Bremse D-Linie (hier 324) Lagerdeckel auffräsen

allgaeu 353+633A

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16 Juli 2012
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87763 Lautrach
Hallo,

ich mußte an einem D324 die Bremsen instand setzen, also alles zerlegt. Da kam so allerhand zum Vorschein, herunter gerissene verhärtet und verölte Beläge und undichte Simmerringe. Also habe ich auf der linken Seite den Siri mit demSchraubenzieher heraus gehebelt und wollte das gleiche auf der rechten Seite auch machen, aber da staunte ich nicht schlecht der Siri ist von außen nicht zugänglich er liegt hinter der Bremsfläche des Lagerdeckel. Also dachte ichschraub den Lagerdeckel ab und dann komm ich an den Siri, aber ein Blick in die ET-Liste sorgte für Klarheit. Es muß der der Hydraulikblock runter das Zahnrad von der Achse herunter, das Differential aufhängen und dann den Deckelabnehmen. Ich dachte das kann doch nicht sein,links Siri heraushebeln und rechts so ein Aufwand. Also habe ich in der ehemaligen IH Werkstatt nachgefragt, die den Schlepper damals neu verkauft hatte, (glaube um die 60 Jahre IH)  er erkannte das Problem sofort und sagte, dass man links den Lagerdeckel wohl früher schon mal aufgefäst hat und das rechts auch machen müsste. Er gab mir sine selber gemachte Fräsvorrichtung mit.



Hier ein Foto wie das Werkzeug angesetzt wird. Der Fräser wird auf die Welle geschoben so das die innen abgeflachte Stellschraube als Mitnehmer in die Keilwelle greift.Der Schlepper wird hinten aufgebockt, so dass die Räder frei drehen können. Der Motor wird gestartet und in diesem Fall der Rückwärtsgang eingelegt so dass die Welle vorwärts dreht. Mit einem Splintentreiber wird dann zugestellt.





Hier dann das Ergebniss, der Siri ist von außen zugänglich.



Hier ein Blick auf das Lager wenn der Siri dann entlich nach einiger murkserei mit Spax und Schraubendreher herausen ist. Man muss aufpassen das der Siri nicht nach innen geschlagen wird.



Noch ein Bild vom Werkzeug und vom ausgebauten Siri.



Hier ist der Fräser noch besser zu sehen.



Einen kleinen Film vom fräsen  gibt´s auch noch.

http://www.youtube.com/watch?v=KXnfIRuO_to

Grüße aus dem Allgäu

Eugen
 
Einfach klasse dieses Forum !!! Es lebt durch solche Beiträge !

Danke Eugen.

Bei ner schwarzen Wolke gibt’s kein Regenwetter sondern es zeigt sich bald ein Neusser Schlepper

Viele Grüße Henry
 
Hallo,

welchen Durchmesser hat denn der Fräser außen?

und

wieviel mm hast du zustellen müssen, dass der Wedi

freiligend war?

Prima Dokumentation, mit Film, echt Klasse.

Aber ist es nicht arschgefährlich falls sich der Fräser verhacken sollte?

Oder selbst ins frei drehende Rad zu kommen?

Gruß und "Hut ab".
 
Hallo,

erstmal Dankeschön an Euch für das Lob. Der Durchmesser des Fräser ist nur etwas größer als der Außendurchmesser des Siri, genaues Maß hab ich nicht gemessen, schätze ca. 1 mm. Die Bremsfläche die durchgefräst werden mußte ist ca.5-8 mm dick = Zustellung. Zwischen Bremsfläche und Siri ist ein kleiner Zwischenraum mit einer Bohrung (siehe Schraubenzieher auf dem Foto) nach unten wo ev. austretendes Öl abfliesen soll.



Das herausgefäste Teil sieht man auf dem letzten Foto im ersten Beitrag links neben dem Fräser. Natürlich ist es nicht ganz ungefährich an rotierenden Teilen zu arbeiten, aber da beide Hinterräder aufgebockt waren konnten sich die Hinteräder drehen wenn der Fräser zuviel zugestellt wurde. Das sieht man auch im Film wenn der Fräser stehen bleibt. Durch das Differential dreht dann das Rad auf der anderen Seite um so schneller und die bearbeitete Seite bleibt stehen. Aber solche arbeiten immer mit gröster Vorsicht.

Grüße aus dem Allgäu Eugen
 
Hallo MfG,

einen Dank auch an Dich, das mit der Werkstatt wollte ich eigentlich gestern noch dazu schreiben.

