DED 3 Restauration

DED3_Freund

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8 Dezember 2014
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Hallo zusammen,

ich möchte unser Famielenerbstück wieder hübsch machen:

Es ist ein DED3 Bj. 1956 6-Gang mit Mähwerk, ohne Hydraulik.

Ich suche noch eine Frontmaske, da die vorhandene sehr schlecht ist.

Gruß

Markus
 
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Vorher:

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Nachdem ich sämtliche Dichtungen und Simmerringe erneuert habe und schon mal den Grundrahmen neu lackiert habe, sieht er aktuell so aus:

... Fortsetzung folgt.

Ich suche :

- Frontmaske

- Heckhydraulik

- Fritzmeier Verdeck mit klappbarer Scheibe (Starre Scheibe habe ich selbst noch abzugeben).

Gruß

Markus
 
Hallo zusammen,

ich möchte mal weiter von meinem DED3 berichten.

Die Frontmaske war sehr demoliert. Ich habe ein Jahr nach einer besseren gesucht.

War jedoch nix zu finden...

Hilft nix, mach selber!

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ok, erst mal sandstrahlen. dann sehen wir weiter....

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Hier hatte mein Vater damals mal ein Blech drauf geschweißt (autogenschweißen).

Diese Blech hab ich dann mal wieder gelöst...

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Und hab was neues reingeschweißt...

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Nun noch sauer verschweißen alles und verzinnen...

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Nun noch mit der Feile schön glätten...

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Weiter gehts im nächsten Beitrag.

Viel Spaß noch...
 
Hallo zusammen,

Weiter gehts mit der Frontmaske:

Die Seitenteile ließen sich gut mit der Stahlfaust und dem Stauchhammer richten.

Die für die Rippen haben wir spezielle Werkzeuge angefertigt.

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Und nun das abgerundete Flacheisen von innen und das U-förmig ausgefräste Eisen von aussen und klopfen, klopfen, klopfen...

Stundelang...

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Danach haben wir die Frontmaske am Schlepper angepasst und haben diese gespachtelt (erst dünne Schicht Glasfaser dann Feinspachtel).

Anschließend grundiert und noch die Schweißnähte mit Karosseriedichtstoff abgedichtet.

Das ganze gefüllert und schön geschliffen und am Ende lackiert.

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Wenn man die Maske so sieht, sieht keiner die vielen Stunden Arbeit... Aber hier sind etlich Stunden verschwunden.

Naja, wenn man sich am Ende darüber freuen kann, ist alles wieder gut...

Demnächst gehts hier weiter.

Gruß Markus
 
Nun schreibe ich etwas zum Neuafbau des Kühlers.

Dieser war sehr schlecht. War zwar bis zuletzt noch dicht, aber für einen restaurierten Schlepper nicht geeignet.

Also habe ich mich mal damit beschäftigt, war zu tun ist, wenn man ein neues Netz einlöten möchte.

Löten ist mir nicht fremd, eine Firma, welche ein passendes Netz liefern konnta hatte ich auch gefunden, also habe ich mich mal getraut...

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Hilft nix, alles auseinanderlöten und dann genaue Maße nehmen für das neue Netz mit den Abschlussblechen.

Nachfolgend das alte Netz. Die Kanäle waren bestimmt auch schon recht verdreckt und verkalkt...

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Und die Wasserkästen unten  und oben...

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Nach Absprache mit der Firma ist dann das neue Netz mit den Abschlussblechen angekommen:

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Nun haben wir die Wasserkästen gesandstrahlt und wieder angepasst, dass diese wieder in die Abschlussbleche des neuen Netzes passten.

Die Stutzen für die Schläuche haben wir erst ausgelötet und nach dem strahlen wieder eingelötet.

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Der untere Kasten war auch ziemlich löchrig. wir haben hier kleine Messingbleche wieder auf die Löcher gelötet...

