Servus,
alles halb so wild, habe das auch erst an meinem 1255XL gemacht
Du musst auf alle Fälle vor der Achse alles abbauen, d.h. wenn du FH hast, dann muss die normal runter.
Ich habe nur den Gewichtsbock und die Einhängegewichte abmontiert. Anschließend bist du eh schon so weit, dass du von vorne eine etwas "eiförmige" Öffnung siehts.
Durch die muss der Herzbolzen rausgezogen werden.
Vorher aber Fahrzeug sicher und standfest aufbocken (auch das Fahrzeug stabilisieren, so dass er sich nicht bewegen kann wenn man vorne etwas hebt), so dass die VA frei ist.
Auf dem Achsbock ist normal eine Innensechskantschraube mit Kontermutter. Diese muss (falls nicht schon locker oder überhaupt noch vorhanden) geöffnet und am besten herausgedreht werden.
Diese geht auf dem Bolzen in eine Kerbe und "fixiert" diesen somit im Achsbock bzw. verhindert das verrutschen, wenn diese fest angezogen ist.
Ist die Achse in der Luft, diese Konterschraube entfernt, dann kannst du von vorne her eine lange Schraube (glaube M8 oder M10 Schraube war es) in das Gewinde drehen.
Wir haben aus unserer Werkstatt einfach einen Austreiber angesetzt und mit dem Schlaggewicht dann vom Traktor weg den eingeschraubten Bolzen aus den beiden Kunsstofflagerbüchsen und dem Achsbock "geschlagen".
Meist ist der Bolzen dann auch schon eingelaufen oder hat "Abnutzungsspuren". Musst du dann prüfen, ob du diesen noch mal verwenden willst.
Ich habe mir dann von einem gebrauchten Hydraulikzylinder mit passender Kolbenstange (vom Durchmesser her) die benötigte Länge abgeschnitten, da diese hartverchromt ist und mehr aushält und zum anderen außerhalb der Buchsenauflageflächen nicht etwas abgesetzt ist und somit im Achsbock auch nicht so viel Luft hat.
Neue Kunststoffbuchen z.B. AgrarDirekt etc. besorgt und vor dem Wiedereinbau natürlich die Achsbockanlageflächen "plan" mit der großen Flex abgezogen sowie auch die Anlageflächen am Achsbock. Dass muss alles wieder gerade und ohne Grate etc. sein.
Kunststoffbuchsen einbauen und "Überstand" aus deren Sitz mit Flex abziehen. Dürfen nicht aus Metall hervorstehen, eher paar zehnten weniger haben. Des weiteren auf die Löcher für den Fettdurchtritt von den Schmiernippeln achten. Diese müssen fluchten, sonst bekommt man später kein Fett über den Schmiernippel in die Buchse
Dann die lichte Weite zwischen den beiden Kunstoffbuchsenaufnahmen der Achse (hat man beim planschleifen ja etwas zugeschliffen, daher kein Originalmaß mehr) gemessen sowie auch die Länge des Achsbocks (auch den eben etwas abgeschliffen und nicht mehr Originalmaß, wenn dies auch nur wenige zehntel Milimeter bis 1mm sind.
Dann die entsprechenden Ausgleichsscheiben besorgen, um die "Luft" die zu überbrücken ist (am besten mit 2 Scheiben überbrücken, wobei die dickere von beiden an der hinteren Position quasi Richtung Kabine eingebaut werden sollte, da diese mehr "Druck" beim Fahren etc. abbekommt) damit zu elliminieren. Um beim Zusammenbau Ärger zu minimieren, haben wir davor die Ausgleichsscheiben bereits an den jeweiligen Stellen vor und hiner dem Achsbock an zentrisch ausgemittelt hingehalten und mit Edding den Rand der Scheiben nachgefahren. Vorteil ist dann, dass man beim Einbau der Scheiben diese quasi genauin Einbaulage klopfen kann. Ansonsten tut man sich später schwer mit dem Eintreiben des Bolzens, da ja der Achsbock selber etwas Luft hat, von vorne nach hinten etwas Versatz ist usw.
Beim Abmessen wirklich genau messen und keine "Spielpassung" machen d.h. beim Zusammenbau muss der Achsbock und die Distanzscheiben wirklich streng im Aufnahmebereich sitzen.
Hat man dann alles für den Zusammenbau besorgt, vor dem Einschieben des Herzbolzens noch mal die Kunststoffbuchsen mit sehr gutem Fett rund herum einschmieren.Vorteil dabei ist, dass das Fett dann schon mal an alles Stellen ist und nicht vom Schmiernippel aus herumwandern muss und zum anderen flutscht der Bolzen auch leichter in seine Ausgangsposition.
Dann kann man den Zusammenbau starten, sprich den Herzbolzen wieder von vorne nach hinten reinzuschieben.
ACHTUNG: Das Gewinde muss wieder nach außen schauen, damit man beim nächsten Wechsel des Herzbolzens diesen austreiben kann, sonst hat man dann ein Problem, wenn diser falsch herum montiert wird.
Wenn man einen neuen Bolzen herrichtet, dann auch auf die Kerbe von der Innensechskantmutter achten, dass diese wieder eingebracht wird, sonst bringt später diese Schraube nichts bzw. hat nahezu keine Wirkung. Um das Verrutschen des Bolzen aber weiter zu verhindern sowie auch eine bessere Klemmung im Achbock zu erhalten, habe ich auf der anderen Achsbockseite in identischem Abstand von Außen nach innen gesehen eine zweite Innensechskantschraube eingebracht und entsprechend auch den Bolzen vorbereitet.
Zusammenbau ist dabei etwas knifflig, weil die Gewichte die auf den mm einzupassen sind schon enorm sind, aber es ist alles machbar. Nur die Ruhe und sauber arbeiten. Dann klappt es auf alle Fälle.
Nach dem Zusammenbau dann mit der Fettpresse gleich noch mal sauber abschmieren und die Achse sollte wieder für lange Zeit bombenfest sein
Viel Spaß und Glück beim Umsetzen.