Instandsetzung Vorderachse D432

markusonlein

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Geehrte Gemeinde,

zur Zeit bin ich dabei, die Vorderachse meines D432 instandzusetzen.

Der Schlepper ist mit Frontlader ausgerüstet und wurde damit auch offensichtlich stark genutzt.

Die Federn waren völlig platt und die Puffer oben nicht mehr vorhanden.

Die Achsschenkel hatten ca. 2-3mm Spiel; das ist nicht mehr TÜV-fähig :-(

Bei der Demontage war auch klar, warum. Links war von den Buchsen nur noch wenig vorhanden und die Achsschenkelbolzen stark eingelaufen.

Rechts die untere Buchse war komplett weg; die obere wär noch fast okay.

Die Sitze für die Buchsen waren überraschenderweise gar nicht so schlecht, abgesehen davon, daß sie ziemlich vegammelt waren; Fett war nur noch wenig da - nur außen reichlich.

Die Abstreifer waren natürlich auch sozusagen nicht mehr vorhanden, ebenso die unteren Blechringe für die unteren Abstreifer.

Also habe ich beschlossen, die VA so richtig auf Vordermann zu bringen; optimiert auf Betrieb mit Frontlader.

Die Gleitdrucklager (von denen auch nicht mehr viel da war) werden ersetzt durch Axialnadellager und die Kunststoffbuchsen durch Messingbuchsen. Die Abstreifer wollte ich aus dem Standard-Hydraulik-Angebot beziehen.

Außerdem sollen verstärkte Federn mit 13mm Drahtstärke rein und natürlich "neue" gebrauchte brauchbare Achsschenkel.

Mittlerweile habe ich alle benötigten Teile hier, und die linke Seite ist  bereits montiert.

In den nächsten Tagen werde ich auch die rechte Seite umbauen (meine Zeit dafür ist leider etwas begrenzt) und wenn es interessiert, werde ich das gerne mit Bildern und evtl. Zeichnungen berichten.

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Freundliche Grüße

Markus 
 
Moin Markus,

ich habe meinen D439 im letzen Herbst mit einem FL bestückt.

Kannst du mir bitte die Bezugsquelle und die Größe der Axialnadellager nennen?

Gruß und Dank im voraus

Jörg
 
Hallo Jörg,

Das sind:

Code:
<span style="font-size: x-small;">Axialnadelkranz AXK5578 55x78x3 mm</span><br /><span style="font-size: x-small;">Axiallagerscheibe AS5578 55x78x1 mm</span><br /><span style="font-size: x-small;">Laufscheibe LS5578 55x78x5 mm<br /><br />bei kugellager-express.de<br /><br /><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Dazu brauchst du dann aber noch Führungsringe D55 d39.7 h8,8 mit Fase und schrägen Querbohrungen für die Lagerschmierung, damit das Lager mit den Laufscheiben bleibt wo‘s hingehört. Die gibt‘s nicht zu kaufen, da ist selbermachen oder machen lassen angesagt.<br /><br />Gruß Markus<br /><br /></span></span><br /><br /><br />
 
Hallo Markus,

vielen Dank für die Angaben.

Die Führungsringe kann ich mir selber drehen.

Wie sehen die schrägen Querbohrungen aus? Hast du ggf. ein Foto des gesamten Pakets parat?

Gruß

Jörg
 
Ich wollte das alles noch vorstellen, wenn ich dazu komme die rechte Seite zu montieren.

Aber gerne vorab eine Zeichnung von dem Führungsring:

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Ich habe allerdings entgegen der Zeichnung 6 Schmierbohrungen mit D3mm gesetzt.

Die Ausdrehung in rot musste nachträglich rein, weil die Auflagefläche am Achsschenkel stark eingelaufen war.

Da ich die Konstruktion noch nicht komplett montiert habe, gibt‘s noch keine Erfahrung ob das im Fahrbetrieb so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe. Daher der Hinweis: Nachbau auf eigenes Risiko!
 
Geehrte Cormick-Freunde,

heute hatte ich endlich Zeit, die Vorderachse fertig zu machen.

So sahen die alten Achsschenkel aus, die mussten "neu":

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Zusätzlich habe ich die Messingdrucklager ersetzt durch Axialrollenlager:

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Die genaue Lagerbezeichnung und Zeichnung des Führungsrings hatte ich ja schon auf Nachfrage von Jörg mitgeteilt.

"Neuer" Achsschenkel:

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Messingbuchsen eingebaut (die Schmiernuten sind von Hand mit dem Dremel und Kugelfräser eingebracht).

Maße:

Unten DA=46.15 DI=39.75 L=51mm

Oben DA=44.25 DI=30 L=52mm

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Abstreifring oben aus dem Hydrauliksortiment 30x47x7/10 PW/G

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Abstreifring unten 40x50x5/8 PW/G

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Ring zur Befestigung:

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.... Fortsetzung folgt....
 
... Führungsring fürs Axialrollenlager:

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Laufscheibe:

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Nadelkranz:

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Lagerscheibe:

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Druckscheibe für die Feder:

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Und alles zusammengeschoben:

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....
 
.... Rad drauf und ablassen:

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Den Achsschenkel reinziehen, ich denke wegen der verstärkten Federn:

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Scheibe, Puffer und Anlenkhebel drauf und fertig:

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Glücklicherweise war jetzt das Wetter besser, kein Regen mehr, und ich konnte eine Probefahrt machen. Im Stand ohne große Kraft lenkbar und während der Fahrt, auch beim Rangieren wirklich leichtgängig. Allerdings noch ohne Frontlader; da muß ich erst noch einen Hydraulikzylinder abdichten.

