Hallo,
das bringt nur was in Verbindung mit moderneren Ölsorten und bleibt am Ende doch ein Kompromiss. Ohne wieder die "Glaubensfrage Öl" zu triggern, eine Kurzfassung:
Papier-/Wegwerffilter wurde ja ab Ende der 60er mit den CMs eingeführt, wie bei anderen Herstellern auch, um legierten Mehrbereichsölen bzw. höheren Einspritzdrücken und Temperaturen begegnen zu können.
Der Spaltfilter setzt ein unlegiertes Motoröl voraus, insbesondere keine renigenden oder bindenden Addititve. Verunreinungen, Abrieb, Ölkohle etc. lagern sich als Schlamm in der Wanne oder in Niechen und Lagern ab. Bei regelmäßigen Ölwechseln bei warmem Motor hält sich der Ölschlamm in Wanne auch in kleinen Grenzen.
Modernen hochlegierten Mehrbereichsölen sind Additive zugesetzt die Verunreinungen, Abrieb, Ölkohle etc. in der Schwebe halten und bereits abgelagerten Dreck sogar lösen können. Spaltfilter können diese feinen Partikel nicht aufnehmen/filtern. Daher ist mit einem Spaltfilter kein hochlegiertes Standard-Öl (zB 15W40 HD) ratsam. Mir ist bewusst das es hier auch andere Meinungen gibt und wer jedes Jahr seinen Wechsel macht und sonst nur Spazieren fährt mag das auch kein Problem sein, Ideal ist es trotzdem nicht... Die Glaubensfrage
Wenn nun auf Feinfilter umgerüstet wird, da ist die Lösung vom Rotstock recht nett weil es von aussen original aussieht, ist die Filterung im Vergleich zum Spaltfilter deutlich besser. Trotzdem rate ich nur zu einem mildlegierten Öl was auch für Spaltfilter noch empfohlen ist. Ein Ölhändler sollte über eine derartige Frage nicht überrascht sein und Auskunft geben können bzg. Additive etc.
Vorteil: Bessere Filterung, weniger Partikel/Fremdstoffe im Ölstrom, mildlegierte (mehrbereichs) Öle möglich. Wer auch bei Temperaturen unter Null fährt kann auch auf einen saisonal bedingten Ölwechsel verzichten. Zudem spart man sich das Auswaschen des Spaltfitlers und das Entsorgen des Waschdiesels.
Warum trotzdem kein 15W40, wie es auch mir von einer IHC Werkstatt empfohlen wurde?
Ich behaupte, die wenigsten Landmaschinen Werstätten kennen sich heute noch mit Vorkammer-Dieseln und Spaltfiltern aus. Damals wie heute wurde von den Herstellern für bestimmte Motoren, bestimmte Öle empfohlen. Diese herstellerspezifische Empfehlung wurde und wird dann so weiter gegeben. Diese wird und kann von einer Werstatt auch nicht hinterfragt werden. Für ~60Jahre alte Motoren gibt es keine originalen Öle, wie sie in den Empfehlungen stehen, mehr. Also empfiehlt man das was da ist und womit alle Maschinen heutzutage laufen. "Wenn ein 200PS Puma damit fährt kann es für einen 12-40PS Oldie nicht schlecht sondern nur weit besser als eigentlich nötig sein..." Ab dem CMs, mit Ausnahme 323, mag das im Groben auch stimmen. Die Motoren der D-Serie waren dabei aber einerseits bzgl. Konzeption, Konstruktion und Fertigungspräzision eher auf eben solche Öle ausgelegt die einen Ölschlamm und entsprechende Ablagerungen über die Zeit bilden. Zudem sind moderne hochlegierte Öle dabei sogar aggresiv gegenüber Ablagerungen die sich bereits über Jahrzehnte abgelagert haben und können diese sowohl nach und nach, als auch abrupt lösen - u.U. mit ensprechenden Folgen.
Wie gesagt möchte ich keine Grundsatzdiskussion anregen, vielmehr mein "Wissen" teilen welches ich mir über die letzten Jahre zu diesem Thema aus verschiedensten Quellen angelesen habe.
Gruß, Alex