Das ein Motor nur mit Startpilot startet, schliesst nicht aus, das er gut zieht. Das klingt nach einem verschlissenem Einspritzelement im Verteilerkopf der Einspritzpumpe, oder anders ausgedrückt, die Pumpe ist unreparabel defekt.
Das Einspritzelement ist soweit verschlissen, das bei Anlassdrehzahl zuwenig Druck aufgebaut wird um einzuspritzen. Das passiert wenn zuviel Kraftstoff am Element vorbeigeht. Startet man mit Startpilot, und der Schlepper läuft, dann ist die Drehzahl höher und der Druck reicht aus um Kraftstoff einzuspritzen, mit zunehmenden Verschleiß des Elements wird aber auch das schlechter.
Testen lässt sich das ganz einfach, ergibt sich beim starten mit, und ohne Startmenge kein Unterschied, kann man ziemlich sicher auf die Einspritzpumpe tippen. Man kann auch die Einspritzdüsen ausbauen und auf jeden Zylinder etwas Motorenöl geben, (nur die Kolbenringe bedecken, erhöht die Kompression kurzzeitig). Sollte sich das Anspringverhalten dann bessern, kann man auf den Motor tippen.
Man darf nicht vergessen, das sich die Kraftstoffqualität massiv verändert hat. Früher war der Dieselkraftstoff rein und klar, heute ist das nur noch eine grüne Flüssigkeit, die zusätzlich durch den Bioanteil, massiv an Schmierwirkung verloren hat, was auch den Einspritzpumpenverschleiß beschleunigt. Anders als z.B. eine Reiheneinspritzpumpe, die ja durch einen eigenen Ölhaushalt, oder mit dem Motorölkreislauf geschmiert wird, erfolgt die Schmierung einer Verteilereinspritzpumpe rein durch den Dieselkraftstoff.
Verbessern lässt sich diese Schmierwirkung durch den Zusatz von mineralischem 2 Takt Motorenöl, dieses Öl verbrennt rückstandsarm bis rückstandsfrei. Dieser Tipp ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt von einem Bosch Einspritzpumpenspezialisten.
Pro 50 Liter Kraftstoff, etwa einen halben Liter 2 Takt Öl, eure Einspritzpumpe wird es euch mit langer Lebensdauer und gutem Motorlauf danken,
Gruß Schorsch