Hoher Radlagerverschleiß am Case IH 640

Case IH 640S

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Hallo,

Ich habe ein Problem an unserem 640 ( ohne Allrad und ohne Frontlader ) : Die Radlager der Vorderachse verschleißen übermäßig schnell. Ich habe vor ca. 2 Jahren die beiden Staubschutzkappen mal mit einem Schmiernippel versehen, davor brauchte ich die Radlager nur ca. alle drei Jahre mal nachstellen ( ganz normaler Verschleiß ). Seitdem die Schmiernippel verbaut sind, ist der Radlagerverschleiß extrem hoch geworden, ich muss jetzt ca. alle 10 Betriebsstunden die Kontermutter nachstellen. Mittlerweile sind die Lager so verschlissen, dass ich sie erneuern muss. Wie kann das sein das der Verschleiß so hoch geworden ist? Ich benutze zum abschmieren hochwertiges Aral Langzeitfett und schmiere die komplette Vorderachse ca. alle 30 Betriebsstunden. Hat einer von euch eine Explosionszeichnung von der Vorderachse? Was für eine Dichtung ist auf der Achsschenkelseite verbaut?

Danke im Vorraus

MfG Eike
 
Das ist wirklich etwas hoch. Das bedeutet ja das zur Hochsaison einmal täglich die Radlager nachgestellt werden.

Ist dein Gewinde und deine Sicherungsmutter okay? Und der Sicherungsstift der die Mutter gegen verdrehen sichert?

Wie fest ziehst du die Radlager an?

 

Gruß

Michael Stockei
0151/11528050
Michael.Stockei@t-online.de
mst-technik.npage.de/

Bei mir sind Schlepper Arbeitsgeräte und keine Ausstellungsstücke
 
Welche Lagermarke haste den Verbaut? Hatte ich bei Meinem Golf Diesel auch mal hinten!

Da hat die Bremstrommel hinten an der Trägerplatte geschlieffen,Bremstrommel abgeschliffen wieder zusammengebaut.In einigen Tagen das selbe Spiel wieder,bis ich festgestellt habe das die Lagerrollen fast nicht mehr vorhanden waren.Was ich damit sagen wollte das die Lager durchaus von schlechter Qalität sein können!!

Kurti
 
Hallo,

die Mutter, der Sicherungskranz und der Splint ( der jedesmal nach dem einstellen erneuert wurde ) sind in Ordnung. Die Radlager werden so eingestellt, wie sich das gehört, also nicht zu locker und nicht zu fest. Welche Lagermarke verbaut ist, weiß ich nicht genau, es sind noch die originalen drin. Die neuen werden Timken Lager.

MfG Eike
 
Hallo,

irgentwie verstehe ich das nicht ganz,mein 353 Baujahr 1968 mit Frontlader hat noch die ersten Radlager und die wurden soviel ich noch in errinnerung habe höchstens 4 oder fünf mal nachgestellt,und abschmieren an der Radnabe innen mit Wälzlagerfett,und das 2 x im Jahr.

Mfg....Anton
 
Hallo,

das Problem ist das Schmieren mit Schmiernippel. Danach ist der Hohlraum im Radlagergehäuse zu 100%

ausgefüllt. Normalerweise sollte der Hohlraum nur zu 50% gefüllt sein Deshalb gibt es auch keine Radlager mehr

mit Schmiernippel.

Ich habe mir auch eine Fettkappe mit Schmiernippel gebaut, weil man sonst zum Schmieren des hinteren Radlagers immer komplett zerlegen müsste.

Ich setze diese Fettkappe nur zum Schmieren auf und baue danach wieder die orginale, komplett leere Fettkappe

drauf.

Genau erklären kann ich die Ursache von dem erhöhten Verschleiß auch nicht.

Gruß MP4
 
Hallo,

das ist ja sehr interessant! Früher habe ich das auch so gemacht, da hatte ich eine dritte umgebaute Fettkappe zum schmieren.Dann werde ich jetzt die Radlager und die Achsschenkeldichtung erneuern und wieder auf die alte Schmiermethode mit der dritten Fettkappe setzen.

MfG Eike
 
Hallo,

zuviel Fett kann in der Tat die Ausfallursache sein. Wenn zuviel Fett verwendet wird, wird nur ein Bruchteil des Schmierstoffs ständig durchgewalkt. Der überschüssige Anteil altert, vertrocknet und verliert die Schmierwirkung. Wenn etwas von dem gealteten Fett ins Lager gerät, kann es durchaus zu Schäden am Lager kommen.

Bei uns im Betrieb werden Frässpindeln gebaut. Das oben genannte altern des Fettes durch Überfettung wurde auch mal festgestellt. Seitdem werden die Lager mit einem Dosiergerät gefettet und die Lager halten viele Jahre bei täglichem Einsatz und Drehzahlen bis zu 15000 1/min.  

