Matthias-IH353
Bekanntes Mitglied
Servus miteinander,
ich weiss mir so langsam keinen Rat mehr bei Problemen mit meiner Hydraulikanlage am IHC 433V. Vielleicht weiß jemand von euch noch Fehlerquellen, an die ich nicht gedacht habe. Ich fang einfach mal an.
1. Sachstand / Problemstellung:
Die Hubhydraulik hebt zu wenig. Nun ist es bei den V Modellen so, dass diese von Hause aus etwas weniger heben als die Serienmodelle. Das hat mit der Geomentrie des Hubgestänges zu tun, was in etwa 1,5 t an den Unterlenkerumlenkpunkten entspricht, also immer noch ne ganze Menge. Mein schwersten Geräte sind ein Sauerburger Schlegelmulcher mit 400kg, wo allerdings das Hauptgewicht relativ weit hinten liegt und eine 1,30m Kreiselegge mit Zahnpackerwalze, die kommt auch so auf 450kg. Diese Geräte kriegt er bis max. in die Hälfte gehoben, dann ist Ende. Mit Vollgas lassen sich die Geräte ein gutes Stück höher heben. Wenn das Öl kalt war sogar mit Vollgas in die Endstellung. Ich weiß, dass jetzt jeder die Pumpe verdächtigt, aber dazu komm ich später noch.
2. Erste oberflächliche Prüfung:
Ölstand ist auf Maximalhöhe
Öl ist sauber und Umlauf funktioniert, keine Luft im System, kein Schaum
Druckfilter, Filtereinsatz relativ neu
Saugfilter frei, volle Ölmenge wird umgewälzt.
3. Pumpe im Verdacht
Das Öl läuft an den Zahnrädern vorbei. Wenn es warm wird, wird der Effekt immer schlimmer. Das würde auch das Phänomen mit dem Vollgas und dem Hub erklären. Aber kann das sein, dass eine Pumpe bei nur 3000 Std. verschlissen ist? Ist doch recht merkwürdig. Nun ja, dann ist es eben so. Ich habe eine nagelneue Bosch Rexroth Pumpe 8ccm eingebaut.
Leider kein nennenswerter Effekt, Problem weiterhin vorhanden.
4. Druckmessung am Kipperanschluss
Der Schlepper hat ein Hengstler Steuerventil einfachwirkend mit integrierter Druckweiterleitung verbaut, Bei V Schleppern Original so verbaut. Ich habe für die Ölsteckdose ein Manometer. Schlepper im Lerrlauf mit Motordrehzahl 750-850 U/min. Messdruck am Anschluss etwa 150 bar. Zum Vergleich, mein IHC 353 hat da auch nicht mehr Öldruck. Nun ja, weiter
5. Hubkolben
Manschette kann nicht undicht sein, er regelt nie nach, hält jede Hubhöhe auch mit Belastung auf unbegrenzte Zeit
6. Unterm Sitz den Deckel aufnachen undschaun was passiert
Zu Beginn, die Hebelage Hebel sind alle fest geklemmt, kein rutschen auf der Welle.
Sitz runter, Deckel ab, Sitzkonsole nicht demontierbar, da mit der Hebelage verschraubt. Dann müsste die Kabine erst runter.Ging grad auch so. Gut, Ölstand senken mit Spritze damit man auch was erkennen kann. Jetzt kommen Fotos dazu




Auffällig sind mir die Schweißungen. Wurde da mal was repariert, war was gebrochen, oder was auch immer. Für Werksschweißungen sieht mir das ziemlich komisch aus.
Video einsetzen geht leider nicht, aber wenn man am Hubhebel zieht dann spritzt es extrem aus dem Regelsteuergerät hinten raus. Angehängt ist der schwere Mulcher, daher Belastung. Normal oder nicht?
7. Regelsteuergerät
Verliert das Regelsteuergerät über die intere Überlastsicherung das Öl zu früh, sprich macht das Druckbegrenzungsventil zu früh auf. Regelsteuergerät zerlegen geht meist nicht gut aus, daher wäre die Überlegung das Regelsteuergerät zu tauschen. Das hab ich dann auch getan. Ich konnte eins mit exakt gleicher IH Prüfnummer bekommen, eins was nachweislich bis zum Schluss einwandfrei funktionierte.
