IHC 1455 Problem Vorderachse

streier

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Hallo ins Forum,

wir haben ein Problem mit der Vorderachse des 1455. Bekommt so keinen Tüv, weil wohl der "Herzbolzen" eingelaufen ist.

Jetzt müssten wir den ziehen und durch einen Neuen ersetzen.

Hat damit jemand Erfahrung ? Vielleicht eine Zeichnung oder Hinweise ?

Was muss alles demontiert werden ? Frontgewicht klar.

Ich danke für Eure Hilfe

Gruß ins Forum

Thomas
 
Servus,

alles halb so wild, habe das auch erst an meinem 1255XL gemacht ;-)

Du musst auf alle Fälle vor der Achse alles abbauen, d.h. wenn du FH hast, dann muss die normal runter.

Ich habe nur den Gewichtsbock und die Einhängegewichte abmontiert. Anschließend bist du eh schon so weit, dass du von vorne eine etwas "eiförmige" Öffnung siehts.

Durch die muss der Herzbolzen rausgezogen werden.

Vorher aber Fahrzeug sicher und standfest aufbocken (auch das Fahrzeug stabilisieren, so dass er sich nicht bewegen kann wenn man vorne etwas hebt), so dass die VA frei ist.

Auf dem Achsbock ist normal eine Innensechskantschraube mit Kontermutter. Diese muss (falls nicht schon locker oder überhaupt noch vorhanden) geöffnet und am besten herausgedreht werden.

Diese geht auf dem Bolzen in eine Kerbe und "fixiert" diesen somit im Achsbock bzw. verhindert das verrutschen, wenn diese fest angezogen ist.

Ist die Achse in der Luft, diese Konterschraube entfernt, dann kannst du von vorne her eine lange Schraube (glaube M8 oder M10 Schraube war es) in das Gewinde drehen.

Wir haben aus unserer Werkstatt einfach einen Austreiber angesetzt und mit dem Schlaggewicht dann vom Traktor weg den eingeschraubten Bolzen aus den beiden Kunsstofflagerbüchsen und dem Achsbock "geschlagen".

Meist ist der Bolzen dann auch schon eingelaufen oder hat "Abnutzungsspuren". Musst du dann prüfen, ob du diesen noch mal verwenden willst.

Ich habe mir dann von einem gebrauchten Hydraulikzylinder mit passender Kolbenstange (vom Durchmesser her) die benötigte Länge abgeschnitten, da diese hartverchromt ist und mehr aushält und zum anderen außerhalb der Buchsenauflageflächen nicht etwas abgesetzt ist und somit im Achsbock auch nicht so viel Luft hat.

Neue Kunststoffbuchen z.B. AgrarDirekt etc. besorgt und vor dem Wiedereinbau natürlich die Achsbockanlageflächen "plan" mit der großen Flex abgezogen sowie auch die Anlageflächen am Achsbock. Dass muss alles wieder gerade und ohne Grate etc. sein.

Kunststoffbuchsen einbauen und "Überstand" aus deren Sitz mit Flex abziehen. Dürfen nicht aus Metall hervorstehen, eher paar zehnten weniger haben. Des weiteren auf die Löcher für den Fettdurchtritt von den Schmiernippeln achten. Diese müssen fluchten, sonst bekommt man später kein Fett über den Schmiernippel in die Buchse ;-)

Dann die lichte Weite zwischen den beiden Kunstoffbuchsenaufnahmen der Achse (hat man beim planschleifen ja etwas zugeschliffen, daher kein Originalmaß mehr) gemessen sowie auch die Länge des Achsbocks (auch den eben etwas abgeschliffen und nicht mehr Originalmaß, wenn dies auch nur wenige zehntel Milimeter bis 1mm sind.

Dann die entsprechenden Ausgleichsscheiben besorgen, um die "Luft" die zu überbrücken ist (am besten mit 2 Scheiben überbrücken, wobei die dickere von beiden an der hinteren Position quasi Richtung Kabine eingebaut werden sollte, da diese mehr "Druck" beim Fahren etc. abbekommt) damit zu elliminieren. Um beim Zusammenbau Ärger zu minimieren, haben wir davor die Ausgleichsscheiben bereits an den jeweiligen Stellen vor und hiner dem Achsbock an zentrisch ausgemittelt hingehalten und mit Edding den Rand der Scheiben nachgefahren. Vorteil ist dann, dass man beim Einbau der Scheiben diese quasi genauin Einbaulage klopfen kann. Ansonsten tut man sich später schwer mit dem Eintreiben des Bolzens, da ja der Achsbock selber etwas Luft hat, von vorne nach hinten etwas Versatz ist usw. 

Beim Abmessen wirklich genau messen und keine "Spielpassung" machen d.h. beim Zusammenbau muss der Achsbock und die Distanzscheiben wirklich streng im Aufnahmebereich sitzen.

Hat man dann alles für den Zusammenbau besorgt, vor dem Einschieben des Herzbolzens noch mal die Kunststoffbuchsen mit sehr gutem Fett rund herum einschmieren.Vorteil dabei ist, dass das Fett dann schon mal an alles Stellen ist und nicht vom Schmiernippel aus herumwandern muss und zum anderen flutscht der Bolzen auch leichter in seine Ausgangsposition. 

