oft mit 40 und 50 Km/h (wenn der JCB nicht da ist, sonst schneller

) durchs dorf brausen, und wenn man da nicht aufpasst, kann echt was passieren.
Da rasen sie durch, und jeder einen 2 oder 3 achsigen Wagen hinten dran, wenn das ganze spiel vorbei ist sieht man auf dem teer immer die bremsspuren der anhänger (=> Luftdruckbremsen).
Die Leute ham sich da natürlich auch beschwert, auch weil einmal buchstäblich ein Hund unter die Räder kam (sah nicht so toll aus).
Mein persönliches Fazit:
Eine Biogasanlage ist meiner meinung nach immer gut, WENN sie fachgerecht geführt wird.
Wenn die Organisation und alles stimmt, is das sicherlich ein super Projekt.
Ich denke aber, dass sich der Geruch nie ganz entfernen lässt, was den standort im Dorf nicht optimal macht.
Tschuldigung für die Ausschweifung^^
Gruß