Restauration (wenn man es so nennen will) meines D320

W124

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9 Dezember 2017
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Hallo Leute,

Ich habe mir im Herbst letzten Jahres einen D320 von 1958 zugelegt. Eigentlich hätte er nur technisch auf Vordermann gebracht und gereinigt werden sollen. Doch wie das Restaurationsleben so spielt (hab das bei einigen Autos schon genauso erlebt, die ich in der Vergangenheit wieder zum Leben erweckt habe) kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.

So sah er aus, als ich ihn gekauft habe:

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Motor läuft und schaltet auch sehr gut.

Was mir auf Anhieb beim Besichtigen schon aufgefallen ist, ist daß er nur links bremst und das rechte Bremspedal bombenfest ist (Rad ist aber freigängig), daß er ziemlich dreckig ist und daß er (bis auf das Mähwerksgetriebe und ganz leicht die Kraftheberhydraulik) trocken ist. Einige Blechteile (wie die hinteren Kotflügel) sind nicht mehr ganz in der Form wie sie sein sollen (vor allem aber die vorderen Schutzbleche, die m.M.n. an dem Traktor eh nix verloren haben) und die Elektrik ist marode (zumindest was die Beleuchtungseinrichtungen betrifft).

Angefangen das Ding zu zerlegen und es kam immer mehr Dreck zum Vorschein. An Stellen, an denen  ich ihn in keinster Weise vermutet hätte (hinter der Lenksäulenabdeckung z.B. Dreck ohne Ende - also kein Ölschlamm oder Hydraulikreste, nein ERDE! incl. Eicheln, Nüssen und was sonst noch alles!). Alles in allem hatte ich ca. 8 Mal meinen Werkstattabfalleimer (ca. 10l) voll!

Als der gröbste Dreck entfernt war, bot sich mir ein Anblick des Schreckens: teilweise garkein Lack, teilweise zig Schichten übereinander, aber in meinen Augen relativ wenig gröberer Rost.

Mittlerweile ist der Hintern des Guten bis auf den Kraftheber und die Kotflügel zerlegt, die Einzelteile entlackt und rostschutzgrundiert. Leider kann ich - Danke an meine Frau an dieser Stelle - nicht immer so viel an dem IHC machen, wie ich selber gerne würde, sonst wäre er wahrscheinlich nach den Weihnachtsfeiertagen bereits komplett (bis auf Motor und Getriebe) zerlegt und evtl sogar schon größtenteils lackierfertig.

Da wirft sich gleich ne Frage in den Weg: Hat jemand von Euch schonmal von Ölbadluftfilter auf offene Ansaugung umgebaut? Hab von einem Kumpel folgendes bekommen:

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Passen tut das Ding (ist auch von einem D320), nur ob der alte Herr damit laufen will ist mir nicht ganz klar. Ich kenn das von Autos, daß manche Motoren mit solch offenen Filtern sich zwar extrem wild anhören (Thema Ansauggeräusch), eine Leistungssteigerund (weshalb früher ja viele sowas in ihre Autos eingebaut haben) habe ich - abgesehen von diversen Spezial-Airboxen - nie verzeichnen können. Bin im Netz auch noch nicht wirklich fündig geworden was soetwas betrifft und habe Bedenken, ob er damit überhaupt laufen wird.

Ich mach demnächst mal noch ein paar Fotos zum momentanen Zustand.

Grüße

Tobi
 
Hallo Tobi,

ich wünsche viel Spass beim Wiederbeleben des Treckers. Unser D430 war in ähnlichem Zustand. Neben den genannten Baustellen werden an so einem alten Gerät immer irgendwelche neuen Schäden offensichtlich werden, die man jetzt noch nicht absehen kann. Glücklicherweise ist die Rep an so einem Gerät nicht sehr kompliziert. Mit ein bisschen Nachdenken, Werkstattbuch und diesem Forum kommt man schon gut weiter. Dein nickname deutet auf alte Benze hin. Dann hast du ja gewisse Schraubererfahrung ;-)Wen du recht viele Bilder machst würde mich und andere das freuen. Die Themen, die sich mit  Restauration befassen, haben recht viele Zugriffe hier.

