Startproblem McCormick D324

Stapf

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14 Juni 2020
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97714 Rottershausen
Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt einige Beiträge hier durchgesehen habe und leider nicht so ganz schlau daraus geworden bin, versuche ich es mal mit meinem Problem.

Verzeiht bitte, ich bin kein Motorenprofi und das ist auch mein erster Schlepper.

Habe mir den McCormick vor ca. 3 Wochen zugelegt, nach einer sehr erfreulichen Probefahrt. Dann bin ich ihn eine Woche später direkt nochmal gefahren ohne Auffälligkeiten.

Seit letzter Woche springt er nicht mehr an. Weißer Rauch aus Auspuff (also irgendwas mit Wasser ...)

Habe seitdem nur das Wasser 3x Durchlaufen lassen und wollte ihn dann starten um den Wasserkreis zirkulieren zu lassen.

Hier ein Video von dem Startvorgang (habe ca. 30sekunden vorglühen lassen, das habe ich aber rausgeschnitten):

https://youtu.be/dRNn1DDOmDs

Glühkerzen (stab) habe ich geprüft, die funktioneren. Es liegt auch überall Diesel an bis zur Einspritzung. Der Dorfmechaniker tippt auf eine defekte Zylinderkopfdichtung und meint er ist wohl schon viele Stunden gelaufen.

Jetzt frage ich mich ob ich böse Überraschungen erlebe wenn ich den öffne? Da ich mich leider nicht wirklich auskenne traue ich mir eine solche Reparatur auch nicht zu.

Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen damit? Dass Risse im Gehäuse etc. standard sind, habe ich jetzt schon oft gelesen. Allerdings benötige ich den Traktor nur zum Holz holen - also keine schweren Arbeiten mehr und bin froh wenn er noch ein paar Jahre laufen würde ohne auf Hochglanz zu laufen.

Danke schonmal für die Tipps!

Grüße

Philipp
 
Weisser Rauch beim Starten ist unverbrannter Diesel.

Sicher dass die Glühkerzen in Ordnung sind und auch wirklich im Koipf glühen?

Spontan geht kein Motor kaputt.
 
Hallo.

Ich kann das Video nicht öffnen bei youtube.

Ich habe meine Glühkerzen auch mal getestet weil der Schlepper schlecht ansprang. Ich war erst der meinung das die in Ordnung wären, weil die noch heiß wurden.

Nur heiß reicht nicht. Meine waren zu alt. Habe mir neue besorgt und die fingen nach wenigen Sekunden an richtig heftig zu glühen, was die alten eben nicht machten.

Seit dem springt er super an.

Defekte Kopfdichtung würde man auch noch anders feststellen können. Z.B. Öl im Wasser oder Wasser im Öl.

Nur wegen dem weißen Rauch muß das nicht sein. Wie der Kollege schon sagt, das ist in der startphase normal. Sollte sich dann aber schnell legen sobald der Schlepper einen Moment rund läuft.
 
Hallo Jürgen und Peter!

Danke für eure Einschätzung. Tatsächlich konnte ich feststellen, dass die Kerzen nicht wirklich das glühen anfangen.

Sie werden zwar heiß und rauchen aber glühen nicht. Alle Messwerte stimmen zwar aber vielleicht ist das wirklich schon das Problem.

Ich besorge mir morgen mal neue und dann werden wir sehen.

Zwischenzeitlich habe ich den Motor geöffnet und einen Fachmann anschauen lassen. Zylinderkopfdichtung ist in Ordnung, lediglich in Kolben 3 war wohl mal etwas Wasser aber ansonsten sind keine erkennbaren Risse o.ä.

Verbaut sind die Bosch 9,5V. Die sollten es auch wieder werden oder?

Hier nochmal der Link: https://www.youtube.com/watch?v=dRNn1DDOmDs

Grüße
 
Hallo Philipp,

ich gehe davon aus das der Trecker mit Wendelglühkerzen ausgeliefert und irgendwann auf Stabglühkerzen umgerüstet wurde. Dabei sollte der Glühwächter und die Vorwiderstände entfernd bzw. überbrückt werden.

Ist das auch passiert?

Beim erneuern der Glühkerzen ist zu überlegen, ob nicht auf Schnellglühkerzen umgestellt werden soll.(müsste in der Suchfunktion beschrieben sein)

Gruß Demian
 
Hallo Demian,

Genau umgerüstet auf Stabglühkerzen. Der Glühüberwacher wurde überbrückt, die beiden Glühwiderstände sind aber noch drin, macht das einen Unterschied?

Die Schnellglühkerzen schaue ich mal, ich vermute die Dieselsend DS044 sind die Richtigen für meinen D324.

Grüße

Philipp
 
Hallo Philipp,

die Widerstände müssen auch raus, damit du vom Anlasschalter direkt auf die erste Glühkerze gehst. Ich empfehle dir gleich eine neue Leitung (6mm²) zu legen, um einen Kabelbruch etc. auszuschließen.

Die Diesel-Send DS044 habe ich im D-219 auch verbaut. Seitdem ca. 20 s glühen zum Kaltstart und er startet flott auf beiden Zylindern.

