Kaufberatung : Schutzgasschweißgerät

Servus,

ich habe mir kürzlich ein Schutzgasgerät gekauft. Die Wahl ist auf ein relativ einfaches Erfi Ergoline 200 gefallen.

Zunächst hatte ich lange hin und her überlegt ob es ein Elektrodeninverter oder ein Schutzgas-Schweissgerät
werden soll.
Abschliesend hab ich mich dann für das Schutzgasgerät entschieden, da für den ungeübten leichter zu Handhaben
und auch mal Dünnblech Schweissen möglich.
Mit 200 Ampere max kann man nach Daumenregel (25 A / mm) ca 8 mm direkt Schweissen, mit Nahtvorbereitung
oder "zweiseitig" auch deutlich mehr. Das reicht mir eigentlich für 90 % der Fälle aus.

Über ein gebrauchtes Gerät habe ich auch nachgedacht, von privat wollte ich aber nicht kaufen weil ich von Schweissgeräten
wenig Ahnung habe und vom Händler gabs in "meiner" Preisklasse nix.

Da die Geräte mit 4-Rollen-Antrieb gleich deutich teuerer waren (meist dann auch eher in der ab 250 Ampere Klasse)
hab ich mich dann doch für ein Gerät mit 2-Rollen-Antrieb entschieden.

Bis jetzt bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden, habe aber nur kleinere Dinge geschweisst, das Einstellen ging mir aber
recht leicht von der Hand. Die Nähte machen optisch einen guten Eindruck (da es sich aktuell um keine tragenden
Schweissnähte handelt ist die Optik das hauptkriterium).
Das Schlauchpaket ist mit 3m nicht zu lang, ich schätze bei Arbeiten am Schlepper / Anhänger könnte das schon etwas
kurz sein. Evlt. hohle ich mir da mal ein längeres.

cu

Johannes D.
 
HalloJetzt Oute ich mich auch mal, ich schweise alles was anliegt mit relativ günstigen Schweißgeräten.Dicke Materialien so ab 3-4mm schweise ich mit einem Elektrodengerät von Einhell mit 250 Ampere damit hatte ich noch nie Probleme geht super, ob Unterlenker oder Fanghaken alles kein Problem.Dünnere Materialien wie Bleche oder Drahtgitter usw. , schweise ich mit einem Güde 190 Ampere, auch dieses Gerät hat mich noch nie im Stich gelassen und bisher noch allen Anforderungen genügt.Gruß FrankP.S. In meiner Ausbildung und später im Beruf haben wir mit teuren Industriegeräten geschweist, diese Maschinen waren ebenfalls gut, allerdings halte ich das für den normalen Hausgebrauch oder für Reperaturen an meinem Maschinenpark für viel zu übertrieben und unverhältnismässig. 
 
Moin moin,

ich habe noch keins gekauft, habe bisher ein wenig recherchiert.

schaut mal, ich habe da mal in der Bucht gesucht:

www.ebay.de/itm/MIG-MAG-Schutzgas-IGBT-Inverter-160A-Schweisgerat-/350481256496?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Elektrowerkzeuge&hash=item519a4f9030

oder dieses ?

www.ebay.de/itm/APEX-Schutzgas-schweisgerat-MIG-190-Schweisgerat-SET-Schweishelm-Schweisdraht-/200662093104?pt=Schwei%C3%9F_L%C3%B6ttechnik&hash=item2eb8648d30

oder jenes ?

www.ebay.de/itm/Schutzgas-Schweisgerat-MIG-MAG-250-Inverter-/160641848033?pt=Schwei%C3%9F_L%C3%B6ttechnik&hash=item25670012e1

jenes vielleicht ?

www.ebay.de/itm/MIG-WIG-Schutzgasschweisgerat-200-A-Inverter-3-1-Elektroden-Schutzgas-MAG-TIG-/200670905450?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Elektrowerkzeuge&hash=item2eb8eb046a

Sind das Teile die was taugen könnten oder ist das Baumarktqulität nur anders verpackt ?

