Lanz_4016:
Hallo zusammen,
habe ein wenig gezögert, auf dieses Thema zu antworten, aber ich fühle mich durch Dieter´s "Provokation"

) als Verfechter der dicken Socken schon ein Stück weit angesprochen! Mein Standpunkt dazu steht u. wird so begründet:
- der Vergleich mit Schlauchbootlippen u. Silikonbrüsten lasse ich in diesem Zusammenhang mal gänzlich unkommentiert und was häßlich ist, liegt immer im Auge des Betrachters...
- denn: "wer die Musik bestellt, bestimmt was gespielt wird!" Mit anderen Worten: ich bin Besitzer; ich entscheide was drauf kommt u. es geht anderen Leute einen feuchten Kehricht an, wie ich meinen Schlepper konfiguriere - Punkt aus!
- ich sage aber auch: Nur Fett u. Hoch sieht aus wie gewollt u. nicht gekonnt! Das Gesamtbild muß stimmen u. alles muss zusammen harmonieren. Deshalb wachsen bei mir nicht nur die Pellen u. stehen wulstig hervor, sondern auch Felgen, Spurbreite u. die Kotflügel, so das alles zusammen passt, auch für den Gesetzgeber incl. TÜV-Abnahme u. Eintragungen!
- denn: ich mag partout nicht die damaligen Serienschlepper im Originalzustand! Da passte in vielen Fällen die Konfiguration hinten u. vorne nicht. Entweder Chassis zu groß u. Räder zu klein, oder umgekehrt! Und das zieht sich über alle Baugrößen hinweg. Ob ein D-217 auf 9-24, ein 633 auf 12.4-32, oder ein 1455XL auf schnöden 20.8-38. Alles einfach nur schrecklich anzusehen und unproportioniert konfiguriert! Aber ok, damals hat man nicht so großzügig gedacht u. es gab nur recht schmale Diagonalreifen, statt wie heute üppige Radialniederquerschnittbreitreifen in Zusammenhang mit recht kompakten Bauformen der heutigen Schlepper u. das passt wieder. Bei einem alten Lanz Bulldog, einen DS25, oder meinen alten MOG aus 1952 würde ich auch alles Original belassen - weil das Gesamtbild stimmig ist. Nur bei manchem Youngtimer aus den 80er/90er Jahren, mit dem man sich vielfach mit den heutigen Boliden messen will, muss ich doch nicht im Jahre 2018 mit den "Sünden" von damals noch umherfahren, nur weil es mal "Original" war!? Mein Haus ist von 1895, Original waren damals Muldenpfannen u. einfach verglaste Flügelfenster drauf/drin -> toll anzusehen, aber will ich damit heute noch leben....?
- ich fahre seit über 3 Jahren mit meine

so konfigurierten IH-Schlepper recht problemlos u. vom Gesetzeshüter abgesegnet umher und 9 von 10 Betrachter (wenn nicht vom Neid zerfressen...) finden die Umrüstung absolut stimmig u. nicht prollig, da nix übersteht u. immer noch genügend "Luft" zur Karosserie vorhanden ist. Da stellt sich für mich dann immer die Frage: Was sich der Entwickler bei der Entscheidung zu den 20.8-38 nur gedacht hat!? Wahrscheinlich war es Herstellerübergreifend in der 150PS-Klasse damals so Usus und man wollte wohl einfach ausscheren!?
- Ok, über das VA-Rohr kann man noch mehr streiten - hierzu gibt es zugegebenerweise auch mehr kritische Stimmen...
- und wie schon angedeutet, gibt es Viele Leute (meistens in SH), die im Traktorpulling unterwegs sind u. auf möglichst hohe u. breite Reifen "angewiesen" sind, um überhaupt die (Mehr-)Leistung auf die Erde zubekommen. Ebenso Landwirte auf schwierigen Bodenverhältnissen die noch ältere Schlepper voll einsetzen.
- vereinfacht kann man nach Umrüstung feststellen: Geschwindigkeit steigt, Zugleistung steigt auch, die Wendigkeit geht zurück, die Zugkraft durch den "größeren Hebel" an der Radnabe anfangs auch, wird aber in den allermeisten Fällen durch "Anpassung" der Motorleistung wieder mehr als wettgemacht. Der Rest ist Geschmackssache....
Gruß
Thorsten

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Gaggenau / Neuss / Forstern