Hallo,
ich habe eure Beiträge mal zusammengefasst und um mein aktuelles Wissen ergänzt.
Gegeben ist:
Kabellänge von 1,8 m
Kabelquerschnitt 35 mm^2 oder 70 mm^2
Anlasserleistung 3,1 kW @ 12 V
Ein vereinfachter Schaltungsaufbau besteht aus einer Reihenschaltung, bestehend aus dem Kabelwiderstand sowie dem Anlasserwiderstand.
Damit der durch den Anlasser maximal mögliche Strom ermittelt werden kann, muss dafür der Anlasserinnenwiderstand bekannt sein.
Meines Erachtens, sollte dies relativ einfach zu berechnen sein, da im Startmoment noch keine Felder wirken und der Anlasser lediglich mit Gleichspannung angesteuert wird.
Daher sollte näherungsweise im Startmoment folgendes gelten: R_Anlasser= (12 V)^2 / P_Anlasser = 0,046 ohm
Der Kabelwiderstand ergibt sich wie folgt:
R_Kabel_35 = rho *(Kabellänge/Querschnitt) = 0,0171 *(1,8 m / 35 mm^2) = 0,879 mohm
R_Kabel_70 = 0,44 mohm
Durch diese beiden Widerstände stellt sich ein Stromfluss von
I_max_35=12 V / ( R_Kabel_35 + R_Anlasser) = 255,98 A
I_max_70=12 V / ( R_Kabel_70 + R_Anlasser) = 258,4 A
Im Folgenden wird die am Anlasser (nur noch) zur Verfügung stehende Leistung ausgerechnet:
P_max_35=R_Anlasser*I_max_35^2 = 0,046 ohm * (255,98 A)^2 = 3,014 kW
P_max_70=R_Anlasser*I_max_70^2 = 0,046 ohm * (258,4 A)^2 = 3,071 kW
P_Delta= 3,071 kW - 3,014 kW = 57 W
Aus meiner Sicht wird der von der Batterie zur Verfügung gestellte „Kaltstartstrom“ durch den Innenwiderstand des Anlassers begrenzt, wodurch durch das Kabel dieser Strom (im Normalbetrieb) eigentlich nicht fließt.
Zusammengefasst:
35 mm^2 sollte ohne Probleme funktionieren. Ein Kabelquerschnitt mit 70 mm^2 ist hingegen ein bisschen besser.
Ob man die 57 W Unterschied beim Starten spürt kann ich nicht beurteilen, würde aber behaupten, dass diese vernachlässigbar gering sind.
Ich persönlich würde es von den Kabelkosten abhängig machen, da (für mich) aus der obigen Rechnung hervor geht, dass beide Kabel geeignet sind.
Gruß Fabian