IHC 353s Turbo

Hallo,ich muss sagen du machst da eine saubere Arbeit ,HUT ab vor dir. Das gefällt mir, das was du machst wollte ich an meinem 433 auch schon mal einbauen! (TRAUM) was hast du da für kosten?und wo hast du die Teile dafür her?Gruß Markus !Ps :Laß dich nicht aufhalten das Projekt zu vollenden!
 
Hallo zusammen,

um zu dem Thema etwas beizutragen was in diesem Forum ja verboten ist, eine kleine Anleitung zum Thema Turbo.

 

ich möchte hier jetzt keinen auf den ober Schlauen machen, aber was Turbos auf Traktoren angeht habe ich mich ca. ein halbes Jahr intensiv mit befasst. Das ging so weit das ich sogar einen Termin bei Borg Warner hatte. Man liest eine Menge wilder Dinge in Internet. Auch hier hab ich schon einige Trades gelesen da treibt es einem die Tränen vor Lachen in die Augen, wie zb. Kolbenboden mit Öl kühlen.

 

Also, fangen wir mal unten bei der Kurbelwelle an. Die KW selbst ist kein Problem, sondern die Härtung der einzelnen Lager. Eine Serienwelle ist nur soweit gehärtet wie es für den Standartgebrauch notwendig ist. Als erstes muss die KW zum Schleifen und zum Härten. An der Stelle die Motorenfirma gezielt darauf aufmerksam machen das ein Turboumbau der Grund der Überholung ist, und nicht weil ihr Geld zu viel habt. Auch die Passlager direkt bei dieser Firma bestellen. Das müssen keine Speziellen Lager sein, denn je härter die Lager desto anfälliger die KW. Sollte sich nach zig tausend Betriebsstunden ein Motorschaden ankündigen, sind nur die Lager hinüber und nicht die Welle. Kostenfaktor mit Lager ca. 500€

 

Jetzt zu den Pleuel. Die stand Art Pleuel können diese Mehrleistung ohne weiteres abhaben. Sollten nur vorsichtshalber die Lager der Kolbenbolzen neu gemacht werden. Wie gesagt, muss nicht, ist zu empfehlen je nach Laufleistung.

 

Die Kolben sind immer so ein hitziges Thema, wie schon oben beschrieben ( Lach ). Wir fahren nicht in der Formel 1 und auch keine Bergrennen. ( Denk ich mal ). Der normale IHC Motor hat eine Drehzahl je nach Typ zwischen ca. 2040 und 2500 Umdrehungen. So einen Blödsinn wie Kolbenboden kühlen ist tatsächlich nicht nötig bei den Drehzahlen und der Wärmeentwicklung. Ganz normale Standartkolben reichen vollkommen aus. Es sollten nur bei einem Umbau Laufbuchsen und Kolben erneuert werden. Wieder einmal abhängig von der Laufleistung. Alles zusammen ca. 800€ ( 3 Zylinder )

 

Der Serien Zylinderkopf ist aus Grauguss gefertigt und hat keinerlei Probleme mit dem Turbo. Den Kopf evtl. Planen, wenn nötig die Ventile neu Einschleifen. Vielleicht sogar Ventilsitz neu Fräsen, aber wie schon gesagt, dass ist je nach Zustand.

 

Jetzt zum Turbo.

Auf den Schrottplatz gehen und einen Turbo mit den ungefähr gleichen ccm zu holen geht in die Hose. Wird zwar laufen, aber die Leistungsentfaltung ist eine ganz andere als das was ihr eigentlich wollt. Die Jungs bei Borg Warner haben mir das genau erklärt. Ein Pkw hat eine andere Drehzahl als ein Traktor. Deswegen hat ein Turbo für einen Traktor eine andere Schaufelgeometrie, er spricht viel früher an. Dann sollte bei einem Nachrüsten nicht über 0,6 Bar Ladedruck gefahren werden, deswegen einen Lader mit Wastegate der auf 0,6 eingestellt wird. Auch darauf achten das es ein Lader mit Gleitlagerschmierung ist und kein Kugelrollenlader. Man wird euch sagen das der Lader mit Kugelrollen viel früher anspricht und auch früher Leistung bringt, aber jetzt mal bitte, wir Reden über einen Drehzahlbereich ab Standgas von vielleicht 1800 Umdrehungen. Die Gleitlagerschmierung hat sich bewährt und LKW fahren bis zu 1 Million KM mit diesem Turbo. Warum also eine Neuentwicklung Kaufen die erst im Ansatz erprobt ist. Berücksichtigt man diese Faktoren, hat man eine ca. Mehrleistung von 25% ohne den Motor frühzeitig in Ruhestand zu Schicken. Ich weiß, jetzt kommt die Frage, wo bekomme ich einen solchen Turbolader her. Den Lader könnt ihr im GUTEN Tuninggeschäft kaufen. Auch im Kaufvertrag oder der Rechnung sollte stehen das er auf 0,6 Bar eingestellt ist. Trotzdem auf die Drehzahlen des Motors aufmerksam machen. Mein Tipp, nach Borg Warner Fragen. 80% der Serienfahrzeuge werden damit ausgestattet, dass nicht ohne Grund. Kostenfaktor ca. 800€.

