IHC 324 Farmall Startprobleme

Marc_83

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Hallo Zusammen,

ich bin seit ca einem 1/2 Jahr stolzer Besitzer eines 324D. Das Schlepperchen musste in seinem bisherigen Leben nicht sehr schwer arbeiten, hat dafür aber (wie sich ier mehr zeigt) schon sehr viele Basteleien ertragen müssen. Ich bin nun dabei, diese bösen Sünden meiner Vorgänger nach und nach wieder zu richten.

Begonnen hat das Drama damit, dass die Fuhre eigentlich recht gut läuft, fährt und auch bremst, aber Starten will der gute auch nach einigem Vorglühen nur

schwer und das (bis der Motor einigermaßen warm ist) nur unter starker weißer Rauchentwicklung. Da ich nun auf dem Gebiet Motoren / Kfz kein Neuling bin, habe ich zunächst den Kopf überholt. Folgendes wurde gemacht:

- Kopfdichtung

- Ventile geprüft, Kanäle gereinigt, Ventile neu eingeschliffen

- Düsenstöcke zerlegt, gereinigt, neue Düsen eingebaut und auf 150bar öffnungsdruck eingestellt.

- Glühkerzen erneuert (Glühwendelkerzen mit original Glüanlage + Glühwächter etc. wurden geprüft und original belassen)

- Kraftstofffilter gereinigt / getauscht

- Ventile Eingestellt

- Ölwechsel /Wasserwechsel

- wieder alles zusammengebaut, Kopf nach ordentlichem Warmlauf nochmal nachgezogen, Ventilspiel geprüft etc.

- div. Kleinigkeiten, die dabei so anfallen/auffallen wie Kraftstoffleitungen, Hochdruckleitungen....

soweit so gut! Das Motörchen hat nun wieder ordentlich Kompression (so 20-21 bar).

Nach dem ich nun guter Dinge war, wurde auch die erste Fahrt unternommen...klar war mir, dass es beim ersten Start auch ordentlich rauchen würde (Ölreste vom zusammenbau etc).

Nun ist es aber so, dass der Gute auch nach dieser aktion wie beschrieben, bei kaltem morgentlichem Wetter (so zwischen 0° und -5°) nur sehr schwer und dann auch nur mit heftigem weißen rauch anspringt.

Ich glühe bei den Temp. ca 45sek. , dann möchte er auch schon kommen, schafft aber den anlauf nicht ganz und stirbt wieder ab...Anlasser ist noch eingerückt und treibt an!

Das ganze Spiel dauert ca 4-5 min bis er dann Gas annimmt und auf etwas drehzahl kommt...kurz warten und dann Kupplung loslassen.

Ab dann ist nahezu alles i.O.! Läuft, nimmt Gas an und raucht auch kaum noch wenn er warm ist...ergo sollte di Verbrennung i.O.

lediglich im Standgas wenn er noch nicht unter Last bewegt wurde nebelt er recht stark (z.b. in der Werkstatt beim einstellen...). Das wird auch nicht wirklich besser, wenn er mal 10min im Standgas läuft.

Da ich mich mit diesem zustand nicht abfinden will, muss ich hier nun mal die Erfahrenen Schrauber um Rat bitten...

Meine Vermutungen sind:

- Fördermenge zu hoch für den 324D (die Plombe am Regler ist nicht mehr vorhanden)

- Förderbeginn stimmt nicht (wobei hier dann auch Probleme beim Fahrbetrieb auftauchen sollten oder?)

Wie schon erwähnt, bin im im Kfz bereich kein Neuling, aber die alten Dieselpumpen hatte ich bisher noch nicht in der Hand.

Daher nun hier der "Hilferuf".

Schöne Grüße aus der Pfalz,

Marc

PS.: In meiner Ratlosigkeit habe ich youtube bemüht, um hier referenzen zu finden. Ich habe hier ein Viedeo entdeckt, bei dem die Rauchentwicklung ähnlich ist.

Bei meinem ist jedoch das unregelmäßige geklapper beim Kaltstart nicht vorhanden.

Hier der Link:

youtu.be/FADbrAWt8W0
 
Hallo

Richtig weißer Rauch deutet meistens auf Wasser hin, aber als erstes würde ich die Glühanlage nochmal überprüfen. Düsen ausbauen und dann glühen und durch die kleine Bohrung im

Düsenhalter schauen ob noch ca. 30 sec. die Glühfäden richtig hellrot werden. Sind da Stabkerzen oder Drahtglühkerzen drin die unterschiedlich angeschlossen werden und hier wissen viele nicht wie und was Original ist. So wie du es beschrieben hast ist ja alle andere was man zum anspringen braucht wie gute Düsen, Kompression, Ventile ok, und meißstens liegts am vorglühen.Kannst ja mal berichten wie sich die Glühkerzen verhalten. Ach ja wenn die Fördermenge zu hoch ist würde er  mehr Schwarz qualmen.

MfG

Alwin
 
Hallo Marc,

da du Wendelglühkerzen verbaut hast, kannst du mit einem Zangenamperemeter leicht prüfen, ob ein

Strom fließt.

Da die Wendelglühkerzen in Reihe geschaltet sind, fließt nur Strom, wenn alle ok sind.