Da ist meine Meinung: ich kauf auch dort meine Teile auch wenn sie vielleicht bei einem Versandhandel manchmal billiger angeboten werden (aber mit Ihm kann man auch über den Preiß reden) und beim Versandhandel sollte man auch immer die Versandkosten nicht vergessen. Auch sollte man bedenken wenn Teile am Lager sind kann man sie anschauen und auch gleich mitnehmen und eine Rep. kann abgeschlossen werden. Wenn Teile nicht am Lager sind kommen sie oft per Nachtexpess und wenn er sowieso selber bestellen muß oftmals auch ohne Versankosten. Übrigens ist guter Service nie umsonst er opfert ja auch seine Zeit auch wenn es nur Kleinikeiten sind, bei mir kann er nicht erwarten, dass ich mal einen neuen Schlepper für einige zehntausend Euro kaufe. Er weiß, dass ich bei meinen Oldtimer bleibe. Solche Tip´s und wenn man vielleicht auch mal ein Spezialwerkzeug ausleihen kann sind oft schnell ein paar Euro wert. Und man spart sich auch Zeit und langes rumprobieren. Er wird natürlich nicht jedem seine Werkzeuge ausleihen, wir kennen uns gut und er weiß, dass ich Landmaschinenmechaniker gelernt habe.

Grüße Eugen
 
ich habe mal ne frage zu diesem thema.

bei mir ist der simmering auf der - in fahrtrichtung - rechten seite undicht. bei meinem d320 ist dort der hebel fürs differential in der bremsglocke verbaut. bekomme ich dort den simmerring einfach mit dem schraubenzieher rausgehebelt (so hast du es zumindest geschrieben)?. oder muss der deckel komplett abgeschraubt werden und dafür zerlegt werden?

über eine antwort wäre ich sehr dankbar

gruss micha
 
Hallo Micha,

wenn ich es richtig verstanden habe ist der Siri von der Welle auf der die Bremsscheiben sitzen undicht. Dann mußt Du den Deckel der Bremse abbauen, Bremsscheiben und Bremsautomat entfernen, dann müsstest Du den Siri sehen können, wenn ja Siri heraushebeln dabei aber darauf achten, dass er nicht nach innen gedrückt oder geschlagen wird denn er kann Richtung Getriebe wandern weil es hinter dem Siri keinen Anschlag (Ansatz gibt). Wenn Du den Siri nicht siehst und die Anlauffläche der Bremsscheibe die Welle fast umschließt ist es so wie ich es oben beschrieben habe. Leider hatte ich kein Foto gemacht bevor ich aufgefräst habe.

Grüße aus dem Allgäu Eugen
 
danke für die antwort... leider ist es so, wie du zum schluss geschrieben hast - ich sehe den ring nicht von aussen.

das heisst dann wohl, deckel mit differential komplett abschrauben, zerlegen, ring wechseln und wieder zusammenbauen.

naja, zum glück sind die kotflügel komplett ab und man kommt dort ordentlich dran... werde die nächsten tage dazu mal nen thread aufmachen, da die technische überholung des kleinen noch mehrere punkte umfassen wird.

gruss micha
 
servus eugen,

nochmal danke für den tip mit dem fräser. hab den nachgebaut, dann haben wir die löcher gefräst. klappt einwandfrei.

fräser gibts bei ebay, find ihn grade nicht wieder.

unserer war aus dem land des lächelns und hat 17 euro geteuert.

dann aus 2 resten abgeschnittenem überrollbügel auf der drehe den rest angefertigt.

fräser hat 65 mm und die siris glaub 63. ziemliches gefummel mit spax die alten blechdichtungen rauszubekommen. wir haben die räder abgenommen, dann gings.

bremsbeläge sind nicht alt waren aber verölt. ich hab sie penibel mit pressluft, bremsenreiniger und grobem schmirgel sauber gemacht. leider hat die fuhre immer noch einen bremsweg wie die queen mary. mal schauen, wenn sichs nicht einbremst, nieten wir halt nochmal neue beläge auf.

jou theo.

edit: einbauhilfe für die wedis war ein stück abgeschnittenes plastikrohr von einer zapfwelle. also nix wegschmeißen.
 
Das Problem bei der D-Serie mit den Bremsen ist das die Trommel und der Bremsautomat einlaufen. Die Teile sind aber neu nicht ganz billig.

ich habe meine nBremsautomat zerlegt und auf einer Schleifmaschine plan geschliffen. Die Trommel hab ich aufgedreht uns zwar so das das Einbaumaß wieder stimmt.  Und siehe da ohne Kraftaufwand bekommt man bei Vollgas eine Vollbremsung hin.
 
Hallo allerseits,

ich bin bei meinem MC Cormick D432 auf das gleiche Problem gestoßen, kenne aber leider keine Werkstatt mehr, die so einen Fräser haben könnte. Ist hier eventuell jemand dabei, der so einen Fräser hat oder besorgen kann und diesen verleihen würde? Ich möchte auch ungern den Kraftheber runter bauen usw., deswegen dachte ich, dass ich vielleicht mal hier frage, da ja bereits einige diese "Reperatur" durchgeführt haben. Natürlich gibts auch was fürs Verleihen!

vielen Dank schonmal im voraus! 
 
