Kopdichtung wechseln

oliver_de

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22 März 2009
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Kopfdichtung durch bei 326D – ein paar Fragen zur Reparatur

Hallo zusammen,

bei meinem 326D (Motor: M57) ist die Kopfdichtung durch – und zwar am 1. Zylinder von hinten gesehen. Es hat im Takt rausgedampft, also war schnell klar, dass da was Gröberes im Argen liegt.

Heute hab ich den Zylinderkopf runtergenommen. An einem sogenannten Blindkanal (ich hoffe, der Begriff passt – das ist diese Bohrung, die ins Leere geht?) war die Dichtung komplett gerissen. Ich hänge ein paar Bilder vom Kopf an, vielleicht erkennt jemand etwas Auffälliges.

Nun zu meinen Fragen – vielleicht hat ja jemand Erfahrungen oder Tipps für mich:


Klar ist: Dichtung war hin, aber optisch sieht der Kopf gar nicht so schlimm aus. Trotzdem – sollte ich den Kopf auf jeden Fall planen (lassen), oder reicht es, wenn ich ihn sauber reinige und mit neuer Dichtung wieder verbaue?


Ich hab Zugriff auf eine sehr gut ausgestattete Werkstatt bei mir in der Arbeit (Werkzeugbau). Kann man den Kopf dort vernünftig planen (z. B. auf einer Flachschleifmaschine), oder lieber einem spezialisierten Motoreninstandsetzer geben?


Ich hab den Kopf vor gut 10 Jahren schon mal runtergehabt. Im Werkstatthandbuch stehen mehrere Anzugsstufen mit insgesamt 120 Nm. Weiß jemand, ob da ein Winkelanzug dazugehört? Und wie kritisch ist es, die Schrauben erneut zu verwenden?


Je nach Schraubentyp ist das ja unterschiedlich: Soll ich die Kopfschrauben nach dem ersten Warmlauf oder nach ein paar Kilometern nochmal nachziehen? Oder auf keinen Fall – je nachdem, ob es Dehnschrauben sind?


Falls man nachziehen müsste – müsste dann zwangsläufig wieder der Ventildeckel runter, weil man an die Schrauben sonst nicht rankommt, oder?

Ich bin für jede Hilfe und jeden Tipp dankbar – gerade, wenn jemand sowas schon selbst gemacht hat. Ziel ist nicht, den Motor auf Hochglanz zu bringen, sondern einfach wieder dicht und zuverlässig zum Laufen.

Viele Grüße

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Hallo,

für mich sieht das so aus als ob der ZK mal zuerst auf der einen und dann auf der anderen Seite angezogen worden wäre.

Der ist mehr oder weniger auf einer Seite nicht richtig dicht gewesen.

Meiner sah wesentlich besser aus und ich habe ihn planen lassen. Lt. Messung ganz leicht verzogen. Dabei gleich die Ventilsitze machen lassen.

Erst mit einer Dichtung von ELRING hatte ich Ruhe, eine billige hat mich eine Laufbuchse gekostet, von der Arbeit abgesehen.

Bei der Elringdichtung sind andere Anzugsmomente und die Reihenfolge genau angegeben, die dann auch gültig sind.

Gruß

Schanks

Ja, das Nachziehen ist auch genau beschrieben, anders als im Handbuch. Ja, der Ventildeckel muss runter und die Ansaugbrücke musste bei mir auch weg oder man braucht einen Spezialschlüssel.

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Ja, das Nachziehen ist auch genau beschrieben, anders als im Handbuch. Ja, der Ventildeckel muss runter und die Ansaugbrücke musste bei mir auch weg oder man braucht einen Spezialschlüssel.

Beim Nachziehen ist ja ergänzend das Problem, das man an die Schrauben unter den Kippehebelwelle nur mit dem im Handbuch beschriebenen gekröpften Schlüssel dran kommt.
Wenn man den gekröpften Schlüssel nicht hat, was sehr wahrscheinlich ist, dann muss man immer die Kipphebelwelle abbauen, damit man diese Schrauben nachziehen kann.
Bei meinem D-322 muss man die äusseren Zylinderkopfschrauben komplett lösen um die Kipphebelwelle zu demontieren, da macht so dann überhaupt keinen Sinn.

Wir haben einen einfachen Trick gefunden damit das im eingebauten Zustand möglich ist.
Wir haben eine Nuss (ich glaube 22 ist es), etwa 8 mm gekürzt, dann passt sie unter die Kipphebelwelle drunter, dann eine Verlängerung drauf, die passt so grade an der Kipphebelwelle vorbei, dann geht das auch so, ohne gekröpften Schlüssel.
Bei unserem D-322 haben wir alles penibel sauber gemacht, neue Dichtung drauf, nach einem Kilometer war die Fahrt dann schon wieder zu Ende, er pfiff dann wieder raus.
Prinzipiell müsste man ja beides planen, Kopf würde ja noch gehen, der Block wäre ja ein Wahnsinnsaufwand.
Wir haben die zweite Dichtung dann mit Dirko HT eingesetzt, dann ne Woche gewartet/trocknen lassen, damit läuft er jetzt schon etwa 10 Stunden, sorgenfrei
Ich habe aber zugegebener Maßen noch keine Vollgasfahrten gemacht, bin eh etwas zurück haltender mit so alten Maschinen die schon über 60 Jahre alt sind.
Der D-322 macht aber seine Arbeit, Grasabschnitt und Pferdemist wegfahren, demnächst darf er mit dem Balkenmäher wieder mähen, dann wird sich zeigen ob Dirko hält...

