D439 springt schlecht an

willies13

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20 Oktober 2017
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Hallo miteinander,

ich möchte Euch gerne um Rate fragen. Meine restaurierter D439 springt kalt schlecht an.
Zunächst läuft er auf einem Zylinder und dann kommen sukzessive die andern dazu.
Dazu habe ich eine erhebliche graue Rauchentwicklung.

- Batterie ist neu und der Anlasser zieht einigermassen durch
- Ich habe parallel geschaltete Bosch Schnellglühkerzen drin; die ich soeben nochmals auf niedrigen Widerstand geprüft habe
- Es liegen 10,5V an. Vorschaltgerät ist ein Glühsteuergerät; so wie das von Bosch.
- Ich glühe auch mehrmals vor. Das verbessert das Verhalten etwas

Der Motor wurde vor mehr als 20Jahren schon mal überholt.
Wenn er mal gestartet ist; ist alles i.O.

Die Rauchentwicklung deutet für mich darauf hin, dass Sprit eingespritzt wird ?

Wie würdet Ihr weiter vorgehen ?

Danke und Grüsse;

Willy
 
Moin Willy,

wie lange glühst du? Meiner springt auch nur unwillig an.

Ich glühe bei diesen Temperaturen min. 45 Sec. vor.

Ich denke es ist die Kompression, aber ich habe sie nie gemessen..... es klappt ja immer :-)

Der graue Rauch ist vermutlicht unverbrannter Diesel.

Gruß

Jörg
 
Hallo,

also mit den alten Glühkerzen habe ca 1 Min vorgeglüht. Dann ist er früher gut angesprungen.

Mit den Schnellglühkerzen solte normal 1 Glühvorgang reichen. Das Steuergerät glüht so 10 sec.

Ich glühe so ca 3 * vor.

Grüsse; Willy
 
Hallo Willies13,

ich hatte das Problem mit Schnellglühkerzen das ich sie mit Stromaufnahme gerüft habe, aber dann im ausgebauten Zustand sie trotz Stromaufnahme nicht glühen. Ich kann mir vorstellen das eine Wiederstandsprüfung auch kein genaues Ergebnis ergiebt. Ein ausbauen und prüfen halte ich für sinnvoll, da der nächste schritt ein prüfen der Kompession wäre.

Gruß Schrottigel
 
Zum Thema Glühkerzen habe ich leider schlechte Erfahrungen gemacht. Ich habe mal bei meinem Multicar alle vier Glühkerzen erneuert weil zwei von vier kaputt waren. Gekauft im Fachhandel in Hildesheim, Hersteller = Weltbekannt,.....alle vier eingebaut und Multicar sprang ab 5 Grad immer noch schlecht an oder nur mit Startpilot, bei minusgraden garnicht. Durch das viele orgeln Anlaser abgebrannt, neu gekauft mit mehr Leistung, neue 140ah Batterie gekauft, Kompression gemessem drei super einer mittelprächtig. Ventile eingestellt, Einspritzdüsen gegen neue getauscht......alles hat nix gebracht, ich bin verrückt geworden! Da sagt mein alter Herr nach zwei Wochen zu mir, "der glüht nicht vor"....blödsin alles neu. Er hat darauf bestanden die vier neuen Glühkerzen auszubauen und siehe da, zwei von vier Kerzen waren ohne Funktion!!!!!! Ich hatte zum glück noch die zwei alten, diese eingebaut, 30 sec. geglüht, gestartet und sofort war der Oldie am laufen!

Fazit: traue keinem Neuteil, dessen Funktion Du selber geprüft hast!

Und da kommt mir eine Idee, der Motor der D-Serie ist genau wie der alte Multicarmotor (IfA bis zum M25), ein großer schwerer Gußklumpen mit einer Vorkammer (Zwei Stufen Verbrennung, ist im übrigen eine saubere Verbrennung als beim Direkteinspritzer). Selbst bei +30°C muss man die vorglühen! Ein moderner Direkteinspritzer springt ohne vorglühen an, (produziert aber Feinstaub, kam z.B im Bergbau Untertage nicht zum Einsatz). Ich könnte mir also gut vorstellen, das ein solcher Motor mit einem modernen Schnellglühsystem überhaupt nicht zurecht kommt. Wenn andere Parameter wie Einspritzung oder Kompression nicht mehr ideal sind, hilft ja schon der Umbau von den Glühdrahtkerzen auf die stärkeren Glühstabkerzen. Ich glaube diese wurden irgendwann ab ca. 1964 serienmäßig verbaut und bringen viel mehr Wärmeernergie. Vorteil ist bei beiden originalen Glüheinrichtungen, das ich als Fahrer je nach Witterung selbst die Vorglühzeit bestimmen kann. Und wenn das in der kalten Zeit ca. 45 Sekunden sein sollen, dann ist das eben so. Ich glaube nicht, das Schnellglühkerzen in einer Sekunde die gleiche Energie in die Vorkammer bringen. Ich würde das an deiner Stelle wieder zurück bauen und wenn das nicht hilft schrittweise das Problem suchen,....

