Gedanken zu den Bauernprotesten

Calenberger-IHC

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21 Mai 2020
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30982 Pattensen
Liebes Forum,

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob die Proteste der Bauern hier in dieses Forum gehören und habe mich dazu entschlossen dazu etwas zu schreiben und meinen Blick auf die Dinge hier einmal zu verfassen.

Ich möchte es nicht allzu in die Länge ziehen, daher halte ich mich kurz.

Zum einen bin ich in den sozialen Medien immer wieder darüber erstaunt, dass es einige Menschen in diesem Land gibt, die bis heute nicht kapiert haben, dass es bei den Protesten nicht vorrangig um Dieselabgaben geht, sondern hier ein gesamter Berufsstand abgewickelt werden soll. Die Proteste symbolisieren die Angst der Landwirte, dass sie in diesem Land nicht mehr gebraucht werden und in Zukunft ihren Beruf nicht mehr ausüben können. 

Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber es ist etwas völlig anderes ob ich gekündigt werde und mir einen neuen Arbeitgeber suche und dort anfange oder ob mir die gesamte Existenzgrundlage entzogen wird. Ein ähnliches Gefühl dürften die Kumpel im Ruhrgebiet gehabt haben, als die Zechen nach und nach dicht gemacht wurden. Bloß das dort kein eigener fruchtbarer Grund und Boden im Spiel war und nicht die Versorgung eines Landes aufs Spiel gesetzt wurde.

Ich habe zwar keinen landwirtschaftlichen Hintergrund, wohne jedoch auf dem Dorf und bin über jeden Landwirt dankbar. Egal ob er Ackerbau oder Viehzucht betreibt. Ich habe es noch nie erlebt, dass jemand nein gesagt hätte, wenn man höflich fragt und um Hilfe bittet. Häufig bekommt man auch ungefragt Hilfe. So geschehen bei unserem letzten Hochwasser.

Die örtlichen Feuerwehren haben keine Pritschenfahrzeuge zum Transport von Sandsäcken, geschweige denn einen Radlader oder Gabelstapler. Wir waren vom Wasser eingeschlossen und es ist den Bauern zu verdanken, dass uns Sandsäcke gebracht wurden. Genauso die Post, die Mülentsorgungl oder das Fahren durchs Wasser, um etwas einkaufen zu können. Zur Apotheke, zum Arzt oder einfach zur Arbeit.

Ich jedenfalls und jeder in meiner Familie unterstützt die Proteste und hofft, dass die Aktionen nicht an Fahrt verlieren und die Landwirte die Intensität ihrer Proteste noch lange hochhalten können.

Denn eines darf man nicht vergessen, das Frühjahr kommt und dann werden die Traktoren und die fleißigen Menschen wieder auf den Feldern gebraucht, um die Versorgung für uns alle sicherzustellen.

Zum Abschluss möchte ich euch noch folgendes Statement verlinken, welches mich sehr beeindruckt und bewegt hat.

https://youtube.com/shorts/Dg6dsPogA3c?si=G3TWc43s_Q3-FCFQ

Mein Dank gebührt auch allen aktiven Landwirten in diesem Forum.

Gruss Joerg
___
„Wenn Informationen von Menschen im Dialog oder in einer Diskussion verarbeitet wird,
dann ist dies nach allem, was wir wissen,
die tiefstmögliche Art der Verarbeitung.“
(Manfred Spitzer)
 
Dazu fällt mir nur ein Spruch für diejenigen ein, die Bauern / Landwirte und deren Proteste verteufeln :

Ein Bauer kann keinen Dummen heilen,
aber er kann Dumme füttern !

matbush
 
Moin.

Leider werden diese ganzen Proteste zu nichts führen. Die Regierung hat 2 Sachen verkündet, eine wieder zurückgenommen und die zweite, einfach umzusetzende, trotzdem beschlossen. Der Beschluss bringt für den aktuellen Haushalt nichts, erst später. Das ganze unter dem Deckel der Umweltschädigung durch Verbrenner. Und ein Opferlamm, Herr Özdemir,  wurde auch schnell gefunden.

Ich war bei einer Demo dabei, es war Mistwetter und es hat kaum jemanden interessiert. Wir leben ja trotz allem noch im Luxus, absolute Überproduktion von Lebensmitteln,  so das noch essbare Lebensmittel nur auf Grund eines MHD entsorgt werden können. Traurige Entwicklung. Der Landwirt kann nur überleben wenn er große Mengen produziert,  also wird es immer bei Überproduktion bleiben und die Preise weiter im Keller. Alle um den Landwirt drum rum können ihre Kosten direkt weitergeben,  die bekommen ihr Geld. 

Wie schon gesagt, ich glaube es bringt leider nichts.

Bedenkliche Grüße 

Jürgen 
 
Moin,

es geht ja nicht nur um die Landwirtschaft, so wie unsere Regierung davor ist, wir der komplette Mittelstand abgewickelt. Was nicht diskutiert werden soll, wird in die rechte Ecke geschoben und die Correctiv Enthüllungen über das AFD Geheimtreffen im November kamen genau passend, um von den Demonstrationen des Mittelstandes abzulenken.

Ein Schelm wer Böses denkt.

Heute Morgen steht in meiner Tageszeitung wieder, das sich eine Grünenpolitikern beschwert hat, das die Gesellschaft gespalten werde. Wer betreibt den die Spaltung der Gesellschaft mit Macht, wenn er alles, was ihm nicht genehm ist, in die rechte Ecke drückt, um unangenehmen Diskussionen aus dem Weg zu gehen?

Man möge sich mal ,,Hallo Niedersachsen" vom 07. Februar diesen Jahres angucken und jeder soll sich selbst eine Meinung über die Äußerungen von Frau Janna Luisa Pieper bilden.

So werden wir als Gesellschaft der AFD jedenfalls nicht Herr werden!

Gruß

Frank
 
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