Hallo Jörg,
hab das September 2019 auch über die Bühne gebracht. Lief eigentlich recht glatt aber war ein ziemlicher Hickhack...
Das du alle Typenschilder (5 Stk.) drauf hast ist schon mal sehr gut, sonst wird das nämlich nix -> 2xAchse, Zugeinrichtung, Bremse und Augabu. Schau mal ob du auch eine Fahrgestellnummer findest. Musst das ganze beim TüV bzw. einer Prüfstelle vorführen was Einzelabnahmen bzw. Neuabnahmen durchführen darf. Das TüV-Privileg ist zwar vor ~2 Jahren gefallen aber trotzdem hat längst nicht jede Prüfstelle die Zulassung dafür (Kosten/Nutzen Frage für die Betreiber). Also am besten vorher mal nachfragen was da bei dir in der Nähe für Möglichkeiten bestehen.
Bin zum TüV-Süd gefahren, auf eigener Achse ~25km. Hatte den Wagen durchrestauriert und ging alles recht glatt dort. Der Prüfer schaut im System ob er anhand der Typenschilder die ABE ausfindig machen kann. Wenn JA, ist noch wichtig das alles am Farhzeug auch zur ABE bzw. einer dort hinterlegten Variante passt... zB Reifen wo ja gerne auch früher schon gebastelt wurde. Ansonsten technscih natürlich alles funktionsfähig: Radlagerspiel, 4 gleiche und gute Reifen, Elektrik und Bremseinrichtung. Wichtig ist beim Einstellen der Bremse das die Deichsel rund 10-20cm vor Bodenkontakt in der Bremse hängen bleibt, also keinen Bodenkontakt bekommt. Jetzt noch ganz wichtig das es eine Fahrgestellnummer gibt, diese muss irgendwo am Rahmen eingeschlagen sein und mit dem Typenschild des Aufbaus übereinstimmen. Wenn das alles passt bekommst ein Gutachten inkl. TüV Bericht. Damit fährst dann zur Zulassungsstelle wo der Spaß erst anfängt...
Dort benötigst du neben dem üblichen Krams wie eVB-Nummer, TüV Papieren, Nummerschild etc. auch einen Nachweis das es dein Eigentum ist... Konnte zum Glück einen Kaufvertrag vorlegen was aber leider auch nach einigen Gesprächen mit den Behörden nicht ausreichend war... Musste dann entweder eine Eidenstattliche Erklärung mit Bestätigung von einem Notar und was weiss ich vorweisen oder eine unterschriebene Bestätigung vom Vorbesitzer mitr Kopie Personalausweis vorlegen, dass der Wagen min. 10 Jahre in dessen Besitz war (hab das Schreiben sicher noch irgendwo). Zum Glück war der Verkäufer auch ~3 Jahre nach dem Kauf sehr hilfsbereit und hat mein aufgesetztes Schreiben unterschrieben. So dachte ich, jetzt aber... Pustekuchen...
Wieder auf der Zulassungstelle wurde mir dann nach einigen Rücksprachen der Zuständigen mit den Obrigkeiten mitgeteilt, dass das immer noch nicht ausreichend ist und der Wagen noch, glaube es waren 4 Wochen, in den "Anzeiger" (irgendein Käseblatt was eh niemand liest) muss um zu prüfen ob sich jemand meldet falls der Wagen gestohlen ist. Nach 4 Wochen dann wieder aufs Amt in der Hoffnung.... Genau, es geht weiter
Mit meinem Sammelsurium an Papieren wieder am Schalter wurde ich dann gefragt ob ich den Wagen auf grünes oder schwarzes Kennzeichen zulassen will. Nach einigem hin und her hat der Amtsträger dann auch verstanden das grün gar nicht geht wodurch ich den Anhänger erst vorführen müsse (auf Nachfrage: bei grünem Kennzeichen muss man das nicht... Aha das macht natürlich Sinn). Also den Ackerwagen auf nen PKW-Anhänger und los gehts. Auf eigener Achse geht ja natürlich nicht, da der Ackerwagen zu dem Zeitpunkt nicht zugelassen und nicht auf dem Weg zu einer Prüfstelle war... Zweck der Vorführung war dann nochmal die 4-stellige Fahrgestellnummer zu überprüfen was der gute Mann vom Tüv ja schon im Prüfbericht eingetragen hatte aber scheinbar traute man diesem nicht...
Danach gabs dann die Papiere und die Prüfplakette und ganz billig war der Spaß in Summe natürlich auch nicht.
Falls du noch Fragen hast, gerne melden.
Grüße Alex