Ist doch nichts Weltbewegendes. Darüber gab es schon 1961 einen entsprechenden Kundendienstbrief. Gruß, Dieter, der "Linksdreher" aus Hessen.eup-1137381752-84ab53e500684eeb6449f1b5b90b9af8-1658262097_big.webp
 
Hallo Dieter, bitte entschuldige, aber ich weis nicht so ganz, was ich mit dem Brief anfangen soll. Ich suche nach einem besagten Fräser und nicht einem Kundendienstbrief. Oder steht in dem Brief, wie man solch einen Fräser selbst bauen kann? 
Gruß Justus
 
D432Cormick:

Hallo allerseits,

ich bin bei meinem MC Cormick D432 auf das gleiche Problem gestoßen, kenne aber leider keine Werkstatt mehr, die so einen Fräser haben könnte. Ist hier eventuell jemand dabei, der so einen Fräser hat oder besorgen kann und diesen verleihen würde? Ich möchte auch ungern den Kraftheber runter bauen usw., deswegen dachte ich, dass ich vielleicht mal hier frage, da ja bereits einige diese "Reperatur" durchgeführt haben. Natürlich gibts auch was fürs Verleihen!

vielen Dank schonmal im voraus! 
Hallo Justus,

frag doch einfach mal den Eugen, der diesen Post erstellt hat, ob er dir das Teil zusendet. Da man den Fräser ja maximal 2mal braucht, liegt er wahrscheinlich eh nur im Regal.

Bei meinem IHC 423 aus Baujahr 1969 gibt es übrigens auch dieses Problem. Man kann den Dichtring zwar sehen, aber weder auf der rechten noch auf der linken Seite lässt sich der Ring nach der "Spax-Methode" entfernen. Da die Dichtringe einen Metallring haben, sitzen sie sehr stramm drin. Ich würde fast sagen sie sind eingepresst worden. Mir blieb nichts anderes übrig als den Hydraulikblock zu entfernen.So ein Fräser hätte mir zwar eine bessere Sicht beschert, aber rausbekommen hätte ich die Dinger trotzdem nicht.

Für mich als Laie eine ordentliche Herausforderung, aber wenn man mit ein Paar Mitgliedern hier aus dem Forum Kontakt hat und die einem sagen, dass sie vor 20 Jahren auch so angefangen haben, macht es einem Mut sich da ranzuwagen.

Ich sehe es positiv. Nun weiss ich wie es unter dem Block aussieht und wie das Zusammenspiel von Differential, Achsen und Bremse funktioniert. Und auch die Zapfwelle ist nun keine unbekannte Stange mehr.

Gruss Joerg
___
„Wenn Information von Menschen im Dialog oder in einer Diskussion verarbeitet wird,
dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Hallo Joerg, 

vielen Dank für die Info! Das hilft mir schonmal weiter, ich habe jetzt mal zwei Mitglieder persönlich kontaktiert, in der Hoffnung an solch einen Fräser ranzukommen. Wenn ich keine Antwort erhalte, dann werde ich auch den Hydraulikblock herunternehmen usw.

VG Justus 
 
Der im Bild sichtbare Bund (Bild Nr.: 1 war im Weg). Wenn der weg war konnte man den Simmerring wechseln. Ich hatte mir einen Meissel in Eigenbau selbst geschmiedet und geschliffen, das gefunzt wie Gretchen Benz. Alles in einbebautem Zustand. Gruß, eup-1137381971-18c040ffe861865420edb1bd69ee6ecd-1658307317_big.webpDieter, der "Linksdreher" aus Hessen.
 
Nur zum Verständnis, ich bin davon ausgegangen, dass der Anschlag die Bild-Nr. 2 ist. Ist bei mir die störende Stelle bereits entfernt worden? Ich habe hier mal ein Bild von meinem Schlepper. Für mich sieht das so aus, als ob der Siri an der zu sehnden Kante anliegt. Eventuell kann mir ja kurz jemand sagen, ob bei mir überhaupt was gemacht werden muss, um den Siri zu entfernen. Vielen Dank! 
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Hallo zusammen,

aus vorherigen Zuschriften war mir das Problem mit dem ausfräsen bekannt.

wurde das ganze bei späteren Modellen nicht werkseitig so abgeändert ,sodass auch hier der Simmering ohne die fräsprozedur normal getauscht werden kann ?

wenn ja ,wäre die setiennummer interessant. Dieter Du wirst hier mal wieder besonders angesprochen.

gruss bleibt gesHarry 
 
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