Ein Lager mit 140 mm Durchmesser bekommt nur knapp 20 Gramm Fett. Die 20 Gramm Fett werden gleichmäßig verteilt auf die Anzahl der Wälzkörper. Macht knapp 2 Gramm pro Wälzkörper.

Man wundert sich, wie wenig Fett ausreicht um das Lager dauerhaft zu schmieren. Vom Gefühl her würde man die 10-fache Fettmenge verwenden.

Eine weitere mögliche Ausfallursache ist das regelmäßige waschen des Schlepperwerte mit dem Dampfstrahler. Dann kommt Wasser ins Lager und der Schaden ist vorprogrammiert.

Holger
 
Hallo,

egal was für eine Schmierstelle das ist,man sollte nie so viel Fett rein drücken bis es überall raus drückt,da gehen nur die Staubringe kaputt,

wenn man von einer Handhebelpresse ausgeht reicht ein mal Pumpen völlig aus,weniger ist oft mehr.

Wenn man manche Geräte oder Gelenkwellen so anschaut,da ist alles um die Lager voll mit Fett,bei richtigem Abschmieren ist nach Jahren kein Fettrand zu sehen.

Gehört zwar nicht zum Abschmieren,ist aber trotzdem für manchen Hilfreich.

Hier noch was,was manchem viel Zeit und Geld ersparen kann:  Kurbelwellendichtung muss eventuell nicht immer gleich gewechselt werden......wenn man den Motorölstand nicht auf Maximum hält,sonder mehr im unteren bereich zwischen Min und Max,das hat in meinem Bekanntenkreis schon manche Schrauberei erspart,wenn es nicht mehr hilft kann man immer noch wechseln.

Frohe Ostern

Mfg...Anton
 
Hallo

Ein altes Sprichwort sagt wer gut schmiert der gut fährt

Wer zuviel schmiert der verliert. 

Ich habe gelernt dass man die Radlager nur soviel schmiert das kein Fett aus der Narbe kommt weil sich sonst beim ackern auf dem Feld Sand an dem Fett anhaftet und sich dann das Fettsandgemisch in das Radlager einarbeitet und das denn die Lager zerstört. 

Falls beim abschmieren mal Fett raus kommen sollte bitte sofort mit dem Putzlappen entfernen. 

Wenn man mit dem Hochdruckreinger zu fest wäscht sollte man anschließend wieder die Lager schmieren

So hab ich das mal gelernt. 

Gruß

Reinhold
 
Hallo,

die Radlager werden beim Abschmieren ja gar nicht berücksichtigt. Hat nicht jemand einen Wartungsplan wo beschrieben ist, wie oft die Radlager gefettet werden ? Ich schätze mal frühestens nach 1000 Stunden ausbauen, reinigen, mit entsprechender Menge neu fetten und dann einstellen.

Holger
 
Moin,

da hast du deinem Schlepper wirklich was zu Gutes angetan. Wie schon beschrieben durch das zu viele fetten ist zu viel im Lagerfreiraum. Das Fett kann nur schwer austreten. Es ist ein Überdruck im Lagergehäuse was zu einem höheren Verschleiß führt. Das beste für dich ist das ganze wieder in Originalzustand ohne zurück versetzten mit einer passend eingestellter Lagerluft. Die Ingeneure waren doch nicht blöd das sie die Radnabe nicht mit Schmiernippel versehen haben.

Nun zur Schmierung das Buch sagt die erste Lagereinstellung erfolgt nach den ersten 50 Betriebstunden ohne neues  Fett dann wird erst nach 1600 Betriebstunden eine erneute Fettschmierung  und Lagereinstellung mit kompetter Reinigung des Lagers fällig. Also zu viel des Guten kann auch das Gegenteil bewirken. Ist bei Lagern häufig auch eine Ursache des Schadens sein.

Gruß Uli
 
Hallo,

ich danke euch allen für die zahlreichen Antworten! Jetzt bin ich um einiges schlauer! ich habe es einfach übertrieben mit dem abschmieren. Dann werde ich in Zukunft nicht mehr schmieren, die Lager werden erneuert, alles mit passendem Fett zusammengebaut und gut ist.

MfG Eike
 
Hallo Eike, vor 55 Jahren war ich Azubi, damals "Stift" genannt. Schon damals hat mir mein Meister erklärt: man kann ein Kugellager durch zu häufiges schmieren  > kaputtschmieren. "Linksdreher"
 
Hallo,

wie sehen denn die innere und äussere Lauffläche des Lagers aus ? Nicht da da die Ursache liegt.

Dichtet die Abdeckkappe noch richtig ?

Holger
 
Guten Abend,

die Radlager habe ich gestern erneuert. Die Dichtringe der Naben waren auf beiden Seiten total verschlissen, das wird wohl der Grund vom hohen Verschleiß gewesen sein. An den alten Kegelrollenlagern konnte man keine "Fressspuren" erkennen, nur normaler Verschleiß. Jetzt ist alles wieder sauber zusammengebaut und wird die nächsten Jahre hoffentlich Problemlos laufen.

MfG Eike
 
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