Also alles Öl raus, alle Leitungen ab, Steuergerät raus, neues Steuergerät rein, alles mit neuen Dichtungen wieder zusammengebaut. Dazu ein frischer ÖLwechsel
8. Ergebnis
Anlage hebt nun über den kompletten Bereich bis ganz nach oben und geht brav in der Endposition in den Umlaufdruck, man hörts auch..............aber es ist merkwürdig. Es hängt nichts am Schlepper oder auch wenn was dranhängt, ist fast egal. Sobald man am Hubhebel zieht schüttelt sich der Schlepper und qualmt, er kämpft gegen was an, aber nur in der Zeit, in der das Hubwerk nach oben läuft, auch im lastlosen Zustand. Hat er die Position erreicht, dann beruhigt sich alles wieder und es wird auch augenscheinlich kein Druck gegen Widerstand aufgebaut. Für mich äußerst merkwürdig, hat das alte Regelsteuergerät nicht gemacht, bzw. wies noch in der Anlage verbaut war.
9. Mulchereinsatz im Feld
musste gestern mit dem Schmalspur mulchen. Der Schlepper hat den Mulcher am Feldrand kaum überhaupt ausheben können, nur wenn man ganz langsam gefühlvoll am Hebel zieht. Interessant ist auch, dass Vollgasgeben überhaupt keinen Einfluss hatte, ich versteh das nicht.
Ebenfalls merkwürdig ist folgendes. Normalerweise kann man den Hubhebel komplett hochziehen und das Hubwerk läuft etwas zeitverzögert bis in die Endhubhöhe hoch und schaltet dann in Umlauf, so machts zumindest der 353 und viele andere die ich kenne. Der 433V aber nunmal nicht. Macht man das hier, dann läuft das Hubwerk ca. bis in die Hälfte und bleibt stehen. wenn man dann den Hubhebel wieder bis in die Hälfte zurücknimmt und zieht dann wieder in die Endposition, dann läuft das Hubwerk bis in die Endposition und schaltet in Umlauf. Augenscheinlich kein Fördern gegen Permanentdruck!
Ich pack noch ein paar weitere BIlder hier ans Ende des Beitrags











Mir gehen nun echt die Ideen aus, was da nicht stimmen könnte. Ich bin bis hier her systematisch vorgegangen, hab ebenso das Hydraulikbuch studiert.
Das einzige wäre den kompetten Hydraulikblock zu wechseln mit allen Innereien,aber dann müssen diese aus dem alten Block genutzt werden. Das würde die Reparatur fast wieder in Frage stellen
Selbst wenn das Gestänge mal gebrochen ist in der Vergangenheit und falls es wieder falsch zusammnegeschweißt worden wäre, dürfte ja gar nichts funktionieren, oder liege ich da falsch
Vielen Dank für eure Hilfe, Tips und so weiter
Viele Grüße
Matthias
ich weiss mir so langsam keinen Rat mehr bei Problemen mit meiner Hydraulikanlage am IHC 433V. Vielleicht weiß jemand von euch noch Fehlerquellen, an die ich nicht gedacht habe. Ich fang einfach mal an.
1. Sachstand / Problemstellung:
Die Hubhydraulik hebt zu wenig. Nun ist es bei den V Modellen so, dass diese von Hause aus etwas weniger heben als die Serienmodelle. Das hat mit der Geomentrie des Hubgestänges zu tun, was in etwa 1,5 t an den Unterlenkerumlenkpunkten entspricht, also immer noch ne ganze Menge. Mein schwersten Geräte sind ein Sauerburger Schlegelmulcher mit 400kg, wo allerdings das Hauptgewicht relativ weit hinten liegt und eine 1,30m Kreiselegge mit Zahnpackerwalze, die kommt auch so auf 450kg. Diese Geräte kriegt er bis max. in die Hälfte gehoben, dann ist Ende. Mit Vollgas lassen sich die Geräte ein gutes Stück höher heben. Wenn das Öl kalt war sogar mit Vollgas in die Endstellung. Ich weiß, dass jetzt jeder die Pumpe verdächtigt, aber dazu komm ich später noch.
2. Erste oberflächliche Prüfung:
Ölstand ist auf Maximalhöhe
Öl ist sauber und Umlauf funktioniert, keine Luft im System, kein Schaum
Druckfilter, Filtereinsatz relativ neu
Saugfilter frei, volle Ölmenge wird umgewälzt.
3. Pumpe im Verdacht
Das Öl läuft an den Zahnrädern vorbei. Wenn es warm wird, wird der Effekt immer schlimmer. Das würde auch das Phänomen mit dem Vollgas und dem Hub erklären. Aber kann das sein, dass eine Pumpe bei nur 3000 Std. verschlissen ist? Ist doch recht merkwürdig. Nun ja, dann ist es eben so. Ich habe eine nagelneue Bosch Rexroth Pumpe 8ccm eingebaut.
Leider kein nennenswerter Effekt, Problem weiterhin vorhanden.