Gruß Mark
 
Hallo,10 er sind etwas hoch,ich habe 9,5er und zähle bis 25 dann läuft er sofort auf allen vier Zylinder.Wenn ich ihn anrollen lasse springt er gleich an mein d439 mit 6300Std. Habe aber vorher alles sauber gemacht,Tank,Einspritzdüsen,Dieselfilter und Einspritzpumpe von Boschdienst säubern und einstellenlassen.Gruß Mchorsti.
 
Hallo

Originale Stabglühkerzen, die etwas längeren, einbauen und direkt am Glühanlasschalter, ohne Glühüberwacher, in Reihe anschliessen, Am Glühanlasschalter 17 und 19 überbrücken, alle Kabelverbindungen/Kabelschuhe oder Kabelaugen müssen einwandfrei sein sonst erneuern. Dann wird er bestimmt anspringen wenn alles andere Ok ist. Wie schon erwähnt bringen die Schnellglühkerzen nicht genug Wärme bei diesem Motor in die Vorkammer. Bei dieser Gelengenheit würde ich die Einspritzdüsen mal abdrücken und wenn das Spritzbild nicht gut ist unbedingt erneuern. Bei diesen Motoren ist es wichtiger das die Glüheinrichtung und die Dieseleinspritzung stimmt wie der Zustand von Kolben+Buchse und die Ventile

MfG

Alwin
 
Hallo miteinander,

ich danke Euch alle für Eure Antworten !

Ich habe soeben die Gühkerzen ausgebaut und jede geschaut, ob sie glüht.
Und in der Tat; nach wenigen Sekunden (habs nicht gezählt) war die Spitze schön rotglühend.
Schade; das wäre die einfache und günstige Sache gewesen.

Als ich die Schnellglühkerzen damals frisch drin hatte; war das mit dem Start viel besser als mit den alten.
Nach wenigen Sekunden startete das Teil gut auf allen Töpfen. War tolle Sache.

Habe mich nun entschlossen im nächsten Schritt die Kompression zu prüfen.
Ich kaufe mir einen der günstigen Prüfer mit Adapter M18*1,5 (so steht´s bei der Glühkerze).
Hab auch noch etwas gestöbert: So 18 Bar sollten es bei kaltem Motor schon sein.

Und dann schaun wir mal ob es Richtung Einspritzausrüstung oder Motor weitergeht.

Grüsse; Willy
 
Noch ´nen Nachsatz;

Der Motor wurde mit neuen Buchsen vor gut 20 Jahren von einem Profi überholt und so viel hat er (der Schlepper) seither nicht arbeiten müssen.
Die Einspritzausrüstung ist noch original und dann vielleicht eher der Kandidat. (danke Alwin!)

Selbst zünden muß er auf Fall und das sichere ich nun ab.

Grüsse nochmals; Willy
 
Um den Fehler ausschließen zu können ist ein Kompressionsbild sinnvoll. Zum messen nutze ich ein Kompressionsprüfer für Benzinmotoren was im KFZ Zubehör günstig zu bekommen ist. Es handelt sich dabei um ein Manometer mit Schlauch und ein Doppelten Gewindeanschluss. (1. 14mm x 1,25 für normale Zündkerzen und 2. 18mm x 1,5 für Ford Kerzen die auch an den Glühkerzen passen) Der Messbereich ist nur bis 25 bar, aber alles drüber ist ein Bonus. Um die Zeit bis Du das prüfen kannst zu nutzen, kannst Du die Ventile einstellen bzw. das Spiel kontrollieren.

Gruß Schrottigel
 
bei Ebay gibt es aauch günstige Kompresssionsprüfer für Diesel, ich glaube um die 50-70€. Ist kein Profiwerkzeug, reicht aber. Kompression macht sich nicht alleine durch neue Buchsen, Kolben und Ringe. Hat ein Ventil kein Spiel mehr, kann dort Druck entweichen. Außerdem müsen die auch mal bearbeitet werden, (Sitze fräsen, Ventile drehen, beides einschleifen), dann sind Sie wieder richtig dicht. Bei meinem D214 war mal die Dichtfläche zwischen Kopf und Einspritzdüse undicht, habe ich mit Lecksuchspray (Seifenwasser) gefunden. Einfach bei laufenden Motor mal alles absprühen was undicht werden könnte. Lecksuchspray (für Gasleitungen) schlägt sofort blasen. Man kann damit bedenkenlos dem Motor einsprühen,.......

Gruß Mark
 
Hallo,

als erstes solltest du mal den Einspritzzeitpunk kontrollieren, wenn der z.B. 2 - 3° zu spät ist, kommt es zu deinem beschriebenen Startverhalten.

Es macht auch Sinn die Einspritzdüsen mal auszubauen und wieder anzuschließen um das Spritzbild bei Anlasserdrehzahl mal zu beobachten.Wenn die Elemente in der ESP verschlissen sind gibt es  auch Probleme.

Gruß Ingo
 
Hallo miteinander,

habe nun eine Runde weitergemacht und es sieht nun so aus:

- Kompression in den Zylindern 1-4: 12 / 11 / 7 / 18 bar.