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Nun den unteren Wasserkasten drauf und anschließend diesen am Abschlussblech des neuen Netzes verlöten.

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Der untere Wasserkasten ist ein großes Thema. Beim oberen Wasserkasten ist die Lage schon schwieriger...

Hier mussten erst mit Messingblech der obere Kasten an der Stelle des Rundbogens für den Kühlerpropeller wieder nachgebildet werden.

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Am Ende sah er dann so aus. Wir haben ihn zusammen mit der restaurierten Frontmaske am Schlepper aus- bzw. anprobiert...

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Kühler hatte die Dichtheitsprüfung überstanden. nun noch mal alles anprobieren:

Haube, Frontmaske und Kühler....

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Ach du Schei... da passt gar nix ! Welch ein Elend ...

Analyse: Die Haube war noch krumm. Da war Papa wohl mal irgendwo vor gefahren.

Aber dann...    4 Minuten Herzstillstand !

gefühlt, ungefähr jedenfalls...

Der Kühler ist 2 cm zu hoch !!!

Was nun, lange Rede... das Netz war zu lang geliefert worden. Was tun nun ? Der Wasserkasten unten musste dieses ausgleichen.

Also Wasserkasten unten wieder raus und Flex aus dem Regal.

Wasserkasten wieder rein gelötet und weiter gehts.      (Herz arbeitete nun wieder tadellos... :-)  )

Die Motorhaube ausgebeult und alles mal für Auge gut angepasst sah dann so aus:

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Aha, schon besser. Noch ein wenig feintuning und es kann weiter gehen...

Zum Kühlerprojekt noch ein paar abschließende Worte:

Auch diese Baustelle hat reichlich Stunden gefressen!

Die Lötarbeiten, welche man hier sieht, sind nur was für wirklich geübte Leute. Auch ich habe hier einige Versuche benötigt.

Für solch eine Reparatur gibt es Profis. Wirtschaftlich war ich nur gering unter dem Preis von einem Profi.

ABER, wie so oft im Leben... Männer brauchen Herausforderungen.

Und wenns dann fertig ist, dann machts besonders viel Spaß... und darum geht ja.

Gruß Markus
 
Hallo zusammen,

nun schreibe ich euch was über meine guten gebrauchten Kotflügel für unseren  DED3.

Die originalen sind mittlerweile bestimmt schon wieder ein Waffeleisen geworden (über Hochofen usw.).

Ich hab beim Winterkonvent 2015 ein paar gebrauchte gekauft. Diese hab ich sandstrahlen lassen.

Dabei kam folgende raus:

- Lieber Sandstrahler, bitte nicht punktförmig strahlen

- bitte weniger Druck verwenden

- bitte alles gerade lassen

Ergebnis:

Alle Bleche krumm.... Ich glaub der Typ hat 0/28er Split aus dem Straßenbau genommen   :-(

... hinten links am Fenster gesessen in der Schule...

Neue Baustelle, neue Herausforderung: Die Kotflügel gehören wie neu....

Da ist einfach zu viel Blech da. Mit Ausbeulen bei 1,5mm Blech war da nix zu löten !!!

Also, Flex aus dem Regal und Kreuz rein flexen. Blech zurückdrücken und wieder zupunkten.

Zupunkten und nicht durchgehenden Nähte. Wenig Wärme eintragen ist das Rezept.

Hier ein Punkt, dann drüben ein Punkt, dann hier wieder einer usw...

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Dann alles verzinnen, auch die original Pfalz, damit diese nicht weiter rostet und dem Lack Probleme macht und weiter gehts...

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Grundieren und von unten mit Karosseriedichtstoff abdichten:

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Auch diese Baustelle kostete Nerven und Stunden.

ABER: Wennd denn fertig ist, ist alles (fast) wieder vergessen und Mann lacht :-)

Gruß Markus
 
einen  noch für heute:

Die Motorhaube:

Dieses Blechteil war ausser vorne an der Nase noch unverbeult.

