D214 läuft nicht richtig nach Motorüberholung. Einspritzung?

Neimsy

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Hallo zusammen, 

kurz zur Ausgangssituation. Ich habe die letzten Wochen unseren D214 am Motor komplett zerlegt und alles neu gelagert da er unten und an der Kurbelwelle gesifft hat. Neue Kolben auch, Buchsen sind geblieben, waren noch im Maß und sahen gut aus.

Hatte somit die Welle der Einspritzpumpen auch raus. Habe dann beim Zusammenbau alles wieder nach Handbuch eingestellt (Tropfenbildung), dachte ich zumindest.

Jetzt wo alles wieder zusammen ist folgendes Bild

  • springt an und läuft quasi nur auf Standgas.
  • Bleibt am Leben aber nimmt kein Gas an.
  • Unterbrochener dunkler rauch im Takt eines Zylinders aus dem Auspuff. 
Meine Vermutung also das mit der Einspritzung etwas nicht stimmt. Was habe ich also getestet?

  • Gestartet und laufen lassen
  • Zuleitung Einspritzpumpe vorderer Zylinder abgeschraubt, Trecker geht aus.
  • Gleiches hinterer Zylinder, bleibt am Leben. 
  • Rauch blieb unverändert.
Teilt ihr meine Meinung oder kann es auch noch etwas Anderes sein? Müsste er selbst wenn er nur auf einem Zylinder läuft, trotzdem Gas annehmen? 

Wie kann ich feststellen ob es eher zu früh oder zu spät ist oder ist das eine Sache des Ausprobierens?

Vielen Dank für eure Hilfe 

Neimsy 
 
Hallo, ich vermute dass Luft in der Einspritzpumpe ist, diese Entlüftet sich nicht weil der Einlauf höher liegt als der Abgang. Hier muß der Druckstutzen der Einspritzpumpe ausgebaut werden, aufpassen dass die Druckfeder nicht verloren geht, dann den Entlastungskolben rausziehen dann läuft der Diesel schnell und drückt die Luft raus, ist zwar eine Sauerei aber anders geht es nicht. Alles wieder zusammenbauen dann sollte der Motor wieder sauber laufen. Ich hoffe das hilft weiter. Schöne Grüße.
 
ih schrauber:

Hallo, ich vermute dass Luft in der Einspritzpumpe ist, diese Entlüftet sich nicht weil der Einlauf höher liegt als der Abgang. Hier muß der Druckstutzen der Einspritzpumpe ausgebaut werden, aufpassen dass die Druckfeder nicht verloren geht, dann den Entlastungskolben rausziehen dann läuft der Diesel schnell und drückt die Luft raus, ist zwar eine Sauerei aber anders geht es nicht. Alles wieder zusammenbauen dann sollte der Motor wieder sauber laufen. Ich hoffe das hilft weiter. Schöne Grüße.
Hey, bei meinen Versuchen das Problem einzugrenzen hatte ich die die Leitungn an den Einspritzdüsen ab. Es kommt an beiden Düsen etwas an, würde auch sagen es ist die gleiche Menge. Ich würde das also eher ausschließen oder?

Was hältst du von meiner anderen Theorie das die Zeiten nicht passen? Ich habe es wie gesagt eigentlich beim Zusammenbai eingestellt aber vielleicht ja nicht richtig. Die Frage ist nur kann es sich wirklich so verstellen in dem minimalen Bereich indem man die Nockenwelle ja bewegen kann das er gar nicht richtig läuft oder müsste er eigentlich zwar laufen, wenn auch schlecht und Gas annehmen? Nicht das es doch noch etwas anderes ist?

Viele Grüße
 
Hallo, das kann ich aus der Ferne nicht beantworten, das müßte ich sehen. Bau mal die Einspritzdüsen aus, Schraube sie an die Leitung so dass du den Spritzstrahl beobachten kannst und lass den Motor mit dem Anlasser drehen dann siehst du was im Motor ankommt. Zur Mengenkontrolle muß man sie in Meßgläser Abspritzen lassen. Schöne Grüße
 
Hallo Neimsy,

wenn der Trecker ja läuft, denke ich, kann die Einstellung der EP ja nicht ganz falsch sein.

Aber vielleicht bekommt die EP ja schlichtweg nicht genug Diesel?

Filter zu? Dieselleitung oder Hohlschraube unter dem Tank verdreckt?

Tank voll genug zum ordentlich entlüften?

Gruß Markus 
 
Hallo zusammen, ich habe jetzt übers Wochenende noch einmal etwas getestet.