Eine Verständnisgfrage hätt eich da noch:

Welche Bedeutung hat die Leerlaufspannung ?  Diese wird immer angebeben, der Wert ist mal höher, mal niedriger - ist das ein Kriterium ? was bedeutet es ?
 
moin,

mit der leerlaufspannung kann ich dir leider nicht beantworten.

was mir allerdings aufgefallen ist, das bei allen geräten (bis auf die nr. 3) die einschaltdauer (ed) bei voller leistung viel zu gering ist. das heisst im klartext, jeder höher diese prozentzahl ist, desto länger kannst du bei voller leistung sauber und gut schweissen. und da sollte das gerät mindestens 60% haben. alles darunter ist spielerei.

und an deiner stelle würde ich kein kombigerät kaufen. die können zwar angeblich 2 oder 3 funktionen, aber davon mit großer sicherheit keine richtig.

du solltest dir vorher im klaren sein, ob du ein schutzgasschweissgerät oder ein elektrodengerät haben willst. mit einer elektrode zu schweissen ist anspruchsvoller, aber die einbrenntiefe beim schweissen ist höher als bei einem schutzgasgerät. das schutzgasschweissen kann dagegen aber eigentlich jeder, der handwerklich ein bisschen geschickt ist.

meiner meinung nach sollte das schweissgerät dann auch mindestens 200 A schweissen können, dann kann man auch mal dickere teile ordentlich schweissen. ich habe mir im letzten jahr so ein gerät gekauft, und bin bestens damit zufrieden. ist zwar "noname", aber das war mir egal...

www.ebay.de/itm/STAHLWERK-ARC-MMA-200-INVERTER-SCHWEIsGERAT-E-HAND-/400255026977?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Elektrowerkzeuge&hash=item5d310f0721

ich hoffe, das war nicht alles zu verwirrend und ich konnte dir ein bisschen helfen...

gruss micha
 
An so einen E-Inverter hatte auch schon mal gedacht. Vorteil ist, dass die Dinger supertransportabel sind. Gibt es auch in Kombi als WIG. Das kenne ich und kann für Bleche genutzt werden.

Von Stahlwerk gibtr es die Kombi sogar mit Plasmascheider - das hat ja auch was - nix mehr mit Säge und Flex rumödeln - Kopressor an und zack, ab ist der Kram

seufz - es ist nicht einfach.
 
Ich habe eure Kommentare studiert, interessant, in welche Richtungen sich die Kommentare bewegen.

Ich habe mir diesen Freitag nach vorheriger Besichtigung, Beratung und Probeschweißen folgendes Gerät zugelegt

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280A Spitzenstrom bei 30% ED.

für mich ein gutes Preis- Leistungsverhältnis, dieses MERKLE MIG MAG Gerät
 
Hallo Jörg,

ausschließlich Drehstromausführung, bei den Leistungswerten geht auch kein 220V mehr bei jehnseits von 6KW.

MERKLES RedMIG Serie hat Modelle 1600 - 2000 - 2800 - 3000 - 4000.

die 4000er ist wassergekühlt.

Ich hab das 2800er genommen, da mein Geschäft hier Jubileumspreise hatte und das 2800er zu nem Sonderpreis angeboten hatte.

> 1000€ bist du aber dabei, ist halt ein "Industriegerät"

dann kommt noch die Gasbuddel dazu. ich hab ne Eigentumsflasche gewählt, die ich dann ihrgendwann einfach gegen ne neue tausche.

4m Brennerpaket, 4m Masse, Druckminderer etc waren dabei plus 15kg 1mm Draht.

Wilst du dein GÜDE ausmustern??

Ich kann nur soviel sagen, schweißen ist ein Traum geworden und ich hab mich Jahre mit Elektrode rumgequält

Gruß, Matthias
 
Hallo Matthias, danke für die Info.

Momentan ist nicht geplant das Güde-Gerät gegen ein neueres zu tauschen.

Ich habe nicht das passende Projekt dafür in Arbeit, und für die anfallenden Arbeiten reicht es.

Ich habe ja auch noch einen Schweißtrafo, damit kann ich die dicken Brocken schweißen.

Es ist nur interessant zu wissen, was die Kollegen nutzen, und wie zufrieden sie sind.

Wenn der Preis dann noch stimmt, ist das eine gute Entscheidungsbasis.

Gruß

Jörg
 
Das ist wohl wahr.

Ich verfüge nun über dieses Schutzgasschweißgerät plus dazu noch ein sehr exotisches Gerät, ein Elektrodenschweißgerät Hochfrequenz- Generator, angetrieben von einem 2- Takt Benzinmotor von Messer Griesheim. Leider hat es in der Drehzahlregelung einen Defekt.Mus s ich ihrgendwann mal schaun, vermutlich ist eine Feder weggeflogen. es kann max 160A. Für Zuhause quatsch aber egal, hat mich nichts gekostet das Gerät.