UND ich habe sie nicht sandstrahlen lassen!

Ich hab sie vom alten Lack befreit. Hierfür habe ich wie bei allen anderen Blechteilen auch, die Flex mit einer Zopfbürste verwendet.

Dann grundiert und die Naht vorne mit Karosseriedichtstoff abgedichtet.

Anschleißend füllern und nass schleifen. Abschließend lackieren.

Oje, ich hab zwei mal Läufer an den Seiten gehabt. Dadurch dass ich 1K Schlepperlack verwendet hatte, konnte ich nach einigen Tagen die Läufer mit 600er Nassschleifpapier abschleifen und anschließend mit der Poliermaschine (langsam laufende Flex mit Schaumstoffscheibe) wegpolieren.

Bilder von der Lackierung folgen später...

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Vorweg: Der Schlepper ist mittlerweile ferig...

Ich poste demnächst hier weitere Kapitel über die Restaurierung...

Gruß Markus
 
Respekt..., 100%iger Bericht mit "Kinnlade-Effekt"! Da hat jemand alles gegeben u. wir sind gespannt auf die Fortsetzung. Da ich selber einen DGD4 habe interessiert´s mich natürlich besonders...

gruß

__________________________
Gaggenau / Neuss / Freising
 
Hallo

Wahnsinn, Blecharbeiten ist nicht jedermans Sache das muss man schon im Blut haben und mit dem richten Werkzeug und Gefühl dafür kann man schon handwerklich den Neuzusatnd herstellen. Für mich ist das nichts ich erzeuge nur Beulen und lackieren müssen auch andere.

MfG

Alwin
 
Moin Markus,

Sehr schöner Bericht und absolut saubere Arbeit! Daumen hoch, weiter so!

Gruß
Patrick
 
Hallo Markus....sehr schöner Bericht von Dir... 
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Hut ab, das Du Dir Deine "Hilfswerkzeuge" auch selber baust...sehr schön!!

Bitte weiter mit dem Bericht und Bilder.

mfG Stefan
 
Hallo liebe IHC Liebhaber,

danke für euer Feedback.

Heute schreibe ich mal was über die Getriebereparatur:

Der DED3 hatte die Eigenart, wenn man am Berg vom 6. Gang in den 5. Gang schalten wollte, so hat man immer den Rückwärtsgang getroffen.

Ja, unser Schlepper ist einer der wenigen 6-Gang Schlepper (ca. 800 wurden davon gebaut...)

Das liegt daran, dass die beiden Führungsdorne innen in der Schaltglocke am Schalthebel verschlissen waren (s. Pfeile im Bild unten).

Diese zeigten seitlich eine angeschliffene Fläche und kein halbkugelfürmige Form mehr. Die Teile kosten 6 €/Stück.

Ich hab meine einfach um 90° gedreht und alles ist wieder wie neu... nix mehr mit kratzen vom 6. in den 5. Gang...

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Die Zeit des "Kratzens" am 5. bzw. Rückwärtsgang zeigte jedoch folgendes Bild:

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Ich habe das Zahnrad gegen ein gut gebrauchtes getauscht. Hatte ich in der Bucht gefunden. Passte sogar. Seit dem alles bestens...

Wenn ihr die beiden halbkugelförmigen Bolzen unter der Schaltglocke am Schalthebel tauschen wollt, müsst ihr die gesamte Schaltkulisse zerlegen.

Das ist auch eine spannende Arbeit... Aber wer das Werkstatthandbuch sein Eigen nennt und sonst auch vor nix bange ist, der kriegt das hin!

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Die Bilder sind etwas milchig, da meine Handykamera verschmutzt war...

Im Grunde müssen alle Schatwellen und Schaltgabeln ausgebaut werden, sonst kommt man nicht an die Halterung des Schalthebels ran.

Genau ist das Im WHB beschrieben...