Dann kann man den Zusammenbau starten, sprich den Herzbolzen wieder von vorne nach hinten reinzuschieben.

ACHTUNG: Das Gewinde muss wieder nach außen schauen, damit man beim nächsten Wechsel des Herzbolzens diesen austreiben kann, sonst hat man dann ein Problem, wenn diser falsch herum montiert wird.

Wenn man einen neuen Bolzen herrichtet, dann auch auf die Kerbe von der Innensechskantmutter achten, dass diese wieder eingebracht wird, sonst bringt später diese Schraube nichts bzw. hat nahezu keine Wirkung. Um das Verrutschen des Bolzen aber weiter zu verhindern sowie auch eine bessere Klemmung im Achbock zu erhalten, habe ich auf der anderen Achsbockseite in identischem Abstand von Außen nach innen gesehen eine zweite Innensechskantschraube eingebracht und entsprechend auch den Bolzen vorbereitet.

Zusammenbau ist dabei etwas knifflig, weil die Gewichte die auf den mm einzupassen sind schon enorm sind, aber es ist alles machbar. Nur die Ruhe und sauber arbeiten. Dann klappt es auf alle Fälle.

Nach dem Zusammenbau dann mit der Fettpresse gleich noch mal sauber abschmieren und die Achse sollte wieder für lange Zeit bombenfest sein ;-)

Viel Spaß und Glück beim Umsetzen.
 
Eine super Anweisung, so stell ich mir einen Werkstattleiter vor, danach kann jeder Schrauber arbeiten. 

Lass mehr von dir hören 
 
Hallo zusammen, der Bolzen hat an der Stirnseite ein Gewinde 1/2" UNC zum ausziehen.

Gruß Alex

IF IT AIN´T RED, LEAVE IT IN THE SHED
 
Moin Julian, super Anleitung.Würde so manchen Berufsschul- Lehrer blass aussehen lassen ,so ausführlich Du das beschrieben hast.

Hast Du Erfahrung als"LAMA " gesammelt?

Weiter fohes Schaffen und Corna freies Werkeln vom Emslandschrauber Franz
 
Servus zusammen,

als LAMA habe ich eigentlich keine Erfahrung. Habe mal Mechatroniker gelernt und dann aber weitergemacht und bin jetzt eigentlich Projektleiter bei einem Automobilzulieferer. Von da her eigentlich ganz was anderes.

Aber ich habe schon immer eine Vorliebe fürs Schrauben :-) Bei einem Bekannten habe ich neben der Schule und Studium immer als Mechaniker jedoch für Kfz gearbeitet. Da habe ich noch mal viel dazu gelernt, warte daher alle meine Fahrzeuge auch selber ;-)

Mein Traum war es seit Kindheit, einmal einen IHC 1255/1455XL in rot-weiß zu besitzen. Bin als Kind bei einem Bekannten jede freie Minute auf dessen 1455XL rot/weiß mitgefahren und das hat mich geprägt. Das hat aber gedauert, da Ausbildung, Studium, Arbeit, Hausbau usw. alles mal Vorrang hatten vor dem Hobby. Letztes Jahr war es dann so weit und ich habe bei einem Angebot zugeschlagen.

Des weiteren kann ich auf meinen Schwiegervater zurück greifen, der Mechaniker bei einem Mercedes Benz wAutohaus war und da auch Nfz (LKW,s jeder Leistungsklasse) gerichtet hat. Mit ihm zusammen restauriere ich meinen 12er, er gibt mir immer Tipps, zeigt mir Sachen die ich noch nicht kenne bzw. mir nicht sicher bin und erklärt mir natürlich auch Sachen, die mir noch unbekannt sind. Auch auf seinen Erfahrungsschatz kann ich zurückgreifen, den er natürlich bis zur Rente gesammelt hat. Des weiteren hatte er bei unserem Nachbarn (hat 2x 1046 -> 1x mit Halbrahmen, 1x Blockbauweise) immer am Hof mitgeholfen und ist da leidenschaftlich mit einem der beiden gefahren (letzterem). Diese Schlepper hat er auch gewartet und da er auch selber mehrere Schlepper hat (2x Schlüter, 1x Fiat, 1x Deutz, 1x Allgaier) ist er mit Traktortechnik auch vertraut.

Des weiteren habe ich ein paar sehr gute Bekannte, die ich auch um Rat fragen kann (CASE Vertragshändler und einen IHC/ CASE Profi der alles von den großen weiß).  Um letzteren bin ich sehr dankbar, da er mir viele Tipps gibt und ich immer fragen kann. Danke Gerd ;-)

Tja und zu meinem Job mache ich das nun als Ausgleich und wenn ich was mache, dann mit 120% und gescheid!
 
Hallo,

als MA bei einem Automobilzulieferer (bin selber in der Montageplanung eines Automobilherstellers beschäftigt), hast Du/Wir ja gerade eine Menge Zeit für die Dinge nebenher! Wir teilen da übrigens in etwa das gleiche Hobby...

Gruß

Thorsten ;-))

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Gaggenau / Neuss / Forstern
 
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