Hallo Peter!
Ich habe so etwas schonmal mit angebaut. Das ist eine ziemlich verzwickte Angelegenheit. Das schwierigste dabei ist die Kombination der Zylinder so hinzubekommen, dass die Angelegenheit auch parallel wirkt.
Bei einer Nachrüstvariante, wie du sie beschreibst, wirst du den Idealfall nie hinbekommen. Du solltest dich also auf einen bestimmten Hebebereich festlegen, wo du die größte Parallelität brauchst, bzw. einen Anfangs- und Endbereich, wo das Werkzeug jeweils die gleiche Neigung hat. Exakte Parallelführung über den gesamten Bereich wird sehr schwer zu bewerkstelligen sein.
Wenn du diesen Bereich festgelegt hast, solltest du mal messen oder ausrechnen, wieviel Öl die Kolbenkammer (Hauptkammer) eines Kippzylinders bei gleicher Neigung vom oberen zum unteren Endpunkt dieses Bereichs aufnimmt bzw. vom unteren zum oberen verdrängt. Die Gleichheit der Lage kannst du am besten in der Waagerechten messen. Erstens geht das mit einer einfachen Wasserwaage und zweitens wird das wahrscheinlich die Lage sein, die das Werkzeug hinterher am meisten haben soll.
Dann suchst du dir 2 vorläufige Ansatzpunkte für den Zylinder an der Schwinge und misst die Längenänderung zwischen den Punkten. Damit kannst du dann berechnen, welchen Durchmesser der Zylinder haben muss, damit er auf dieser Länge das Öl vom Kippzylinder aufnehmen bzw. liefern kann. Wichtig ist weiterhin, dass der Kippzylinder und der Zylinder an der Schwinge das gleiche Verhältnis von Kolben zu Ringkammer haben. Sonst musst du die Ringkammer vom Kippzylinder drucklos schalten, damit hinterher keine Verspannungen entstehen. Den dann wieder normal zu schalten, wenn du bewusst auskippen willst, ist ne ziemliche Fummelei. Also umgeh es lieber gleich. Du wirst wahrscheinlich keinen Zylinder finden der genau vom Durchmesser passt. Dann musst du beim Festlegen der engültigen Ansatzpunkte an Schwinge und Konsole die vorläufigen leicht verändern, damit der Wunschzylinder die richtige Längenänderung mitmacht.
Soweit so gut. Dann musst du nur noch Druckbegrenzungsventile in alle Verbindungen einbauen, damit an den Endpunkten der Schwinge kein Überdruck entsteht, falls die Kippzylinder schon vorher am Anschlag sind. Den Druck für Schürfen (Ankippen) solltest du nur etwas höher wählen als notwendig. Den Druck für Entleeren, kannst du noch kleiner wählen, da hier ja kaum Kraft benötigt wird. Die Ventile setzt du am besten gleich in die Nähe des Steuergerätes für die Kippzylinder, dann ist der Weg vom Überströmanschluss der Druckbegrenzungsventile zum drucklosen Rücklauf nicht so weit.
Du solltest auch bedenken, dass die Kraftübertragung vom Kippzylinder zum Zylinder an der Schwinge den Hauptzylinder der Schwinge entlastet und somit die maximale Hublast erhöht. Also solltest du den Druck am Hauptzylinder eventuell etwas absenken, damit der FL nicht überlastet wird. Du musst auch, wenn du es nicht noch komplizierter machen willst, damit leben, dass sich bei stark gekipptem Werkzeug, die Schwinge nicht mehr absenken lässt, weil dann der Kippzylinder am Anschlag ist und Druck auf den Zylinder an der Schwinge gibt.
Gruß Stefan