Umbauanleitungen gibt es genügend hier im Forum. Einfach mal suchen.

Gruß Martin
 
Hallo Philipp,

Gestern konnte ich die Seite des Forum nicht mehr öffnen, warum auch immer.

Sollten die Widerstände noch in Reihe zu den Stabglühkerzen geklemmt sein, können sie nicht glühen da der Strom begrenzt wird.

Ansonsten hat Martin schon alles geschrieben.

Gruß Demian
 
Hallo in die Runde,

erstmal danke für die Hinweise. Habe jetzt den D324 wieder zusammengebaut und siehe da er springt sofort an!

Neue Glühkerzen von Bosch inkl. dickeres Zuleitungskabel (+Widerstände ausgebaut), Einspritzung checken lassen, Ventile neu eingeschliffen, Zylinderkopfdichtung überprüft, Kühlerleitung saubergemacht, Neuer Dieselfilter (komischerweise ist im Dieseltank keiner mehr nur ein externer).

Jetzt sind 2 neue Probleme beim ersten Lauf aufgetaucht.

1) Der Öldruck ist bei niedriger Drehzahl im roten Bereich bei hoher nur leicht im Grünen. Wahrscheinlich muss er erstmal wieder etwas eingefahren werden und dann schauen ob das Problem besteht?

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Zudem raucht er etwas aus Richtung Anlasser (hier ein Link dazu):

https://youtu.be/SkIzFXhXq2A

Danke und Grüße!
 
Hallo Philipp,

Obwohl dein D324 noch einen Öldruckmanometer verbaut hat( die neueren haben ja nur noch eine grüne Lampe) würde ich mal den Fühler ausschrauben

und direkt mit einem Manometer den Druck in bar messen.

Er sollte in warem Zustand im Standgas nicht weniger als 0,8 bar (die grüne Lampe fängt bei 0.5bar an zu flackern) betragen und bei Vollgas so ca 2.5-3 bar betragen

Ölwechsel hast Du ja sicher gemacht u den Filter auch gereinigt.  Ich verwende 15W40

Ein dickeres Öl bringt nichts es wird bei erwärmung nur etwas später genauso dünnflüssig  (Viskosität)

Kann an der Ölpumpe liegen und wenns ganz dick kommt :verschlissene Kurbelwellenlager-

Der traktor hat ja bestimmt schon 60 Jahre auf dem Buckel

                                                                                Gruß  Harry
 
Hallo Harry!

62 Jahre um genau zu sein :-)

Ölwechsel steht für heute auf dem Zettel, glaube aber nicht dass das das Problem ist.

Siehst du eine Verbindung zwischen dem Öldruck und der Rauchentwicklung?

Kann ich den Traktor so laufen lassen ohne zu beschädigen? Vermute immernoch, dass er einfach etwas Zeit braucht nach dem zerlegen...

Grüße Philipp
 
Phillipp,

Da wobei Dir die Leitung zum Manometer abgeht ist bei mir ein Druckschalter eingeschraubt. Ich weiss allerdings nicht was dort für ein Gewinde ist.

Bei mir ist es M10x1 (weil der Bosch Druckschalter eben aus D kommt ist es in diesem Fall kein Zollgewinde.

Dort geht bei Dir die Leitung zu Manometer rot/grün.ab.  Hier solltest Du mal direkt den Öldruck mit einem Manometer

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messen. Es kann sein daß Dein Manometer oder die Leitungsverbindung eine Macke hat.(alles möglich)

vielleicht ist die Leitung verstopft

Mit dem Einschraubmanometer hast Du dann Klarheit

Einschraubgewinde feststellen , ev in einer Werkstatt ein Manometer ausleihen u in betriebswarmen  Zustand messen

                                                                                Harry

PS:   119 Jahre alt bist du ja wohl noch nicht
 
Hi Harry,

1901 ist ein stolzes Geburtsjahr :-)

Konnte schnell eins auftreiben. Die werte stimmen in etwa.

Bei standgas komme ich auf 0.7 und Vollgas die 2.5

Somit sollte der Öldruck gut sein.

Was mir jetzt aufgefallen ist, ist dass das Kühlwasser innerhalb von Sekunden auf über 30° kommt.

Habe keinen Vergleichswert ob das normal ist. Bei Vollgas ist der Rauch trotzdem noch leicht weiß.

Grüße aus 1901 (1991 wäre richtig!)
 
Philipp,

Ja, dann ist der Öl  Druck o.K.

Beim Motorölwechsel, Filter reinigen( auswaschen), Ölbadluftfilter nicht vergessen. Ebenso die Einspritzpumpe u Regler.(Das alte ziehe ich immer mit einer Saugspritze

heraus ) alles Motoröl

Die Temparatur kannst du ja am Fernthermometer überwachen. Im Moment haben wir ja hohe Temperaturen den Vorhang hast du ja ganz offen(Bild)

aber wenn Du nur  fährst kommt er kaum ins Grüne, da muß er schon härter ran. Pflügen od. dergl.

