IHC 574- einmal Alles, bitte... oder "warum tue ich mir das an?"

Pedroso

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14 Oktober 2015
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Hallo zusammen,

ich habe schon länger überlegt, dies zu posten, mir aber noch nie die Zeit dazu genommen. 

Zur Vorgeschichte: ich bin im Herbst 2015 bei Ebay über den Schlepper gestolpert- Startgebot €1200,-. Zufällig stand er ganz in der Nähe, also bin ich hin, hab mir die Maschine angesehen (Zustand: fürchterlich), bin aber trotzdem eine Runde probegefahren was überraschend gut funktioniert hat, habe dann €1201,- als Höchstgebot bei Ebay eingegeben und nicht mehr über das Ding nachgedacht. Bis 10 Tage später eine Mail kam: "gratuliere, sie sind der Höchstbietende..."

Also: blaue Tafeln geholt und auf der Achse heimgefahren. Schrittweise habe ich dann eine Bestandsaufnahme gemacht:

- bis auf die Haube alle Blechteile durch

- Beleuchtung: nix geht

- Motor: springt schlecht an, wenn man die Motorentlüftung zu hält, schießt das Öl beim Einfüllstutzen raus, Wasser im Öl

- Getriebe: Gänge springen gelegentlich raus bzw. der 1. geht gar nicht rein, das Loch in der Armatur sollte wohl für eine "Lastschaltgruppe" sein. Habe aber keine Betätigung gefunden

- Bremsen: funktionieren super, nur Handbremse geht nicht

- Vorderachse: ausgeschlagen und dilettantisch geschweißt bzw. eher geklebt, unterschiedliche Achsschenkel links und rechts, 1 Rad streift am Achsschenkel, Lenkung ausgeschlagen aber funktioniert

- Frontlader: spuckt ab 2/3 der Hubhöhe einen 5mm dicken Hydrulikölstrahl, fürchterlich geschweißt bzw. verstärkt (liegt noch unangetastet bei mir rum)

Zu Hause ist er dann hauptsächlich herumgestanden (max. zum Wieseneggen hatte ich ihn verwendet). Habe mich schon innerlich verflucht, mir so eine Leiche nach Hause gestellt zu haben. Zwischenzeitlich wollte ich den Schlepper wieder verkaufen, habe mich aber nachdem ich ein bissi in der Literatur, diversen Foren usw.  mit den Dingern auseinandergestzt habe beschlossen, das ich zumindes eine (low-budget) Restauration riskieren will. Was dabei raus kam, seht ihr auf den folgenden Seiten- Low Budget ist sich dann leider doch nicht ganz ausgegangen, da ich aber wirklich fast alles selbst gemacht habe, trotzdem im Rahmen. Natürlich hatte ich Helfer, die mit der Materie vertraut sind- ich bin ja Hufschmied und weder Mechaniker noch Blechdengler noch Getriebekundig. Schrauben tue ich aber schon immer (vornehmlich an Motorrädern). Was ich gänzlich unterschätzt habe, ist die Putzerei. Die nahm sicher 1/3 der gesamten Arbeitszeit in Anspruch (wenn nicht mehr). Hier habe ich Gottseidank Zugriff zu einem Biocycle Waschtisch, der wahre Wunder wirkt ( https://www.bio-circle.at/produkte/manuell-reinigen/bio-circle/bio-circle-gt-maxi ). Allerdings habe ich mittendrin mal ein Ekzem an den Händen/ Unterarmen ausgefasst, das mich fast 2 Monate begleitet hat.  

Als erstes Demontage und Trennen- hier habe ich nicht sehr viele Bilder:

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Ich will mal mit dem Motor (D239) anfangen: als erstes: Putzen... es war alles so richtig versifft und verdreckt...

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Den Schlick au der Ölwanne musst eich mit einer Spachtel rausschaben.... Meine neue Lieblingsarbeit: Dichtflächen putzen und mit Petroleumstein abziehen...

