sowas hatte ich mal an einem D-432, dessen Besitzer hatte sich bei einem "Hydraulik-Fachbetrieb", ein zusätzliches Steuergerät anbauen lassen. Als der ganze, nicht funktionierende Leitungs und Steueregräte Wirrwarr dann fertig war, arbeitete das ganze gegen das Überdruckventil, und als der Meister dann eine Probefahrt machte, ging das Nockenwellenzahnrad kaputt, es flogen die Zähne.
Daraufhin tauschte die Firma das Zahnrad, doch anstatt die Nockenwelle auszubauen, haben sie ein gebrauchtes Nockenwellenzahnrad, einfach mitm Hammer auf die NW draufgewemst, so das es die Nockenwelle hinten raus gedrückt hat, bis sie am Schwungrad anstand. Ahnung von Steuerzeiten hatten die auch nicht, also wurde es alles wieder so zusammen gebaut, und der Schlepper sprang nicht mehr an.
Mit den Worten, "Der geht nimmer, wir wissen auch nicht wieso", wurde er dem Besitzer wieder übergeben, natürlich mit einer saftigen Rechnung, denn auch Murks muss ja bezahlt werden.
Das ganze wurde gerichtlich, und solange stand der Schlepper natürlich unangetastet rum, mehrere Gutachter sahen sich den 432 an und kamen auf kein Ergebnis, die Sache endete mit einem Vergleich. Zudem meinte der Chef, er würde von der Rechnung zurücktreten, wenn der Besitzer ihm den Schlepper dafür überlassen würde, er würde ja eh nur noch zum schlachten taugen. Der Schlepper funktionierte vorher einwandfrei.
Nach dieser Sache wurde der 432 vom Besitzer in eine andere Landmaschinenwerkstatt gebracht, die sahen sich das an, und machten einen Kostenvoranschlag, der den Besitzer auf die Knie sinken ließ. Einer der Mechaniker drückte ihm dann meine Nummer in die Hand, und meinte, er solle mich doch mal anrufen und fragen, ob ich mir das mal anschauen mag.
Zusammen mit dem Besitzer, der technisch nicht die geringste Ahnung hatte, aber sehr interessiert war, wurde der Motor ausgebaut und an den Montageständer geschraubt.
Bei der Zerlegung kam auch der Spreizdeckel der Nockenwelle zum Vorschein, der im Kupplungsgehäuse lag, die Kupplung war natürlich voll verölt. Glücklicherweise ist den Kolben und Ventilen nix passiert, so das nach einbauen eines neuen Spreizdeckels, korrigieren des Nockenwellenzahnrades, einstellen der Steuerzeiten, und tauschen aller Dichtungen, der Motor wieder zusammengebaut war. Die "Spezialfirma" hatte alle alten Dichtungen mit reichlich Fett wieder eingebaut, aber neue auf der Rechnung aufgeführt.
Bei den ersten Startversuchen qualmte der Motor zwar, sprang aber nicht an, bis aus den Glühkerzen Diesel kam. Die Werkstatt hatte die Kerzen rausgenommen, und nur mit der Hand reingedreht und verkabelt. Nachdem auch dies erledigt war, wurde der ausgebaute Motor auf einer Palette verzurrt, mit einem Start-Ladegerät vorgeglüht, und mittels Starthilfekabel und meines 353 gestartet, der Motor sprang sofort an, lief rund fast rauchfrei.
Natürlich habe ich die Aktion auch fotografiert, ein paar Fotos hab ich unter alles andere eingestellt,
Gruß Schorsch