 

Wenn alles zusammengebaut ist kommt noch die Einspritzpumpe dran. Um das Drehmoment des Motors Standfest zu machen muss die Pumpe auf den Turbo abgestimmt werden. Das heißt an die Motorbremse, erst dann sieht man den Leistungsverlauf des Turbos. Die Einspritzpumpe so Einstellen das die volle Leistung des Motors ca. 100 Umdrehungen unterhalb der Zapfwellendrehzahl von 540 liegt, denn das ist der Bereich wo später die Leistung auch anliegen muss. Kostenfaktor ca. 250€.

 

So, das war es. Wenn ihr diese Dinge berücksichtigt, habt ihr auch lange Spaß an eurem Turbomotor.

 

Sollte das ganze jemand falsch Auffassen, war nicht meine Absicht jemand auf die Füße zu treten.

 

Gruß an alle Volker633A
 
Hallo Volker,

wenn du dich über die Kolbenbodenkühlung so lustig machst, warum hat IHC dann in die Turbomotoren eine Kolbenbodenkühlung eingebaut, aus Langeweile? Warum waren dann bei den IHC Turbomotoren die Auslassventile Natriumgefüllt, weils Natrium grad billig war?

Die Firma Borg Warner ist ein Zulieferbetrieb, haben die sich schon mal mit einem 40 Jahre alten IHC Motor beschäftigt, wissen die die genaue Materialzusammensetzung der Motorkomponenten damals?

Also irgendeinen Grund wirds schon haben, warum IHC das damals gemacht hat, der Saugmotor meines VW 16V hatte auch Kolbenbodenkühlung, nur so nebenbei,

Gruß Schorsch
 
Mensch ,das is mal ein Projekt nach meinem Geschmack ,super Arbeit und lass dich durch das gerede nicht runterziehen !

Das du mit dem Schlepper keine 10000h fahren wirst ohne das mal was kaputt geht is auch klar .

Aber mal im Ernst ,das ganze "das kann nicht halten gerede" is echt in allen Foren .

Weiter so ,über solche Berichte und vor allem Detail Auflistungen bin ich echt super froh und ich glaube ein paar andere auch .

wer nicht wagt der nicht gewinnt ,wir haben auf dem ´Hof meines Onkels auch nen 390 Massey auf turbo umgebaut und es is ein ganz anderer Schlepper .

Vorher bin ich das ding nicht gern gefahren und jetzt machts mir richtig freude ,deshalb bitte weitermachen ...
 
Hallo,

das sehe ich genau so. Nicht abhalten lassen. Super Projekt!

Gerne mal wieder mit Bildern vom aktuellen Stand versorgen..

Gruß
 
Hallo zusammen,

nochmal auf die Bedenken von Schorsch zu kommen. Ein Traktormotor mit ca. 4000ccm Hubraum und ca. 80 PS ist noch lange nicht an der nur annähernden Leistungsgrenze. Ein PKW Motor mit 4000ccm leistet ca. 300PS, des weiteren sind Pleuel  und Kurbelwelle weitaus nicht so stabil ausgelegt wie bei einem Schleppermotor.

Die Ventile die damals mit Natrium gefüllt waren und die Unterbodenkühlung sind auf die Aufladung des Motors zurück zu führen die über 1bar lag. Wie schon oben beschrieben sollte man nicht über 0,8 bar Ladedruck gehen.

In meiner Nachbarschaft gibt es einen 844 der schon über 6000 Std mit 0,6 bar Ladedruck läuft und bis heute ist alles in Ordnung. Man muss aus dem Motor nicht mehr das letzte Ausquetschen um an die Leistung zu kommen die man möchte oder braucht. Bei normaler Arbeit spart man sogar Diesel und die Leistungsentfaltung ist enorm.   