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Bei so manch anderen Teilen, war ich verwundert, was da zu Vorschein kam..... zB ein Dieselfilter mit Inhalt....

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Das Ergebnis zählt, und deshalb habe ich froh und munter weiter geputzt und zerlegt. Was mir entgegenkam war nicht so prickeld: KW-Hauptlager hinüber, Buchsen massiv eingelaufen, Kolben dito, Kurbelwelle vorne beim Simmering eingelaufen, Ventile undicht, usw usf. Schlichtweg: Motor sehr sanierungsbedürftig. Darum mal das ganze Programm besorgt:  Hauptlager, Pleuel oben+ unten, Buchsen, Kolben+ Ringe, Ventile+ Federn und die KW zum Instandhalter nach Holland geschickt. Der meinte nur: wegwerfen und neue kaufen ist billiger als diese herrichten, zumal er nicht garantieren konnte, das er da passende Hauptlager organisieren kann. Darum eine überarbeitete austauschKW in England besorgt (mit passenden Hauptlagern). Block und Kopf planen lassen, Büchsen getauscht etc. pp. und dann das Ding wieder zusammen gebaut...

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Mit dem Ergebnis war ich schon sehr zufrieden, allerdings wusste ich natürlich nicht ob das Werkel auch funktionieren würde. (Das ich noch 2 Jahre warten musste, um das raus zu finden ist ein anderes Thema...)

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... so viel zum Teil 1. Als nächtes das Getriebe.... aber das ist eine andere Geschichte... :-) 
 
Servus Peter,

welches Baujahr ist denn der 574?

Der hat ja eine CAV Einspritzpumpe drauf.

Wir hatten einmal einen 574er BJ. ´72 und einen ´76, die hatten aber beide ein Boch VA Pumpe.

Gruß, Gerhard
 
Der ist BJ ´72 . MIt der CAV-Pumpe habe ich bei unsin der Umgebung keinen einzigen Traktor gesehen (weder 574 noch 674er). Laufen alle mit Bosch. 

Heute Abend werde ich mal von den Innereien/ Getriebe posten... 
 
So. zum Getriebe. Hier hakte es ja halbwegs. Als erstes habe ich mich mit den Gängen befasst. Ging bescheiden bis teilweise gar nicht zu schalten, die Gänge hielten nicht immer. Darum einen Spezi konsultiert: Arnold Tonninger von GMT ( https://getriebe-tonninger.at/ ). Ihm sei extrem gedankt- ich durfte meine Baustelle sehr lange bei ihm in der Werkstatt bearbeiten! Also: das Ding wirklich bis auf die Grundstruktur zerlegt und mal nachgesehen. Der Fehler war recht schnell gefunden: Die Arretierung der Gangschaltung war schlichtweg alle.

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Hier greift die Schaltkulisse (die an sich gut aussah) ind Getriebe:

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..und das war der Bolzen bzw die Raste an der oberseite der Schaltkulisse, die dafür verantwortlich ist, das die Gänge dort bleiben wo sie sind:

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Klar daß das nicht funktionierte. Zufällig bekam ich einen Tipp, wo ganz in der Nähe von mir ein 574 oder 674 in Teilen in einem Erdkeller rumlag. Ich bin dem nachgegangen, und es stellte sich als Lotto 6er raus! Getriebeteile waren nicht mehr alle vorhanden, aber was noch da war, war super beisammen. Darunter auch die Kulisse. Das war rasch getauscht, beim schaltem Stand kam aber immer noch keine Freude auf. Die Schaltmechanik bzw. das Gestänge war extrem labberig und wackelte elendig auf seinem Bolzen am Getriebegehäuse herum.

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Damit war auch kein "angenehmes" schalten möglich. Die Welle am Getriebgehäuse war teilweise 1mm tief eingearbeitet, die Hebel eigentlich ganz gut bzw. die Augen rund. Also passendes (edelstahl-) Rohr gesucht, innen ausgedreht und mit flüssigmetall auf die orignalwelle geschlagen:

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Dann die Augen beim Gestänge 1mm ausgerieben, mit Schmiernippeln versehen und wieder zusammen gebaut das Ding... Jetzt fühlt sich das Ganze angenehm an beim schalten!