Du hast die doppeltwirkende Heckhydraulik dieser frühen Modelle. Das ist gut, denn damit kann man den Trecker hinten hochdrücken, was einige Arbeiten erleichtert

viele Grüße, Lutz
 
...das mit dem Umbau auf Trockenluftfilter habe ich bei meinem alten Mog auch gemacht! Feine Sache...

Gruß

__________________________
Gaggenau / Neuss / Forstern
 
Hallo Tobi,

habe vor ein paar Jahren den D 324 meines Chefs technisch überholt.

Dabei hatte ich festgestellt dass der Filtereinsatz des Ölbadluftfilters defekt war.

Also habe ich das Filtergehäuse innen  etwas geändert und einen offenen Luftfilter 

von K&N eingebaut. 

Allerdings filtert  der Luftfilter nicht wie normal von außen nach innen,

sondern von innen nach außen.

Nachteil ist dass der Filter dadurch schwerer zu reinigen ist.

Der Traktor läuft aber prima damit und hat einen etwas kernigeren Sound.

Gruß

Andi
 
@ bohrmeister:

Der W124 als alten Benz (zumindest was mich betrifft) zu bezeichnen find ich amüsant. Der W124 ist eigentlich das jüngste Modell das mir von den Sternen zusagt und ich besitze (sind ja mittlerweile 3 davon geworden die sich um meinen /8 und den SLC scharen :-) ). Da sind die Restaurationsarbeiten allerdings um ein vielfaches aufwändiger - kommt mir zumindest so vor.

Das mit dem Kraftheber ist mir noch garnicht in den Sinn gekommen. Schade nur, daß ohne funktionierende Elektrik auch der Kraftheber nicht geht.

Als nächstes steht bei mir die Demontage der 4 Kotflügel und der Hinterräder an - mal schaun, welche Schrauben aufgehen und welche mich mit meinem Werkzeug nur auslachen - und die Instandsetzung der rechten Bremse. Die zerleg ich jetzt erstmal, vielleicht erschließt sich mir dann der Grund, warum das Pedal bombenfest ist, das Rad aber frei dreht. Aussage vom Vorbesitzer als ich den Defekt angesprochen habe und die beiden Pedale miteinander verbunden habe: "was ist das für ein kleiner Hebel" (der zum Verbinden :-) ), "ist mir noch nie aufgefallen daß die Bremse nicht geht, hab anscheinend immer nur links gebremst"

Naja, ich hoffe das beste, daß ich nicht den ganzen Automaten tauschen muß und es vielleicht doch nur eine Kleinigkeit ist. Die linke Bremse tut ihren Dienst jedenfalls einwandfrei - zumindest auf das Alter des Traktors bezogen.

@ Lanz_4016:

Das ist schön zu hören, daß ich da nicht der erste bin und daß es ja anscheindend bei Dir auf keine Probleme gegeben hat. Der TÜV sollte da nicht meckern, weil man im eingebauten Zustand nix davon sieht.

Grüße

Tobi
 
Demontage Kotflügel hinten: Die sind vermutlich durch Rost geradezu festgewachsen an der Hinterachse

-->garnicht lange versuchen die langen Bolzen an der Hinterachse zu lösen; besser mittig durchflexen nachdem die Hinterräder ab sind. Dann mit Kuhfuß und Brechstange vorsichtig die Kotflügel und die Verstrebungen von der Hinterachse abhebeln. Die Befestigungsaugen an der Hinterachse können bei zuviel Gewalt abbrechen!

Viel Spass dabei, hab ich gerade durch das ganze. Grüße, Lutz
 
Gute Tipp. Die Muttern unten hab ich schon lose, allerdings sitzen die Köpfe der Bolzen oben so eng an dem Kotflügel, daß ich da so gut wie keinen Schlüssel ansetzen kann.

Dann kommt morgen die Flex zum Einsatz und der Weg zum Schraubendealer wegen neuen Bolzen :-)
 
W124:

@ bohrmeister:

Das mit dem Kraftheber ist mir noch garnicht in den Sinn gekommen. Schade nur, daß ohne funktionierende Elektrik auch der Kraftheber nicht geht.

