Defekter Wellendichtring Achstrichter 744?!

744

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Hallo zusammen!

Mir ist gestern bei einer Transportfahrt im rechten Achstrichter der Wellendichtring an der Radnarbeseite "in die Binsen" gegangen.
Verbunden war das ganze mit einem Geräsch als ob ein Sektkorken aus der Flasche knallt, nur sanfter.Öl trat bei stehendem Schlepper aus.

Ich habe das Öl aus dem Achstrichter herausgeholt, da es sehr stark undicht war und den Schlepper per Tieflader zur Werkstatt gefahren. Aus Zeitmangel wird er in der Werkstatt repariert.

Vielleicht hat jemand auch schon so eine Erfahrung gemacht oder kennt die Fehlerquelle.

Ich bin nun auf Fehlersuche, woran es gelegen haben könnte. Meine erste Vermutung ist, daß die Entlüftung auf dem Achstrichter verstopft ist und so sich Druck aufgebaut hat und somit der Wellendichtring nachgegeben hat.

Von der abgelassenen Ölmenge (+Verlust) sind es zirka 2,5l. Somit scheidet für mich ein "durchdrücken" von Getriebeöl in den Achstrichter aus(= Druckaufbau durch zu viel Öl).

Ich gehe davon aus das keine "Folgeschäden", welche beim öffnen des Trichters hervorkommen, entstanden sind.

Mal sehen wie teuer der Spaß wird...

Rote Grüße, Stefan

PS: (Achtung, ironisch gemeint)

Der Tiefladertransport wurde zu später Stunde durchgeführt, sodaß kein Deutzfahrer etwas mitbekommen hat ;-)
 
das hört sich so an als wäre deine Achstrichterentlüftung zu, somit kann der druck der entsteht nicht mehr entweichen und somit drückt es dann mal den simmerring raus.

entlüftung rausschrauben und durch blasen usw, dann müsste es wieder passen.

mfg
 
Hallo zusammen!

Ich war eben in der Werkstatt. Die Sache entwickelt sich zu einer "Spezial Aktion":

Also, der Wellendichtring hat nur am Rande mit der Sache zu tun.

Der Hauptgrund ist folgender: Auf der Achswelle sitzen zwei Kugellager, eins in nähe des Planetenträger und das zweite am Ende des Achstäger (-Trichter),also radseitig.

Da das radseitige Kugellager bei hohen Belastungen nicht immer stand hielt hat man hier oftmals ein "Tonnenlager" eingebaut. Das war eine oft verbreitete Händlerlösung. Diese trift man bei mir auch an.

Ursache des ganzen war nun folgendes: Das Tonnenlager hat einen "Außenkäfig" innen zylindrische Laufrollen mit Käfig und einen "Innenring" auf dem die Laufrollen abrollen.
Der Innenring wird auf die Welle geschrumpft, der Rest des Lagers aufgeschoben. Damit das Lager nicht axial wandern kann wird es mit Seegeringen (Sicherungsringen) festgehalten.

In meinem Fall ist nun der aufgeschrumpfte Innenring auf der Achswelle "gewandert", somit liefen die Laufrollen auf der eigentlichen Achswelle (=beschriebenes Gräusch). Der Wellendichtring wurde verbogen und leckte dadurch.

Problematisch wird nun das weitere Vorgehen: Da der Achsträger für die Seegeringe eingefräst wurde kann man wohl nicht das originale Lager einbauen. Es wird nun geprüft was man machen kann, evtl. den Achsträger gegen einen gebrauchten tauschen. Ein neues Tonnenlager soll wohl sehr teuer sein, die Werkstatt rät auch davon ab, damit selbiges nicht nocheinmal passiert.

Ich lasse nun zur vorsicht den linken Achsträger auch öffnen und nachschauen, denn wenn das ganze in einem Wasserschutzgebiet passiert hab Ich erst einmal "die Puppen am tanzen". Leider bin Ich in dem Teil der Eifel zu Hause wo überwiegend Wasserschutzgebiete vorhanden sind.

Ich kannn nur jeden raten, wer ein solches Gräusch hört nicht weiter zu fahren, da ein Schaden im Planetentriebsatz nicht auszuschließen ist. Ich selber hatte Glück gehabt.

Rote Grüße, Stefan
 
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