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Weil alles offen war, machte ich das Handbremsband mit. Ebenso habe ich die Lamellen der Zapwellenkuppplung getauscht. Hier gibts keine Fotos. 

Das nächste spannende war dann die Lastschaltgruppe. Die hat mich eigentlich am längsten aufgehalten- dazu später... :-)
 
Hi,

Supe interessanter Bericht, bitte weiter machen.

Du schreibst: ..." Darum eine überarbeitete austauschKW in England besorgt (mit passenden Hauptlagern)."...

Das ist doch der D-239 aus Neuss, hätte da nicht auch eine KW aus Deutschlang gepasst, oder war die in England 

erschwinglicher?

Gruß Matthias
 
Vieles was du Aufgezählt hast, sind Standartprobleme eines ausgelutschten 574, mit dem immer gefahren wurde und selten repariert wurde

Einiges hab ich auch schon gemacht, einiges steht mir noch bevor

Hohlwelle aus dem Getriebe rinnt z.B.

Lastschaltung hat meiner nicht, was zwar schön währe aber ein Punkt weniger zum Sorgen

Kurbelwelle müsste wirklich aus andere D239 passen (z.B. IH744)

MfG.
 
@Bluestar& Aly: völlig richtig, die KW hätte ich in .de auch bekommen. Nur habe ich auf schnelle keine gefunden, die mir gepasst hätte. Die die mir gefallen hat, war auch € 400,- teurer als die Englische, und da ich sowieso gerade eine Palette Pferdefutter aus England geordert hatte, ging die KW darauf ganz einfach mit. Darum von der Insel... 

Einer der Hauptgründe warum ich die ganze Aktion angefangen habe, war die (nicht vorhandene bzw. stillgelegte) Lastschaltstufe auch bekannt als Torque Amplifier oder "Wandler". Die äußeren Bedienelemente (Hebel, Umlekung etc.) waren nicht mehr vorhanden, die Innereinen zum Teil schon. Was mir als erstes entgegen kam, als ich zu zerlegen begann, waren Federfragmente und eine Kugel, die von einem Überdruckventil(?) von der Ölpumpe (unten) für den TA stammten... 1. Fehler gefunden.

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Weiter ging es mit dem Ausbau, der recht schön funktionierte- hier das corpus delicti:

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Stillgelegt wurde das Teil indem das Lamellenpaket verschweißt wurde und einfach ein Zahnrad im Getriebe weggelassen wurde. 

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Weiters hat sich gezeigt ,das die Tellerfedern beide gebrochen waren. Ein paar Fotos vom zerlegen:

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Die ganzen Kleinteile (Schrauben, Federn, Tellerfedern, O-Ringe, Lamellen usw.) waren noch original zu bekommen und preislich ganz human. Einzig bei den Tellerfedern hat es mich fast auf den Hintern gesetzt: € 150,- pro Stück beim Lama meines Vertrauens...

Schwieriger wurde es mit der Welle: Hier hat sich alles bestätigt, was in einem anderen Thread bereits gemutmaßt wurde: Freilauf hinüber, Welle Eingelaufen, beide Snap-Rings im Gehäuse gebrochen usw.... und NICHT zu bekommen bei CNH. Insgesamt habe ich fast 2,5 Monate herumgemailt, gegoogled, mir gebrauchte Wellen (die natürlich allesamt genauso aussahen) angesehen und hätte schon fast aufgegeben, da hat mich ein Freund in England (den ich darauf angestzt habe) angerufen: er hat da einen Händler gefunden, der hat noch EINE solche Welle in "new old stock" herumgeistern. Da habe ich gleich zugeschlagen. Die Snap-Rings und der Freilauf waren wiederum noch original zu bekommen. So fügte sich das Ding (sehr) langsam wieder zusammen.