                                                              Gruß  Harry
 
Harry 3:

Hallo Philipp,

Obwohl dein D324 noch einen Öldruckmanometer verbaut hat( die neueren haben ja nur noch eine grüne Lampe) würde ich mal den Fühler ausschrauben

und direkt mit einem Manometer den Druck in bar messen.

Er sollte in warem Zustand im Standgas nicht weniger als 0,8 bar (die grüne Lampe fängt bei 0.5bar an zu flackern) betragen und bei Vollgas so ca 2.5-3 bar betragen

Ölwechsel hast Du ja sicher gemacht u den Filter auch gereinigt.  Ich verwende 15W40

Ein dickeres Öl bringt nichts es wird bei erwärmung nur etwas später genauso dünnflüssig  (Viskosität)

Kann an der Ölpumpe liegen und wenns ganz dick kommt :verschlissene Kurbelwellenlager-

Der traktor hat ja bestimmt schon 60 Jahre auf dem Buckel

                                                                                Gruß  Harry
Kurze Anmerkung von mir zum Öl: Ich bin auch noch kein Experte bei alten Traktoren, aber man liest häufig das man (auf jeden Fall wenn noch der original Siebfilter verwendet wird) besser "alte" Ölrezepturen fährt, d.h. hier 20W-20 oder bei höherer Laufleistung des Motors was ja meist der Fall sein dürfte 20W-30 aus dem Oldtimer Fachhandel. Hintegrund ist, das diese Öle andere Additive haben und auch nicht so extrem kriechen.
Früher hat sich der Dreck in der Ölwanne abgesetzt, das war so gewollt da die alten Filter keine feinsten Partikel rausbekommen. Moderne Öle halten den feinen Dreck eher in der Schwebe und dann immer im Kreis beim alten Traktor da nichts rausgefiltert wird. Hohe Kriecheigenschaften und moderne Additive führen dazu das Öl eher durch die Dichtungen tropft (manche Dichtungen werden davon wohl auch angegriffen). Daher liest man oft, das zumindest bei original Ölfilter kein "modernes" Öl gefahren werden sollte, bei umgerüstetem Ölfilter kann man das dann schon eher mal machen.

Wie krass diese Effekte sind ist sicher auch ein Stück Glaubensfrage wie vieles in dem Bereich. Mein IHC läuft seit 15 Jahren (seit Restaurierung beim Vorbesitzer) mit 20W-30 gut und ölt extrem wenig bis garnicht obwohl nicht alle Abdichtungen damals neu gemacht wurden. Natürlich werde ich jetzt nicht testen ob es mit z.B. 15W-40 schlechter würde.

Grüße!
Johannes
 
Hallo Namensvetter,

ich habe auch mit einem D324 angefangen. Das mit dem geringen Öldruck wird wohl an verschlissenen Kurbelwellenlagern liegen. War bei meinem auch so. Vielleicht findest du über die Suche meine alten Beiträge dazu. Bei meinem konnte man das auch schon hören (Bergab im Schubbetrieb).

Das rauchen / dampfen auf der Kurbelwellenentlüftung kommt warsch vom Wasser im Öl. Das Wasser kann beim demontieren des Kopfes ins Öl gelangt sein. Wenns nicht aufhört und die Kopfdichtung und Öl neu ist (bei neuer Kopfdichtung auf den Überstand der Buchsen achten) sind es evt. die Oringe unterhalb der Zylinderbuchsen.

Ich habe schon viel Lehrgeld gezahlt weil ich anfangs auf die "Dorfmechaniker" gehört habe. Da hat mir hier die Suchfunktion schon weitaus mehr gebracht.

Die Hauptprobleme am D324 sind Risse im Block / Zylinderkopf, verschlissenen Kurbelwellenlager, schlechte Kühlwasserregulierung und der undichte Kurbelwellendichtring richtung Kupplung.

Gruß Philipp

www.kaninchen.cc
 
Hallo zusammen,

erstmal danke für die Tipps!

da ich 2 Wochen unterwegs war bin ich erst am Samstag wieder zum Schrauben gekommen.

Der Rauch ist jetzt weg, daher denke ich das war noch vom Auseinanderbauen und hat sich jetzt nach 2 Wochen verflüchtigt.

Ansonsten fährt er sich sehr gut. Leider drückt er beim Fahren etwas Öl aus der Kupplung?!

Es tropft jedenfalls leicht am Kupplungsgehäusedeckel.

Das ist aber auch nur beim Fahren und nicht im Stand. Der Deckel hat auch einen Treffer und ist leicht verbogen.

Jemand dafür eine Erklärung oder reicht es wenn ich den Deckel einfach abdichte sodass da nixmehr raustropfen kann?!

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Grüße Philipp
 
Kurbelwellendichtung undicht. Das ist manchmal bei diesen Maschinen nicht ganz einfach abzudichten.

Bei meinem fahre ich mineralisches Öl 20W50. Damit ist die neue Kurbelwellendichtung einigermaßen dicht geworden, will heißen es tropft nicht mehr sondern ich habe etwas Ölfilm.
 
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