  • ESD ausgebaut und gestartet, Spritzbild sieht gut aus. Der Trecker lief ja vor der Überholung auch sauber, wieso sollte sich dadurch was ändern! ESD sind auch schonmal gemacht worden, dürfte seitdem keine 100 Stunden haben.
  • Druck Augenscheinlich auch in Ordnung, lief ja wie gesagt vorher auch gut. Werde ich aber evtl. nochmal Überprüfen lassen.
  • Krümmer und Auspuff abgebaut und Zeitpunkt noch einmal neu eingestellt. Ergebnis vorderer Zylinder weißer Rauch, hinter schwarzer Rauch.
  • Alles nochmal entlüftet und Tank gefüllt. Er springt auch recht gut an und hängt im Standgas fest. Wenn er etwas wärmer wird, dann nimmt er jetzt auch ganz leicht Gas an, aber es dauert gefühlt ewig bis er auf Touren kommt.
  • Hier mal ein kurzes Video zum Verhalten des Reglergestänges, ich finde es ist recht wenig Bewegung dahin und selbst wenn man das Gas zurücknimmt, dann springt er gefühlt nich weit genug zurück, ich kann es mit der Hand noch ein ganzes Stück weiter zurückbewegen. Ihr kennt euch damit besser aus, was sagt Ihr zu dem Verhalten?
    Link (Sorry er will es irgendwie nicht einbauen, deswegen der komplette Link zu meinem Online Speicher)
    c.1und1.de/@517321724392375254/TOLXBH8KL5Q3_n-Ew-J1Dg
 
Hallo, das Regelgestänge macht keine großen wege, das ist sehr Feinfühlig. Die Startfeder muß am Regelgestänge eingehängt sein. Mit dem Gashebel wird eine Feder gespannt, diese zieht die Regelstange in Richtung Vollast, sobald die Drehzahl steigt und die Zentrifugalkraft des Reglers die Federspannung überwindet wird die Regelstange in Richtung Nullförderung gezogen, hier ist nur sehr wenig weg Erforderlich. Erst wenn der Gashebel auf Stop gestellt wird wird die Regelstange bis zum Anschlag zurückgestellt. 

Man sollte von Grundauf alles überprüfen, erstmal Kompression testen, besser Druckverlusttest machen, wie hast du die Zylinder vermessen? Neue Kolben in alte Büchsen einbauen ist eine halbe sache, denn die Kolbenringe waschen die Büchsen Oval aus, die neuen Kolbenringe haben mit ziemlicher Sicherheit eine andere Possition bekommen, hier könnte die Kompression entweichen. Wurde der Zylinderkopf überarbeitet, Ventilsitze nachgearbeitet, Ventile nachgearbeitet oder erneuert? Funktionieren die Glühkerzen? Weißer Qualm deutet auf zu wenig Temperatur hin. 

Ich hoffe das hilft weiter. Schöne Grüße.
 
ih schrauber:

Hallo, das Regelgestänge macht keine großen wege, das ist sehr Feinfühlig. Die Startfeder muß am Regelgestänge eingehängt sein. Mit dem Gashebel wird eine Feder gespannt, diese zieht die Regelstange in Richtung Vollast, sobald die Drehzahl steigt und die Zentrifugalkraft des Reglers die Federspannung überwindet wird die Regelstange in Richtung Nullförderung gezogen, hier ist nur sehr wenig weg Erforderlich. Erst wenn der Gashebel auf Stop gestellt wird wird die Regelstange bis zum Anschlag zurückgestellt. 

Man sollte von Grundauf alles überprüfen, erstmal Kompression testen, besser Druckverlusttest machen, wie hast du die Zylinder vermessen? Neue Kolben in alte Büchsen einbauen ist eine halbe sache, denn die Kolbenringe waschen die Büchsen Oval aus, die neuen Kolbenringe haben mit ziemlicher Sicherheit eine andere Possition bekommen, hier könnte die Kompression entweichen. Wurde der Zylinderkopf überarbeitet, Ventilsitze nachgearbeitet, Ventile nachgearbeitet oder erneuert? Funktionieren die Glühkerzen? Weißer Qualm deutet auf zu wenig Temperatur hin. 

Ich hoffe das hilft weiter. Schöne Grüße.
Ja so habe ich es auch verstanden mit dem Regelgestänge. Was mich nur etwas stutzig macht und was man ja auch am Ende das Videos sieht ist, dass das Gestänge wenn ich den Gashebel auf Stop stelle nur soweit zurück geht wie zu sehen. Dann kann ich es noch weiter bewegen mit der Hand bis es wirklich auf Stop steht.