Hier die alte Welle im Detail:

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Und die "new old"- Welle:

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Mit ein wenig putzen, schaute sie wieder aus wie neu:

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Hier noch ein Foto von der fertigen Kupplung inkl Lamellen und Freilauf- das gesamte Ding in fertig, habe ich scheinbar vergessen zu fotografieren....

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Fehlte noch ein Zahnrad im Getriebe:

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Das gehört rechts oben rein, und wird vom TA angetrieben- quasi die kleine Schaltstufe. Dieses Teil mit 42 Zähnen war der nächste Grund warum der Erdkellerfund ein absoluter Glücksfall war: dieses Zahnrad bekommt man gebraucht nicht unter GBP 250,- und in meiner Getrieberumpelkiste war eines drinnen- wie neu... ich habe leider kein Foto vom fertig zusammengebauten Getriebe. Da war wohl die Freude das alles wieder beisammen ist so groß, das ich vergaß.

Was auch noch zu Vorschein kam, war dies:

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Ein ca. 5*8*10cm großes Holzstück. Gefunden habe ich es unter dem Tellerrad vom Hinterradantrieb.... Hat wohl irgendwann mal wer vergessen... oder jemand wollte Öl sparen... :)

Hier noch ein paar Fotos von oben ins offene Gehäuse. Das Getriebe war/ ist in einem bemerkenswert guten Zustand, gemessen am Rest des Traktors. Weder an den Synchronringen, noch an Zahnflanken oä war übermäßiger Verschleiß zu erkennen:

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So viel für heute. Als nächstes dann die Blechschusterei... :)
 
Das mit dem “Wandler stillegen mit schweisen“ hab ich schon öfters gehört

Ist natürlich schade

Wenn ich mit dem 574 “bisschen Mehr“ mit dem Kipper irgenndwo hole, fehlt mir (bei uns im Hügelland) genau diese Zwischenstufe :-(

Wirklich toll, wie du den 574 wieder hinbekommst... würde nicht jeder soviel Zeit investieren

Aber ich schätzte es macht Spass, wenn man Ding für Ding wieder ins laufen bringt

MfG.
 
Abend zusamen!

War lange nicht mehr on- hatte (wahrscheinlich wie alle anderen) einiges an Arbeit auf Wiesen und Feldern gehabt in letzter Zeit. Mittlerewile ist der 574 gut eingefahren und ich habe ehrlich Freude mit dem Schlepper. 

Zum Blech: es war alles durch die Bank durch- Kotflügel, Seitenverkleidungen der Haube, Frontmaske, Auftritt Links usw.. 

Bei den Kotflügeln habe ich mich entschlossen Nachbauoberteile aus .uk zu kaufen- der Preis war OK, angekommen sind sie allerdings reichlich verbogen und verdellt und etwas anders geformt als die Alten. Habe sie aber trotzdem ganz gut passend gekriegt. Hier mal eine kurze Bilderstrecke zum Tausch. Ich muß dazu dagen, ich bin Schmied und kein Spengler- darum ist die Geschichte nicht perfekt; ich bin aber mit dem Ergebnis zufrieden:

Zuerst mal die Kotflügel im "Urzustand":

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Alles verrostet und verbogen- also erstmal die Schweißpunkte der alten Oberteile freigelegt und aufgebohrt (s.o.), die Streben ebenfalls entfernt und dann mal gegickt, wie die neuen "Deckel" passen:

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Nach einigen kleineren Nachbesserungen saßen sie wie im unteren Bild- akzeptabel für mich!

Danach musste ich "nur" noch die Oberteile wieder bei den bestehenden Löchern anpunktieren und die Streben unten neu setzen. Die Denglereien um die Vorder-, und Hinterkanten wieder halbwegs gerade zu brindgen sind eh selbstverständlich...