Gruß

Jörg
 
Hallo Alwin, Hallo Jörg,

die Glühanlage habe ich, bevor ich die Kerzen in den Kopf eingedreht habe, los auf einem Blech zusammengeschraubt und geprüft.

Es haben alle Kerzen (Glühwendelkerzen 0,9V mit Glühwächter und Vorwiederständen) gleichmäßig geglüht.

Da dies beim bzw nach dem Kauf nicht so war (auch unterschiedliche Kerzen waren verbaut), habe ich alle drei erneuert und eben die Glühanlage geprüft.

D.h. das würde ich hier als Fehlerquelle ausschließen.

Das Thema Kühlwasser hatte ich zuerst auch im Sinn...dachte da eine defekte Dichtung der Buchsen. Komisch ist eben nur, dass der Rauch beim Fahren unter Last,

also wenn die Fuhre warm ist, weniger wird, bis dann das Abgasverhalten wieder dem alter der Maschine entsprechend normal ist.

Daher habe ich den Gedanken mit dem Kühlwasser zunächst verworfen und bin dann auf die ESP gekommen.

Der Hinweis mit dem schwarzen Rauch bei zu hoher Fördermenge ist natürlich richtig...Schwarz raucht der aber doch nur dann, wenn das ganze zu fette Gemisch gezündet hat, oder?

...kann es beim Startvorgang mit kaltem Motor und zu hoher Fördermenge nicht dazu führen, dass die benötigte Zündtemperatur nicht erreicht wird bzw. die durch die Verdichtung erreichte Temperatur herabgesetzt wird (zu viel "kalter Kraftstoff" ->Gemisch nicht Zündwillig/Zündfähig?) und somit das Ganze Kraftstoff-Luftgemisch in Form von weißem Rauch durch die Auslassventile gedrückt wird?

Aufgrund von diesem Gedanken bin ich erst auf die ESP gekommen...

Ich bin mir gerad nicht sicher, ob ich hier total auf dem Holzweg bin...wie schon geschrieben, bin ich in der Thematik Mechanische Reihen ESP nicht 100% fit...war irgendwie alles vor meiner Zeit :-)

Grüße und nochmal vielen Dank für Euere Antworten.

Marc
 
Hallo Marc,

Das Video habe ich gemacht. Das "Geklapper" und den Qualm konnte ich inzwischen abstellen. Ich habe die Ventile eingestellt und die Vorglühanlage überholt. Für mich hört sich dein Problem ebenfalls nach einer defekten Vorglühanlage an. Weißer Qualm kann auch auf unverbrannten Kraftstoff hindeuten, wenn ein Zylinder nicht richtig warm wird, z.B. wenn eine Kerze defekt ist oder nicht genügend "Saft" bekommt.

Gruß

Patrick
 
Hallo Patrick,

bitte entschuldige, wenn ich Dein Viedeo an dieser Stelle als negatives Beispiel angeführt habe. :-)

Es hat jedoch am besten mein Problem gezeigt.

Grüße,

Marc
 
Kein Problem ;)

Ganz echt hatte es der Motor da ja eh nicht, also passt‘s schon.

Gruß

Patrick
 
Hallo. Marc,

die von Dir geschilderten Probleme hatte ich auch. Ich habe sie dadurch

gelöst, das wir auf schnellglühkerzen umgerüstet haben. Seitdem ist der weiße Rauch 

verschwunden und der Motor startet spätestens nach 10 Sekunden .

Vorher dachte ich der Motor ist defekt, jetzt weis ich es war nicht ordentlich vorgeglüht:-)

Gruß

Jürgen
 
Hallo Zusammen,

nochmal ein großes "Danke!" an alle für die zahlreichen Antworten.

Ich werde hier nun nochmal die Glühanlage prüfen und sehen, was hier Sache ist.

Grundsätzlich habe ich jedoch beim Tausch der Glühkerzen (0,9V Glühwendel mit dem original Glühüberwacher etc) den Test, wie in folgendem Artikel beschrieben durchgeführt. Dabei hingen die Kerzen auf der "Versorgungsseite" an Vorwiderstand und Glühüberwacher und haben da in sehr kurzer Zeit hell Rot gelüht.

Perfekt dachte ich und hab die Teile dann verbaut!

Ich werde nun auch mal die Masseleitung zur Batterie prüfen. Evtl gibt es hier übergangswiderstände, die das Problem verursachen könnten.

Hatte das mal bei nem alten T2 Transporter.

Wenn ich hier weiter bin, werd ich berichten!

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Servus nochmal,

also, habe jetzt die Vorglühanlage nochmals komplett geprüft und bin zu keinem anderen Ergebnis gekommen: Die ist i.O.

- Die Spannung an Kerze 3 beträgt 2,7V, an Kerze 2 sind es 1,8V und an Kerze 1 sind es noch 0,9V. Also alles wie es muss.

- Der Strom liegt ist bei ~16 A, sollte also auch passen.

- Die Kerzen werden warm/heiß.

Das Drama beim Starten bleibt jedoch das selbe :-/

Ich werde am Wochenende nochmal eine Kompressionsdruckprüfung und eine CO Messung im Kühlkreislauf machen. Mal sehen, was dabei heraus kommt.

Gruß Marc
 
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