F12-Fips stellt sich vor

F12-Fips

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1 Januar 1970
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Hallo Miteinander und gleich ein kleiner Dank an alle, die diese Zeilen lesen,

ja, ich bin neu hier dabei und freue mich dieses Forum gefunden zu haben. Gleich zu Beginn war ich hier gut aufgenommen und durfte auch schon den ersten Ratschlag mitnehmen, welcher mich auch gleich weiter brachte. Eigentlich bin ich nur von all dem "Alten Zeug" begeistert, was früher alle weggeworfen und durch Neues ersetzt haben. Ich stelle immer wieder fest, dieses "Alte Zeug" ist und war vielfach viel besser, langlebiger und einfacher zum benutzen als manch moderner Kram. Natürlich braucht es Zeit, Geduld und etwas Geschick damit umzugehen.

Und so kam auch bei uns zu Hause erst die Liebe zu den "Alten Sachen", dann mal ein altes Ölkännchen, ein alter Standmotor von Sachs oder ein sehr alter AS Hochgrasmäher bis hin zu einem Agria 1300 Balkenmäher. Und das auch nur weil meine Gattin vor einigen Jahren 1 1/2 Pferde sich anschaffte (Mérens Kalblutstute und ein nettes Shetty Pony).

Da wir bzgl. der Pferdehaltung und Landwirtschaft aus dem "Tal der Ahnungslosen" kamen, mussten wir uns zeitnah und intensiv damit beschäftigen. Damit gings dann los. Erst viele Besuche in den diversen Freilandmuseen von Wackershofen über Bad Windsheim bis nach Beuren oder in den Odenwald. Ideen sammeln, wie wir dieses kleine Pferdehobby mit kleinem Geld auch tatkräftig mit älteren Gerätschaften stemmen können. So kam ein Einachs- Dreiseitenkipper mit Weber Handpumpe als Mistanhänger mit einem Deutz F2L612, der heuer den 60-igsten feierte, zusammen. Dann baute ich eine Hydraulik an und der Holzspalter fand seinen ersten Freund der ihn trug und bewegte. Nicht lange drauf kam die Solo Gartenhacke mit Anhänger für die "Kleinsttransporte" von Zaunstickel bis Zaunlitzen. Eine "Rolle", ein 2-Achs Anhänger von Wurst aus 1959 für das Heu und Stroh folgte und dann noch eine Hakortette 5022 die den Heinkel Kippanhänger zieht und für etwas grobere Arbeiten gerne parat steht. 

Jetzt fehlte aber noch ein günstiger zweiter Trecker, der so manche Arbeit von Holz bis Heu machen etwas leichter und rationeller macht. Es kam der IHC McCormick Deering Farmall F12G aus August / September 1938 (hat Torsten recherchiert) dazu. Nicht mehr ganz original, doch mit einer bewegten Zeitgeschichte. Nachdem im dritten Reich so einige drastische Importbeschränkungen und Marktregulierende Vorgaben kamen, durfte auch IHC aus den Staaten nicht einfach weiter so ihre Produkte nach D liefern. So kam es, dass ab 1937 der IHC in D- Neuss produzierte und damit auch weiterhin in Deutschland einen Absatzmarkt hatte. Geliefert wurde in jede Ecke Deutschland. Und so mancher Trecker verpasste nach dem Mauerbau die Flucht nach dem Westen anzutreten und verblieb im System der DDR hängen. Nicht weiter schlimm, den auch dort gab es reichlich Beschäftigung für gute "Arbeiter" wie den Farmall F12G. In der Nähe von Usedom fristete mein F12G sein Dasein seither. Doch nach erster Krankheit in 1982 erfuhr der originale Motor keine Heilung, Teile gab es keine und so starb der Motor. Doch dem Farmall wurde neues Leben eingehaucht. Sein Herz schlägt seither mit dem Motor des Weimar Bagger T172 Motor mit 17 PS aus dem VEB Motorenwerk Robur - Zittau GD2 bzw. seit 1962 dem VEB Motorenwerk Cuneald mit der Motorbezeichnung 2 NVD 12,5 SL. Eine tolle Kombination bis heute. und da  damit etwas Fortschritt einkehrte, wurde er auch noch mit einer Heckhydraulik vom Famulus (Fortschritt) RS 14 / 30 geparrt.

Und so lebt er noch heute in Top Form und ohne Probleme. Nur dem Alter von 78 Jahren geschuldet, muss mein F12 nicht mehr schufften, sondern darf sich auf das tragen meines Holzspalters und dessen Antrieb beschränken.