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Dann gings eigentlich recht schnell- ich wollte keinen Stoß und hatte noc Faserkitt übrig- darum schmieren und schleifen- und dann gings schon ans lackieren...

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Von der Lackiererei bzw. den fertigen Kotflügeln gibts keine Fotos- nur Detailbilder im eingebauten Zustand:

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Tja. Dann war da noch der Auftritt mit dem Wekzeugfach- Da war nichts mehr über. Hier konnte ich mir als Schmied helfen- ich hab das Ding einfach nachgebaut:

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Oben sieht man ,das man von unten auf den Verschluss des Deckels (durch den Boden des Kastens)sieht.. Also: Blech kanten und ab gehts... Halter habe ich die Originalen her genommen, Rest ist neu. Das Riffelblech nicht 100% gleich wie das Original, dafür nicht durch!

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Die Schließe ist aus dem Bootsbau, das Scharnier aus einer Cessna- egal- Hauptsache es funktionert!

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Die Schweißnähte wurden noch verschliffen bzw. nachgeputzt- die 2 Bilder oben waren zur "Anprobe"... Fehlten noch die Seitenteile. Die waren an der Unterkante durch die Frontladerkonsole komplett durch. Hier habe ich einfach den Unterteil abgeschnitten, abgesetzt und durch ein 1,75mm Niroblech ersetzt:

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rechts und links waren unterschiedlich hoch  kaputt- darum unteschiedliche Bleche eingebaut

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Auch hier: schweißen, spachteln schleifen, Lack und passt...

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von den fertigen Teilen hab ich leider keine Fotos.

Leider auch nicht von der Haube- die habe ich allerdings nicht selbst gemacht, sondern ein Bekannter- fehlt "nur" noch die Maske. Mein erster Gedanke war, sie zu tauschen- habe lange gesucht, aber nix gefunden. Darum selbst begonnen Hand anzulegen- war für mich die schwierigste Arbeit am ganzen Traktor! Hier ein paar Vorher- Nachher Bilder:

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Innen darf man nicht genau schauen; außen passt es aber nicht so schlecht, denke ich. Außerdem ist unten eh das Gewicht davor...

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So. Der Rest (Lackiererei usw) und Zusammenbau folgen hoffentlich demnächst. Morgen erstmal mähen...

schönen Abend wünsche ich Euch noch!

Lg

Peter
 
Hallo Peter.

Sehr schöner und ausführlicher Bericht....👍👍👍

Auch die Umsetzung und die Ideen sind klasse.

Viele Grüße

Stefan
 
Pedroso:

Hallo zusammen,

ich habe schon länger überlegt, dies zu posten, mir aber noch nie die Zeit dazu genommen. 

Zur Vorgeschichte: ich bin im Herbst 2015 bei Ebay über den Schlepper gestolpert- Startgebot €1200,-. Zufällig stand er ganz in der Nähe, also bin ich hin, hab mir die Maschine angesehen (Zustand: fürchterlich), bin aber trotzdem eine Runde probegefahren was überraschend gut funktioniert hat, habe dann €1201,- als Höchstgebot bei Ebay eingegeben und nicht mehr über das Ding nachgedacht. Bis 10 Tage später eine Mail kam: "gratuliere, sie sind der Höchstbietende..."

Also: blaue Tafeln geholt und auf der Achse heimgefahren. Schrittweise habe ich dann eine Bestandsaufnahme gemacht:

- bis auf die Haube alle Blechteile durch

- Beleuchtung: nix geht

- Motor: springt schlecht an, wenn man die Motorentlüftung zu hält, schießt das Öl beim Einfüllstutzen raus, Wasser im Öl

- Getriebe: Gänge springen gelegentlich raus bzw. der 1. geht gar nicht rein, das Loch in der Armatur sollte wohl für eine "Lastschaltgruppe" sein. Habe aber keine Betätigung gefunden

- Bremsen: funktionieren super, nur Handbremse geht nicht

- Vorderachse: ausgeschlagen und dilettantisch geschweißt bzw. eher geklebt, unterschiedliche Achsschenkel links und rechts, 1 Rad streift am Achsschenkel, Lenkung ausgeschlagen aber funktioniert