Herzliche Grüße

Markus 
 
Hallo Markus,

das ist eine wirklich gute Fotodokumentation die du da gemacht hast. Da das Erneuern der Achsschenkelbuchsen und Nebenarbeiten häufig vorkommt, wird dieser Bericht sicher vielen Schraubern helfen.

Grüße, Lutz
 
Hallo Markus,

durch deine Anregung habe ich den Umbau bei mir auch gemacht.(D324 mit FL)

Das Lenken geht etwas leichter, was die Haltbarkeit angeht warte ich mal ab.Ich habe bei den Führungsringen der Lager die Fettbohrungen weggelassen, weil die Lager so dicht aufeinander sitzen, dass ich nicht glaube das man da viel Fett hinbekommt.Beim Zusammenbau hab ich natürlich nicht mit wasserfestem Fett gespart. Danke das du den Umbau mit uns geteilt hast.

Gruß Ingo
 
Hallo Ingo,

freut mich, wenn mein Umbaubericht zu einem Nachbau geführt hat und du das hier mitteilst.

Was die Haltbarkeit betrifft, kann ich natürlich auch noch nicht viel berichten.

Was die Schmierbohrungen betrifft halte ich die schon für wichtig, weil es in dieser Lagerkombination schwer möglich ist, die Lager außen abzudichten, denn unten ist keine Fläche, auf der ein Ring aufliegen könnte. Die Aussendurchmesser  der Lagerscheiben sind zu groß toleriert, als dass ein Paßsitz möglich wäre um den Ring klemmend (sozusagen "hängend") zu montieren.

Durch die Schmierbohrungen kann man den Dreck, der sich mit der Zeit ins Lager setzt (oder setzen könnte), wieder rausdrücken.

Fett bekam ich in die Lager, bis es außen rundum wieder rauskam.

Im Nachhinein würde ich die Bohrungen jedoch noch etwas größer machen (3,5mm) damit das Abschmieren etwas gleichmäßiger geschieht.

Aber wenn dein Trecker nur bei trockenem Wetter und ohne Staubbelastung bewegt wird, mag es sicher auch so funktionieren.

Die Lager haben eine max. Belastung von dyn. ca. 20 kN -also 2to -, das sollte also auch langfristig ausreichen.

Bisher habe ich den Umbau noch nicht mit voll belastetem Frontlader getestet - doch ich rechne damit, dass sich das dann noch etwas mehr bemerkbar macht, weil die Vorderachse dann mehr einfedert und die Reibung zwischen Achsrohr und Puffer weniger wird und somit nur noch die Axiallager / Messingbuchsen die Reibung verursachen.

Freundliche Grüße

Markus 
 
Hallo Markus,

wenn die Lager bei mir schnell kaputt gehen, dann werde ich den Innenring auch mit Schmierbohrungen versehen.Bis dahin wird getestet :-)

Gruß Ingo
 
Hallo Ingo, und eventuell weitere Interessierte,

es kann natürlich auch ohne weitere regelmäßige Schmierung funktionieren, schließlich gibt es dort nur Rollreibung. Nur der evtl. eindringende Dreck/Staub kann die Funktion beeinträchtigen.

So hatte ich die schrägen Schmierbohrungen eingebracht. Ein Bohrständer und eine primitive "Vorrichtung" bestehend aus einem Holzbalken 30° schräg abgesägt:

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Hallo Horst,

bisher bin ich zufrieden mit meinem Umbau.

Vor allem beim Frontladereinsatz ist‘s ein deutlicher Unterschied zu vorher; mit belastetem Frontlader war der Trecker vorher nur sehr schwer zu lenken (was sicher auch am wirklich desolaten Zustand der Vorderachse lag).

Was die Langlebigkeit betrifft kann ich natürlich noch nicht viel sagen.

Evtl. berichtet ja noch einer der anderen Umbauer, deren Schlepper mehr arbeiten muss als meiner, von seiner Erfahrung.

Gruß Markus 
 
Hallo Markus,

prima die Anrwort genügt mir erstmal, dann werd ich das jetzt auch mal umbauen, die Teile dafür hab ich schon alle.

MfG Buddel45
 
Moin,

Erstmal meinen Glückwunsch zu deinem erfolgreichen Projekt. Habe demnächst auch vor meine Vorderachse beim 432 zu überholen, jedoch habe ich keine Ahnung, wo man die Messingbuchsen drehen lassen kann, jedoch könnte mir ein bekannter welche aus Polyamid fertig machen, weiß einer, ob das einen nennenswerten nachteil ergibt? Der Trecker ist mit einem Frotlader ausgestattet und wird auch vorrangig damit genutzt.

Mfg Patrick 

Ein Trecker an dem man nicht arbeiten muss, ist kein Trecker😁
 
Hallo Trekkergemeinde,

ich habe das gleiche Problem mit den Achschenkeln gehabt (insbesondere der rechte...).

Da der Achsschenkel aber so verschlissen war, habe ich ihn kurzerhand von einem professionellen Dreher neu machen lassen.

Das hieß: Schweißnaht unter dem Achsschenkel aufflexen, mit ca 20t den alten auspressen, anhand der vorhandenen Maße einen neuen drehen lassen, vorsichtig wieder einpressen (ca 12t), verschweißen, einbauen...

Vorsicht ist beim Einpressen geboten, da der Schenkel schnell gern schief gedrückt wird.

Nachdem ich dem eine "flachere" Fase am Schenkel angeschliffen habe und mit etwas Schmiermittel ging es ganz gut.

Material des neuen Achsschenkel: 42CrMoSo4

Das verschweißen habe ich in einer Schmiede machen lassen, da sich der Cromo-Stahl schlecht mit dem vorahndenen Material verschweißen lässt. (nur unter Wärmebehandlung, etc.)

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