D320 springt nicht an

HUE166

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15 März 2021
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95704 Pullenreuth
Hallo zusammen,

ich muss leider wieder mal eure Hilfe ersuchen.

Mein D320 stand jetzt gut zwei Monate weil ich eigtl. auf Drehstromlichtmaschine und Zweikreiskühlsystem umrüsten wollte. Leider fehlte mir aber die Zeit dazu und ich wollte ihn gestern mal starten.

Die Batterie habe ich vorher aufgeladen und sie hat 12,7V.

Nach dem Vorglühen klackte der Anlasser deutlich, drehte aber nicht. Die Kontrolllampen für die Lichtmaschine und den Öldruck wurden aber dunkler, womit ja ein höherer Strom geflossen sein muss.

1. Was mich stutzig gemacht hat, war das Kühlwasser fehlte aber ich nie eine Pfütze unter dem Schlepper bemerkt habe. Zuerst habe ich einfach auf Verdunstung getippt und nachgefüllt. Als er nicht startete kam die Befürchtung auf, dass die ZKD defekt ist und das Kühlwasser vielleicht in die Brennräume geflossen ist? Kann ich das irgendwie prüfen? Mein Plan war eine Glühkerze herauszuschrauben, aber die saßen leider so fest und ich wollte es nicht riskieren eine abzureißen.

2. Ich habe versucht den Motor über den Keilriemen zu drehen, es ging nicht leicht aber relativ gut. Ist damit die These mit dem Kühlwasser überhaupt noch realistisch?

3. Bevor ich die Zeilen hier verfasst hab, habe ich die Forumssuche bemüht. Scheinbar kann es auch "nur" am Anlasser liegen...

Nun meine Frage, was wäre eurer Meinung nach das beste Vorgehen? Anlasser mal ausbauen und z.B. mit Starthilfekabel prüfen? Oder liege ich mit meinen Vermutungen ganz falsch und ich sollte etwas anderes prüfen?

Ich bin für jeden Tipp und jede Hilfestellung dankbar und sollte noch irgendeine Information fehlen, versuche ich die schnellstmöglich nachzureichen.
 
Hallo HUE166,

da die Kontrolllampen beim starten nur dunkler und nicht aus gingen, ist es naheliegend das der Motor sich nicht drehen möchte. Das der Motor sich aber mit der Hand drehen lässt, widerspricht das aber.

Wurde der Motor in Drehrichtung gedreht? (von vorne gesehen nach rechts)

Zum kontrollieren ob Wasser im Brennraum gelandet ist, sollten die Glühkerzen entfernt werden. (das abreißen der Glühkerzen ist ein Problem der Neuzeit, bei den alten kann man schon mit Kraft an den Kerzen beigehen)

Gruß Demian
 
Hallo Demian,

danke für deine Antwort. Ich bin gestern Abend extra nochmal zum Schlepper gegangen und habe festgestellt, dass ich wohl entgegen der Drehrichtung gedreht habe. Nach links lässt sich der Motor drehen und nach rechts rutscht der Keilriemen durch. (Wieso geht es dann nach links?)

Ich werde jetzt am Wochenende mal versuchen die Glühkerzen herauszubekommen...
 
Hallo HUE166,

in Drehrichtung will der Kolben nach oben, was bei Wassereinbruch nicht möglich ist, da Wasser nicht Kompromiert werden kann.

Beim drehen nach links, geht der Kolben nach unten und kann sich frei bewegen.

Gruß Demian
 
Hallo Clemens,

also zum Kühlwasser wäre interessant wie viel gefehlt hat, denn das etwas fehlt ist normal. Diese Traktoren haben kein Außdehnungsgefäß bzw. Vorratsbehälter für Kühlwasser. Wenn du deinen Kühler voll füllst, dann der Schlepper läuft und warm wird, dehnt sich Wasser bekanntlicher weise aus. Dein Kühler hat ein Federbelasteten Deckel mit einer Gummidichtung. Um Kühler etc. vor Überdruck zu schützen öffnet der dann und Kühlflüssigkeit tritt oben am Deckelanschluss aus, meistens ist dort noch ein kleiner Schlauch der bis nach unten zur Vorderachse geht, dort tropft es dann raus. Wenn Du dann einen Tag später bei kaltem Motor den Kühlerdeckel öffnest fehlen einige cm im Kühler, in der Regel können das schon mal 0,5-1 Liter sein, je nach Kühlwasservolumen und je nach Temperatur (Leistungsbelastung) die der Schlepper hatte.

