Tachchen alle miteinander, weiter gehts.
Wie versprochen will ich euch heute von meiner erfolgreich abgeschlossenen Tankentrostungsgeschichte erzählen.
Nachdem ich, wie weiter vorne schon erwähnt, den Tank auf dem Betonmischer ca insgesammt 6 h habe laufen lassen und danach den Brei von Rost Wasser und Steinchen wieder herausgespült hatte, war schon einiges an Rost weg und wieder schöne blanke Flächen zum vorschein gekommen. Aber in den Ecken hat diese Prozedur nicht wirklich viel weggenommen.
Das ganze sah dann so aus.
So wie geh ich jetzt weiter vor? Da ja immer noch eine, recht dicke, Kruste in den Ecken vorhanden war hab ich mich für eine Elektrolyse entschieden, ...wollt ich schon immer mal ausprobieren...
Also ab zum Rewe und 6 Flaschen DanKlorix gekauft. Das ist herkömmlicher Kloreiniger mit Aktivchlor.
Hab dann erst mal 4 Flaschen mit ca.20 ltr. Wasser in den Tank gekippt und dann einen Halter für die Anode gebastelt.
Das ganze funktioniert so:
Man braucht ein Elektrolyt, in diesem Fall das Wasser- Kloreiniger-Gemisch, und eine Autobatterie oder ein etwas stärkeres Batterieladegerät. In meinem Fall letzeres. Dann muß man am Tank eine Stelle blank machen wo der der Miniuspol angeklemmt wird. Der Pluspol wird an einen Stab, ich hab einen 16er Gewindestab genommen, der in das Wasser eingetaucht wird, angeschlossen. Wichtig dabei ist dass der Stab keine leitende Verbindung mit dem Tank hat und ca 5 cm vom Boden des Tanks endet.
Dann eingeschaltet und mal so ne halbe Stunde gewartet. Danach sah der Stab dann so aus. Das ist weicher Rostschlamm.
Den Stab hab ich dann abgewaschen und wieder in den Tank damit. Je dicker die Schicht am Stab wird, um so weniger Rost wird abgetragen. Der Rost wandert vom Minuspol zum Pluspol. Das ganze hab ich dann betimmt 7 - 8 mal gemacht bis sich micht mehr so viel am Stab ansetzte. Dann hab ich die letzten 2 Flachen in den Tank geschüttet und so hoch mit Wasser gefüllt wie rostige Stellen waren. Und das ganz noch so 2 mal 2 Stunden angeschlossen. Es setzte sich nicht mehr viel am Stab ab. Länger wollte ich es nicht machen, da mit der Zeit auch gesundes Material abngetragen wird.
Tank gründlich gespült und nach dem Ergebnis geschaut.
Übrig blieb nur noch eine dünne Schicht, wie "Flugrost". Die muß aber auch noch weg.
Da mir chemische Mittel wie Phosphorsäure oder Salzsäure nicht so angenehm waren, allein schon wegen der Entsorgung als Sondermüll nach der Behandlung, hab ich mich für reine Zitronensäure entschieden. Die gibts sehr preiswert im 5 Kg Eimer als Granulat bei Ebay.
Als Mischung habe ich pro 10 Ltr. Wasser 500g Granulat eingerührt (heißes Wasser damit es sich besser auflöst) und dann damit den Tank randvoll aufgefüllt.
Ich hab erst versucht den Tank nur halb zu füllen und nach einem Tag zu wenden um Material zu sparen. Aber dass kanst du vergessen. Wenn du gewendet hast dauert es keine halbe Stunde und es hat sich wieder Rost an den blanken stellen gebildet.
Also voll machen bis oben hin und um ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen die Luft die sich in der oberen Sicke des Tanks sammelt und nicht entweichen kann, weil der Einfüllstutzen ca. 5mm nach innen übersteht, mit einer Spritze mit einem stück Schlauch absaugen damit auch wirklich keine Stelle mehr vorhanden ist die nicht mit dem Wasser in Berührung kommt.