Zu deinen weiteren Fragen:

  • Kompressionstest gemacht beide 25-26 Bar. Bleibt auch Beständig
  • Buchsen an mehreren Stellen mit der Schieblehre vermessen, machten einen guten "Runden" Eindruck innerhalb der Toleranz
  • Zylinderkopf nicht geplant
  • Neue Ventile verbaut und eingeschliffen, Dichtprobe mit Diesel / Bremsenreiniger gemacht über mehrere Stunden, alles gut.
  • Glühkerzen nur Wiederstand und Spannung gemessen nicht "optisch" getestet, die sind erst letztes Jahr reingekommen. Die Idee hatte ich aber auch schon bei dem weißen Rauch, werde ich heute mal ausbauen und gucken ob Sie glüht.
 
So kurzes Update:

  • Kerzen gemessen und auch getestet. Beide gleiches Bild und gleiche Funktion. Glühen also vorhanden
  • Kerzen ausgetauscht und nochmal versucht, gleiches Bild. Vorne kalter weißer Qualm. 
  • Kompression nochmal gemessen beide 25 Bar
  • Nochmal beide Dieselleitungen zu den ESD abgeschraubt und zugehalten. Gestartet und man merkt doch einen Unterschied das die hintere Pumpe deutlich mehr Druck hat. 
Jetzt meine Frage: Kann es denn wirklich kommen das auch wenn er nicht genug Diesel bekommt oder mit zu wenig Druck eingespritzt wird, das er dann weiß und kalt raucht? Müsste nicht zumindest das was da ist verbrannt werden?

Viele Grüße und vielen Dank für eure Hilfe 

Neimsy
 
Hallo, es kann sein dass in der Einspritzpumpe noch Luft ist, wie ich schon geschrieben habe iet der Einlauf höher als der Ablauf, somit kann sich die Pumpe nicht komplett entlüften. In diesem Fall kann die Pumpe nicht die komplette Menge Einspritzen da sich Luft Komprimieren lässt kommt zu wenig Diesel und Außerdem zu spät. Wie hast du denn den Förderbeginn kontrolliert?

Schöne Grüße.
 
ih schrauber:

Hallo, es kann sein dass in der Einspritzpumpe noch Luft ist, wie ich schon geschrieben habe iet der Einlauf höher als der Ablauf, somit kann sich die Pumpe nicht komplett entlüften. In diesem Fall kann die Pumpe nicht die komplette Menge Einspritzen da sich Luft Komprimieren lässt kommt zu wenig Diesel und Außerdem zu spät. Wie hast du denn den Förderbeginn kontrolliert?

Schöne Grüße.
Hi, ja ich bin mittlerweile einen Schritt weiter. Mal kurz auflistet was ich nochmal gemacht habe. 

  • Öl nochmal abgelassen. Kein Kühlmittel im Öl
  • Kühlmittel beobachtet wenn er läuft, kein blubbert oder Verbrauch zu sehen
  • Dieselfilter Tank und am Schlepper gereinigt
  • Alle Leitungen und jeweils an den ESP an wirklich jeder Stelle entlüftet. 
  • Druck vorne jetzt besser, aber mit der Hand gefühlt immer noch nicht auf hinterem Niveau
  • Würde jetzt aber erstmal davon ausgehen das der Druck "noch ok" ist, da er ja vorher auch gut lief, ja nur an einigen Stellen altersbedingt undicht war.
Ergebnis:

Er läuft jetzt besser und auch auf beiden Zylindern, rauchen tut er nicht mehr wirklich.

Mit dem Fuss nimmt er Gas auch gut und spontan an und dreht auch zügig hoch. 

Was allerdings jetzt noch ist, ist das er im Standgas nicht ganz stabil ist. Da versucht er immer fast auszugehen und sobald man mit dem Fuß oder der Hand etwas mehr Gas gibt ist es gleich zuviel.

Was meint ihr könnte das noch sein?

Danke bis hierher schonmal für eure Hilfe!

PS. Werde wenn ich soweit durch bin den Trecker nochmal im Nachbarort zum LaMa Händler bringen um die ESP mal checken zu lassen. 
 
Hallo, so lang du die Pumpenelemente nicht Komplett Entlüftest kann und wird der Motor nicht Sauber laufen. Durch zuhalten kann man eine Einspritzpumpe nicht Prüfen, zur Druckprüfung ist ein Spezielles Manometer erforderlich, die Fördermenge muß man mit Meßgläsern Auslietern. Schöne Grüße.
 
ih schrauber:

Hallo, so lang du die Pumpenelemente nicht Komplett Entlüftest kann und wird der Motor nicht Sauber laufen. Durch zuhalten kann man eine Einspritzpumpe nicht Prüfen, zur Druckprüfung ist ein Spezielles Manometer erforderlich, die Fördermenge muß man mit Meßgläsern Auslietern. Schöne Grüße.
Hallo,

ja das ist mir bewusst, deswegen sage ich ja das ich Ihn nochmal zum freundlichen LaMa-Hädler bringe. Aber wieso sollte die ESP auf einmal nicht mehr richtig funktonieren, nur weil Sie für 3 Wochen ausgebaut war. Vorher lief er ja auch sauber!