Als nächstes steht bei mir die Demontage der 4 Kotflügel und der Hinterräder an - mal schaun, welche Schrauben aufgehen und welche mich mit meinem Werkzeug nur auslachen - und die Instandsetzung der rechten Bremse. Die zerleg ich jetzt erstmal, vielleicht erschließt sich mir dann der Grund, warum das Pedal bombenfest ist, das Rad aber frei dreht. Aussage vom Vorbesitzer als ich den Defekt angesprochen habe und die beiden Pedale miteinander verbunden habe: "was ist das für ein kleiner Hebel" (der zum Verbinden :-) ), "ist mir noch nie aufgefallen daß die Bremse nicht geht, hab anscheinend immer nur links gebremst"

Naja, ich hoffe das beste, daß ich nicht den ganzen Automaten tauschen muß und es vielleicht doch nur eine Kleinigkeit ist. Die linke Bremse tut ihren Dienst jedenfalls einwandfrei - zumindest auf das Alter des Traktors bezogen.

@ Lanz_4016:

Das ist schön zu hören, daß ich da nicht der erste bin und daß es ja anscheindend bei Dir auf keine Probleme gegeben hat. Der TÜV sollte da nicht meckern, weil man im eingebauten Zustand nix davon sieht.

Grüße

Tobi
Hallo Tobi

1. Frage: Wie kommst du da drauf dass der Kraftheber nicht funktioniert, nur weil die Elektrik nicht geht? Der Kraftheber ist bei so einem Bock doch rein mechanisch. Müsste mich täuschen aber von nem D320 mit EHR gehöhrt ;)

2. Wenn du die Bremsen schon zerlegen musst, dann mach gleich die Bremsautomaten und die Bremsscheiben neu, sonst musst irgendwann später bei und dass wäre ja bestimmt ärgerlich.

Gibt ihr unter Reparaturanleitungen einen schönen Thread über Bremsenwechsel, ist zwar beim 433V ist aber im Grund das selbe. Hab bei meinen D324 die Bremsen auch erst neu gemacht, dass ist kein großer Aufwand.

Frag mal bei unserem  Forumsmitglied (IHC-Schlosser) Ulli Lübber nach, der hat immer Teile zu günstigen Preisen.

Die Bremspedale sind normalerweilse immer verbunden, da ist zwischen den beiden Pedalen eine Arretierung die bei Straßenfahrt drin sein muss, wenn die diese Arretierung löst, hast du Einzelradbremse.

Gruß Max aus KU
und dem kleinen Roten Traktor =)

--> Er tropft nicht, er markiert!!
 
@ MaxGrampp_353:

Zum Kraftheber: Ich komm da drauf, da der alte Herr ohne Kabelbaum vermutlich eher nicht anspringen wird und wenn der Motor nicht läuft: woher soll die Kraft (wenn auch mechanischer Natur) für den Kraftheber kommen? Ich glaub jetzt nicht, daß der mit Luft und Liebe die Hinterachse hochheben wird.

Zur Bremse: Das mit dem Verbindungsbolzen zwischen den Pedalen ist mir schon klar. Nur verhält es sich bei meinem so, daß sich das rechte Pedal nichtmal mit Gewalt runterdrücken läßt, das Rad aber nicht blockiert. Ergo: es muß irgendwas an der rechten Bremse im Ar*** sein. Die linke funktioniert einwandfrei und wird auch so belassen, sobald die rechte wieder funktioniert und ich keinen großartigen Unterschied in der Bremswirkung feststelle. Abgesehen davon denke ich, daß man auch mit montierten Kotflügeln einigermaßen ran kommt.

@ bohrmeister:

Kotflügel sind jetzt bereits runter und die langen Bolzen waren nach ein paar beherzten Schlägen mit dem Gummihammer auch draussen. Flex lag allerdings für den Fall der Fälle schon bereit. Habe mir aber schon neue Bolzen und Muttern besorgt, da die nach 60 Jahren - wie viele andere Schrauben an dem Gerät (vor allem am Gestänge wo die Ackerschiene dranhängt) - doch schon fertig mit der Welt sind. Hab allerdings feststellen müssen, wie schweineteuer Zollschrauben im Vergleich zu unseren Normgewinden sind...