Der Umlenkhebel auf der Kupplungswelle (Kupplungspedalwelle) war auch gebrochen. Ist sicher bei vielen Schleppern der Bauform so...

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Ich habe keinen Ersatz auftreiben können. Also habe ich ihn durchgebohrt und einen Scherspannstift durchgetrieben. Wird wohl gehen...

Hier noch mal ein ziemlich kaotischer Zustand in meiner kleinen Werkstatt, in der ich die Getriebe und Motorarbeiten erledigt habe...

Naja, der Schlepper war so ziemlich komplett auseinander. Wenn das Getriebe auseinander muss, dann wirds ölig und schmutzig.

Aber wofür haben wir eine Hobby-Schreinerei. Hier fallen immer Späne an. Damit wirds dann auch wieder sauber...

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Ok, das wars für heute.

Bis demnächst

Gruß

Markus
 
Sehr schöner Bericht , bitte unbedingt weiter machen.

Was kostet denn ein neues Kühlernetz? Mir steht das auch bevor und ich habe eigentlich auch den Ehrgeiz das selbst zu machen.

Gruß Ingo
 
Hallo Ingo,

ich weiß es nicht mehr genau. Bitte speziell bei Fachfirmen wie AKS nachfragen.

Denk an die genauen Maße und passende Abschlußbleche. Zeichnung abgeben! Kühlerrestauration ist wirklich nicht einfach!

Gruß

Markus

 
 
Hallo Mc Cormick Freunde,

nun berichte ich mal etwas über die Bremsen unseres DED3:

Vorab: Die Bremsen waren zur Betriebszeit eigentlich immer grotten schlecht. In manchen Situationen wünschte man sich einen Anker :-)

Wenn man einen Schlepper restauriert ist das nutürlich nicht tragbar. Was bleibt da übrig als sich mal intensiv mit der Theorie einer solchen Bremse zu beschäftigen. Hier geht kein Weg am WHB vorbei! Der Schlepper hatte bereits keine Funktion an den Einzelradbremspedalen mehr. Rollwiderstand: jede Menge und zog ewig einseitig!

Nützt auch hier nix, Werkstatthandbuch in die Hand und lesen!

Erster Schritt, alles auseinanderbauen,

Bremsscheinben und Bremstrommeln auf den Tisch.

Alte Bremsbeläge hinsichtlich des Preises für neue, alle runter. Keine Kompromisse.

Runter heißt, Niete Vorsichtig ausbohren. Also nur die Köpfe der Niete abbohren und mit einem Durchschlag austreiben.

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Dieses Bild zeigt die an-/abgebohrten Köpfe der Niete in den Scheiben. Diese nun wie beschrieben mit einem passenden Durchschlag (Dorn) austreiben.

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Die rohen Bremsscheiben schön sauber machen. Farbe hat hier nix zu suchen.

Die neuen Belege aufnieten. Wie das funktieoniert habe ich leide keine Bilder dazu. Aber ihr findet sicher im Netz Beiträge/Videos dazu.

Im Grunde läuft das so ab:

neue Scheiben auflegen, Niete durch die Belege und Stahlscheibe stecken,

Einen Dorn mit dem Durchmesser der Nietköpfe senkrecht in den Schraubstock einspannen. Bremsscheibe/Belag nehmen und mit dem Nietkopf auf den Dorn auflegen.

Ein zweiter Mann/Frau ist hier hilfreich. Den Niet mittels eines Körners breit austreiben. Dann mit einem zweiten Durchschlag platt treiben, so dass der Belag fest auf der Stahlscheibe aufgenietet wird. Nur ein einwandfrei breit geklopfter Niet hält die Bremskräfte aus.

Diese Arbeit ist nur etwas für geübte Fachkräfte! Bitte berücksichtigt, dass hier folgeschwere Fehler eingebaut werden können!

Die Arbeiten sind auch hier im WHB beschrieben.

