Lagergehäuse Differentialwelle undicht

Caese-Schachtel

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28 April 2015
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Bayern
Hallo Gemeinde,

mein 833 leckt an den Bremsautomaten. Hatte zuerst die Wellendichtringe in Verdacht, die sind aber knochentrocken.

Das Öl tropft aus den unteren Schraubenbohrungen der Bremsscheiben, die Dichtungen der Differentialwellenlagergehäuse scheinen demnach nicht mehr die Besten zu sein.

Ein erster Versuch das Gehäuse aus dem Getriebeblock zu drücken ist gescheitert. Die Platzverhältnisse sind an dieser Stelle auch nicht gerade berauschend (S3-Kabine). Bevor ich weiterhebele, wollte ich mal Fragen, ob sich das Gehäuse überhaupt von außen lösen läßt. Muß hier "nur" ein Kugellager hinter dem We-Di aus einem Paßsitz gezogen werden, oder muß da von innen noch was (Sicherungsring etc...) demontiert werden?

Für Tipps wäre ich sehr dankbar.

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Viele Grüße,

Robert
 
Hallo

Wenn du das Gehäuse ab haben willst um die Flächen dahinter mit neuer Dichtungsmasse abzudichten ja dann hast du noch viel Arbeit vor dir.

Sitz ausbauen, Kabinenverkleidung vorm Hydraulkiblock ausbauen, Kabine ankippen, Hydraulikblock abbauen, beide Steckachsen im Getriebe lösen und die Achsen nach aussen heraustreiben, vorher den Lagerdeckel aussen an der Achse lösen. Zapfwelle ausbauen damit du die großen Zahnräder heraus nehmen kannst. Nun kannst du die Gehäusehälfte abnehmen.

Hast du die anderenSchrauben schon gelöst so das ein kleiner Spalt zwischen diesem Gehäuse und dem Getriebegehäuse entstanden ist ?

MfG

Alwin
 
Man  beachte auch das auf diesen Wellen das ganze Ausgleichsgetriebe/Diffenzial sitzt.Dort wo Du abdichten willst sind die Ausgleichscheiben zum Einstellen der Vorspannung der Lager und gleichzeitig das Zahnradspiel des Triebling mit Tellerrad! 
 
Hallo Alwin,

vielen Dank für die Info.Ich glaube. diese Reperatur ist mir eine Nummer zu Groß.

Um deine Frage zu beantworten: Ja, die beiden kurzen Schrauben, deren Köpfe in der Bremsscheibe versenkt sind, hatte ich gelockert. Ich nehme an, das war für die Dichtheit des Flansches nicht gerade förderlich. Wenn ich die Bremse jetzt einfach wieder festschraube tropft es vermutlich noch mehr als zuvor, richtig?

Viele Grüße,

Robert
 
Hallo

Ich würde es jetzt mal so versuchen die Schrauben wieder fest ziehen und die Gewindebohrung wo das Öl heraus kommt mit Bremsenreiniger zu reinigen.

Gewinde mit Dichtungsmasse einschmieren und zusammen bauen, vielleicht hast du ja Glück.

MfG

Alwin
 
Hallo,

nachdem mich Forumsmitglied CVXDRIVER / Alwin mit vielen Tips versorgt hat (nochmals vielen Dank dafür!), habe ich mich nun doch an die Abdichtung der Bremswelle gewagt.

Falls noch jemand mit diesem Problem zu kämpfen hat, hier ein kurzer Bericht:

1. Kabine (falls vorhanden) soweit zerlegen, dass man alle Hydraulikleitungen und die Befestigungsschrauben des Krafthebergehäuses entfernen kann. Kabine nach vorne kippen. Das sieht dann in etwa so aus:

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2. Krafthebergehäuse abnehmen. Zapfelle einschalten damit die Schiebemuffe nicht runterfällt, Schrauben am Lagerdeckel lösen und Zapfelle nach hinten aus dem Gehäuse ziehen

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3. Schrauben an den Halteplatten der Hinterachszahnrädern entfernen

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4. Hinterachse aus dem Getriebegehäuse ziehen, Zahnrad dabei abfangen

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5. Jetzt kann das Hinterachszahnrad schräg nach hinten aus dem Lagergehäuse der Differenzialwelle geschwenkt werden. Das ist der Schlüssel, um das  Lagergehäuse zum Abdichten aus dem Getriebeblock ziehen zu können. Lagergehäuse ausbauen, die Bremswelle kann im Getriebe bleiben

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6. Zwischen Getriebegehäuse und dem Lagergehäuse Bremswelle sind diverse Blechzwischenlagen verbaut. Die definieren die Vorspannung der Lager und das Zahnflankenspiel des Differentials und müssen genau so wieder mit diesem Gehäuse eingebaut werden.

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7. Einbau.