Ach so, hätte ich fast vergessen...
als ich den Tank nur halb gefüllt hatte und der so ein paar Stunden Stand war es plötzlich naß auf meinem Tisch. Beim näheren hinschauen sah ich wo das Wasser her kam. Seitlich am Tank war ein ca 5cm lange Scheuerstelle. Dort hat vermutlich das schmale Seitenblech gescheuert und der Tank war an dieser Stelle nur noch hauchdünn.
So eine Kacke, dachte ich, was machste jetzt?
Erst kam mir schweißen in den Sinn. Dann dachte ich aber: " Wenn du da ein Loch rein brutzelst kriegst du den Tank nicht mehr dicht".
Also hab ich mich fürs Löten entschieden. Hat auch wirklich gut funktioniert und über Tage die Dichtheitsprüfung bestanden.
Hier ist der Haarriss schwach zu erkennen.
gelötet, verschliffen und wieder dicht...
Jetzt konnte es endlich weitergehen mit dem finalen Restrost beseitigen mit Zitronensäure.
Hab die Brühe ca. 2 Tage einwirken lassen und dann die Säure mit etwas Waschpulver neutralisiert und über die Kanalisation entsorgt.
Jetzt den Tank gründlichst ausgespült. Erst mit dem Gartenschlauch danach noch mit heißem Wasser.
Und dann, ganz wichtig, sofort von innen trocknen. Am besten mit einem Heißluftfön.
Als er trocken war hab ich noch die letzten kleinen Krümel mit dem Staubsauger heraus gesaugt und 2 Ltr. Diesel mit 2-Taktöl gemischt und den Tank damit ausgeschwenkt damit er nicht gleich wieder Flugrost ansetzt. Denn bis er wieder eingebaut und mit Diesel gefüllt wird werden noch ein paar Tage vergehen.
So dann will ich euch auch das Ergebnis präsentieren.
Tataa...
Hier war die Diesel- Öl- Mischung schon drin
Ich würde sagen die Sache hat sich auf jeden Fall gelohnt, wenn´s auch ziemlich Zeitintensiv war, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Zum vergleich nochmal zwei Bilder wie das Teil zu Beginn aussah.
So das war mein Tank- Entrostungs- Marathon..., sehr aufwendig aber dafür auch recht günstig. Hat mich jetzt gerade mal 30 € gekostet.
Es gibt bestimmt andere Methoden die einfacher und schneller gehen und auch zum gewünschten Ergebnis führen. Ob die Elektrolyse nötig war weiß ich nicht. Vielleicht bekommt die Zitronensäure auch dickere Rostschichten weg. Auf jeden fall war die Sache für mich sehr interessant, hat Spaß gemacht und dümmer bin ich dabei auch nicht geworden.
Einige von Euch werden sich sicher fragen, warum hat der den Tank nicht noch anschließend versiegelt?
Das hatte ich anfangs auch vor. Aber da ich bei meiner Recherche des öfteren von Haftungs- und Trocknungsproblemen, unter Anderem durch Pfützenbildung, gelesen hatte war mir nicht so wohl bei der Sache, denn der Tank ist von seiner Bauart so konstruiert dass selbst am tiefsten Punkt in der Mitte wo die kleine Ablaßschraube sitzt wieder eine Erhöhung durch die eingelötete Gewindemuffe entsteht. Zudem ist dann das Gewinde durch das ablaufende, überschüssige, Material mit Harz versaut und ich hatte keinen passenden Gewindebohrer um es wieder frei zu schneiden (nicht Metrisch). Sollte sich dann nach einigen Zeit die Beschichtung lösen, habe ich ein größeres Problem als mit dem Rost. Da dies dann nur noch Chemisch zu reinigen ist.
Da mein Vater ja noch den 633 hat und der in etwa den gleichen Tank montiert hat, habe ich mir den mal von innen angeschaut und ich muß sagen der ist mit seinen fast 40 Jahren immer noch Blitzeblank. Also hoffe ich dass meine Entscheidung richtig war und ich auch ohne Versiegelung wieder lange Zeit damit Ruhe habe.
Werd ihn auch immer, gerade bei längerer Standzeit, volltanken.
So genuch gelabert..., bald gehts weiter...und schöne Grüße vom Markus.