Aktuelle bin ich gerade dabei, die Millionen Lackschichten am ersten Hinterrad abzutragen - fragt nicht wie meine Werkstatt mittlerweile aussieht. Glaub die kann ich nach der Restauration abreissen und neu aufbauen :-)

Grüße aus dem (endlich) verschneiten Bayern
 
Hallo,

ich hab bei nem D324 erst die Bremsen gemacht, da waren die Kotflügel und der Überrollbügel dran. War etwas ein Gefummel aber es geht.

Gruß Max aus KU
und dem kleinen Roten Traktor =)

--> Er tropft nicht, er markiert!!
 
Hab bei meinem D-326 auch die Bremsen gewechselt ohne was anderes abzubauen. Hat trotz meiner Wurstfinger geklappt :D

Außerdem empfehle ich dir, wenn du die Bremsen machst, tausch auch noch die Rückzugfedern für die Pedale aus, meine waren noch die ersten und total ausgelutscht. Mit neuen hast du ein viel besseres Bremsgefühl. So teuer sind sie auch nicht. Die Federn zu tauschen war übrigens fummliger als die Bremsbeläge & - automaten auszubauen.
 
Hallo,

Bremse wird nun doch beidseitig zerlegt und begutachtet / repariert. Wenn er schonmal so schön zerlegt rumsteht .

Hinterräder sind beide so gut wie entlackt und eines ist schon zerlegt. Grundierung,Farbe und silikonentferner, sowie Pinsel usw. liegen schon bereit.

Momentan geht es eher lahm weiter, da Frau und Kind auch Aufmerksamkeit brauchen und “nebenbei“ muss ich ja auch noch arbeiten 🤮
 
Ich habe RAL3002 und RAL1015 (karminrot und hellelfenbein) bestellt, da mir diese Farbkombination einfach am besten gefällt.

Ob das erst bei späteren Modellen drauf war oder nicht, ist mir da jetzt mal eher egal.

Grüße
 
Hier mal ein paar Fotos vom aktuellen Stand der Dinge:

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Die nächsten Tage steht dann wieder einiges aufm Zettel: Getriebe neu befüllen, Bremsen zerlegen, zweite hintere Felge zerlegen. Ich hoff, daß ich damit bis zum Ende der Woche fertig bin, dann komm ich meinem Zeitplan wieder etwas näher.

Grüße
 
Du gehst ja ordentlich ran das sieht Gut aus. Ich bin der Meinung es muss nicht alles historisch original sein wenn man sich einen Schlepper herrichtet. Die einen möchten einen 100% ig hergerichteten original Schlepper um Kulturgut für die Zukunft zu bewahren, ein andere möchte einen alten Schlepper technisch istandsetzen und damit wieder arbeiten da darf dann auch die eigene kreativietät des Besitzers mit einfließen. Hauptsache die jeweiligen Besitzer haben Spaß an ihrem Schlepper.

Gruß Alexander
 
So, nun stellt sich für mich schonwieder die nächste Grundsatzfrage:

Welches Getriebeöl nehmen? Da gehen die Meinungen anscheinend recht weit auseinander.

Was meint Ihr zu dem Öl:

https://www.motor-oel-guenstig.de/schmierstoffe/getriebeoel-kfz/schaltgetriebe/8918/20-1x20-liter-mannol-sae-80w-90-universal-getriebeoel-api-gl-4?sPartner=google&gclid=EAIaIQobChMIt7rTtuCJ2QIV5pPtCh1Z8QRvEAQYASABEgLKi_D_BwE

Könnte das passen? Der Traktor wird wahrscheinlich eh nicht mehr arbeiten müssen, sondern nur mit und meinen Zwerg zum Biergarten und zurück bringen.

Grüße

Tobi
 
Das Öl kannst du fürs Getriebe nehmen, habe ich auch in allen meiner D- Serie Traktoren drin.

 Gruß E. Wirth   www.traktorfreunde-geroldsgruen.com
 
Ok, dann bestell ich das mal.

Mußte heute beim kompletten Ablassen vom Getriebeöl eh feststellen, daß irgendwie nur 15 Liter rausgekommen sind. Da hat der Vorbesitzer wohl etwas geschlampt.

Andere Frage stellt sich mir nun, da ich das aus meinen Unterlagen nicht klar ersehen kann: die Hydraulik hat beim D320 ihr eigenes Öl?

Grüße
 
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