Gruß Arno
 
Hallo D-322,

ich habe auch einen D322 aber mit einem DU111-Motor, dort sind die Schrauben nicht wie auf Deinem letzten Bild unter der Kipphebelbrücke sondern auf der Kipphebelbrücke angeordnet. Das ist wegen den verstärkten Ventilen scheinbar notwendig worden. Die Welle ist also 4 mal gelagert.

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Es besteht deshalb dort mehr der Bedarf nach einer Möglichkeit die Schrauben unter der Ansaugbrücke nachzuziehen ohne diese abnehmen zu müssen. Zum Abnehmen der Brücke muss meist noch die Dieselrücklaufleitung weg. Auf Deinem letzten Bild wie auch auf dem obigen ist die Brücke abmontiert.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit nach den Vorgaben von Elring den Motor auf 80°C ohne Ansaugbrücke zu bringen, dann den V-Deckel abzunehmen und das Nachziehen zu erledigen. Dann Deckel und Ansaugbrücke wirder drauf.

Kommst Du mit der verkürzten Nuss auch unter die montierte Ansaugbrücke?

Gruß

Schanks
 
Hallo D-322,

an Deinen Bildern ist schön zu sehen, dass die KD nur ganz außen auf den Laufbuchsen (LB) mit der Metallverstärkung aufliegen dürfen. Andernfalls kann das die LB kosten wie bei mir.

Hier der Unterschied:

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Das ist die günstige Dichtung (Noname) aus dem Netz. Die Metallverstärkung reicht bis fast an den Bohrungsdurchmesser.

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Auf der Rückseite sieht man, dass der komplette Bund der LB unter Druck stand. Die etwas dickere Metallverstärkung hat auf den nicht vom Block unterbauten Sitz gedrückt und die LB so beschädigt.

Das sah dann nach ein paar Monaten so aus:

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Bei der ELRING-Dichtung ist der innere Durchmesser der Dichtung ca. 4mm größer und liegt so auf:

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So drückt der Metallring genau auf das Gegenlager im Motorblock und die LB bleibt ganz.

Der geplante Kopf mit den nachgefrästen Ventilen sah dann so aus:

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Gruß

Schanks
 
Schanks:

Hallo D-322,

ich habe auch einen D322 aber mit einem DU111-Motor, dort sind die Schrauben nicht wie auf Deinem letzten Bild unter der Kipphebelbrücke sondern auf der Kipphebelbrücke angeordnet. Das ist wegen den verstärkten Ventilen scheinbar notwendig worden. Die Welle ist also 4 mal gelagert.

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Es besteht deshalb dort mehr der Bedarf nach einer Möglichkeit die Schrauben unter der Ansaugbrücke nachzuziehen ohne diese abnehmen zu müssen. Zum Abnehmen der Brücke muss meist noch die Dieselrücklaufleitung weg. Auf Deinem letzten Bild wie auch auf dem obigen ist die Brücke abmontiert.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit nach den Vorgaben von Elring den Motor auf 80°C ohne Ansaugbrücke zu bringen, dann den V-Deckel abzunehmen und das Nachziehen zu erledigen. Dann Deckel und Ansaugbrücke wirder drauf.

Kommst Du mit der verkürzten Nuss auch unter die montierte Ansaugbrücke?

Gruß

Schanks

Hallo Schanks,

habe eben mal geschaut und ein paar Bilder gemacht.

Lenkradseite geht direkt, mit montierterm VD (Ventildeckel) und ASB (Ansaugbrücke)

Kühlerseite geht sehr wahrscheinlich wenn VD demontiert ist.

DIe Schraube in der Mitte geht vermutlich auch wenn VD demontiert ist.

Gruß
Arno

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Hallo Arno,

vielen Dank, das habe ich so ausführlich und schnell nicht erwartet.

Da man zum Nachziehen immer alle Schrauben bearbeiten muss, muss man den Ventildeckel ohnehin abnehmen. Von daher müsste es eigentlich immer mit der gekürzten Nuss funktionieren. Ich hatte mir ohne groß nachzudenken einen Krähenfuß in 22mm besorgt und wollte mir eine gekröpfte Verlängerung machen, damit ich zentrisch nachziehe und das Drehmoment stimmt. Der Krähenfuß hat aber zu starke Flanken und passt dadurch nicht bei der ASB.

Nochmals Dankeschön.

Gruß
Otmar
 
Hallo zusammen,

ich habe die Zylinderkopfdichtung diese Woche gewechselt. Es hat alles super geklappt, Danke für eure Tipps.

Ich bin an die Schraube unter der Kippwelle mit meiner Nuss gut hingekommen, das war kein Problem. 

Jetzt ist mir ncoh aufgefallen, dass er beim laufen sehr viel Öl im Ventilbereich hat. Die "Becken" im Zylindekopfbereich sich fast bis zum Rand mit Öl gefüllt. Auf Youtbue gibt es ein Video von der Motor ohne Ventildeckel da öl fast nichts, an was kann das liegen? Ist das normal?

Leider habe ich keine Foto vom Zustand gemacht da meine Hände total verölt waren.

Vielen Dank für eure Tipps und schönen Sonntag euch allen.

Danke auch für die hilfreichen Tipps bisher.

Viele Grüße Oliver
 
Hallo Oliver,

meines Wissens wird ein Ölkanal über den Motorblock, über den Zylinderkopf nach oben geführt, dann über eine Bohrung im Kipphebelblock, zur Kipphebelwelle geführt.
Somit wird die ganze Mechanik geschmiert.

Bei meinem D322 sah der Bereich bei der Demontage auch entsprechend verölt aus, siehe unten.
Im WHB gibt es hierzu auch entsprechende Hinweise

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