Zum Durchdrehen kann ich nur so sagen, alles gut! Sein froh das Du den Motor nicht so einfach durchdrehen kannst, zeigt, das er noch gute Kompression haben wird, das der Keilriemen rutscht ist normal. Wenn Du ihn von Hand drehen möchtest, dann unten an der Riehemnscheiben der Kurbelwelle. Dort ist einen große Mutter drauf, der 320 müsste sogar noch eine Aufnahme vor der Mutter für eine Handkurbel haben. Bei der D-Serie ist dafür sogar ein Loch vorne im Kühlergrill bis durch das Grundgewicht um mit der Kurbel, oder wie hier zu sehen mit einer Knarre nebst Verlängerungen und passender Nuss ran zu kommen.

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Zu den Glühkerzen.....also bei der D-Serie mit s.g. Vorkammermotoren ist ein Vorglühen unabdingbar. Selbst bei 35 Grad im Schatten springen die ohne Vorglühen nicht an, außer sie sind schon vor kurzen gelaufen. Außnahmen gibt es natürlich, wenn der Motor Überholt ist, eventuell der Kopf ordenlich geplant wurde und die Verdichtung höher als Original ist. Aber das sind wirklich Ausnahmen oder Top Motoren. Also deine Glühkerzen müssen auf jeden Fall funktionieren, sonnst ist schlecht mit anspringen. Wenn die bei dir festsitzen, hab geduld!!!! Lieber fünf Tage immer wieder Rostlöser dran sprühen, als eine Kerze abreißen und nachher ausbohren zu müssen. Aber zuerst solltest du dich um das Starverhalten kümmern.

Stromfluss bei der D-Serie.....vorrausgesetzt deine Batterie ist in Ordnung, und das kannst Du nicht über die Voltzahl festmachen, sondern über einen Batterietester. Nach dem laden haben alle Batterie eine gute Spannung, aber wieviel Leistung gibt sie noch ab, und wie viel Kappazität (Leistungsdauer) hat sie noch? Bei der D-Serie werden die Kontrolllampen (ÖL und Ladestrom) schon beim Vorglühen schwächer, das ist so, weil die Glühkerzen schon viel Strom ziehen, beim Starten erst recht, alles auch normal.

Du sagst, das dein Anlasser den Motor nicht gedreht hat, sondern nur geklackert hat, also liegt das Problem ganz einfach nur am Anlasser oder der Stromversorgung, entweder ist er defekt, oder der Magnetschalter hängt, oder es kommt nicht genug Strom beim Anlassser an. Zur Diagnose würde ich mal mit einem Messgerät deine Batteriespannung am Anlasser messen. Plus am dicken Kabel am Anlasser und Minus irgendwo am Motor/Getriebe. Dort sollte die gleiche Spannung anliegen wie direkt an den Batteriepolen, wenn nicht, ist das Masseband von der Batterie zum Traktor nicht in Ordnung, oder dein Pluskabel von der Batterie zum Anlasser, manchmal ist die Mutter am Anlasser locker oder gar der Bewindebolzen am Anlasser ausgerissen und locker. Wenn das alles ok, mess mal beim Startvorgang die Spannung am Anlasser, bis auf 10 Volt kann das ruhig zusammen brechen. Eventuell mal eine zweite Batterie als Starthilfe mit anklemmen, am besten Plus direkt an den Anlasser und Minus an einer der Anlasser- oder Getriebeschrauben, damit der Strom ohne Umwege zur Verfügung steht.