 

 

 
 
Ich habe mich jetzt für einen kleinen E-Inverter entschieden. Es ist ein Gysmi 160P geworden. - Danke Uli :-)

Die entscheidenden Kriterien waren: die sehr gute Mobilität aufgrund der Größe und des Gewichtes (das Teil kannst schon fast in die Beintasche stecken). Es ist Generatortauglich.

Erste Proberaupen zeigen dass es sehr schön zündet und gleichmäßig und ruhig brutzelt. Mein Adolf-Uralt-Schweißtrafo mit gefühlten 100KG Gewicht, kann dem kleinen Inverter nicht das Wasser reichen

Die Regelung über das Drehpoti ist sehr feinfühlig.

Das Einzige was ich als eventuellen Nachteil bemerke ist, dass die Strippen recht kurz sind, dafür wirken die Strippen qualitativ hochwertig.

Ich hatte lange überlegt, ob ich evtl. eine WIG-Kombi nehmen soll.... Für mein Geldlimit hätte ich nur einen Ebay-China-Multifunktionskasten bekommen - Keine Ahnung ob die was taugen - ich wollte es nicht ausprobieren.

Deswegen habe ich mich für den kleinen Franzosen GYS entschieden.
 
So ein Inverter ist eine feine Sache. Leicht und tragbar fürs Grobe. HAb schon viel damit gemacht und möchte ihn nicht mehr missen. Hab mit meinem sogar ein Edelstahlgeländer "geschweißt". Aber dünnes Material ist trotzdem schnell durch.

Deine Entscheidung das Teil ohne die WIG-Erweiterung zu nehmen war weise und gut. Bei meinem habe ich diese Erweiterung extra besorgt - aber der typische Anwendungsfall - einen IHC-Kotflügel zu reanimieren geht ungeübt so gut wie nicht.

Mit der viel gelobten WIG Technik hab ich‘s zwar hinbekommen das erste Blech reinzubraten, war aber danach selbst mit Automatik-Schweißhelm so genervt, dass ich mir ein preiswertes ( besser gesagt billiges) Güde Schutzgasgerät gekauft habe.

Wenn bei dem der Schlauch gerade liegt und die Bleche dünn sind macht das Teil richtig Spaß. Meine Kotflügel leben wieder. Aber bei dickem Material wie z.B. die vorderen Kotflügelhalter kommt das Gerät dann schon an seine Grenzen. Aber da hab ich ja noch den Inverter.
 
So, ein kleiner Erfahrungsbericht über den Gysmi 160P

Einsatz am Wochende , Schweißarbeiten im Freien an einem Stahl-Treppenaufgang.

Die Anfangs als zu kurz bemängelten Schweißkabel haben sich als unbegründet gezeigt. Das Gerät ist so handlich und leicht, das stellt man einfach dorthin, wo man es braucht :-)

Der/das Gys zündet wunderbar weich und Kontaktfrei :-)

der Lichtbogen ist sehr gleichmäßig und stabil, das Schweißgeräusch klingt fast sanft.

Über das Poti, kann der Schweißstrom sehr feinfühlig geregelt werden, ca. 80A erweisen sich bei der 2mm Elektrode als ideal

Die Raupen sind sehr fein, Schlacke hebt sich bei der Phönix leicht von selbst leicht ab.

Die 100%ED werden laut Beiblatt bei 105A erreicht, bei den 80-85A die ich nutzte, konnte ich keine Abschaltung feststellen, das Gerät lief insgs. 5 Std am Stück das Phönixpaket (4 Kg) ist fast leer :-)

ich habe eine teure 2mm Baumarktschrott-Stabelektrode und die besagte Phönix grün 2mm getestet.

Die Phönix ist fast doppelt so dick ummantelt.

Also die teure Baumarktschrott Elektrode habe ich gleich entsorgt, was da an Schweißungen rumkam .... erst dachte ich zu mir " man bis Du doof - kannst nicht mal mehr E-schweißen... so schlecht war das Ergebnis" -

bis ich dann die Phönix nahm. Es war mir auch möglich, bei ca. 1 mm Blech Löcher zuzuschweißen - ohne dass ich große Probleme hatte.