Deswegen würde ich anderes vorher gerne ausschließen. Das jetzt alles auber entlüftet ist, davon gehe icht aus, er läuft ja auch sauber außer im Standgas aber da gehe ich davon aus das das nicht sauber eingestellt ist. 1 Stellung Handgas ist zu wenig, 2 zu hoch.
Meine Frage dazu und das will ich halt gerne vorher noch überprüfen, wie stelle ich das ein? Ist das wie im WHB beschrieben auf Seite 76ff?
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Hallo zusammen, 

kurzes Update von heute. 

Trecker läuft wieder, auch im Stand. Habe nochmal alles angeschaut und geprüft und gesehen das ich die Feder vom Regelgestänge ins falsche Loch eingehängt hatte, hat somit das Gestänge nicht in die richtige Stellung gezogen.

Eine Frage habe ich aber trotzdem noch. Unser D214 läuft schon immer etwas "härter" als die beiden anderen hier im Dorf, er nagelt etwas mehr.

Gibts da bekannte Unterschiede im Lauf? Ist ja alles neu gelagert etc. Aber das hat sich Trotzdem nicht verändert zu vorher. War auch damals als mein Opa Ihn noch hatte auch schon so.

Hatte gedacht das ekgt sich etwas, hört sich aber weiterhin genauso an. 

Viele Grüße und ein schönes Wochenende 
 
Hallo 

Wenn der Motor etwas härter läuft, ist evtl. der Förderbeginn/Einspritzzeitpunkt etwas früher oder Drüsendruck höher.

Kann natürlich auch sein, dass bei anderen die Düsen alt und verschlissen sind und der Abspitzdruck der Düsen nachgelassen hat und dadurch deren Motor weicher läuft. 

Wenn der Motor nicht zu warm wird, mach nichts, ist evtl. dann etwas spritziger, springt besser an und braucht etwas weniger Diesel.

Gruß Andreas
 
CormickD320:

Hallo 

Wenn der Motor etwas härter läuft, ist evtl. der Förderbeginn/Einspritzzeitpunkt etwas früher oder Drüsendruck höher.

Kann natürlich auch sein, dass bei anderen die Düsen alt und verschlissen sind und der Abspitzdruck der Düsen nachgelassen hat und dadurch deren Motor weicher läuft. 

Wenn der Motor nicht zu warm wird, mach nichts, ist evtl. dann etwas spritziger, springt besser an und braucht etwas weniger Diesel.

Gruß Andreas
Also die Kompression ist echt gut jetzt und anspringen Turner auch super. Gestern beim entlüften der hinteren ESP ist er auf dem vorderen Zylinder ohne Vorglühen nach 5 Sekunden angesprungen.

Gasannahme fühlt sich auch recht gut und spritzig an!

Viele Grüße 
 
Hallo zusammen, ich benötige mal etwas eure Denkunterstützung oder besser Kenntniss, denn ich stehe etwas ratlos gerade da.

Wie geschrieben lief er jetzt nach der Überholung soweit gut und sprang auch gut an. 

Leider habe ich aus Dummheit einen Schaden gahabt. Mir ist die ESP Welle kaputt gegangen, habe wohl die Schraube vergessen anzuziehen, diese hat sich gelöst und sich zwischen ESP Nockenwelle und Gehäuse verklemmt und den oberen Teil der Antriebswelle gebrochen. 

Also neue Welle besorgt und eingebaut, dabei Nockenwelle überprüft, soweit nichts weiter Schaden genommen.  Leider läuft er seotdem nicht gut, er spring schlecht an, als wenn am Anfang der Diesel fehlt und er wird beim laufen im Stand schnell warm. 

Nach 5 Minuten hat er schon 60 Grad und wird noch mehr. Sobald er aber knapp drüber ist, also so nach 6 Minuten geht er von alleine aus und springt sehr schlecht oder gar nicht wieder an. 

Folgendes habe ich überprüft

  • Einspritzzeiten passen
  • Kompression 25-26 Bar
  • Ventilspiel geprüft
  • alles entlüftet
  • Öl kontrolliert, kein Kühlwasser drin und wird auch nicht mehr oder weniger
  • Kühlmittel Stand stabil
 

Er lief vorher vernünftig und hatte keine Probleme. 

Auch jetzt nimmt er Gas an, stinkt aber etwas und qualmt mehr aber nicht übertrieben. Qualm aber nicht Blau als wenn er doch Öl mit verbrennen würde. 

Was kann das sein? Gerade das er so schnell warm wird und halt auch wirklich von alleine aus geht ist sehr komisch.

Viele Grüße und einen schönen Abend
 
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