Falls dein Anlasser immer noch nicht will, und nur klackkert, nimm mal einen Hammer und klopfe ein paar mal nur mit dem Holzstiel kräftig auf das Anlassergehäuse und auf das kleine Gehäuse oben wo der Magnetschalter vom Anlasser ist. Manchmal klemmen die einfach nur, wenn sie ein paar Wochen gestanden haben. 

Wenn das alles zu nichts führt berichtest Du, und wenn er läuft natürlich bitte auch, um uns mitzuteilen woren es gelegen hat. 

Viel Glück und Grüße

Mark 
 
Hallo zusammen,

noch eine Möglichkeit, den Motor von außen zu drehen: Zapfwelle einschalten, Leerlauf rein und einkuppeln. Dann mit einer großen Nuss auf die Zapfwelle und mit einem langen Hebel durchdrehen. Aber wie Mark schon geschrieben hat: Wenn der Motor ausreichend Kompression hat, drehst du da nicht so ohne weiteres durch.

Ich würde zuerst auf eine defekte Batterie tippen.

Worst-Case wäre natürlich, wenn du das fehlende Wasser jetzt im Öl hast...

Gruß Martin
 
Ja, das denke ich auch. Also bei Wasser im Zylinderraum hätte sich vorher was angekündigt. Weiße Abgase, Wasserdampf aus der Motorentlüftung, Thermische Probleme, Ölverdünnung und fallender Öldruck, etc.... Wenn ein Zylinder voll Wasser steht, würde der Anlasser erstmal durchziehen und dann entweder blockieren  falls er das Wasser nicht durchdrückt. Der Anlasser bekommt zu wenig Strom oder der Magnetschalter zieht nicht richtig an.

Mal gucken....wird sich ja alles realtiv einfach prüfen lassen.

Gruß Mark 
 
Hallo Mark,

dein Beitrag macht mir gerade echt Hoffnung. Nein mit dem Öl ist alles in Ordnung. Der Ölstand hat sich nicht verändert, Farbe und Konsistenz passen auch.

Dann lasse ich die Glühkerzen vorerst einmal in Ruhe, werde die Leitungen zum Anlasser kontrollieren (Masseband habe ich Anfang des Jahres schon erneuert) und die 120Ah aus dem PKW nehmen. Wenn das nicht hilft, wohl den Anlasser genauer untersuchen.

Den Kühlwasserverlust kann ich nicht genau beziffern. Das Wasser stand etwas unter den Lamellen. Ich habe vielleicht 0,5 - 1l nachgefüllt.

Den Aufsatz für die Kurbel kenne ich, aber mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass man dort auch eine Nuss aufsetzen kann. Vielleicht messe ich das mal aus und besorge mir eine passende Nuss...

Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Clemens
 
Hallo Clemens, mit einer Stecknuss 38 mm ist der Käse gegessen. Gruß, Dieter, der "Linksdreher" aus Hessens Mittelpunkt.eup-1137169664-61f2450d5332f269d65d3e5ae713df31-1622825407_big.webp
 
Moin.

Immer wieder toll zu sehen und zu lesen. Und grandios das Dieter die Unterlagen alle hat. Danke Dieter für dieses Erlebnis!

Gruß Jürgen
 
Hallo zusammen!

Gleich vorne weg: Er läuft wieder :)

Gestern Vormittag habe ich extra eine 38mm Nuß besorgt. Leider war sie etwas zu kurz und sie reichte nicht ganz über die Aufnahme der Handkurbel. Aber immerhin ging es soweit, dass ich den Motor etwas mehr als eine halbe Umdrehung drehen konnte.

Danach habe ich die Kabelverbindungen zum Anlasser und auch die Masseverbindung nochmals gründlich gereinigt und den Anlasser mit dem Gummihammer etwas gut zugeredeht. Nach einigen Versuchen sprang er dann letzten Endes an. In nächster Zeit muss dann wohl der Anlasser mal ausgebaut und gereinigt werden.

Nochmals also vielen Dank für die zahlreichen Tipps hier!
 
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