Da die Bremse unseres DED3 wirklich schlecht waren habe ich im WHB den Punkt gefunden, wo erklärt wird wieviel Unterstand die Bremsscheiben in der Brmstrommel haben, wenn man sie mit samt dem Automaten in die Bremstrommel legt.

An unserem DED3 war der Unterstand deutlich größer als im WHB beschrieben. Die Folge war, dass der Automat mit den Stahlkugeln in den Kugelsitzen es nicht schaffte sich so weit zu verbreitern, dass die Bremse einwandfrei packte. Auf je einer Scheibe pro Seite waren sogar zwei Reibbeläge aufgenietet... welch ein Pfusch :-(

Katastrophe, sag ich nur...

Also, was tun, wenn der Unterstand zu groß ist? Ich hab keine Ahnung, wie er sich so weit vergrößern konnte. Aber wir reden über ca. 2mm....

Lange Rede kurzer Sinn, die Trommeln waren zu breit. Also abdrehen...

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Die Trommel musste natürlich sauber aufgespannt werden, damit diese nicht schief abgedreht wurde. Das haben wir vorher mit einer Uhr auf Magnetstativ aublaufen lassen.

Nachdem nun die Trommeln abgederht wurden passten die Unterstände genau nach WHB. Ich hab danach alle Pedale mittels der noch vorhandenen Schrauben und Federn eingestellt. Auch die Laufflächen (Kugelsitze) der großen Stahlkugeln in den Automaten habe ich gereinigt und poliert. Bitte hier kein Fett verwenden. Einfach säubern und trocken wieder zusammenbauen. Solange die Kugeln nicht kantig sind, wird das alles wieder funktionieren. 

Das Resultat dieser Arbeiten:

Der Schlepper bremst plötzlich wieder.

Und glaubt mir, bremsen ist wichtig! :-)

Im Ernst. Ein einwandfreies Bremsverhalten und über die Federn im Getstänge einen butterweichen Druckpunkt. Fast schon wie bei einem modernen neuen... ein Traum...

Bitte unbedingt beachten: Arbeiten an den Bremsen ist was für Fachkräfte, die sich mit der Technik auskennen und die Gefahren die davon ausgehen können einschätzen können!

Das Werkstatthandbuch liefert hier die Theorie, ohne diese wird das nix mit gescheid bremsen...

Hier noch ein Foto von der Bremswelle linke seite am Getriebe:

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Die Abdichtung der Achsrohre kommen im nächsten Beitrag dran...

Viele Grüße

Markus
 
Hallo Markus saubere Arbeit, kann man nur bewundern. 

Wieviel Herzblut und Sachverstand  dahinter steckt kann man nur begreifen,wenn man selbst schon mal  an einem älteren kleinen Roten die Finger schmutzig gemacht hat. 

Ohne ein solides Grundwissen geht das fast nicht.

Was  hast Du als Handwerk erlernt?

Weiter so und Frohes Schaffen vom Emslandschrauber Franz 
 
Hallo Emsalndschrauber,

danke, ja es gehört sehr viel Herzblut dazu. Aber auf diesem Schlepper bin ich groß geworden.

Immer vorne auf der Sitzschale gesessen, wenn Papa mit dem Mc Cormick fuhr. Mit 6 Jahren auch mal selber im Heu gefahren...

Da ich immer an Papas Seite war hab ich ihm beim Schrauben immer zugeschaut. Papa ist Schlosser und wir hatten immer schon eine gut sortierte Werkstatt. Somit bin ich eben infiziert worden. Gelernt habe ich Kommunikationstechnik. Heute beschäfte ich mich mit Leistungselektronik.... wie‘s halt so kommt im Leben ;-) Aber ohne Schrauben geht‘s nicht... ewig neue Projekte am Start. Frag mal meine Frau...  ;-)

Es geht weiter mit den Achsrohren abdichten:

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Nach dem Ablassen des Getriebeöls, zuerst die Sicherungsbleche im Getriebekasten an den beiden großen Zahnrädern dann auf jeder Seite die beiden Schrauben entfernen.

