Moin,
meine Eltern (und damit auch ich) haben Jahre lang Speisekartoffeln angebaut, in den besten Jahren waren das bis zu 3 ha, neben der Vollerwerbslandwirtschaft.
Bei Kartoffeln spielen viele Faktoren mit, nicht jeder Boden passt zu Kartoffeln, nicht jede Sorte passt zu jedem Boden.
Willst du einen ganzjährigen Kundenstamm, brauchst du ganzjährig Kartoffeln, das heist Früh-, Mittelfrühe- und Winterkartoffeln.
Das dicke Geld verdienten wir damals mit Frühkartoffeln (der frühe Vogel bekommt den Euro), da die aber noch nicht Schalenfest waren
wurden die mit der Hand ausgegraben (was eine plackerei), Roder ging erst 4 Wochen später, dann war der Preis aber schon viel weiter unten.
Ohne Pflanzenschutz geht es meiner Meinung nach selten, da ist dieses Jahr Krautfäule und Kartoffelkäfer ganz weit vorn.
Tauschen ist auch so eine Sache, hat der Vorgänger mit Gülle nicht gespart (oft bei Mais), wurden die Kartoffeln
blau beim kochen und stinken (zuviel Stickstoff im Boden).
Aber das kann man alles noch unter Hobby und Versuch laufen lassen, wenns nichts wird biste wenigstens nicht dümmer geworden.
Wenn noch kein Gewerbe vorliegt, wird dir das den Hals brechen. Verkauf ohne Gewerbeanmeldung geht in die Hose.
Ob die Anmeldung eines Kleingewerbes ausreicht weiss ich allerdings auch nicht.
Zu der Pacht, ja die Summen sind bei uns auch bekannt, Spitzensatz liegt bei 1600€ habe ich gehört (muß man sicher ein paar Euro Erzählbonus abziehen).
Normal liegt er glaube ich bei 800 - 1100€/ha, ja nach Bodenpunkte und Flächengröße.
Die Spitzenpreise bezahlen natürlich nur die großen Gemüsebauern, die hauen da aber auch 5 Fruchtfolgen im Jahr rauf (letztmalig Suppengrün im November)
und nach 3 Jahren bekommst du totes Land zurück, da ist kein Stück Nährstoff mehr drin.
Fazit:
Mach das solange du jung bist und probier es aus. Finanziell ist es wie bei Aktien, der Totalverlust darf dich nicht ruinieren.
Ach und bitte hier entsprechenden Erfahrungsbericht einstellen.
Gruß
Bernd