So sind alle beschäftigt, die zwischenzeitlich in unsere Dienste traten. Die Solo kutschiert vorsichtig und langsam die Kinder und den Alten mit doch bis zu 6 kmh durch die Gegend, die Hakorette sorgt mit für Ordnung und leistet tolle Transportdienste, der Deutz zieht jeden meiner 5 Anhänger mit Heu, Stroh, Holz und Bauuttensilien und der IHC McCormick Deering Farmall F12G entlastet meine nun doch schon 58 Jahre alten Knochen beim Hartholzspalten.Wir sind ein tolles Team und nicht zuletzt freut sich meine Gattin, dass sie keine Arbeit mit dem ganzen Drumrum hat und sich nur den Pferdchen widmen kann ;-) Wünsche euch das Allerbeste und ich hoffe, ihr hatte etwas Freude beim lesen.Es grüßt aus Hohelohe zwischen Öhringen und Forchtenberg, Uwe der F12-Fips

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So sah der F12 G aus, als ich ihn bekam (s.unten) und nun hat er fast sein altes Kleid wieder (s.oben) und vor allem funktioniert tatsächlich alles! Bin immer noch begeistert.

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Hallo Uwe,

erstmal herzlich willkommen im Forum =)

Ich bin froh dass du hier hergefunden hast und du wirst sicher hier Hilfe finden wenn du sie brauchst, aber auch sehr interessante Beiträge gibt es hier zu lesen.

Ich muss sagen ich hab selten so eine gut geschriebene Vorstellung gelesen =)

Ist sehr schön dass du deine alten Knaben noch immer schön am laufen hältst.

Und so ein Hobby nebenbei ist auch immer ein guter Ausgleich zum stressigen Berufsalltag.

Gruß Max aus KU
und dem kleinen Roten Traktor =)

--> Er tropft nicht, er markiert!!
 
Hallo,

herzlich Willkommen.

Hat dein F12G noch ein Typenschild mit Fahrgestellnummer?

Das würde mich mal interessieren, wiel dieses Modell ab 1937 und nicht ab 1940 in Neuss gebaut worden ist. 

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Guten Morgen Torsten,

Danke für dein Feedback. Wenn du die folgenden Bilder anschaust, dann ist die Fgst.-Nr. hinter den Kabeln und dort lese ich dann NT9690. Eine im Rahmen eingestanzte Nr. habe ich noch nicht entdeckt. Vielleicht weißt du, wo diese genau sitzt. Papiere gibt es zu diem Teil leider nicht mehr. Die Geschichte ab 1940 habe ich vom Vorbesitzer mitbekommen, der den Erstbesitzer noch kannte. Somit ist der F12 nun in dritter Hand. Doch leider ohne Beleg. Hier ist durchaus möglich, dass es Abweichungen gibt.

Vielleicht gelingt es dir mit deinem Sachverstand hier für etwas Aufklärung zu sorgen.

Die Motornummer des Originalen Motors ist auf dem Blechschild gut zu lesen. Dieser ist zwar nicht mehr vorhanden, doch vielleicht lässt sich hierzu eine nachweisbare Verbindung / Verknüpfung aus alten Unterlagen / Fertigungslisten etc. herstellen, damit etwas Licht ins Dunkel kommt. Wäre durchaus interessant.

Der jetztige T174 wurde überholt und dann verbaut in meinem F12 in 1982. Doch dieser muss auch deutlich älter sein. Mal sehen ob ich dazu noch eine genauere Nr. irgenwo auf dem Motorgehäuse finde.

Stell dir vor, ich wäre nicht 58 und sondern 68 und das nur weil einer den Stempel vom Amt für die Geburtsurkunde falsch eingestellt hat. So ein Ärger - ich könnte schon längst im wohlverdienten "Unruhestand" sein ;-)

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Hallo Uwe,

originelle Unorginalität. Ich finde das ist ein wares Zeugnis der Zeiggeschichte.

Mal ab vom orginal Aauslieferungszustand, den man sonst als erhaltenswert empfindet.

Gruß Matthias
 
Hallo,

ich will hier jetzt ja nicht die Pferde scheu machen, aber wenn ich das richtig lese aus den Unterlagen handelt es sich bei der Fahrgestellnummer um einen Holzgasgenerator der dazu noch laut den Unterlagen nie gebaut worden ist... 

Sehr interessant!

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Hallo Torsten,

Pferde machst du keine Scheu. Finde es ja ganz gut, wenn jemand etwas in der "Ahnenkiste2 Sucht und vielleicht auch fündig wird. Hier noch die vermeintliche Motornummer des einstig verbauten Motors:

G 969       Gesamtgewicht 1.540 Kg

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Könnte es denn dann nicht sogar einer dieser ominösen HG/HS Holzgasschlepper sein, der ev. nach dem Krieg auf einen normalen Verbrennungsmotor umgebaut wurde?