Alles reinigen, neue Wellendichtringe in die Lagergehäuse von Differential- und Zapfwelle pressen, Dichtflächen mit Flüssigdichtung bestreichen und in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen. Anzugsmoment der Achsschrauben 85-95Nm, Schrauben der Halteplatte am Hinterachszahnrad 45Nm. Der Lagerdeckel an der Zapfwelle wird beim 833 wegen vorgespannter Kegelrollenlager mit Flüssigdichtung eingebaut. Auch hier unbedingt auf die Ausgleichsscheiben achten.

Fertig. Vielleicht hilft diese kurze Fotostrecke ja dem einen oder anderen Leidensgenossen mit undichtem Differentiallagergehäuse weiter.

Viele Grüße,

Robert
 
Hallo Robert

Sehr schöner Bericht!

Was hast du für ein Dichtmittel verwendet, um die Lagergehäuse und die Ausgleichsscheiben am Getriebegehäuse abzudichten?

Ich hatte schon das selbe Problem, da bei zu viel Dichtmasse sich die Lagervorspannung immer stark verändert hat. Daher konnte ich nur sehr wenig auftragen.

Weiss jemand, wie die Lagergehäuse ab Neusser-Werk abgedichtet wurden?

Viele Grüsse aus der Schweiz

André
 
Vielen Dank!

@ Kurt

Da ich jetzt schon alles offen habe, möchte ich probieren, die rechte Seite auch gleich neu abzudichten. Dort kommt zusätzlich noch die Schaltstange für die Differentialsperre in´s Spiel. Wenn mir das gelingt, mach ich noch ein paar Fotos und stelle den erweiterten Bericht (wenn er die Qualität dazu hat?) gerne auch in die Rubrik Reparaturanleitungen.

@André

Ich habe Loctite 518 als Dichtmaterial verwendet.

Muß gestehen, dass ich die Lagervorspannung nicht nachgeprüft habe. Das 518er Loctite ist nicht übermäßig zäh und im Neusser Werk hatten die auch Dichtmittel dazwischen, das ich zuvor sorgfältig von allen Dichtfächen entfernt habe. Gehe (vielleicht etwas blauäugig?) davon aus, das sich die originale Einbausituation nicht wesentlich verändert hat.

Viele Grüße,

Robert
 
Die Vorspannung kannst ja immer noch überprüfen, jetzt da du die andere Seite ja auch noch abdichten willst. Einfach wenn die andere Seite demontiert ist, mal den Abstand zwischen den beiden Passstiften im Getriebegehäuse links und rechts vom Differential messen. Dann alles  wieder zusammenbauen und Schrauben anziehen. Jetzt wieder Abstand messen zwischen den Stiften. Es sollten laut WHB nun 0,1mm mehr sein, dann ist die Vorspannung korrekt. Falls nicht müssen entsprechende Abstandbleche eingebaut, bzw. entfernt werden. Das Zahnflankenspiel sollte dann allerdings auch überprüft werden.
 
Hallo Gemeinde,

zur Vollständigkeit noch der Bericht über die Abdichtung des rechten Lagergehäuses:

Hier lief es nicht ganz so geschmeidig. Das Achszahnrad ließ sich wegen dem Differentialzahnrad nicht so weit zur Seite schwenken, dass das Lagergehäuse ganz aus dem Getriebekasten gezogen werden konnte. Immerhin ergibt sich ein Spalt von ca. 20mm, der es ermöglicht, das alte Dichtmittel in mühevoller Kleinarbeit von den Flanschen und Ausgleichsscheiben zu entfernen und neues Dichtmittel aufzutragen.

Zum Wellendichtringwechsel musste auf dieser Seite dann auch die im Forum schon öfter beschriebene Blechschrauben-Technik herhalten, um den alten Dichtring aus dem Gehäuse zu hebeln.

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Habe dann noch den Rat von Georg / IHC553 aufgegriffen und die Lagervorspannung kontrolliert. Paßstiftabstand im eingebauten Zustand genau 0,1mm größer - zum Glück!

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Die beiden O-Ringe für die Schaltstange der Differentialsperre habe ich bei der Gelegenheit auch gleich gewechselt. Den kleinen muss man dabei aus der Hohlwelle fummeln.

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Zum Einbau Feder, Dichtringhalter und Sicherungsring auf die Schaltstange fädeln und mit einem passenden Rohr so weit gegen die Federspannung in die Differentialwelle drücken, bis der Sicherungsring in die Nut schnappt.

Fertig! Jetzt "nur" noch den Rest wieder zusammenbauen und befüllen...

Viele Grüße,

Robert
 
Geschätzte IHC Freunde

Besten Dank Robert für die Anleitung.

