Kleiner Motortest

T.V.

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10 Dezember 2007
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Hallo zusammen,
vor ein paar Tagen habe ich mich mit einem Bekannten über eine kleine Motorüberprüfung unterhalten. Wir hatten unterschiedliche Meinungen darüber, wie diese ablaufen muss. Vielleicht ist sich einer von euch sehr sicher, wie er den Motor eines Schlepper bei Erstbesichtigung überprüfen würde und könnte hierzu kurz ein paar Zeilen schreiben?

Vielen Dank, T.V.
 
Hallo T.V.,
wenn ich einen Schlepper erstbesichtigen würde. Kämen bei der Motorprüfung folgende Punkte zum Test:
-In den Kühler schauen, ob genug Wasser vorhanden ist und ob Öl mitschwimmt
-Motoölpeilstab rausziehen schauen ob genug ÖL vorhanden ist und ob er Wasser im Öl hat.
-Motor starten, Startverhalten, Öldruckanzeige beobachten wie lange er braucht bis sie Erlischt.
Kurzes Gasgeben und schauen was für eine Farbe der Rauch hat (wenn er Kalt ist meistens etwas Bläulich.
-Kühlerdeckel wieder Öffnen bei Laufendem Motor und schauen ob das Wasser "blubbert" wenn ja ist die Kopfdichtung kaputt.
-Schauen und Hören rund um den Motorblock bei laufendem Motor wie er klingt, ob was klappert und irgendwo erheblich Öl austritt.
-Kurbelwellengehäuseentlüftung anschauen ob er stark rausbläßt ob er Öl rausschmeißt.
-Die Entlüftung zuhalten und schauen ob sich Druck aufbaut, wenn ja ist der Motor nicht mehr der beste.
-Eine Runde fahren damit der Motor auf Betriebstemperatur kommt. Dann wieder Rauchausstoß prüfen.
-Auch prüfen ob er Öl zum Krümmer oder Auspuff rauschmeißt, wenn ja sind die Ventilschaftdichtungen meistens verhärtet und undicht.
-Motor nochmal auf Geräusche prüfen.
-Und auch nochmal die Entlüftung wenn vorher noch kein gutes Ergebniss erziehlt wurde.
-Auch wieder prüfen ob er irgendwo Öl rausdrückt.
der Hintere Kurbelwellensimmering ist da bei manchen Schleppern etwas Kritisch ab gewissem Alter.
-Bei 4-Zylindern bei verschiedenen Drehzahlen prüfen ob er starke Vibrationen von sich gibt, wenn ja stimmt mit dem Massenausgleich was nicht.
Ich glaub das war alles.

Gruß Robin /styles/default/xenforo/smilies/fr/smiley4.gif
 
Hallo Heinzelmann,

es ist eine Freude, wenn so komprimiert vernünftige Infos vermittelt werden.

Sicher ist es ebenfalls sinnvoll den Stellplatz des Schleppers zu inspizieren --> Ölflecken.
Die elektrische Anlage durchtesten,
Schaltbarkeit der Zapfwelle prüfen,
jeden Gang schalten, Last mit Bremse simulieren.

Gruß

hydraulik
 
Heinzelmann, vielen Dank für den super Beitrag.
Zu einem Punkt habe ich noch ein Nachfrage:

Es ist doch richtig, dass auch bei neuen Motoren ein Teil des komprimierten Gases über die Abdichtung Zylinderwand/ Kompressionsring entweicht, oder? D.h. eine gewisse Menge an Gas wird immer über die Kurbelgehäuseentlüftung abgeführt. Hält man nun die Kurbelgehäuseentlütung für eine gewisse Zeit zu, kann das Gas doch eigentlich nur über den Öleinfüllstutzen entweichen und müsste hierbei Öl mit hinausdrücken, da sich das Gas über dem Öl in der Ölwanne ansammelt? Vielleicht könnte mir hier jemand noch weiterhelfen?
 
Ja klar, etwa bis zu 2 % der Kompressionsluft entweicht ins Kurbelgehäuse, das ist ganz normal. (Blow-by-Gase) Also ist es auch normal, dass sich Überdruck aufbaut, wenn man das Entlüftungsrohr zuhält.
Auch dass ein wenig Öl mit rauskommt ist völlig normal. Das kommt daher, dass der in der Luft enthaltene Ölnebel im Rohr abkühlt und kondensiert und schließlich raustropft. Moderne Motoren haben deswegen einen Ölabscheider in der Kurbelgehäuseentlüfung und die Luft wird zurück in den Ansaugtrakt geführt, das war aber bei unseren CMs noch nicht Stand der Technik.
Bei neuen Motoren sind ja offene Kurbelgehäuseentlüftungen nicht mehr erlaubt, eben wegen dem Ölaustritt.

Gruß
 
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