- Dazu passt, dass der Start innerhalb der letzten 1-2 Jahre schleichend schwieriger wurde und ich auch das Gefühl schlechterer Leistung hatte
- Die Ventilspiele habe ich bewußt nicht verändert und sie sind kalt bei 0,25-0,3 mm. Nicht darunter.
- Die Einspritzdüsen habe ich "abseitig" wieder angebaut und das Spritzbild/Menge angeschaut und das sieht m.E. gut aus.
- Glüheinrichtung/Kerzen hatte ich schon kontrolliert
- An einen versetzten Förderbeginn glaube ich nicht. Das Ding lief seither/früher gut.

Mein Bild: Der Schlepper hat wohl einen Motorschaden.

Im nächsten Schritt würde ich den Kopf runter machen und dann mal schauen.

Echt Käse. In die Restauration hatte ich vor Jahren heftig Zeit investiert.

Oder hat noch jemand eine andere Idee ?

Grüsse; Willy
 
Ich denke es gibt drei Möglichkeiten, entweder sind die Ventile nicht mehr dicht, oder Kolbenringe sitzen fest oder gebroche,oder der Rumpfmotor ist verschließen. Dann könnte es so enden wie bei mir....wenn glück hast nur hohnen und Ringe neu oder nur die Buchsen mit Kolben. Teuer wird es erst wenn Du auch an die Kurbelwelle, Pleule und deren Lager ran musst. Auf jeden fall würde ich das zerlegen und gucken, lohnt sich immer.....

gRuß Mark 
 
Mit Ideen wirst Du die Kompression nicht höher kriegen. Wenn die Kompression an den Kolben vorbei geht, müsste er an der Motorentlüftung sichtbar rauchen, ansonsten geht die Kompression an den Ventilen vorbei. Ventilspiel hat er ja, so das ein nachstellen nichts bringen wird. Ich denke Du musst Dich an den Gedanken zum überholen des Motor gewöhnen, wobei Du den Motoröldruck prüfen kannst, das eventuell die Kurbelwellenlager bleiben könnten. Ein prüfen des Vörderbeginn und Spritzbild der Düsen kann die Kompression nicht erhöhen, wobei eine Frühzündung das Zünden erleichtert. Vielleicht noch ein Tipp, günstiger nachbau von Kolben ist meisst nur eine Kurtze Lösung.

Gruß Schrottigel
 
Hallo Schrottigel,

danke für Deine Antwort.

- Verstehe ich Dich richtig, dass ich über den Öldruck den Zustand der Pleuellager indirekt raus bekomme ?
  Hast Du mir einen Meßpunkt ? (Kalt/Warm; Drehzahl; Druck ?)

- Verstanden/klaro; die komprimierte Luft geht entweder in den Raum der Kurbelwelle oder über die Ventile von dannen.
  Kann ich das irgendwie messen / prüfen, bevor ich das zerlege ?

Meine Hoffnung ist immer noch, dass der Landmaschinenmechaniker vor 28 Jahren einen guten Job gemacht hat und sich die Schäden nun in Grenzen halten.

Grüsse; Willy
 
Mit Messwerten kann ich nicht dienen, aber im warmen Standgas sollte der Öldruck nicht nennenswert unter 1 Bar gehen. Vielleicht hat hier im Foren jemand genauere Werte. Zum messen ob Kolben oder Ventile undicht sind, eventuell kannst Du die Zylinder einzeln auf Zünd-OT drehen, den Motor blokieren und Druckluft in die Glühkerzenöffnung drücken, dabei läßt sich vielleicht höhren wohin die Luft entweicht. Bei einem laufenden Motor könnte es genügen die Motorentlüftung zu beobachten, bei erhöhter Leistung erhöhte Rauchbildung an der Entlüftung.(Kolben undicht)

Gruß Schrottigel
 
Hallo Willy, bist Du jemand der an Wunder glaubt? Erwartest Du bei diesen grottenschlechten Kompressionswerten wirklich ein gutes Anspringen und vernünftige Motorleistung?

IHC hat laut Servicemitteilung vom 25.08.1964 die D-Linie Schlepper mit Stabglühkerzen augerüstet. Die waren so geklemmt, wie Alwin das in seinem Treat beschrieben hat, und das 100%ig gefunzt. Ein Vorglührelais hat in einem Vorkammerdiesel nichts zu suchen. Du wirst nicht umhin kommen den Zylinderkopf zu demontieren, um die Ursache der schlechten Kompression zu ergründen. Da etwas anderes auszuprobieren und auf ein Wunder zu hoffen, ist sinnloses Gebastel und bringt nichts ein.

Gruß, Dieter, der "Linksdreher".
 
Tja, was soll man da noch sagen! Eine Demontage des Kopfes ist auf jeden Fall von Nöten, aber ein vorab feststellen ob er an den Kolben dicht ist, erspart das ziehen der Kolben, da die ja schon mal erneuert wurden. Ich denke das Willy, wie auch ich die Kosten für sein Hobby kurtz halten möchte, da sind Radschläge einer komplettdemontage nicht hilfreich. Bei einer Diagnose " defekte Kolben" kann man sich dann auf die Kosten einstellen und reagieren.

Gruß Schrottigel
 
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