Leider habe ich heute bei meinem Bergmeister 553 (633e) beim öffnen der Bremsen weil sie blockiert waren Rechts einen richtigen Rosthaufen vorgefunden. Die Vorgeschichte ist dass der 553 erst knapp 500h hat, aber 13 Jahre schlecht unter einem Vordach stand.

Die Gegenplatte der Bremse rechts war so rostig dass ich sie ausbauen wollte um sie plan zu schleifen. Ich habe dann die 2 Schrauben gelöst und mit einem Pneuhebel die Platte abgewuchtet ohne die Anleitung hier zu lesen....

Die Folge war, dass ich einen Teil des Lagersitzes abgerissen habe. Frage an euch, braucht es das ganze Teil oder hält es ohne das Segment? es ist so, das er bei vorwärtsfahrt das Lager in die Richtung drückt wo unbeschadet ist. Und 2/3 sind nch vorhanden. Habe es jetzt so wieder eingebaut und ders Sitz ist noch Bombenfest.

Oder muss ich das teil wechseln? Und woher bekomm ich eins? CNH hat es gar nicht mehr im Programm.

Zudem wird es sehr schwierig es zu wechseln. da bei meinem Bergmeister bei den 2 Schrauben vom Achsstummel noch die Zapfwellen Umschaltung von 540/750 verbaut ist.

Danke euch schon für die Hilfe.

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Gruss Rudi
 
Hallo Rudi,

das ist ja eine schöne Sch... die Dir da passiert ist. Ich würde auf jeden Fall ein intaktes Teil einbauen. Solltest du bei den bekannten IHC Schlächtern auch bekommen. Martin Hartl Neureichenau fällt mir da als erstes ein, es gibt aber noch andere. In Ebay findet man auch hin und wieder diese Teile. 

Ich denke mal du hast da jetzt aufgrund der jetzigen Problematik keine Zeit und Lust dazu, aber wenns mal passt würden mich ein paar Bilder von der Zapfwellenumschaltung interessieren. Immer interessant zu sehen was der Herr Hieble da in die IHC Seriengetriebe reingezaubert hat.

Gruss

Georg
 
Hallo Georg

Danke Dir für den Tip. Er hatte ein Gehäuse lagernd. Super Service bei ihm.

Inzwischen alles verbaut, kannst es hier nachlesen.

Restauration Bergmeister 553A (IHC 633e)

Gruss Rudi

Rudolf Pfeiffer
Schwarzengrund 1
CH-8496 Steg
pfeiffer@bluewin.ch
+41 79 317 86 86
IHC 833 Hinterrad
Case IH 840 Allrad
Case IH 1455 XLA
Bergmeister 553A mit Rüfa
Bergmeister 654A
Kubota m5111
Kubota m7131
 
Hallo Rudi,

freut mich dass mein Tipp mit dem Hartl hilfreich war.

Hab mir auch mal die Bilder von der Zapfwellenumschaltung angesehen. Ist echt interessant wie das da reingesetzt wurde. Aber warum wurde die Umschaltung nicht vorne bei der Kupplung belassen wie beim normalen 33/40er? Da gab es ja auch eine Umschaltung 540/750 bzw. 1000. Oder ist da kein Platz mehr wegen der Wendeschaltung? Hast du da auch Bilder vom Innenleben der Wendeschaltung? Wenn ja würden die mich auch interessieren.

Gruß und bleib gesund,

Georg
 
Hallo Georg

Ich gehe mal davon aus, dass das Wendegetriebe dort zuviel Platz braucht. Die ersten Bergmeister mit Wendegetrieb waren auch nur mit 540er Zapfwelle erhältlich. Nein Fotos habe ich keine, hoffe ich muss es nicht öffnen ;-)

Anbei aber ein Schnitt des Getriebes aus dem Bergmeister Prospekt.

Ansonsten musst heuer mal Ferien machen in der Schweiz, dann kannst ihn bescihtigen und Probefahren ;-)

Gruss Rudi

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Danke für die Einladung,

vielleicht klappts ja wirklich mal mit Ferien in der Schweiz, wenn die Grenzen wieder offen sind. War auch schon beruflich in der Nähe von Dir, in Ebnat-Kappel und in Degersheim. Vielleicht führt es mich ja mal wieder in diese Gegend dann meld ich mich. 

Bis dann

Gruss

Georg
 
Hallo Georg

Ich gehe mal davon aus, dass das Wendegetriebe dort zuviel Platz braucht. Die ersten Bergmeister mit Wendegetrieb waren auch nur mit 540er Zapfwelle erhältlich. Nein Fotos habe ich keine, hoffe ich muss es nicht öffnen ;-)

Anbei aber ein Schnitt des Getriebes aus dem Bergmeister Prospekt.

Ansonsten musst heuer mal Ferien machen in der Schweiz, dann kannst ihn bescihtigen und Probefahren ;-)

Gruss Rudi

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