Meine Erfahrung ist (mal wieder). Ich lasse auch künftig die Finger von Baumarktschrott. Im I-net kann man toll bei Fachhändlern kaufen und unterm Strich ist das sogar billiger, als der Schrott aus dem Baumarkt.

Mein Dank geht an Uli (IHC-Schlosser)  - seine Tipp und Beratung passten mal wieder perfekt. Die Lieferung kam schneller als die deutsche Post (Abends bestellt am nächsten morgen bereits geliefert !!)

So und nun bereite ich mich auf die nächste Gelegenheit vor. Laut Beiblatt ist das Teil generatortauglich. Im Stall habe ich ja keinen Feststrom, aber einen einen alten HW60 mit Stahlaufbau, der im Laufe der jahre ein wenig gelitten hat.... Mal sehen ob der alte Generac 4200 den GYS antreiben kann.....

Gruß

Richard
 
Liebe Experten,

eine kleine Bitte: Könnt ihr das Thema um eine Kaufberatung zu einem "Automatik Schutzhelm" erweitern. Worauf muß man hier achten?

Gruß Ulli
 
Ich habe einen mit  Kombi-Solar und Batteriebetrieb. Den könnte ich auch zum schleifen benutzen, da man die automatische Verdunklung abschalten kann.

Klinkt im Prospekt toll, der praktische Nutzen ist m.E. eher Zweifelhaft, denn um die Verdunklung abzuschalten, muss ich von innen, an die Verdunklungskasette greifen - recht fummelig. Zumal schleifen auch so geht, da die Funken oft nicht hell genug sind, um die Verdunklung auszulösen (Empfindlichkeit kann ich einstellen).

Einige schwören auf Batteriebetrieb, andere auf Solar -Beide Systeme funktionieren und haben Schwächen und Stärken. Keine Ahnung was besser ist.

Solar soll angeblich nicht immer gut funktionieren, wenn das Umgebungslicht nicht reicht, dafür hast nie Ärger mit leeren Batterien.

Bei reinem Batteriebetrieb soll angeblich der Batterieverbrauch sehr hoch sein. Oft haben die Geräte keinen Ein/Ausschalter - sondern arbeiten mit auto-Power Off - wenn es denn zuverlässig funktioniert !

Bei meinem kann ich die Helligkeit, die Verdunklungszeit und die Aufhellzeit einstellen. Die einstellbare Aufhellzeit finde ich toll. Damit läßt sich gut ein Blendfreies aufhellen der Sichtscheibe aktivieren ohne das man gefühlte Minuten warten muss.

Für den Hobbybereich tut es ein 30-50 EUR Produkt aus der Bucht. Will man richtig schweißen, kommen wohl auch nur Profiteile mit Rauchgasabsaugung/Filter zum Tragen - da rechne mal ab 300 EUR aufwärts. Die reine Verdunklung funktioniert m.E. bei allen Produkten.

Was mir wichtig erscheint:

- Frontscheibe sollte aus Glas sein, Kunststoff verschleißt zu schnell (die Scheiben kann man immer tauschen)

- Der Abstand zwischen Helm und Gesicht sollte entweder groß genug oder einstellbar sein - Blöd, wenn die lange Nase in der Scheibe klebt, weil der Helm für Chinesen gebaut wurde,oder die Atemluft die Scheibe von innen beschlägt

- Ein Stirnschweißband sollte nicht fehlen. Nackter Kunststoff auf der Haut = unangenehm nach kurzer Zeit

-  Passform, Mechanik der Hebelei und fester Sitz am Kopf.

Und wenn wir schon dabei sind. Vernünftige Lederhandschuhe sollte man nicht vergessen. Brauchbare mit Stulpen gibt es bereits ab 3,50 in der Bucht. Und immer schön die Resthaut bedecken (Hals, Fußknöchel etc.) - sonst gibts bösen Sonnenbrand
 
Hallo Richard,

das ist doch mal ‘ne super kompetente und detaillierte Antwort. Damit kann man was anfangen.

Vielen Dank dafür.

Gruß Ulli
 
Moin Moin,

ich habe mir gerade ein 200 AMPERE WIG Schweisgerät gekauft. Ich muss sagen ich bin jetzt schon hoch begeistert. Habe die ersten Nähte mal versucht und so sehr viel schwerer als anderes Schweisen ist es nicht man muss sich da nur etwas ein fuchsen.

lg

Marcel
 
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