- Frontlader: spuckt ab 2/3 der Hubhöhe einen 5mm dicken Hydrulikölstrahl, fürchterlich geschweißt bzw. verstärkt (liegt noch unangetastet bei mir rum)

Zu Hause ist er dann hauptsächlich herumgestanden (max. zum Wieseneggen hatte ich ihn verwendet). Habe mich schon innerlich verflucht, mir so eine Leiche nach Hause gestellt zu haben. Zwischenzeitlich wollte ich den Schlepper wieder verkaufen, habe mich aber nachdem ich ein bissi in der Literatur, diversen Foren usw.  mit den Dingern auseinandergestzt habe beschlossen, das ich zumindes eine (low-budget) Restauration riskieren will. Was dabei raus kam, seht ihr auf den folgenden Seiten- Low Budget ist sich dann leider doch nicht ganz ausgegangen, da ich aber wirklich fast alles selbst gemacht habe, trotzdem im Rahmen. Natürlich hatte ich Helfer, die mit der Materie vertraut sind- ich bin ja Hufschmied und weder Mechaniker noch Blechdengler noch Getriebekundig. Schrauben tue ich aber schon immer (vornehmlich an Motorrädern). Was ich gänzlich unterschätzt habe, ist die Putzerei. Die nahm sicher 1/3 der gesamten Arbeitszeit in Anspruch (wenn nicht mehr). Hier habe ich Gottseidank Zugriff zu einem Biocycle Waschtisch, der wahre Wunder wirkt ( https://www.bio-circle.at/produkte/manuell-reinigen/bio-circle/bio-circle-gt-maxi ). Allerdings habe ich mittendrin mal ein Ekzem an den Händen/ Unterarmen ausgefasst, das mich fast 2 Monate begleitet hat.  

Als erstes Demontage und Trennen- hier habe ich nicht sehr viele Bilder:

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Ich will mal mit dem Motor (D239) anfangen: als erstes: Putzen... es war alles so richtig versifft und verdreckt...

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Den Schlick au der Ölwanne musst eich mit einer Spachtel rausschaben.... Meine neue Lieblingsarbeit: Dichtflächen putzen und mit Petroleumstein abziehen...

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Bei so manch anderen Teilen, war ich verwundert, was da zu Vorschein kam..... zB ein Dieselfilter mit Inhalt....

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Das Ergebnis zählt, und deshalb habe ich froh und munter weiter geputzt und zerlegt. Was mir entgegenkam war nicht so prickeld: KW-Hauptlager hinüber, Buchsen massiv eingelaufen, Kolben dito, Kurbelwelle vorne beim Simmering eingelaufen, Ventile undicht, usw usf. Schlichtweg: Motor sehr sanierungsbedürftig. Darum mal das ganze Programm besorgt:  Hauptlager, Pleuel oben+ unten, Buchsen, Kolben+ Ringe, Ventile+ Federn und die KW zum Instandhalter nach Holland geschickt. Der meinte nur: wegwerfen und neue kaufen ist billiger als diese herrichten, zumal er nicht garantieren konnte, das er da passende Hauptlager organisieren kann. Darum eine überarbeitete austauschKW in England besorgt (mit passenden Hauptlagern). Block und Kopf planen lassen, Büchsen getauscht etc. pp. und dann das Ding wieder zusammen gebaut...

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Mit dem Ergebnis war ich schon sehr zufrieden, allerdings wusste ich natürlich nicht ob das Werkel auch funktionieren würde. (Das ich noch 2 Jahre warten musste, um das raus zu finden ist ein anderes Thema...)

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... so viel zum Teil 1. Als nächtes das Getriebe.... aber das ist eine andere Geschichte... :-) 
Sehr Interessant ist auch der Wasserkasten vorne. Hast von dem noch mehr Bilder?

lg
 
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