4. Druckmessung am Kipperanschluss
Der Schlepper hat ein Hengstler Steuerventil einfachwirkend mit integrierter Druckweiterleitung verbaut, Bei V Schleppern Original so verbaut. Ich habe für die Ölsteckdose ein Manometer. Schlepper im Lerrlauf mit Motordrehzahl 750-850 U/min. Messdruck am Anschluss etwa 150 bar. Zum Vergleich, mein IHC 353 hat da auch nicht mehr Öldruck. Nun ja, weiter
5. Hubkolben
Manschette kann nicht undicht sein, er regelt nie nach, hält jede Hubhöhe auch mit Belastung auf unbegrenzte Zeit
6. Unterm Sitz den Deckel aufnachen undschaun was passiert
Zu Beginn, die Hebelage Hebel sind alle fest geklemmt, kein rutschen auf der Welle.
Sitz runter, Deckel ab, Sitzkonsole nicht demontierbar, da mit der Hebelage verschraubt. Dann müsste die Kabine erst runter.Ging grad auch so. Gut, Ölstand senken mit Spritze damit man auch was erkennen kann. Jetzt kommen Fotos dazu
Auffällig sind mir die Schweißungen. Wurde da mal was repariert, war was gebrochen, oder was auch immer. Für Werksschweißungen sieht mir das ziemlich komisch aus.
Video einsetzen geht leider nicht, aber wenn man am Hubhebel zieht dann spritzt es extrem aus dem Regelsteuergerät hinten raus. Angehängt ist der schwere Mulcher, daher Belastung. Normal oder nicht?
7. Regelsteuergerät
Verliert das Regelsteuergerät über die intere Überlastsicherung das Öl zu früh, sprich macht das Druckbegrenzungsventil zu früh auf. Regelsteuergerät zerlegen geht meist nicht gut aus, daher wäre die Überlegung das Regelsteuergerät zu tauschen. Das hab ich dann auch getan. Ich konnte eins mit exakt gleicher IH Prüfnummer bekommen, eins was nachweislich bis zum Schluss einwandfrei funktionierte.
Also alles Öl raus, alle Leitungen ab, Steuergerät raus, neues Steuergerät rein, alles mit neuen Dichtungen wieder zusammengebaut. Dazu ein frischer ÖLwechsel
8. Ergebnis
Anlage hebt nun über den kompletten Bereich bis ganz nach oben und geht brav in der Endposition in den Umlaufdruck, man hörts auch..............aber es ist merkwürdig. Es hängt nichts am Schlepper oder auch wenn was dranhängt, ist fast egal. Sobald man am Hubhebel zieht schüttelt sich der Schlepper und qualmt, er kämpft gegen was an, aber nur in der Zeit, in der das Hubwerk nach oben läuft, auch im lastlosen Zustand. Hat er die Position erreicht, dann beruhigt sich alles wieder und es wird auch augenscheinlich kein Druck gegen Widerstand aufgebaut. Für mich äußerst merkwürdig, hat das alte Regelsteuergerät nicht gemacht, bzw. wies noch in der Anlage verbaut war.
9. Mulchereinsatz im Feld
musste gestern mit dem Schmalspur mulchen. Der Schlepper hat den Mulcher am Feldrand kaum überhaupt ausheben können, nur wenn man ganz langsam gefühlvoll am Hebel zieht. Interessant ist auch, dass Vollgasgeben überhaupt keinen Einfluss hatte, ich versteh das nicht.
Ebenfalls merkwürdig ist folgendes. Normalerweise kann man den Hubhebel komplett hochziehen und das Hubwerk läuft etwas zeitverzögert bis in die Endhubhöhe hoch und schaltet dann in Umlauf, so machts zumindest der 353 und viele andere die ich kenne. Der 433V aber nunmal nicht. Macht man das hier, dann läuft das Hubwerk ca. bis in die Hälfte und bleibt stehen. wenn man dann den Hubhebel wieder bis in die Hälfte zurücknimmt und zieht dann wieder in die Endposition, dann läuft das Hubwerk bis in die Endposition und schaltet in Umlauf. Augenscheinlich kein Fördern gegen Permanentdruck!
Ich pack noch ein paar weitere BIlder hier ans Ende des Beitrags
Mir gehen nun echt die Ideen aus, was da nicht stimmen könnte. Ich bin bis hier her systematisch vorgegangen, hab ebenso das Hydraulikbuch studiert.
Das einzige wäre den kompetten Hydraulikblock zu wechseln mit allen Innereien,aber dann müssen diese aus dem alten Block genutzt werden. Das würde die Reparatur fast wieder in Frage stellen
Selbst wenn das Gestänge mal gebrochen ist in der Vergangenheit und falls es wieder falsch zusammnegeschweißt worden wäre, dürfte ja gar nichts funktionieren, oder liege ich da falsch
Vielen Dank für eure Hilfe, Tips und so weiter
Viele Grüße
Matthias
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