Um die Antriebswellen herauszuziehen, haben wir dann die Lagerdeckel am Ande der Achsrohre gelöst (4 Schrauben).

Nun haben wir mittels eines Ziehhammers die Achsrohre ausgebaut. Es gibt auch Leute die schlagen mit dem dicken Hammer hinter die Radnarben der Achsrohre. Das ist aber wenig effizien, da man im Winkel auf die Lagerstellen schägt und somit wenig zentral senkrechte Kraft auf die Antriebswellen ausübt. Man muss hier wahrscheinlich schon sehr kräftig zuschlagen.

Wer keinen Ziehhammer hat, der macht sich einen, so wie ich:

Was so in der Werkstatt rumliegt:

Alte Riemenscheibe (ca. 3-4kG schwer), ein 3/4" Rohr mit Abschlussplatte und vorne ein Flacheisen mit zwei Bohrungen für zwei gegenüberliegende Radbolzen an den Antriebswellen.

Einfach anschrauben und ein paar mal mit der Riemenscheibe gegen die Abschlußplatte wämsen und schon fällt die Antriebswelle heraus.

Die Radlagerdeckel haben wir unterlegt. Dicke Flacheisen rechts/links neben Achse, das ganze auf Holzklötze stellen und von oben auf die Antriebsachse schlagen und die Lagerdeckel von der Welle treiben. Das nachfolgende Bild zeigt schon wieder den kompletten Lagerdeckel mit neuer Dichtung. Die Lager waren noch OK und werden mich wahrscheinlich überleben...

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Nachfolgend meine Montagepresse (5 to.) Hiermit haben wir die alten Simmeringe raus und die neuen eingepresst.

Die Presse reicht für viele Zwecke aus und ist schnell selbst gebaut. Der hydraulische Wagenheber kostet auch bloß ein paar Euros.

Und das ganze lässt sich einfach in den Schraubstock spannen und anschließend hinter den Schrank stellen...

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Die Simmeringe habe ich mit Dirko HT zusätzlich eingeklebt (rotes Dichtmittel Silikonartig).

Die Papierdichtungen habe ich alle selbst angefertigt. Einfach einen großen Bogen Elring Dichtungspapier in passenden Stärken kaufen, grob mit der Schere ausschneiden und mit dem Hammer ausklopfen. Die Löcher für die Schrauben am besten mit einem passenden Locheisen ausstanzen.

Den großen radius innen mit einem Schlosserzirkel (Papas handgefeltes Lehrstück) vorritzen und mit dem Cutter Messer oder Schere nachschneiden.

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Für die Achsrohre dann noch neue Dichtungen, Dirko HT dran und wieder rein ins Getriebe...

Mit Dirko HT habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Das Zeug dichtet auch sehr schmale Gehäusestege z.B. beim Motorrad unter hohen Temperaturen dauerhaft.

Dirko S tuts am Schlepper aber auch. Es gibt auch andere Produkte. Ich hab mich auf dieses Zeug eingeschossen...

Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge. Genauer stehts im WHB beschrieben.

Achtung bei den beiden Schrauben in den Antriebswellen im Getriebekasten. Dieses sind zöllige Feingewindeschrauben.

Ich hab es zu gut gemeint und eine Abgerissen... mist !

Alles wieder raus... Schraube war zum glück leicht rauszudrehen. Neue gekauft, alles wieder rein und schon ist das Malör vergessen.

Mit nur einer Schraube an der Stelle hätte ich nicht mehr schlafen können...

Diese Arbeit ist ist nichts kompliziertes. Nur etwas schwere Arbeit (schwere Teile) und schmierig halt ;-)

Mal sehen was ich noch so an Fotos finde für einen weiteren Teil der Dokumentation zum DED3.

Gruß Markus
 
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