Hallo Mc Cormick Freunde,
nun berichte ich mal etwas über die Bremsen unseres DED3:
Vorab: Die Bremsen waren zur Betriebszeit eigentlich immer grotten schlecht. In manchen Situationen wünschte man sich einen Anker
Wenn man einen Schlepper restauriert ist das nutürlich nicht tragbar. Was bleibt da übrig als sich mal intensiv mit der Theorie einer solchen Bremse zu beschäftigen. Hier geht kein Weg am WHB vorbei! Der Schlepper hatte bereits keine Funktion an den Einzelradbremspedalen mehr. Rollwiderstand: jede Menge und zog ewig einseitig!
Nützt auch hier nix, Werkstatthandbuch in die Hand und lesen!
Erster Schritt, alles auseinanderbauen,
Bremsscheinben und Bremstrommeln auf den Tisch.
Alte Bremsbeläge hinsichtlich des Preises für neue, alle runter. Keine Kompromisse.
Runter heißt, Niete Vorsichtig ausbohren. Also nur die Köpfe der Niete abbohren und mit einem Durchschlag austreiben.
Dieses Bild zeigt die an-/abgebohrten Köpfe der Niete in den Scheiben. Diese nun wie beschrieben mit einem passenden Durchschlag (Dorn) austreiben.
Die rohen Bremsscheiben schön sauber machen. Farbe hat hier nix zu suchen.
Die neuen Belege aufnieten. Wie das funktieoniert habe ich leide keine Bilder dazu. Aber ihr findet sicher im Netz Beiträge/Videos dazu.
Im Grunde läuft das so ab:
neue Scheiben auflegen, Niete durch die Belege und Stahlscheibe stecken,
Einen Dorn mit dem Durchmesser der Nietköpfe senkrecht in den Schraubstock einspannen. Bremsscheibe/Belag nehmen und mit dem Nietkopf auf den Dorn auflegen.
Ein zweiter Mann/Frau ist hier hilfreich. Den Niet mittels eines Körners breit austreiben. Dann mit einem zweiten Durchschlag platt treiben, so dass der Belag fest auf der Stahlscheibe aufgenietet wird. Nur ein einwandfrei breit geklopfter Niet hält die Bremskräfte aus.
Diese Arbeit ist nur etwas für geübte Fachkräfte! Bitte berücksichtigt, dass hier folgeschwere Fehler eingebaut werden können!
Die Arbeiten sind auch hier im WHB beschrieben.
Da die Bremse unseres DED3 wirklich schlecht waren habe ich im WHB den Punkt gefunden, wo erklärt wird wieviel Unterstand die Bremsscheiben in der Brmstrommel haben, wenn man sie mit samt dem Automaten in die Bremstrommel legt.
An unserem DED3 war der Unterstand deutlich größer als im WHB beschrieben. Die Folge war, dass der Automat mit den Stahlkugeln in den Kugelsitzen es nicht schaffte sich so weit zu verbreitern, dass die Bremse einwandfrei packte. Auf je einer Scheibe pro Seite waren sogar zwei Reibbeläge aufgenietet... welch ein Pfusch :-(
Katastrophe, sag ich nur...
Also, was tun, wenn der Unterstand zu groß ist? Ich hab keine Ahnung, wie er sich so weit vergrößern konnte. Aber wir reden über ca. 2mm....
Lange Rede kurzer Sinn, die Trommeln waren zu breit. Also abdrehen...
Die Trommel musste natürlich sauber aufgespannt werden, damit diese nicht schief abgedreht wurde. Das haben wir vorher mit einer Uhr auf Magnetstativ aublaufen lassen.
Nachdem nun die Trommeln abgederht wurden passten die Unterstände genau nach WHB. Ich hab danach alle Pedale mittels der noch vorhandenen Schrauben und Federn eingestellt. Auch die Laufflächen (Kugelsitze) der großen Stahlkugeln in den Automaten habe ich gereinigt und poliert. Bitte hier kein Fett verwenden. Einfach säubern und trocken wieder zusammenbauen. Solange die Kugeln nicht kantig sind, wird das alles wieder funktionieren.
Das Resultat dieser Arbeiten:
Der Schlepper bremst plötzlich wieder.
Und glaubt mir, bremsen ist wichtig!
Im Ernst. Ein einwandfreies Bremsverhalten und über die Federn im Getstänge einen butterweichen Druckpunkt. Fast schon wie bei einem modernen neuen... ein Traum...
Bitte unbedingt beachten: Arbeiten an den Bremsen ist was für Fachkräfte, die sich mit der Technik auskennen und die Gefahren die davon ausgehen können einschätzen können!
Das Werkstatthandbuch liefert hier die Theorie, ohne diese wird das nix mit gescheid bremsen...
Hier noch ein Foto von der Bremswelle linke seite am Getriebe:
Die Abdichtung der Achsrohre kommen im nächsten Beitrag dran...
Viele Grüße
Markus