Von den knapp 150 vermeintlichen Holzgasschleppern ist ja anscheinend keiner bekannt.

Gruß, Matthias
 
Hallo,

normalerweise sind bei den alten Maschinen die Fahrgestell und Motornummer gleich.

Wenn der Motor 969 hatte dann könnte es passen , wenn man die 0 auf dem Typenschild weglässt (sofern es eine 0 überhaupt ist!), mit dem F12G.

Demnach wäre das der 969. F12G, gebaut zwischen ca. 4. Augustwoche oder 1. Septemberwoche 1938.

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Hallo Torsten,

Danke für deine Mithilfe, um den Stammbaum meines F12G etwas zu beleuchten. Werde heute abend mal alle sichbaren Nummern am Fahrzeug ablichten.

günstig ist, dass ich den F12 gerade letzten Samstag kpl. abgedampft habe und dabei einige Zahlen und Buchstaben hervorgeholt wurden.

Melde mich an dieser Stelle gerne wieder dazu.

Gruß, Uwe

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Ach ja, und dieses Seite zeigt auch auf, dass du die Zuordnung recht gut schon getroffen hast.

http://www.fahrzeugseiten.de/Traktoren/IHC_McCormick/F-12-G/f-12-g.html

F12G, Gummirreifen, Leergewicht 1540 kg, Schaltung 3/1, Ursprünglicher Hubraum 1840 ccm bei Wassergekühlten Benzin / Petroleum Motor ...
 
Hallo Uwe,

nochmal herzlich willkommen hier imF Forum.
Wir hatten ja schon Kontakt.

Das Bild vom Fabrikschild :
rechts neben dem Feld "Chassis No" steht normalerweise auch das Feld "Motornummer" (bei deinem Schlepper vermutlich hinter dem Kabel versteckt)

Das Feld darüber "Type" gibt genaue Auskunft über die Type und das Baujahr.
Am Getriebe, vor dem Sitz auf dem Rand, wo der Getriebedeckel draufsitzt, ist die Chassisnummer "normalerweise" nochmal eingeschlagen.

Die 9690 passt in keinen Seriennummerblock laut unseren Archiv-Aufzeichnungen.

Am besten, du legst das Farbikschild mal kpl frei, um die Nummer eindeutig zu erkennen.

Das Baujahr 1938 könnte stimmen, da dein Schlepper noch die Original Gussfelgen drauf hat.
Das es sich um einen der Holzgas-Schlepper handelt, glaube ich nicht.
Nach allen bekannten Bildern hatte der HG kpl. andere Hinterräder.

Grüße

matbush
 
Hallo,

ich glaube auch das die 0 hinter der Nummer versehentlich da rein gekloppt wurde, da die Motornummer ja nur 3 stellig ist.

Man erkennt ja auch in der 0 den Stern.

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Hallo Torsten, du hattest recht. Es gibt keine Null in der Fgst. Nr. und nun hier alles was auf dem Typenschild steht in der jeweiligen Reihenfolge

Deutsches Erzeugnis
F12G
Fahrgestellnummer NT969G           Motornummer  G969
Hubraum in ccm 1840             Gesamtgewicht in KG   1540
__________________________________________________

Motor von VEB Motorenwerke Schönebeck
Nr eingeschlagen: 2425-0347
Im Guss  24010-06                  S10
__________________________________________________

Kupplungsglocke

VEB Robur Werke
Zittau
12/1751
____________________________________________________

Nun bin ich gespannt ob das tatsächliche Baujahr eingegrenzt werden kann und ich damit wieder ein Stück weiter bin.

Herzlichen Dank für die "Ahnenforschung". Gruß, Uwe
 
Hallo,

dass tatsächliche Baujahr mit Bauwoche, habe ich dir schon ermittelt.

Genauer denke ich bekommt es keiner hin... ;)

Gruß
Torsten

IHC, alles wird gut!
 
Hallo Torsten,

na, dann sind wir erstmal durch in zu dieser interessanten Recherche. Dafür herzlichen Dank. Jetzt muss ich das Schild rechts auf dem Kotflügel meines F12G abnehmen und eine Korrektur anbringen. Bisher steht da ja "Oltimer 1940" und künftig geben wir nur noch echte Daten weiter "Oldtimer 1938". Bin immer mehr begeistert von dem F12, den ich zum einen so zufällig fand, der mir super nette Kontakte von Verkäufer bis zu dir beschert und sicherlich auch künftig noch einige tolle Dienste leisten wird.

Danke und viele Grüße aus dem Hohenloher Land sendet Uweeup-1131102294-7a39bb04816eab054a7230f0cf1b11cf-1479363060_big.webp 
 
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