Um es auf den Punkt zu bringen, dieses Thema ist in diesem Forum verpönt. Es gibt aber auch Leute, und das sind sehr viele, die gerne Schrauben und das als ihr Hobby ansehen. Eine Seite der Traktortfans wollen ihre Traktoren in den Originalzustand zurückversetzten. Die andere Seite möchte Schrauben, weil sie einfach Spaß daran haben, nur werden die Schrauber heruntergebuttert und ins lächerliche gezogen.

Und jetzt an alle Schrauber, lasst euch euer Hobby nicht vermiesen, aber bitte denkt wie auch ich selber an eure Zulassung. Wenn ihr ein Projekt fertig habt ist der TÜV unumgänglich, sonst macht ihr euch Strafbar.

Bei Fragen zu diesem Thema: volkerhenn@yahoo.de
 
Hallo hallo,

sorry das ich mich ewig nicht mehr gemeldet habe hab mommentan sehr viel zu tun. 

Aber mit‘m 353 is alles Besstens. Funktioniert tadellos hatte vor 4 Wochen ca 4 ha heu genäht mit ihm und er läuft sehr sehr gut und hat Leistung satt macht richtig Spaß mit dem zusätzlichen Kick vom lader. ein par Bilder habe ich auch noch gemacht aber nicht vom mähen sondern von den Anfängen vom Umbau der Motorhaube. Diese volgenden demnächst. 

Mfg. 

"POWER statt Vario"
 
Hallo Turboumbaufreunde und auch Feinde ;-)

Mein 724 läuft nun schon Dez 2012 ohne Probleme (siehe auch die Berichte) fahre den mit 0,8 bar Ladedruck und alles ist Prima.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Grüße aus dem Westerwald Dominik
 
Hallo

demnächst wenn es wieder ruhiger wird bei mir dann gibts neue Bilder und Berichte. 

habt bitte noch bischen Geduld. 

Danke. 

Mfg matthias 

"POWER statt Vario"
 
...also, ich kann Volker seine Ausführungen im wesentlichen voll unterschreiben! Nur nicht in dem Punkt der fehlenden Kolbenboden(spritzöl)kühlung! Wo so etwas hinführt in Sachen mangelder Standfestigkeit, kann/konnte man (damals) gut bei den aufgeladenen eigenen Schlüter-Motoren im 1500-2000TVL sehen! Thermische Totalschäden bei langer u.schwerer Bodenbearbeitung, üblicherweise bei mittlerer u. höherer Drehzahl u. geringer Geschwindigkeit (klar...),  waren hier aufgrund mangelnder Kühl- u. Schmierleistung der Triebwerke an der Tagesordnung! Andere, wie z. B. IHC im 14er, oder MB-trac mit dem OM366 (MB-trac 14-1800) hatten hier keine Probleme u. die Kühlervolumen/ -flächen waren eher noch kleiner ausgelegt...

Also, so ganz unbedeutend kann das nicht sein, aber eine fehlende KBK ist nicht immer zwangsläufig die Ursache von kapitalen Motorschäden bei aufgeladenen Dieselaggregaten im NFZ-Bereich!

 

gruß

Gaggenau / Neuss / Freising
 
Hallo lanz_4016,

dass mit der Kolbenunterbodenkühlung macht Sinn wenn ich einen Motor über 1 Bar auflade. Ansonsten reicht es vollkommen aus wenn man einen Ölkühler einbaut. Man sollte schon darauf Achten das man die Mehrwärme aus dem Motor bekommt.

Bei meinem 633A habe ich einen Ölkühler eingebaut und die Wassrpumpe von einem 4 Zylinder, zb. 833. Die größere Wasserpumpe hat ca, 1 cm größere Flügelräder was einen größeren Kühlefeckt mit sich bringt. Den Ölkühler mit Thermostat, dass erst bei 80° öffnet und das Öl runterkühlt. Zusätzlich noch eine Armatur um das ganze im Auge zu behalten. Mittlerweile schaue ich nicht mehr auf die Armaturen, denn auch bei schwerer Arbeit wie zb. vor der Hochdruckpresse sind die Temparaturen im Motor super. 

Wie schon oben beschrieben, man sollte sich vorher genau Überlegen was man tut, und die Sache etwas professionell angehen. Einfach Turbo drauf und gut ist geht früher oder später aufs Material und den Geldbeutel.

Gruß aus der Pfalz, Volker
 
super sache dass es auch mal leute gibt die was wagen obwohl es hier scheinbar verpönt ist. so ein robuster motor wird durch den leichten ladedruck sicher nicht gleich den geist aufgeben=)
 
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